Verfahren zur Trennung aromatischer Amine. Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren zur Trennung von Gemischen, aromatischer Amin.overbndungen, dadurch gekennzeichnet, dass man diese Besen gemische mit trockenem HaJogenwasserstoff- ga,s solange behandelt, bis sich das Salz der stärksten Base ausgeschieden hat, vom Nie derschlag trennt und das zurückbleibende Be sengemisch weiter mit trockenem Halogen- wasserstGffgas behandelt,
bis die Basen. der Reihe nach entsprechend ihrer Basizität als halogenwass.erstoffsaure Salze getrennt und abgeschieden sind und die abgetrennten Ba sensalze durch Behandlung mit einem alkali schen Mittel in die Basen zurückverwandelt.
Unter aromatischen Aminoverbindungen sind söwohl Amine als auch deren Kern und Stickstoffsubstitutionsprodukte zu ver stehen. Gegebenenfalls arbeitet man zweck mässig in einem indifferenten Lösungsmittel, wie Benzol, Toluol, Chlorbenzol, Dichlorben- zol, Tetralnn, Benzin,
etc. Bei. der Umsetzung isomerer aromatischer Amine mit trockenem Salzsäuregas kann auch die folgende Art Umwandlung vor sich gehen:
Verrührt man längere Zeit feine trockene Kristalle von salzsaurem p-Xylidin mit einer Lösung von m-Xylidinba.se (etwas im Überschuss) in Benzol und nutscht dar auf die KristaNe gut ab, so findet man bei deren Untersuchung, dass die abgetrennten Kristalle aus salzsaurem m-Xylidin beste hen:
Es hat demnach eine Umsetzung des salzsauren p-Xylidins mit der m-Xylidinbase stattgefunden. Ähnlich ist es auch bei an dern isomeren Aminen.
Beispiel Man löst 250 gr Rohxylidin (mit einem Gehallt von zirka 56A meta) in zirka 750 bis 1000 cm' Benzol und leitet in diese Lö sung unter Rühren und Kühlen (Temperatur zirka 20 ) einen langsamen Strom von trok- kenem SaJzsäuregas, wie es zum Beispiel bei der Chlo.rierung von Benzol direkt anfällt,
und zwar etwas mehr Salzsäuregas als zur Absättigung des darin enthaltenen m-Xyli- dins nötig ist. Die entstandenen Kristalle werden abgenutscht, mit Benzol etwas: ge deckt und getrocknet. Die Base wird frei gemacht und der Gehalt an m-Xylidin be stimmt.
Es werden nach dieser Arbeitsweise erhalten: Aus 2:50 gr Rohaylidin-Einsatz von zirka<B>56%</B> Meta-Gehalt, zirka 130 gr m-Xylidin mit einem Gehalt von 95 bis <B>98%</B> m-Xylidin = 88 bis<B>90%</B> der Theorie.
Die weitere Ausfällung mit Salzsäuregas gibt ein Meta-Salz von etwas niedrigerem Meta-Gehalt (80 bis 90% meta), das der Kristallisation der nächsten Rohpartie zu gesetzt wird. Die Abtrennung von m-Xylidin rein über das salzsaure Salz lässt sich da durch technisch verhältnismässig einfach und mit wenig Kosten ausführen.
Die in den Mutterlaugen noch enthaltenen o- und p- Xylidine werden in gleicher Weise durch weitere Behandlung mit Salzsäureigas@ als salzsaure Salze abgeschieden und durch Um kristallisation auf bekannte Art und Weise gereinigt, worauf man sie in die freien Ba sen zurückverwandelt. <I>Beispiel 2:</I> Man löst 250 gr einer künstlichen Mi schung von gleichen Teilen asymmetrischem m-Xylidin (l. :
3 Dimethyl-4-aminobenzol) und vicinalem m-Xylidin (1 : 3 Dimethyl-2- aminobenzol) in 750 cm' Benzol und leitet in diese Lösung unter Rühren und Kühlen einen langsamen Strom von trockenem Sailz- säuregas ein. Die entstandenen Kristalle wer den abgesaugt, mit Bernzoll etwas gedeckt., getrocknet, und die Base frei gemacht.
Sie enthält<B>96%</B> asymmetrisches m-Xylidin. Zirka<B>86%</B> der eingesetzten asymmetrischen m-Xylidinba.se werden demnach als salz saures Salz in einer Operation abgeschieden. <I>Beispiel 3:</I> Man löst 250 gr o-Xylidin roh (aus o- Xylol rein dargestellt) in 1000 em3 Benzol und leitet in diese Lösung unter Rühren und Kühlen einen langsamen Strom von Salz säuregas ein. Die entstandenen Kristalle werden abgesaugt, mit Benzol etwas gedeckt und getrocknet, und. die Base frei gemacht.
Sie enthält etwa<B>90%</B> asymmetrisches o-Xy- lidin (1 :2 Dimethyl-4=aminobenzol). Das in den Mutterlaugen enthaltene 1 : 2-Dime- thyl=3-aminobenzol wird durch weiteres Ein leiten von Salzsäuregas in gleicher Weise abgeschieden und in die freie Base zurück- verwand,elt. <I>Beispiel .</I>
Man löst 250 gr Rohtoluidin in 1000 cm' o-Dichlorbenzol und leitet in diese Lösung unter Rühren und Kühlen einen langsamen Strom von Salzsäuregas ein. Die entstan denen Kristalle werden abgesaugt, mit Ben zol etwas gedeckt und getrocknet, und die Base freigemacht. Sie enthält<B>95%</B> p-Tollui- din. Durch weiteres Einleiten von Saalz- säure@gas wird eine p-reiche Zwischenfrak tion gefällt, die der nächsten Rohpartie zu gesetzt werden kann.
Der Rest besteht aus a-Toluidin, das als Base auf bekannte Art und Weise isoliert werden kann.
Die in den obigen Beispielen angegebenen Temperaturen und Lösungsmittelkonzentra- tionen können in weiten Grenzen variiert werden.
Das Verfahren kann aueh mit andern Trennungs- und Reinigungsverfahren sinn gemäss kombiniert werden.
Es können nach .diesem Verfahren nicht nur isamere Amine, sondern auch Gemische aromatischer Aminoverbindungen verschie dener Herkunft, zum Beispiel Auilin von Toluidin etc., mit Erfolg getrennt werden.