Nessinstrument zur Registrierung physikalischer Grössen. Bei der Registrierung physikalischer Grössen ist man im Prinzip bisher derart vor gegangen, :dass auf einem Registrierstreifen die physikalische Grösse entweder graphisch oder zahlenmässig zur Aufzeichnung gebracht wurde.
Bei den Registriermessapparaten mit gra phischer Aufzeichnung der physikalischen Grösse auf einen Registrierstreifen ergibt die Aufzeichnung sofort ein übersichtliches Bild über den zeitlichen Verlauf der physikali schen Grösse, was als sehr vorteilhaft emp funden wird. Ein diesen Apparaten anhaf tender Übelstand ist jedoch -der, dass sowohl die Aufzeichnungs , als auch die Ablese genauigkeit zu wünschen übrig lässt. Die Ursache der Aufzeichnungsfehler ist wohl hauptsächlich das zur Verwendung gelan gende Registrierpapier. Dieses Registrier- papier besitzt erstens einmal die üble Eigen schaft hygroskopisch zu sein.
Es wird sich also demzufolge, je nach dem Feuchtigkeits gehalt verschieden ausdehnen, wodurch mit der gemessenen Grösse nicht übereinstim mende Aufzeichnungen erhalten werden. Zweitens kann auch eine Fehlerquelle durch eine ungenaue oder beschädigte Perforation des Registrierpapieres hervorgerufen werden, was eine ungenaue Aufzeichnung bewir kende Vens.chiebung des Registrierpapieres in der Querrichtung zur Folge hat.
Fernerhin gewähren die vorhandenen Einstell- und Führungsorgane des R:egistrierpapieres nicht eine solche Sicherheit, dass die Nullinie des Registrierpapieres sich immer genau in der erforderlichen Richtung bewegt. Diese Ab weichungen von der vorgeschriebenen Bahn, die trotz guter Konstruktionsausführung des Messapparates immer denkbar sind, geben natürlich ebenfalls zu Aufzeichnungsfehlern Veranlassung.
Bezüglich der Ablesegenauig- keit der graphischen Aufzeichnung auf dem Registrierstreifen wäre zu sagen, dass bei Grössenfeststellung der aufgezeichneten Werte durch verschiedene Personen man für ge wöhnlich nicht übereinstimmende, sondern verschiedene Resultate erhält.
Bei den Registriermessapparaten mit zah lenmässigem Aufdruck der physikalischen Grösse auf_-den Registrierstreifen, wie solche unter .dem Namen. "Printometer" bekannt _geworden sind, ist die Messgenauigkeit min destens so gross, als bei den graphischen Re gistriermessapparaten. Ableseungenauigkei- ten aber sind hier, da ja.
in periodischen Zeit- abschnitten die physikalische Grösse in Zah len auf dem hegistrierstreifen zum Abdruck gelangt, überhaupt nicht denkbar. Ein Nach teil des Printometers ist jedoch der, dass ein Überblick über die gesamten, in den einzel nen Zeitperioden gemessenen physikalischen Grössen aus den auf dem Registrierstreifen abgedruckten Zahlen nicht ohne weiteres er kennbar ist.
Man könnte wohl in Anlagen, wo es auf eine besonders hohe Messgenauigkeit und eine sofort erkennbare Übersichtlichkeit der ge samten Messangaben ankommt, einen graphi schen --Registrierapparat und ein Printemeter vorsehen. Obwohl hier die Summe der Wir kungen der beiden verschiedenen Registrier- apparate erzielt wird, dürfte sich dies jedoch nicht gerade als sehr wirtschaftlich erweisen; denn derartige Messapparate sind heute noch infolge der präzisen Barart verhältnismässig teuer.
Ausser andern Übelständen besitzt auch eine derartige Anlage nooh .den Nach teil, dass, da die graphische und die zahlen mässige Aufzeichnung der physikalischen Grösse auf getrennten Registrierstreifen er folgt; ein sofortiges zahlenmässiges Erfassen der graphischen Aufzeichnungen nicht mög lich ist.
Die Erfindung bezieht sich nun auf ein Messinstrument zur Registrierung plhysikali- scher Grössen, bei dem erfindungsgemäss Mit tel vorgesehen sind, durch die sowohl eine graphische, als auch in periodischen Zeitab schnitten eine zahlenmässige Aufzeichnung der physikalischen Grösse auf einem Re gistrierstreifen bewirkt wird.
Das Registrierinstrument kann nun mit zwei für die graphische und zahlenmässige Aufzeichnung bestimmten, von dem Mess- system gesteuerten Registriervorrichtungen und mit einer, wenigstens die zahlenmässige Aufzeichnung auf dem Registrierstreifen her stellenden, periodisch betätigten Druckvor richtung versehen sein.
Soll das 11lessinstru- ment nach Art eines Höehstverbrauchsmessers ausgebildet werden, so werden vorteilhafter weise zwei für die graphische und die zah lenmässige Aufzeichnung bestimmte, von dem Messsystem gesteuerte Registriervorriclitun- en, eine die beiden verschiedenen Aufzeich- g <B>o</B> nungen auf dem Registrierstreifen herstel lende,
periodisch betätigte Druckvorrichtung und eine am Ende der Registrierperiode die beiden Registriervorrichtungen in die Null- lage zurückführende Rückstellvorrichtung vorgesehen. Vorzugsweise kann hierbei zur Entlastung .des Messsystems die Druck- und die Rückstellvorrichtung von einem Hilfs motor gesteuert werden.
Durch die Erfindung wird also ein Mess- instrument geschaffen, welches die Vorteile eines graphischen Regzstrierapparates und eines Printometers in einem Apparat verei nigt. Eine derartige kombinierte Aufzeich nung zeigt daher ein übersichtliches graphi sches Bild der aufgezeichneten physikali schen Grössen und fernerhin die sofortige zahlenmässige Erfassung der den physikali schen Grössen entsprechenden graphischen Aufzeichnungen.
In der Zeichnung ist ein Ausführungs beispiel der Erfindung zur Darstellung ge bracht.
Die Fig. 1 zeigt in schematischer Darstel lung ein periodisch registrierendes Messinstru- ment, und zwar einen elektrischen Höchst verbrauchsmesser; die Fig. 2 und d zeigen je einen Teil von zwei mit einer graphischen und zahlen mässigen Aufzeichnung versehenen Regi- strierstreifen. , Die Schnecke 1 eines.
Elektrizitätszählers steht mit einem auf einer Achse 2 lose sit zenden Zahnrad 3 im Eingriff, .das weiterhin durch die Friktion der Spiralfeder d mit einem ebenfalls auf der Achse 2 lose sit- zen-den, mit .einem Zahnrad 6 in Eingriff stehenden Zahnritzel 7 gekuppelt ist. Von einem Differentialgetriebe ist das eine Sonnenrad 8 mit dem Zahnrad 6 und das andere Sonnenrad 9 mit einem in Eingriff mit einem Zahnrad 10 stehenden Zahnrad 11 fest verbunden.
Ein Planetenrad 12 des Dif ferentialgetriebes sitzt an einer Stegachse 13, die an einer die Sonnenräder 8, 9 tra genden Planetenachse 14 befestigt ist.
Mit der Planetenachse 14 ist eine Re- gistxierwalze 15 verbunden, von deren Um fangsfläche ein Teil durch eine Absetzung eine erhöhte, nach einer Schraubenlinie ge wundene Oberfläche 16 bildet und an deren rechten Stirnfläche ein Zahnrad 17 befestigt ist.
Links von der Registrierwalze 15 ist ein Zählwerk 18 vorgesehen, von dem die Zah lenrollen 19, 20, 21 lose auf der Planeten achse 14 und die zwischen den Zahlenrollen 19, 20, 21 befindlichen zwei Schalträder 22, 23 lose drehbar auf einer Achse 24 ange ordnet sind. Fest mit der Achse 24 sind ein mit einem Zahnritzel 25 der Zahlenrolle 21 gekuppeltes Zahnrad 26 und ein mit dem Zahnrad 17 gekuppeltes Zahnrad 27 verbun den. Die Übersetzungen der Zahnradgetriebe 17, 27 und 25, 26 sind 1 : 10. Die Verdre liung des Zählwerkes 18 und somit auch die der Registrierwalze 15 wird durch einen mit einem Anschlag 28 zusammenarbeitenden, an der Zahlenrolle 19 sitzenden Stift 29 be grenzt.
Das mit dem Zahnrad 11 im Eingriff stehende, auf einer Achse 30 lose angeord nete Zahnrad 10 ist über eine Friktionsfeder 31 mit einem über nicht eingezeichnete Ge- triebe von einem Rückstellmotor betätigten Zahnrad 32 gekuppelt. Hierbei ist das Ge triebe zwischen Rückstellmotor und dem Zahnrad 32 .derart ausgebildet, dass erst nach einer gewissen Anzahl Umdrehungen des Mo tors das Zahnrad 32 in Unidrehungen ver setzt wird.
Der Rückstellmotor steht fernerhin noch über ebenfalls nicht zur Darstellung ge brachte Getriebe mit einem Zahnrad 33 in Eingriff, an dem eine mit einer Druckvor- richtung 34 verbundene Kurbelstange 35 an gelenkt ist. Die Druckvorrichtung 34 besteht im wesentlichen aus einem Druckorgan 36 und einem über Rollen<B>37,</B> 38 geführten Farbband 39.
Bei dem Druckorgan 36 ist nun der gegenüber der Registrierwalze 15 liegende Teil zu einer linealartigen schmalen Kante 40 und der gegenüber dem Zählwerk 18 liegende Teil zu einer der Grösse der Zah len auf den Zahlenrollen 19, 20, 21 entspre chenden Verbreiterung 41 ausgebildet.
Ein Registrierstreifen 42 befindet sich zwischen Druckorgan 36 und Registrierwalze 15, sowie Zählwerk 18. und zwar vorzugs weise in kurzer Entfernung von der Reo,i- strierwalze 15 und dem Zählwerk 18.
Zu Beginn einer Registrierperiode lie-t der Anfang der Oberfläche 16 der Registrier- walze 15 der linealartigen Kante 40 des Druckorganes 36 gegenüber. Die Registrier- k3 15 wird dann je nach 11Iassgabe des Energieverbrauches über die Zahnräder 3. 7, 6, das Sonnenrad 8 und das Planetenrad 12 von der Schnecke 1 des Zählers angetrieben.
Bei der aus der Figur ersichtlichen Stellung; hat also der Zählor die Re gistrierwalze 15 bereits um einen Teil verdreht. Fernerhin wird auch das Zahnrad 17 der Registrier walze 15 das Zahnrad 27 verdrehen, wodurch über die Zahnräder 26, 25 das Zählwerk 18 in Bewegung versetzt wird.
Am Ende einer Zeitperiode, et-,va vierte]- stündlich, wird automatisch von einer Schalt uhr der Hilfsmotor eingeschaltet, der dann zuerst das die Druckvorrichtung 34 betäti- gende Zahnrad 33 verdreht. Das Druckorgan 36 wird dann gegen die Registrierw alte 7 5 und das Zählwerk 18 bewegt und schliesslich das Farbband 39, sowie den Registrierstreifen 42 gegen die Registrierwalze 15 und das Zählwerk 18 pressen.
Auf dem Registrier streifen 42 wird dann rechts eine Linie ab gedrückt, die der im Moment des Anpressens der Längskante 40 des Druckorganes 36 ge genüberliegenden Ausdehnung der Oberfläche 16 in horizontaler Richtung entspricht. Fer nerhin werden auch links auf dem Registrier streifen 42 die diesem augenblicklich gegen- überliegenden Zahlen des Zählwerkes 18 zum Abdruck gebracht.
Nachdem das Druckorgan 36 wieder in seine Ruhestellung zurückgekehrt ist, oder auch schon während der Rückwärtsbewegung des Druckorganes 36, wird infolge des be reits erwähnten besonderen Kupplungsge triebes zwischen Motor und Zahnrad 32 das letztere in schnelle Umdrehungen versetzt. Die Umdrehungen des Zahnrades 32 werden dann über das Zahnrad 10, 11, das Sonnenrad 9 und das Planetenrad 12 auf die Planeten welle 14 übertragen, und zwar bewegt sich jetzt diese in der umgekehrten Richtung als vorher und mit einer grösseren, als mit der vom Zähler ausgehenden Geschwindigkeit. Die Registrierwalze 15 und das Zählwerk 18 werden dann wieder in ihre Nullstellung zu rückgedreht.
In der Nullstellung der R.egi- strierwalze 15 und des Zählwerkes 18 legt sich der Stift 29 der Zahlenrolle 19 gegen den Anschlag 28. Der Motor läuft dann nur noch ganz kurze Zeit, und zwar infolge der Reibungskupplung zwischen Zahnritzel 10 und Zahnrad 32 nur leer weiter. Sobald auch der Motor zum Stillstand gelangt, erfolgt wieder. eine Verstellung der Registrierwalze 15 und des Zählwerkes 18 von der Schnecke 1 des Zählers.
Die Fig. \?. zeigt einen Teil eines R.egi- strierstreifens, dessen Aufzeichnungen von einem in Fig. 1 dargestellten Regi.strierappa- rat herrühren. Auf dem Registrierstreifen geben die Zahlen links die Zeit, die neben diesen liegenden Zahlen die Höhe des Ener gieverbrauches und die horizontalen Linien die graphische Darstellung des Energiever brauches an.
Es ist natürlich nicht unbedingt notwendig, die graphische Aufzeichnung in der Weise zu bewirken, wie sie durch einen in Fig. 1 dar gestellten Registriermessapparat erreicht wird. An Stelle des Aufdruckes der der physi kalischen Grösse entsprechenden Linie auf den Registrierstreifen könnte auch eine sol che durch Schreiben erzielt werden. Die Registrierwalze müsste dann durch eine bei Registrierapparaten allgemein übliche Schreibvorrichtung ersetzt werden.
Es ist auch denkbar, das Registrierinstrumtent so auszubilden, da-ss nicht eine periodische, son dern eine fortlaufende, dauernde graphische Aufzeichnung der physikalischen Grösse, wie es beispielsweise für gewöhnlich bei der Baro meter- und Temperaturregistrierung der Fall ist, bewirkt wird. Die Registriervorrichtung für die, graphische Aufzeichnung könnte dann nach Art eines Kurvenschreibers. aus gebildet sein, wobei die Zahlen des Regi- sti-ierzählwerkes durch eine Druckvorrich tung periodisch auf den Registrierstreifen zum Abdruck gebracht werden. Eine beson dere Rückstellvorrichtung würde hierbei na türlich wegfallen.
Bei einem derartigen Re gistrierinstrument erhält man dann auf den Registrierstreifen eine Aufzeichnung, wie sie aus dem in Fig. 3 dargestellten Registrier streifen ersichtlich ist. Die graphische Auf zeichnung könnte fernerhin auch durch eine Registriervorrichtung erreicht werden, die eine punktförmige Aufzeichnung auf den Re gistrierstreifen bewirkt. Selbstverständlich sind auch noch andere Ausführungen von Re- gistriervorrichtungen denkbar.
Auch ist die Erfindung nicht nur auf die Registrierun- bestimmter physikalischer Grössen be schränkt, sondern diese erstreckt sich auch ganz allgemein auf die Registrierung jeder irgendwie mir messbaren physikalischen Grösse.