Automatische Steuerung. Gegenstand der Erfindung ist eine auto matische Steuerung für elektrische Fahr zeuge, insbesondere für Vielfachsteuerung. bei der der Steuervorgang willkürlich aus gelöst werden kann und hierauf selbsttätig unter Überwachung durch einen Stromwäch ter bis zu der jeweils angesteuerten Schalt stufe durchsteuert. Erfindungsgemäss wird hierbei jede "Unterbrechung des Steuervor ganges, die nicht mit Rücksicht auf die Mo torstromstärke erforderlich ist, dadurch ver mieden, dass eine zusätzliche Hebespule des Stromwächters so gesteuert wird, dass der Stromwächter,
soweit der zu überwachende Strom hinreichend abgesunken ist, bei dem Erreichen der Schaltstufe bereits abgefallen ist und so den Durchstenervorgang nicht unterbricht.
In der Zeichnung sind Ausführungsbei spiele des Erfindungsgedankens dargestellt. I. bezeichnet die Kommandowalze, 2 den Steuermotor für dieselbe, 3 das Bremsrelais, 4 den Stromwächter einer automatischen Steuerung. An der Kommandowalze sind zwei Gruppen von Strombelägen 5 und 6 an geordnet, denen Kontaktfingerpaare 7 und 8 entsprechen. Das Bremsrelais ist. hierbei so ausgebildet, dass in seiner Ruhestellung der Steuermotor in Kurzschlussbremsschaltung liegt, Nährend er bei erregter Stellung des Bremsrelais an Spannung gelegt ist.
Das Bremsrelais liegt hierbei zwischen Steuer spannung und Erde, und zwar ist der Erd- anschluss entweder über die Ruhekontakte des Stromwächters 4 oder über das von den Strombelägen 5 geschlossene Kontaktfinger paar 7 hergestellt. Wenn nun durch einen Führerschalter 9 die Steuereinrichtung an Spannung gelegt wird, so wird das Brems relais, das über die Ruhekontakte des Strom wächters an Erde gelegt ist, erregt und schaltet so den Steuermotor 2 ein. Der Strom wächter ist hierbei mit einer Hauptstrom spule (in der Zeichnung oben) und einer zusätzlichen sogenannten Hebespule ver sehen.
Die Hauptstromspule ist hierbei als Haltespule dimensioniert, während die Hebe spule dazu dient, im Verein mit der Strom spule den Anker anzuheben, wozu mit. Rück sicht auf den bei abgefallenem Anker be stehenden grossen Luftspalt eine erheblich grössere magnetomotorische Kraft erforder lich ist. Im nicht gezeichneten Hauptstrom kreis wird demnach ein Stromstoss entstehen und der Hauptmotor beschleunigt werden, bis der Strom allmählich abfällt. Gleichzeitig wird die Hebespule des Stromwächters erregt und so der Anker kurzzeitig angehoben. In zwischen arbeitet der Steuermotor weiter, bis der erste Belag 5 der Kommandowalze von dem Kontaktfingerpaar 7 abläuft.
Wenn nun die Stromstärke in dem Hauptstromkreis, welcher auch die obere Spule des Stromwäch ters 4 enthält, inzwischen so weit gefallen ist, dass der Anker des Stromwächters ab fällt., so wird durch das Ablaufen des Be lages 5 von dem Kontaktfingerpaar 7 das Bremsrelais nicht entregt, da der Erreger stromkreis über den Stromwächter aufrecht erhalten bleibt. Der Steuermotor läuft daher weiter.
Wenn aber der Hauptstrom in dem Augenblick, da ein Belag 5 von dem Kon- taktfingerpaar 7 abläuft, das Stromminimum des Stromwächters noch nicht unterschritten hat, wird das Bremsrelais entregt und so der Motor 2 in Kurzschlussbremsung auf der entsprechenden Schaltstufe festgehalten. So bald nunmehr der Stromwert das Strom minimum unterschreitet, fällt der Anker des Stromwächters ab, so dass das Bremsrelais selbsttätig wieder anspricht und den Steuer motor weiterschaltet.
In Abb. 2 ist das Schaltungsschema für eine Anordnung dargestellt, bei der das Bremsrelais in Wegfall kommt und die Schaltung des Steuermotors auf Fahrt bezw. Kurzschlussbremsung unmittelbar durch ge geneinander versetzt angeordnete Beläge der Kommandowalze erfolgt. Die Wirkungsweise dieser Anordnung stimmt im übrigen mit der in Abb. 1 dargestellten überein.
Eine besondere Vereinfachung, durch die ein besonders kleiner Schaltwalzendurchmes- ser ermöglicht wird, kann weiter dadurch er reicht werden, dass der Stromwächter, der den Schaltvorgang steuert, nicht mehr angehoben wird, wenn die zu überwachende Stromstärke einen bestimmten Wert nicht überschreitet.
Dies läss't sich beispielsweise dadurch er reichen, dass die zusätzliche Erregung, die der' Stromwächter durch die sogenannte Hebe spule erhält, damit sein Anker angehoben werden kann, so bemessen wird, dass diese nur gemeinsam mit der Erregung durch die Hauptstromspule das Anheben des Ankers bewirken kann. Ein Ausführungsbeispiel hierfür ist in Abb. 3 gegeben.
Mit 1 ist die Kommando walze, mit 2 der Steuermotor, mit 3 das Bremsrelais bezeichnet; 4 stellt den Strom- - wächter der Steuerung dar, der aus einem Anker 15, einer Hauptstromquelle 16 und einer Hebespule 17 besteht. An der Kom mandowalze sind nebeneinander zwei Grup pen von Strombelägen 18 und 19 angeordnet, denen Kontaktfingerpaare 10 und 11 zöge ordnet sind. Das Bremsrelais liegt zwischen Steuerspannung und Erde, wobei der Erd- anschluss entweder über die Ruhekontakte des Stromwächters oder aber über das Kon- taktfingerpaar 10 hergestellt ist.
Die zusätz liche Erregung durch die Hebespule 17 ist so dimensioniert, dass sie nur in Zusammen arbeit mit der Hauptstromspule 1,6 des Strom wächters in der Lage ist, dessen Anker an zuheben, während die Hauptstromspule allein - wenigstens bei bestimmten Haupt stromwerten - in der Lage ist, den einmal angehobenen Anker in dieser Stellung zu halten. Bei der Einschaltung der automatischen Steuerung beginnt also der Steuermotor zu laufen, schaltet demnach 'etwa an nicht ge zeichneten weiteren Belägen der Kommando walze die Schütze der ersten Schaltstufe ein.
Hierbei sind gleichzeitig beide Kontaktfinger- paare 10 und 11 an der Kommandowalze durch die zugehörigen Strombeläge über brückt, die Hebespule des Stromwächters also erregt. Der Stromstola, der durch das Einschalten der Hauptmotoren entsteht, wird hierbei zusammen mit der Zusatzerregung ausreichen, um den Anker des Stromwächters anzuheben. Wenn nunmehr die Kommando walze durch den Steuermotor so weit gedreht wird, dass die Strombeläge von den Kontakt fingern ablaufen, während. der Stromwächter angehoben ist, so wird das Bremsrelais ent- regt, also der Steuermotor abgebremst.
So lange der Strom im Motorkreis so hoch bleibt, dass die Stromspule des Stromwäch ters dessen Anker festhält, kann das Schalt werk nicht weiterschalten. Erst wenn der Anker des Stromwächters abfällt, wird der Steuermotor erregt, also weitergeschaltet.
In diesem Falle, sowie wenn die Stromstärke in der Hauptstromspule schon früher so weit gesunken ist, dass der Stromwächteranker abfällt, bleibt beim Ablauf der Strombeläge von den Kontaktfingern das Bremsrelais über die Ruhekontakte des Stromwächters an Erde angeschlossen, also erregt, so dassl die Steuerung weiterläuft, bis entweder an irgend einer weiteren Stufe der Stromwäch ter infolge zu grossen Ankerstromes ange hoben bleibt oder aber eine angesteuerte Stufe erreicht ist. Durch entsprechende Aus bildung der Beläge, die die Hebespule steuern, kann man hierbei die Steuerung des Stromwächtera.nkers beliebig beeinflussen.
Beispielsweise kann während des eigentlichen Schaltmomentes, in dem also der Anker an die nächst höhere Stufe angeschaltet wird und demzufolge eine Stromspitze vorliegt, die zusätzliche Erregerspule entregt werden, so dass auch bei einem normalen Anlauf der Stromwächter nicht jedesmal angehoben iiird, sondern nur, wenn ein bestimmtes Zeitintervall später, sobald nämlich die Hebe spule erregt -wird, noch eine übermässige Stromstärke besteht. Hierzu werden etwa die Strombeläge 6 so ausgebildet, dass sie nur den obern Teil der in der Abbildung dar gestellten Beläge bilden.
Diese Ausbildung kann mit Vorteil auch nur bei einzelnen Schaltstufen, etwa den ersten beiden, vor gesehen werden, in denen ein Anhalten der Steuerung nur in den seltensten Fällen er forderlich sein wird.
Eine weitere Ausführungsform, bei der die zusätzliche Erregung (die Hebespule 17) durch den Stromwächter gesteuert wird, ist in Abb. 4 dargestellt, und zwar ist hier nur der Stromwächter selbst herausgezeichnet. Wie ersichtlich, ist hierbei die Hebespule des Stromwächters nicht mehr an Kontakt finger der Kommandowalze geführt.. Es fällt also hierdurch die entsprechende Reihe von Strombelägen (19) weg. Der Anschluss der Erregerwicklung an Erde ist über einen Hilfsschalter geführt, der in dem dargestell ten Ausführungsbeispiel unmittelbar mecha nisch nach Art eines Schleppschalters von dem Stromwächter gesteuert wird.
Es wird also hierbei, nach der durch das Spiel der Schleppschaltvorrichtung gegebenen Ver zögerung, beim Anheben des Stromwächter- ankers die Hilfserregung abgeschaltet, so dass der Stromwächter unabhängig von der Stel lung der Kommandowalze abfällt, sobald 4i(1 kritische Stromstärke unterschritten ist.
Die Anwendung der Erfindung ist nicht. auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt. Insbesondere kann sie aueli 111 jeder beliebigen andern Art voll- oder halb- selbsttätiger Steuerung Anwendung finden.
Hierbei wird der unnötige Zeitverlust er spart, der bei den üblichen Steuereinrichtun gen dadurch entsteht, dass die Bewegung der Einrichtung auf jeder Stufe unterbrochen wird und bei Vorliegen der Voraussetzungen für eine Weiterschaltung wieder einsetzt. was also eine neuerliche Beschleunigung der Schalteinrichtungen bedingt. Dies stellt insbesondere im Hinblick auf das Erforder nis einer grösstmöglichen Beschleunigung gegenüber dem Bekannten einen erheblichen technischen Fortschritt dar.