Verfahren zum Hindurchführen einseitig offener Hohlkörper durch ein Flüssigkeitsbad eines Durchgangsblankglühofens. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Hindurchführen einseitig offener Hohl körper durch ein Flüssigkeitsbad eines Durchgangsblankglühofens, wobei die Hohl körper zum Beispiel Patronenhülsen sind, während das Flüssigkeitsbad sowohl ein Ab sperrbad, als auch ein Heizbad sein kann.
Das Eigenartige der Durchgangsöfen mit Absperrbädern ist die im Glühraum herr schende sauerstoffreie, bezw. -arme Atmo sphäre, wodurch jede Oxydation an der Aussenfläche des Glühkörpers unterbunden wird. Vor und hinter dem Glühraum des Ofens sind an sich bekannte Flüssigkeitsab schlüsse (01, Wasser oder dergleichen) an geordnet, die diesen gegen die Aussenluft ab schliessen und durch die das Glühgut wan dert.
Bisher wurden die beispielsweise erwähn ten Hülsen in mit Durchbrüchen versehene runde Füll- oder Glühbüchsen wahllos durch einander liegend eingefüllt und vermittelst einer Transportkette mit Anschlagstiften, gegen die sich die Büchsen legen, durch die Flüssigkeitsabschlüsse, sowie durch den Ofen geleitet.
Die Anschlagstifte sind so weit von einander entfernt, dass die runden Füllbüch sen zwischen ihnen ?/@ Umdrehung ausführen können. Diese Rotation tritt im vordern Flüssigkeitsabschluss, sowie in einer hinter letzteren liegenden Entleerungskammer der Hülsen von Flüssigkeit dadurch ein. dass die Transportkette durch Leitrollen bezw. Leit- flächen in eine ab- und dann aufsteigende Bewegungsrichtung gewendet wird und die Büchsen an der Wendestelle infolge Eigen gewichtes gegen die vor- bezw. rückwärtigen Anschlagstifte rollen.
Eine Viertelumdrehung genügt jedoch nicht, um jedes in den Büchsen befindliche Werkstück in eine Lage zu versetzen, die im Flüssigkeitsabschluss ein Ausströmen der Luft und ein Einströmen der Absperrflüssig keit und in .der Entleerungskammer den um- gekehrten Vorgang ermöglicht. Die Folge ist, dass sowohl Luft, als auch Flüssigkeit von den Werkstücken in den Ofen mitgeführt werden, was ein einwandfreies Blankglühen naturgemäss in Frage stellt.
Ausserdem sind die Füllbüchsen eine sehr lästige und in der Anschaffung und im Betriebe sehr teure Bei gabe.
Bei dem Verfahren gemäss vorliegender Erfindung sind die genannten Mängel da durch vermieden, @dass sämtliche Hohlkörper mit ihren geschlossenen Enden in gleicher Richtung Durchleitungsorganen übergeben werden, und dass die geschlossenen Enden sämtlicher Hohlkörper beim Verlassen des Flüssigkeitsbades mindestens gleich hoch gelagert werden als die offenen Enden, da mit die Flüssigkeit aus dem Innenraum der Hohlkörper völlig abfliesst.
Zweckmässigerweise werden die geschlos senen Enden ,sämtlicher Hohlkörper beim Eintauchen in das Flüssigkeitsbad durch die Durchleitungsorgane mindestens gleich tief gelagert wie die offenen Enden, und zwar mindestens so lange, bis die Flüssigkeit den einseitig geschlossenen Innenraum der Hohl körper vollständig ausfüllt.
Der Durchgangsofen gemäss der Erfin dung zur Durchführung des Verfahrens weist Durchleitungsorgane auf, welche ihnen gleichgerichtet übergebene Hohlkörper so durch das Flüssigkeitsbad hindurchleiten, dass die beim Eintauchen in die Flüssigkeit sieh mit dieser füllen und beim Verlassen diese wieder abgeben.
Die Zeichnung veranschaulicht einige Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegen standes, sowie eine vorteilhafte Ausbildung der Beschickungsvorrichtung zum unmittel baren Anschluss des Ofens an eine Werk stückbearbeitungsmaschine zwecks Einrei hung des Ofens in eine fliessende Fertigung.
Es zeigen: Fig. 1 die Seitenansicht einer Transport- kette, deren Glieder als Werkstückträger aus gebildet sind, Fig. 2 eine Draufsicht auf die Fig. 1, Fig. 3 einen Schnitt durch einen Durch stossofen mit Transporteinrichtungen.
Fig. 4 einen Schnitt A-A der Fig. 3, Fig. 5 und 6 einen Schnitt durch den vor- dern Flüssigkeitsabschluss bei zwei verschie denen Stellungen des Transportorganes (Hub platte), Fig. 7 eine Darstellung der nach oben ge schwenkten Traverse des Ausstossschlittens.
Fig. 8 einen Schnitt nach B-B \der Fig. 5, Fig. 9 einen Schnitt nach C-C der Fig. 5, Fig. 10 einen Salzbadofen mit Durchstoss vorrichtung und Abschreckbehälter in sche- matisch-er Darstellung, Fig. 11 den Anschluss der Beschickungs vorrichtung des Durchgangsofens an Hülsen ziehmaschinen mit nebeneinander liegenden Hülsenausstossstellen in schematischer Dar stellung,
Fig. 12 eine prinzipielle Anordnung der Zuführstränge mit Kippstellen zum Längsaus gleich der Hülsen und einem Anschluss für eine Zuführvorrichtung, Fig. 13 eine Darstellung von Leitkörper- gruppen, Fig. 14 einen Längsschnitt durch zwei mit Hülsen besetzte Verteiler, Fig. 15 wie Fig. 14, die Hülsen sind je doch herabgefallen, Fig. 16 einen Querschnitt durch den Ver teiler,
Fig. 17-19 ein Beförderungsschema der Hülsen im Verteiler in verschiedenen Phasen dargestellt.
In Fig. 1 werden die Werkstücke 3 in den Haltern 1 eines als biegsamer bezw. ketten- artiger Träger ausgebildeten Durchleitungs- organes! 5 gehalten und in diesem mit dem Boden voranliegend durch den Glühraum eines durch Flüssigkeitsabschlüsse gegen die Aussenluft abgeschlossenen Durchgangsofens befördert. Im vordern Flüssigkeitsabschluss zeigen die Hülsen mit ihrer Öffnung anfangs schräg nach oben und füllen sich beim Ein tauchen restlos mit der Absperrflüssigkeit.
Beim Verlassen des Flüssigkeitsabschlusses ist dagegen ihr Boden schräg nach oben ,ge richtet, so dass die Absperrflüssigkeit wieder restlos austritt.
Fig. 2 stellt eine Draufsicht auf die Fig. 1 dar und zeigt die Halter als U-förmige Aus sparungen des Kettengliedes 5. Die Anwen dung der Halter 4 hat den Vorteil, dass Werkstücke mit dünnen Wandstärken vor gegenseitigem Beschädigen geschützt werden, und weiterhin eine zwangläufige Mitnahme in ihrer Längsrichtung erfahren. Bezüglich der Halterausbildung, sowie der Art der Be förderung, ob Transportkette, Transport bleche, Durchstossvorrichtungen usw., besteht keine Einschränkung.
Für Hohlkörper mit glattem Rande an der Öffnung ist es in bezug auf leichtes Aus fliessen der Absperrflüssigkeit vorteilhaft, das Werkstück an der Mündung nicht völlig aufliegen lassen, sondern lediglich auf schma len Rippen,6 zu lagern.
Fig. <B>31</B> veranschaulicht einen Durchstoss ofen. 1 stellt den Glühraum dar und 2a und 2'b die Flüssigkeitsabschlüsse. In dem vor- dern Flüssigkeitsabschluss 2a befindet sich ein die Werkstücke 3 umgebendes, als Leit- körper ausgebildetes Durchleitungsorgan 7 von der Gestalt eines durchlöcherten, bezie hungsweise mit Schlitzen versehenen Rohres, einer nicht völlig geschlossenen Rinne oder dergleichen, der die Transportbahn der Werkstücke festlegt.
Diese selbst gelangen bei 8 von einem Magazin oder dergleichen kommend, mit dem geschlossenen Boden nach vorn gerichtet, vor den Leitkörper 7, und werden von der Durchstossvorrichtung 9, die eine Daumenkette, ein gnaggenschieber oder eine andere bekannte Anordnung sein kann, in diesen hineingeschoben. Dabei füllen sie sich ebenfalls, weil sie mit ihrer Öffnung nach oben zeigen, restlos mit der durch- die erwähnten Öffnungen des Leitkörpers 7 ein tretenden Absperrflüssigkeit des Abschlusses 2a.
Beim Verlassen desselben dagegen ist ihr Boden nach vorn gerichtet, so dass die Ab sperrflüssigkeit wieder restlos austritt. Im Glühraum 1 selbst besitzt der Leitkörper 7 zweckmässig die Form einer Rinne 10, die, falls es notwendig ist, noch schmale seitliche Führungsleisten nach oben erhält (schwache Umbörtelung des Randes zum Beispiel), um ein Übertreten der Werkstücke zu vermeiden (Fig. 4). Zur Entlastung der Durchstossvor- richtung, sowie der Werkstücke kann der Glühraum 1 nach hinten geneigt werden.
Bei 11 fallen die Werkstücke 3 in den rückwär tigen Abschluss 2b und können, aus diesem vermittelst einer geeigneten Vorrichtung, zum Beispiel eines endlosen Bandes 12, hin ausbefördert werden.
In dem Durchstossofen können die Leit- körper 7 beliebig über- oder nebeneinander angeordnet sein.
Bei Durchstossvorrichtungen hat es sich herausgestellt, dass das Schieben der Hülsen durch einen im vordern Flüssigkeitsabsehluss gekrümmten Leitkörper Schwierigkeiten be reitet, wenn sich der Leitkörper durch den ganzen Ofen zieht. Es ist deshalb zweck mässig, die Hülsen lediglich durch die im Glühraum befindlichen geraden Leitkörper zu stossen und das Durchleiten durch den vordern Flüssigkeitsabschluss in anderer Weise zu bewerkstelligen, zum Beispiel durch in dem vordern Flüssigkeitsahschlnss ange ordnete, schwenkbar gelagerte Transport organe.
Die Fig. 5 bis 9 veranschaulichen eine der artige Ausführungsform.
Die Hülsen gleiten von einem Magazin oder dergleichen kommend, mit. ihrem ge schlossenen Kopf nach vorn zeigend, infolge Eigengewichtes die als Durchleitungsorgane dienenden Rinnen oder Rohre 13 in den vor- dern' Flüssigkeitsabschluss des Ofens hinai, (Fig. 5).
Letzterer ist darstellungsgemäss schräg nach hinten geneigt, um ein leichteres Schie ben der Hülsen in den Leitkörpern zu ermög lichen. Zunächst legen sich die Hülsen gegen Sperren 14, die in einer .derartigen Höhe an gebracht sind, dass die offene Seite der Hülse vor die vordere Abschlusswand 15 der nach Art einer Wassertasse in die Flüssigkeit der Absperrvorlage hineinragende Umkleidung 1.6 für die Einführungen .der Leitkörper in den Ofen zu liegen kommen,
so dass die beim Füllen der Hülse mit der Absperrflüssigkeit entweichende Luft vor der Abschlusswand <B>15</B> nach oben steigt (Fig. 5).
Nach dem Auslösen der Sperren 14 glei ten .die Hülsen in einen Hubmechanismus. Dieser besteht zum Beispiel aus einer auf- und abwä-rtsbeweglichen Hubplatte 17, die zur Aufnahme der Hülsen entsprechende Ausnehmungen 18 aufweist.
Die Hubplatte 17 nimmt in der Füllstellung die Schräge der Rinnen oder Rohre 13 ein, neigt sich jedoch beim Aufwärtsbewegen derart, dass die Hül sen mit ihrer Mündung schräg nach unten zeigen und die in ihnen befindliche Absperr flüssigkeit ausgiessen (Fig. 6).
Die Auf wärtsbewegung der Hubplatte 17 wird zum Beispiel durch einen Zug an dem über eine Rolle 19 geleiteten Seil 20 erreicht. Das Neigen der Hubplatte 17 geschieht in ge eigneter Weise, zum Beispiel vermittelst eines mit der Hubplatte 17 starr verbundenen Kipphebels 21, der mit der Rolle 22 bei den Bewegungen der Hubplatte 17 auf einer Kurve 23 gleitet. Zum Anpressen der Rolle 22 an die Kurve 23 genügt im allgemeinen das Eigengewicht der Hubplatte 17. nötigen falls können jedoch Zusatzgewichte vorge sehen oder die Kurven 23 formschlüssig ge staltet werden.
Die Hülsen lehnen sich, während sie in der Hubplatte liegen, zunächst gegen die Rückwand 24 der Absperrvorlage und als dann gegen ein Sieb 25, so dass ein Heraus gleiten verhindert ist.
In der obern Stellung der Hubplatte 17 drückt ein beispielsweise durch einen Hebel 26 bewegter Anstossschlitten 2'7 vermittelst der an ihm angebrachten Dorne 28 die Hül sen aus der Hubplatte 17 in die Leitkörper 7 des Ofens hinein. Zweckmässig sind die Leit körper eine Hülsenlänge tief unbesetzt, so dass das Ausschieben der Hülsen aus der Platte sehr rasch erfolgen kann (Fig.,6). Der Aus stossschlitten 27 geht nach dem Ausschieben sofort zurück, während die Hubplatte 17 ab wärts bewegt wird.
Befindet sich die obere Hubplatte 17o unter der untern Dornreihe 28u, so legen sich die Dorne 2.8 wieder gegen die Hülsen und schieben diese langsam eine Hülsenlänge tief in die Leitkörper 7 hinein, wobei die davor befindlichen (wie bereits er örtert) vorwärtsgeschoben werden und die am Ausgange des Ofens liegenden, in den rückwärtigen Flüssigkeitsabschluss hinein fallen.
Indessen ist die Hubplatte 17 in ihrer Abwärtsbewegung an der Füllstelle ange langt und füllt sich mit den inzwischen vom Magazin oder dergleichen herabgeglittenen Hülsen. Die Sperren 14 sind zuvor durch die Anschlaglinaggen 29 an der Hubplatte 17 ausgelöst.
Beim Ausserbetriebsetzen des Crlühofens müssen die Hülsen naturgemäss aus dem Ofen entfernt werden, um ein Verglühen derselben zu vermeiden.
Zu diesem Zweck ist in der Vorderwand 30 der Umkleidung 16 eine abnehmbare Ver- schlussklappe 31 vorgesehen, nach deren Lösen der Ausstossschlitten-27 zugänglich ist. An letzterem sind die Traversen 32, in denen die Stecher 28 befestigt sind, im Drehzapfen 33 drehbar angebracht, so da.ss sie nach Lösen der Feststellmuttern 34, an deren Stelle auch Schnappbolzen, Fallen usw. treten können, in die Lage nach Fig. 7 sich schwenken lassen.
Wie aus dieser Figur ersichtlich, sind in die ser Stellung der Traverse die unten befind lichen Leitkörper<I>7b</I> freigelegt, die alsdann in einfacher Weise entleert werden, zum Bei spiel durch Ausstossen der Hülsen in den hin- tern Flüssigkeitsabschluss vermittelst Stan gen 35. Durch Verdrehen der Traversen 32 in eine Stellung in der die Stecher 28 nach unten gerichtet sind, können auf gleiche Weise die Leitkörper 7a freigelegt werden.
Um einen einwandfreien Abschluss der Umkleidung 16 gegen die Aussenatmosphäre zu erzielen. und um Stopfbüchsen und der gleichen zu vermeiden, ragen die Hebel 26 für den Ausstossschlitten 27 von unten in die Umkleidung 16 hinein, ihre Bewegungen er halten sie von einer Welle 36, die ihrerseits vermittelst- eines Zugseils 37 über einen Hebel 38 gesteuert wird, der zwischen der Wand 39 der Umkleidung. 16 und der Seiten wand 40 der Absperrvorlage aus der Ab sperrflüssigkeit heraustritt (Fig. 8, 9). Die Lager 41 für die Welle<B>3</B>6 sind beiderseits mit Blindflanschen 42 verschlossen.
Auch die Aufhängung der Hubplatte 17 an den Seilen 20 ist derart gewählt, dass keine Abdichtungen erforderlich werden. Beide Seile 20 sind an einer mit der Hub platte starr verbundenen Traverse 43 be festigt und werden ebenfalls in dem Raum zwischen den Seitenwänden 39/40 empor geführt. Die Traverse 43 ist deshalb derart tief unter der Hubplatte angeordnet, dass sie in deren oberer Stellung noch unterhalb der untern Kanten der Seitenwände der Umklei dung liegt (Fig. 9).
Naturgemäss ist es nicht unbedingt not wendig, dass man die Werkstücke auch durch den Glühraum gleichgerichtet hindurchleitet. Sobald diese die vordere Flüssigkeitsvorlage durchlaufen haben. können sie bei der Be förderung durch den Glühraum, sowie durch den rückwärtigen Flüssigkeitsabschluss regel los durcheinander liegen. Dies ermöglicht die Verwendung von Trommel-, Durchzieh öfen und dergleichen.
Auch beim Blankglühen der Hülsen in Salzbadöfen lässt sich das Verfahren mit Vor teil verwenden.
Es wird dadurch vermieden, dass die hül senförmigen Hohlkörper nach dem Ein tauchen in das verflüssigte Salz noch Luft enthalten, und dass sie beim Herausnehmen aus dem Bade Salz schöpfen und dieses. mit sich führen.
Im ersten Falle gibt die in den Hülsen eingeschlossene Luft Anlass zu Oxydations erscheinungen und beeinträchtigt somit die Blankglühung, während im zweiten Falle ein erheblicher Salzverbrauch die Folge ist, wo zu noch die schwierige Reinigung des ganz oder teilweise mit Salz angefüllten Hülsen innenraumes tritt.
Bezüglich der Beförderungseinrichtung für derartige Blankglühöfen lassen sich alle bereits angeführten"Ausführungsformen ver- wenden, zum Beispiel Förderketten, Bänder, Durchstossvorrichtungen, schwenkbare Trans portorgane usw.
In Fig. 10 ist eine für das Glühen in einem Salzbade 44 durchgebildete Ausfüh rungsform der Durchstossbeförderungsein- riclhtung mit anschliessendem Abschreck- behäIter schematisch dargestellt.
Die Werk stückbahn ist hierbei zweckmässig nur schwach gekrümmt, um einerseits mit gerin gen Salzmengen im Ofen auszukommen und anderseits insbesondere bei Durchstossbeförde- rungen nur eine geringe Schiebekraft auf das Glühgut ausüben zu müssen. Die Leitkörper 7 sind hierbei ebenfalls (soweit sie in der Flüssigkeit liegen) durchbrochen, um letz terer den Eintritt in das Leitkörperinnere zu ermöglichen. Die Beförderung der Werk stücke geschieht in der bereits angegebenen Art.
Vorteilhaft ist es, bei Salzbadglühungen das Einbringen des. Glühgutes 3 in das Bad 44 möglichst schnell zu gestalten, um ein Erhitzen des noch nicht eingebrachten Werk stückteils bis zu seiner Oxydationstempera tur infolge strahlender oder leitender Wärme zu vermeiden.
Dies kann verschiedentlich geschehen.
In Fig. 10 ist in prinzipieller Darstel lung eine Ausfhrungsmöglichkeit angegeben. Die von einem Magazin kommenden Werk stücke 3 legen sich vor Eintritt in das Bad 44 gegen eine Sperre 45 oder dergleichen und werden dann von einem Stecher 46 oder andern geeigneten Mitteln unter Zurück drängen der Sperre 45 in schneller Bewe gung in das Salzbad 44 hineingestossen. Be findet sich das Werkstück 3 völlig in dem Bade 44, so wird die Stossbewegung ver langsamt. Das eingebrachte Werkstück kommt alsdann beim Weitertransport gegen die bereits im Bade 44 befindliche Werk stücke zur Anlage, worauf der Stecher 46 in bekannter Weise die ganze Werkstückkette um eine Werkstücklänge weiterbefördert.
Das am Ausgange des Ofens liegende Werkstück fällt dann in den Abschreckbehälter 47 und wird in bekannter Weise vermittelst eines ge eigneten Fördermittels - zum Beispiel eines Transportbandes - aus diesem herausgenom men.
Den bekannten Salzbadöfen gegenüber wird dadurch der Vorteil erzielt. dass beim Überführen des Glühgutes 3 aus dem Bade 44 in den Abschreckbehälter 47 keine sauer stoffhaltige Luft berührt wird. Es ist des halb nicht notwendig, teure Spezialsalze zu verwenden, die beim Herausbringen des Glühgutes aus dem Bade dieses in einer dün nen Schicht bedecken und es somit gegen ein Wirken des Luftsauerstoffes schützen.
Soll oder kann das Glühgut nicht abge schreckt werden, sondern langsam erkalten, so münden die Leitkörper 7 in entsprechende Abkühlbehälter. Hierbei ist es naturgemäss notwendig, ein Glühsalz zu verwenden, das in geeigneter Weise ein Oxydieren des Glüh gutes an freier Luft verhindert, falls man nicht die Abkühlbehälter nach aussen ab schliesst und mit einem neutralen Gase füllt.
Da die Hülsen dem vordern Flüssigkeits- abschluss bezw. dem Salzbade einzeln und gleichgerichtet zugeführt werden müssen, so ist es zweckmässig, die Beschickungsvorrich tung derartig durchzubilden, dass sie die in gerichteter Lage hintereinander .gereiht aus der Bearbeitungsmaschine kommenden Hohl körper unmittelbar übernimmt und dem oder den die vordere Flüssigkeitsvorlage durch ziehenden Leitkörpern bezw. den darin an geordneten Transportorganen zuführt.
Nimmt dabei die Glühung der Hohlkörper mehr Zeit in Anspruch als die vorangehenden mecha nischen Bearbeitungsvorgänge, was insbeson dere bei schnell laufenden Maschinen mit Einzeloperationen der Fall ist, so dass zwecks geringer Ofenlänge entsprechend viele Hülsen nebeneinander oder übereinander durch den vordern Flüssigkeitsabschluss ge führt werden, so ist vor der vordern Flüssig keitsvorlage noch ein Verteiler vorgesehen, der die vermittelst eines oder mehrerer Zu führstange von der Arbeitsmaschine heran geführten Hohlkörper auf sämtliche in der Flüssigkeitsvorlage angeordnete Leitkörper oder dergleichen gleichmässig verteilt.
In der Fig. 11 bedeutet 48 eine Maschine zum Bearbeiten von Hohlkörpern, zum Bei spiel eine Maschine zum Ziehen von einseitig offenen Hülsen. Von der oder den Ausstossstel len 49 der Maschine führen je nach deren An zahl ein oder mehrere Stränge 50 ab, in denen die Hülsen zu dem Verteiler 51 befördert werden, der sie an die einzelnen Leitkörper 7 des Glühofens weitergibt. In den Zuführ- strängen 50 liegen die Hülsen mit dem ge schlossenen Kopfe nach vorn.
Die Beförde rung der Hülsen von der Ziehmaschine 48 zum Verteiler 51 geschieht zweckmässig nach Art der Stossvorrichtungen, wobei die aus der Ziehmaschine 48 ausgestossenen Hülsen als Stossantrieb dienen.
Da die Hülsen durch das Ziehen stark voneinander abweichende Längen erhalten, sind in den Zuführsträngen 50 Kippstellen 52 vorgesehen, nach deren Durchlaufen die Hülsen infolge ihres Eigengewichtes dem Verteiler 51 zugleiten. Zweckmässig werden die Kippstellen 52 so hoch über dem Ver teiler 49 angeordnet, .dass die Verbindungs stränge 50a eine grössere Anzahl Hülsen als Vorrat aufnehmen können (Fig. 12).
An den Kippstellen 52 sind die Zuführ- stränge nach oben offengehalten, um bei Stockungen in der Werkstückabnahme sei tens der Verteiler 51 und Weiterlaufen der Ziehmaschine den Hülsenüberschuss selbst tätig auszuwerfen. Ebenfalls können an den Verbindungssträngen 50a die Werkstückaus- fallkanäle maschinell oder von Hand betätig ter Zuführungsvorrichtungen 53 angeschlos sen werden, die bei Stillstand der Zieh maschine die Verteiler 51 mit Hülsen ver sehen.
Die Aufstellung der Ziehmaschine richtet sich nach der Bauart der Maschine. In Fig. 11 ist zum Beispiel eine doppeltwirkende Ma schine mit zwei nebeneinander befindlichen Ausstossstellen 49 dargestellt. Die Ausstoss stellen könnten auch an den Stirnseiten der Maschine einander gegenüber liegen. Es kön nen ferner mehrere, voneinander getrennte; einfachwirkende Maschinen verwendet wer den. Um beide genannten Anordnungen an gleichgeartete Verteiler anzuschliessen, sind in den Darstellungen die Zuführstränge 50 bogenförmig in einer Krümmung verlegt worden, in der sich die Hülsen noch schieben lassen (Fig. 11).
Bei mehrfach wirkenden Maschinen. sind zwecks geringer Ofenbreite mehrere horizon tal liegende Leitkörpergruppen 54 im Durch- gangsblankglühofen übereinander angeord net. Zur Vereinfachung der Beschickungs vorrichtung wird deshalb von jeder Hülsen ausstossstelle 49 der Ziehmaschine 48 über einen Verteiler 51 eine Leitkörpergruppe 54 beschickt. Den Zeichnungen ist eine doppelt wirkende Ziehmaschine zu Grunde gelegt; es sind deshalb zwei übereinander liegende Leit- körpergruppen 54o/54u vorgesehen (Fig. 13).
Dem Verteiler 51 kommt die Aufgabe zu, die durch einen der Zuführstränge 50 heran geführten Hülsen vor die Einführungen der einzelnen, zur Gruppe gehörenden Leitkörper zu befördern, worauf, wenn sich vor allen Einführungen Hülsen befinden, letztere in die Leitkörper eingebracht werden.
Dies lässt sich in verschiedener Weise er reichen. In den Fig. 14-16 ist zum Beispiel eine Anordnung angegeben, die sich insbeson dere für sehr schnelle Transportbewegungen eignet; zum Beispiel für den Anschluss an sehr schnellaufende Ziehmaschinen. Das Schema der Beförderungsart geht aus den Fig. 17-l9 hervor. Hiernach werden die Hülsen vermittelst eines eine schwingende Bewegung ausführenden Schiebers 55 eine Schräge 56 hinaufgeschoben und fallen von deren Gipfelpunkt 57 senkrecht nach unten.
Der Schieber 55 hebt sich darauf soweit em por, dass die Schiebeflächen 58 bei der Rück wärtsbewegung des Schiebers über die Hülsen hinwegfallen. Nach dem Absenken des Schie bers 55 kommen die Schiebeflächen 58 in den Raum zwischen zwei benachbarte Hülsen zu liegen. Der Vorgang wiederholt sich so oft, bis die zuerst in den Verteiler eingetretene EIülse an das Ende der Transportbahn ge- langt ist und alle Zwischenstellen gefüllt sind (Fig. 14).
Wie aus den Fig. 14-16 ersichtlich, wer den Schrägen 56 von schrägstehenden, um Zapfen 59 drehbaren Klappen 60 gebildet. Die freibeweglichen Enden 61 der Klappen 60 sind an einer gemeinsamen Stange 62 an gelenkt, die die Klappen während der Beför derung der Hülsen über den Verteiler schräg stellt. Ist der Verteiler gefüllt, so bringt die Zugstange 62 die; Klappen 60 in die senk rechte Lage; die Hülsen fallen nach unten und gleiten entweder infolge Eigengewichtes in die Einführungen 68 der einzelnen Leit- körper, oder sie fallen auf wagrecht liegende.
mit Ausnehmungen versehene Leisten 64 und werden: durch Dorne 65 oder dergleichen me chanisch in die Einführungen 63 hineinge schoben. Bevor durch das ununterbrochene Arbeiten des Schiebers 55 die nächste Hülse zugeführt wird, haben sich die Klappen 60 wieder schräg gestellt.
Die Betätigung des Schiebers 55 erfolgt in bekannter Weise vermittelst Kurven, Ex zenter usw. und die der Zugstange 62 in glei cher Weise oder aber auch durch einen elek trischen Zugmagneten, wobei naturgemäss die Zugstange nur bei gefüllten Verteilern betä tigt wird.
Das Einbringen der Hülsen in den Ver teiler 51 geschieht ebenfalls mechanisch, da bei der hohen Geschwindigkeit der Transport bewegung ein Gleiten infolge Eigengewichtes leicht zu Störungen Anlass gibt.
Die durch die Zuführstränge 50 in die Zuführungen 66 geleiteten Hülsen werden durch einen elastischen Schieber 67 eine zweckmässig schräge Bahn 68 hinabgescho ben. Eine Klemmfeder 69 oder ein gefeder ter Hebel hält die am Ausgange der Bahn 68 zuvorderst gelegene Hülse fest, bis sie infolge des Vers,ehiebens einer neuen Hülse vermit telst des elastischen Schiebers 67 nach Ab heben der Feder 69 in die Zuführstelle 70 des Verteilers 51 gedrückt wird. Aus Gründen einer leichteren Zuführung besitzt die Zu führstelle 70 keine verstellbare Klappe 60. sondern eine feststehende Schräge 56.
In der genannten Weise ist es möglich, selbst bei hohen Transportgeschwindigkeiten eine störungsfreie Verteilung der Hülsen zu erzielen, da ja diese lediglich über niedrige Vorsprünge gerollt werden, wobei sie allsei tig umfasst sind. Die seitliche Begrenzung ge schieht durch Wände 71.
Naturgemäss kann ein derartiger Verteiler an alle beschriebenen Durchgangsöfen, ange ordnet sein, zum Beispiel an Durchstossöfen, Durhziehöfen, an Ofen mit Trommeltrans port und dergleichen.
Alle Bewegungen der Beschickungsvor richtung und des Verteilers müssen naturge mäss im Bewegungstakte mit der Zieh maschine erfolgen. Dies lässt sich durch ein zwangläufige.s Kuppeln der Bewegungsor gane mit der Ziehmaschine erreichen.
Zweckmässig ist es jedoch, die Kupplung lösbar anzuordnen und einen zusätzlichen An trieb vorzunehmen, damit auch bei Stillstand der Ziehmaschine, zum Beispiel infolge Stö rungen oder Auswechseln der Werkzeuge, und einem Zuführen der Werkstücke in an derer Weise, zum Beispiel durch eine Zu führvorrichtung 53 in Fig. 12, der Antrieb der Beschickungsvorrichtung gesichert ist.
Um den Durohgangsglühofen beiderseitig in eine fliessende Fertigung einzureihen, wer den die nach Durchlaufen des Ofens in die rückwärtige Absperrvorlage fallenden Hül sen vermittelst eines geeigneten Fördermit- tels, zum Beispiel eines Transportbandes, aus dieser entnommen und der selbsttätigen Zu führungsvorrichtung einer der Glühung fol genden Arbeitsmaschine übergeben.
Selbstverständlich gibt es noch andere ;Möglichkeiten zur Durchführung des Erfin dungsgedankens; wesentlich ist nur, dass die durch die Flüssigkeiten hindurchlaufen den Fördermittel oder Leitkörper den ihnen gleichgerichtet übergebenen Werkstücken eine solche Lage erteilen, dass letztere beim Eintauchen in die Flüssigkeit sich mit dieser füllen, beim Verlassen diese aber wieder ab geben.