Einrichtung zum Reinigen und Nischen von Fetten, Wachsen und andern Stoffen butterartiger Konsistenz. Vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum Reinigen und Mischen von Fetten, Wachsen und andern Stoffen butterartiger Konsistenz, bei welcher eine Presse verwendet wird, die geeignet ist, die zu behandelnden Stoffe in feine Fäden zu unterteilen, indem sie diese durch eine ge lochte Matrize drückt.
Gemäss der Erfindung weist die Einrichtung ausser der Presse noch ein Organ zur Zuführung einer Flüssigkeit auf, welches bei der Matrize mündet und ge eignet ist, eine unter .Druck ausströmende Flüssigkeit so über die Matrizenoberfläche zu leiten, dass die bei Betätigung der Presse in der Matrize sich bildenden Fäden unmit telbar bei ihrem Austreten in kleinste Teil chen zerrissen und von der Flüssigkeit fort gespült werden.
Eine derartige Einrichtung ist in vorzüg licher Weise geeignet, Fette; Wachse und an dere Stoffe butterähnlicher Konsistenz zu mischen und zu reinigen, und zwar<I>ohne jede</I> <I>Schmelzung</I> der Stoffe, weil infolge der Zer teilung in kleinste Teilchen die in den be handelten Stoffen enthaltenen Verunreini gungen in die Waschflüssigkeit übergehen und hierauf leicht abgetrennt werden können. In dem aus der beschriebenen hinrichtung austretenden Gemisch von Fetteilchen und Waschflüssigkeit sammelt sieh das Fett an der Oberfläche und kann leicht durch Pres sen oder Schleudern oder andere bekannte Verfahren von der Flüssigkeit getrennt wer den.
Haben die behandelten Stoffe unlösliche Verunreinigungen enthalten, so sammeln sich diese beispielsweise am Boden des verwende ten Sammelbehälters und sind leicht zum Bei spiel durch Absetzen. zu entfernen. Haben die behandelten Stoffe nur lösliche Verunreini gungen, zum Beispiel Kochsalz, enthalten, so kann das Gemisch aus Waschflüssigkeit und Fet eilchen direkt in eine Filterzentrifuue geleitet werden, wo die Trennung in bekann ter Weise erfolgt.
Es ist klar, dass die Einrichtung ,gemäss der Erfindung durch die Zerteilung der be liandelten Stoffe in kleinste Teilchen auch eine vollkommene Mischung verschiedener in die Presse eingeführter Stoffe ohne Schmel zung derselben ermöglicht.
In der Zeichnung sind drei Ausführungs beispiele der Einrichtung gemäss der Erfin dung dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel im Vertikalschnitt, Fig. 2 einen Vertikalschnitt nach Linie II-II der Fig. 3 eines andern Ausführungsbeispiels; Fig. <B>3</B> ist ein Horizontalschnitt nach Linie III-III der Fig. 2; in Fig. 4 ist ein drittes Ausführungsbeispiel der Presse in einem Ver tikalschnitt nach Linie IV-IV der Fig. 5 dargestellt;
Fig. 5 ist der Grundriss zur Fig. 4; Fig. 6 zeigt eine Gesamtanordung der Presse und einer Zentrifuge in einem Vertikalschnitt.
Bei dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 1 ist 2 der Zylinder einer Fadenpresse, unter deren Kolben 3 im Raume 1 sieh die zu reinigende Rohbutter, Margarine, oder der gleichen befinden. Durch Bewegung des Kol bens 3 gegen die Matrize 4 wird das Fett durch die Kanäle 14 gepresst und hierdurch in Fäden verwandelt, welche sofort beim Aus tritt aus der Matrize 4 durch einen Wasser strahl abgeschnitten werden. Es ist selbst verständlich, dass man an der Stelle der Kol benpresse- eine -Schneckenpresse oder andere Presseinrichtung benutzen kann. Das Was ser zur Bildung des Abschneide- und Wasch strahls fliesst durch das Rohr 5 und die Düse 7 gegen den Fo:rtsatz 8 der Matrize 4.
Durch diesen wird es stossfrei in der Richtung der Halbmesser der Matrize verteilt und schneidet die daraus austretenden Fettfäden ab. Am Rand 9 der Matrize 4 wird das Fetteilchen- Wassergemisch in der Richtung des Gehäuses 6 stossfrei umgeleitet. und fliesst dann durch den Rohransatz 10 in einen beliebigen Behäl ter. Hier steigt es an die Oberfläche der Waschflüssigkeit und nimmt ein<B>,</B> schmackhaft aussehendes, schwammartiges Gefüge an. Es ist selbstverständlich, dass man die Wasch- strahlen in umgekehrter Richtung, also vom Umfang zum Mittelpunkt der Matrize leiten kann.
In dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 2 und 3 ist 4 die Matrize, 2 ist der Zylinder der Presse und 3 ist .der Presskolben. 5 ist die Leitung, durch welche die Waschflüssig keit hindurchgeführt wird. Diese Leitung 5 ist im Bereiche der Matrize 4 bei 15 derart -erweitert,. dass die - Geschwindigkeit der Waschflssigkeit längs der ganzen Fläche der Matrize ungefähr gleich gross ist, wobei die Strömungsrichtung der Waschflüssigkeit senkrecht zu jener Richtung ist, in welcher die Fettfäden in den Waschraum eintreten.
Bei den Ausführungsbeispielen gemäss den Fig. 4 und 5 ist wieder 4 die Matrize, 3 der Presskolben. Die Waschflüssigkeit strömt durch das Rohr 5 und,die Düse 7, die gegen über dem Mittelpunkt der Matrize 4 in.einer Platte 11 angebracht ist, radial nach aussen, schneidet die aus der Matrize austretenden Fettfäden ab und fliesst sodann entlang des Umfanges des Gehäuses 6 durch das Aus trittsrohr 10. Bei dieser Ausführung ist es besonders leicht möglich, die Grösse der gebil deten Fetteilchen zu verändern, indem man den Abstand der Matrize 4 von der Platte 11 verändert.
Diese Veränderung erfolgt durch Hochziehen des Rohres 5, auf dem sich die Platte 11 befindet. Die Feststellung der Platte in einer bestimmten. Lage erfolgt mit- telst der Mutter 6\.
Die eben beschriebene Bauart entspricht der erstbeschriebenen Bauart, wenn die Platte fehlt.
Die Matrize und die ihr gegenüber be findliche Platte können auch kegelförmig ausgebildet sein, wobei die Düse für die Waschflüssigkeit an der Spitze des von der Platte .gebildeten Kegels so angeordnet ist, dass die Waschflüssigkeit mit an allen Stel len gleicher Geschwindigkeit längs der Kegel erzeugenden über die Matrize strömen kann.
Auch hier kann die Bewegung der Wasch flüssigkeit. senkrecht zu den aus der Ma trize austretenden Fettfäden stattfinden. Im Nachfolgenden wird die Wirkungs weise der in Fig. 6 dargestellten Einrichtung beschrieben: Die zu mengende oder zu reinigende But ter (Fett) wird durch Öffnen oder Abnehmen des Presskopfes _. in den Zylinder gebracht, an dessen unterem Ende sich der Kolben 3 befindet. Dann wird der Presskopf mittelst Schrauben oder eines Verschlusses beliebiger Art geschlossen.
Nun wird die Waschflüssig keit, zum Beispiel Wasser oder mit Reinkul turen gesäuerte Milch usw. mittelst Druck durch das Rohr 5 und die Düse 7 auf die Matrize 4 gepresst, wo sie sich radial verteilt und am Umfang des Gehäuses 6 durch das Austrittsrohr 10 und über die Rinne 20 durch die geöffneten Deckel 23 und 24 in den Zentrifugenrotor 22 fliesst. Hier sickert sie durch die Filter des Rotors und fliesst durch das Ausflussrohr des Stators 26 ab.
Wenn die Waschflüssigkeit durch die Appa ratur fliesst, wird der Kolben mittelst der U- förniig ausgebildeten Kolbenstange 16 und der an ihr befindlichen Zahnstange 17 mit- telst des Zahnrades 18 durch Drehen der Handkurbel 19 ,gehoben. Nun wird die But ter (Fett) durch die Matrize in feine Fäden zerteilt, die sofort nach ihrem Austritt an der obern Matrizenseite vom Strahl der Wasch flüssigkeit abgeschnitten und weggespült werden müssen.
Auf diese Weise gelangt die fein verteilte Butter (Fett) in schwamm artiger Konsistenz, in den sich langsam drehenden Zentrifugenrotor, in welchem sie sich anlagert. Die überschüssige Waschflüs sigkeit sickert durch die Filter 25 und aus dem Austrittsrohr 26, von wo sie nötigenfalls neuerdings der Düse zugeführt werden kann. Ist das gewünschte Mass an Butterfüllung im Rotor erreicht, .so wird die Butterzufuhr durch Stillegung des Kolbens unterbrochen , und der Zutritt der Waschflüssigkeit ge sperrt.
Die, die Presse mit der Zentrifuge ver bindende Rinne 20, kann nun abgenommen oder seitlich verdreht werden, so dass die Zentrifuge freisteht. Die Deckel 23 und 24 werden nun geschlossen und die Geschwin- digkeit des Rotors so weit erhöht, dass noch kein festes Zusammenpressen des Inhalte stattfindet, aber der grössere Teil der Wasch flüssigkeit nach aussen abfliesst, wobei er durch das langsame Durchdringen der schwammigen Masse auf diese reinigend ein wirkt. Dann wird der Rotor auf eine höhere Tourenzahl gebracht. !so dass der Butter (dein Fett) durch die Fliehkraft die anhaftende Waschflüssigkeit entzogen, dieselbe also ge trocknet wird.
Nach Eintritt des gewünsch tem Trockengrades wird der Rotor abgestellt, die Butter kann daraus entnommen und ge gebenenfalls dem ganzen Verfahren nochmals unterworfen und schliesslich eventuell noch ausgepresst werden.