CH149440A - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Hohlkörpern aus Faserstoffbrei. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Hohlkörpern aus Faserstoffbrei.

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CH149440A
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      'herfahren    und     Vorrichtung    zur Herstellung von Hohlkörpern aus     Faserstoifbrei.       Es ist bekannt, Hohlkörper 'aus Faser  stoffbrei herzustellen, indem man die jeweilige  nötige Menge von     Faserstoffbrei    in eine Form  mit durchlässiger Wandung eintreten lässt  und darauf mittelst erhitzter luftförmiger  Druckmittel (Luft, Gas, Dampf) die Formung  und Trocknung bewirkt.  



  Zwar sind nach diesem Verfahren seit  einigen Jahren grosse Mengen kleiner Hohl  körper fabriziert worden, jedoch ist es bisher  noch nicht gelungen, nach diesem Verfahren  grössere, widerstandsfähige Hohlkörper, zum  Beispiel Fässer, wirtschaftlich herzustellen.  Die Gründe hierfür sind folgende  Zur Herstellung fester, gegen Verletzung  widerstandsfähiger Wandungen ist, wie aus  dem verwandten Gebiet des     Papiermachens     bekannt ist, die Verwendung eines verhält  nismässig     "schmierigen"        Faserstoffbreies    er  forderlich. Dieser. hat aber die Eigenschaft,  dass er nur schwer entwässert.

   Es ist daher  ein sehr hoher Druck nötig, wenn die For-         mung    und die Entwässerung der herzustellen  den Hohlkörper in wirtschaftlich befriedigen  der Zeit durchgeführt werden soll.  



  Wollte man für solch hohen Druck     Press-          luft    verwenden, so würde das Verfahren viel  zu teuer. Druckluft nämlich bedarf für ihre  Erzeugung des kostspieligen Umweges über  Kraftmaschinen und Kompressor. Die im  Handel befindlichen kleineren Hohlkörper  wurden aus     "röschem",    das heisst leicht ent  wässerndem     Faserstoffbrei    geformt. Hierfür  hat sich Druckluft als luftförmiges Druck  mittel bewährt.

   Verwendet man aber den  unmittelbar aus der Kohle gewinnbaren, daher  weitaus billigeren Dampf, so macht sich der  Nebenumstand nachteilig bemerkbar,     dalj    der  in die Form eingeführte Dampf kondensiert,  namentlich im ersten Teil der Entwässerungs  periode, und dass das gebildete Kondensat,  welches ja dichter ist als das noch     dampf-          förmige    Mittel, besonders schlecht durch die  Wandungen des herzustellenden Körpers ent  weicht. Es bleibt also lange in der Form und      stört dadurch die erforderliche feste Verfil  zung der Faser.  



  Um diesen Schwierigkeiten wenigstens  teilweise zu entgehen, hat man nun vorge  schlagen, das Innere der durchlässigen Form  mit einem luftförmigen Druckmittel zu be  schicken und auf die Form von aussen ein  Vakuum einwirken zu lassen, insbesondere  um die gleichmässige     Entwässerung    zu unter  stützen und um sich bildendes Kondensat  abzusaugen. Die Anwendung eines Vakuums  aber kompliziert die zur     Ausbeutung    solcher  Verfahren erforderlichen Vorrichtungen derart,  dass ein wirtschaftlicher Formungsbetrieb mit  einem luftförmigen Druckmittel und Vakuum  kaum denkbar erscheint. Ausserdem wird das  Kondensat in einem zu späten Stadium be  seitigt, nämlich nachdem es bereits die Wände  des Formlings durchdrungen und Schaden  während des Formungsvorganges verur  sacht hat.  



  Die Erfindung überwindet die geschilder  ten Schwierigkeiten auf einfache Weise. Zu  nächst wird dem erhitzten     luftförmigen    Druck  mittel Gelegenheit ergeben, durch eine be  sondere, regelbare     Öffnung    teilweise aus dem  Innern der Form zu entweichen, nachdem das  Druckmittel seine Wärme oder den grössten  Teil seiner Wärme abgegeben hat. Somit ist  die Zufuhr neuer Wärme in das Forminnere  nicht davon abhängig, dass bereits das Druck  inittel die Wandungen des in der Herstellung  begriffenen     .Körpers    durchdrungen hat.  



  In der Zeichnung sind beispielsweise zwei       Vorrichtungen    zur Ausführung des Verfahrens  nach der Erfindung schematisch im Schnitt  dargestellt.  



  In     Abb.    1 bedeutet a eine durchlässige,  aufklappbare Form für einen ovalen Hohl  körper b. In diese Form tritt der Faserstoff  brei und das geheizte Druckmittel beispiels  weise durch das Rohr c ein. Während ein  Teil des Druckmittels durch die Wandungen       a    und<I>b</I> entweicht, kann ein anderer Teil  durch die regelbare Öffnung d abströmen,  ohne durch die Wände des Hohlkörpers hin  durchdringen zu müssen. Hierdurch kann die  je Zeiteinheit durch c einströmende Wärme-    menge beliebig gesteigert und der Herstel  lungsvorgang entsprechend beschleunigt und  damit verbilligt werden.  



  In     Abb.    2 ist ebenfalls durch     a    die Form,  durch b der zu erzeugende Hohlkörper dar  gestellt, während bei     c    der Eintritt des     Faser-          stoffbreies    und des geheizten Druckmittels  stattfindet. Der unmittelbare Austritt eines  Teils dieses Druckmittels erfolgt durch den  Austrittskanal d, welcher im vorliegenden  Fall unten trichterförmig ausgebildet ist und  so nahe am Boden beginnt, dass es vornehm  lich denjenigen Teil des Druckmittels erfasst,  welcher schon die Wandungen des zu for  menden Körpers berührt und dort den gröss  ten Teil seiner Wärme abgegeben hat.

   Um  diesen Vorgang noch     zwangläufiger    zu ge  stalten, ist der Austrittskanal d bei diesem  Beispiel durch einen Körper c hindurchgeführt,  der den Rauminhalt der Form verringert.  



  Eine besondere Bedeutung der beschrie  benen Vorrichtungen ist, dass sie die Her  stellung von Hohlkörpern mit Dampf als  ausschliesslichem Druckmittel ermöglichen,  denn mit Hilfe der regelbaren Öffnung d ist  es auf die einfachste Weise möglich, das  entstehende Kondensat aus der Form zu ent  fernen. Zu diesem Zwecke braucht die Öff  nung d nur an derjenigen Stelle der Form  zu münden, wo das Kondensat anfällt, im  Falle der     Abb.    1 oder 2 also unmittelbar am  Boden der Form a.  



  Derjenige Teil des geheizten Druckmittels;  der durch die Öffnung     d    aus der Form ent  weicht, enthält noch eine gewisse Wärme  menge. Diese kann wiedergewonnen werden,  indem sie zur     Anwärmung    des     Stoffbreies          benuzt    wird. Man kann also das Rohr d  zweckmässig in den Behälter führen, der den  zur Form gelangenden     Stoffbrei    enthält.  



  Nach der Erfindung ist die Zuführung  zusätzlicher Mengen des Druckmittels, zum  Beispiel Dampf, nicht mehr abhängig von  der Durchlässigkeit der Wandung des     Form-          lings.    Man kann somit widerstandsfähige  Körper aus     "schmierigen"    Faserstoffen er  zeugen, deren     Mahlungsgrad    nach     Schopper-          Riegler    die Zahl 45 übersteigt. Man ist in      der Lage, durch das neue Verfahren die Luft  durchlässigkeit des Formlings sehr erheblich  herabzusetzen. . Ferner ist es möglich, dem  Stoffbrei zum vornherein Zusätze, zum Bei  spiel kolloidale Stoffe, beizufügen, die den  Formlingen die Eigenschaft besonderer Dich  tigkeit, insbesondere von Luftdichtigkeit ver  leihen.  



  Als widerstandsfähige Körper, wie sie im  vorstehenden beschrieben wurden, kommen  vor allem Grossemballagen in Betracht, zum  Beispiel in Form von Fässern, Kisten, Ka  nistern. Solche Grossemballage kann auch  noch später in bekannter Weise imprägniert  werden, eventuell unter gleichzeitiger oder  nachfolgender mechanischer Pressung. Durch  ihre     Nahtlosigkeit    sind derartige Gross  emballagen besonders geeignet für den Ver  sand von Nahrungsmitteln und Genussmitteln,  Chemikalien, Salzen,     etc.,    aber auch für den  Versand von Waren erheblichen, spezifischen  Gewichtes, wie für Metalle, Steine Erden  und Erzeugnisse aus solchen Stoffen erheb  lichen Gewichtes.

   Ferner lassen sich nach  der Erfindung auch Rohre, Isolierkörper, Teile  von Maschinen und Apparaten der verschie  densten Arten erzeugen, wie industrielle Form  stücke überhaupt. Hierbei ist noch der be  sondere Vorzug, dass die Formung lediglich  mit Matrize und ohne     Patrize    erfolgt, so dass  es nicht     erforderlich    ist, einen Formkern  aus der Form zu entfernen. Mithin kann das  Mass der Öffnung des Formlings sehr viel  kleiner sein als andere Stellen des Formlings,  es liegt also eine weitgehende Unbeschränkt  heit in der Formgebung vor.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRüCHE I. Verfahren zur Herstellung von Hohlkör pern aus Faserstoffbrei in Formen mit durchlässiger Wandung und unter Zu hilfenahme eines erhitzten luftförmigen Druckmittels, dadurch gekennzeichnet, dass von dem in die Form eingeführten luftförmigen Druckmittel ein Teil durch die Wandung des zu formenden Körpers gedrückt, ein anderer Teil mittelst einer regelbaren Öffnung aus der Form entfernt wird.
    Il. Vorricbtung zur Ausführung des Verfah rens nach Patentanspruch I. mit einer Form mit durchlässiger Wandung und Mitteln zur Zuführung eines erhitzten luftförmigen Druckmittels in die Form, dadurch gekennzeichnet, dass eine Öffnung zur Entfernung eines Teils des luftför- migen .Druckmittels oder seines Konden- sates vorgesehen ist, wobei diese Öffnung durch einen Körper führt, der den Raum inhalt der Form verringert und das Druck mittel der Wand des Körpers entlang führt. UNTERANSPRüCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass bei Anwendung von Dampf als Druckmittel dieser teilweise in kondensiertem Zustande durch die re gelbare Öffnung aus der Form entfernt wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärme des durch die regelbare Öffnung entweichenden Druckmittels oder seines Kondensates zur Erwärmung des Stoffbreies verwendet wird. 3. Verfahren nach .Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Faserstoffbrei verwendet wird, dessen Mahlungsgrad mindestens 45 nach Schopper-Reigler beträgt. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 1-3, dadurch gekenn zeichnet, dass dem Faserstoffbrei Zusätze beigemengt werden, die den Wänden des geformten Körpers erhöhte Dichtigkeit geben.
CH149440D 1929-07-06 1930-06-20 Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Hohlkörpern aus Faserstoffbrei. CH149440A (de)

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