Schwingungsdämpfer für die Leiter von Freileitungen. Die bei Freileitungen auftretenden, mecha- r.isc'hen Schwingungen der Leiter kann man dadurch vermindern, dass man mit den Lei tern schwingungsfähige -Gebilde verbindet, die durch die Leiterscliwingungen ebenfalls zu Schwingungen erregt werden und dämpfend auf die Leiterschwingungen zurückwirken. Die bekannten Dämpfer bestehen aus einem kurzen Stüek eines Leitungsseils, das den Leitern der zu schützenden Leitung gleich oder ähnlich ist.
Das Seilstück. ist in.seiner Mitte am Leiter so befestigt, dass die beiden Enden frei, schwingen können. Die Enden sind mit Gewichten versehen.
Diese Vorrichtungen haben eine nur ver hältnismässig geringe Dämpfung, die Ledige lieh dadurch erzeugt wird, dass die Einzel adern des Seilstückes beim Schwingen an einander reiben. Die Dämpfung ist ferner nicht veränderbar und ausserdem häufig bei den verschiedenen Vorrichtungen trotz glei cher Längen des verwendet-en Seilstückes ver- schieden. Diese Dämpfungsvorrichtungen be sitzen ausserdem eine bestimmte Eigenschwin gungszahl. Infolgedessen sind diese Vor- rielitungen nur für einen engen Frequenz bereich geeignet und wenig anpassungsfähig.
Die vorstehende Erfindung hat einen Schwingungsdämpfer zum Gegenstand, der die genannten Mängel nicht aufweist.
Nach der Erfindung sind die Vorrichtun gen zum Dämpfen der mechanischen Schwin gungen der Leiter von Freileitungen so ein gerichtet, dass die Schwingungseigoenschaften des Dämpfungskörpers geändert werden kön nen, Dies kann dadurch bewirkt werden, dass die Dämpfung des Schwingungssystems, die schwingende Masse oder die Richtkraft einer im schwingungsfähigen System vorgesehenen Feder veränderbar ist. Dadurch wird er reicht, dass man den Dämpfer für v-erschie- .dene Frequenzbereiche einstellen und die<B>je-</B> weils günstigste Dämpfung erzielen kann.
Die Erfindung kann beispielsweise da.- durch 'verwirklicht werden, dass man den Dämpfer mit einer BreinseinrieUtung ver sieht oder als solche ausbildet und den Bremsdruck, zum Beispiel durch eine Stell schraube oder de-rgleielien, regelbar macht. Man kann die Vorrichtung auch so ausbilden, dass sie mit einem seliwingbar gelagerten Kolben versehen ist, der bei seinen Bewegun gen den Widerstand der in den Kolben zylinder eingeschlossenen Luft zu überwin den hat.
Bei diesen Vorrichtungen kann man die Luft durch ein oder mehrere einstellbare Ventile führen und mit Hilfe dieser Ventile die Dämpfung,der Vorrichtung beeinflussen. Eine Änderung der Seliwingungseigens"c'ha.f- ten kann aber ausserdem auch dadurch erzielt werden, dass die schwingende Masse der Dämpfungsvorrielitung durch Anbringen ein-er zusätzlichen Masse geändert wirid oder dass durch Änderung der Federlänge die Rielitkraft der in den;
Schwingungsgäbilde vorgesehenen Feder geändert wird.
Auf der Zeichnung sind einige Ausfüll- rungsformen des Erfindungsgegenstandes dargestellt.
Fig. <B>1</B> zeigt eine Dämpfungsvorrichtung an einem Leiter, wonach mit dem Leiter der Freileitung ein Blattfederbündel verbunden ist, an welchem zwei schwingende Massen an geordnet sind.
Die Dämpfungswirkung kann durch Erhöhung des Reibungswiderstandes zwischen den Blattfedern des Bündels geän dert werden; Fig. 2 zeigt eine andere Ausführungs form, bei der mit dem Leitungsseil ein Kol ben verbunden ist, der in einem ihn um gebenden Zylinder-Sc'hwingungen ausfüliren kann, wobei die Dämpfung durch Änderung des Luftwiderstandes, welchen die von dem Kolben angesaugte Luft beim Ein- oder Aus strömen in dem Zylinder findet, geändert werden kann;
in Fig. <B>3</B> isteine ähnliche Ausführungsform dargestellt, bei welcher in einem an der Lei tung befestigten leichten Zylinder federnd ein Kolben gelagert ist, durch welchen eine Luft--menge in Bewegung gesetzt wird. Der Strömungswiderstand der Luft, welche durch eine Umgehungsleitung aus dem obern inden untern Teil des Zylinders strömen kann, ist bei dieser Anordnung reggelbar.
Der Schwingungsdämpfer nach Fig. 4 ist dem in Fig. 2. dargestellten ähnlich. Die Eigensoliwingungszalil dieser VorrieJitung kann durch Anbringung zusätzlicher Massen an dem Seliwingungskolben geändert werden; Fio,. <B>5</B> zeio-t eine der in Fig. <B>1</B> dargestell- len Ausführungsform ähnliche Anordnung.
Jedoch sind an der mit dem Leitungsseil ver bundenen Blattfeder die Massen nicht starr befestigt. Sie können vielmehr zwecks Ande- rung der Schwingungszahl des Dämpfers auf der Blattfeder verschoben werden, so dass die wirksame Länge der Feder geändert wird.
Der in Fig. <B>1</B> dargestellte Dämpfer be steht aus einem Bündel Blattfedern<B>1,</B> das an beiden Enden mit<B>je</B> einem Gewicht 2 und<B>3</B> versehen und in seiner Mitte durch eine Klemme 4 am Leiter<B>5</B> der Leitung aufge hängt ist. Treten Seilschwingungen im Lei ter<B>5</B> auf, so werden die. Massen 2 und '3 zu freien Schwingungen erregt. Dabei reiben ,die einzelnen Lagen des Blattfederbündels aneinander und erzeugen eine Reibuno-, die einen Teil der Sc'hwin",un-,senergie in Wärme <B>.</B> tD #n umsetzt und dadurch wirkungslos macht.
Die Einzelblätter des Federbündels sind von<B>je</B> einem Klemmbügel<B>6</B> und<B>7</B> umgeben. Die Bügel sind mit<B>je</B> einer Stellschraube,<B>8</B> und<B>9</B> versehen, die es ermöglichen, die Federblätter mehr oder weniger stark aneinander zu pres sen. Zweckmässigerweise werden die Bügel <B>6</B> und<B>7</B> mit dem obersten Blatt des Feder bündels fest verbunden, so dass sie nicht ab rutschen können. Die übrigen Blätter müssen jedoch im Bügel verschiebbar geführt sein, weil sonst die Federun", zwischen dem Bügel und der Einspannstelle des Bügels wirkungs los wäre.
Das gleiche Ergebnis lässt sich erzielen, wenn man den Dämpfer mit einer besonderen Bremse, zum Beispiel einem Reibstück, ver sieht, das über eine Gleitbalin schleift und dadurch Reibung erzeugt. Den Anpassungs- druck des Bremsstückes in der Gleitbalin kann man zum Beispiel durch, eine Stell schraube einstellbar machen.
Fig. 2 zeigt eine Anordnung, bei welcher ,der Widerstand einer von einem Behälter eingesolilossenen Luftmenge zum Dämpfen und zum Einstellen der Dämpfung_ ausge nutzt -wird. Die Vorrichtung enthält einen zylinderförmigen Behälter<B>10,</B> der gleichzei tig als schwingende Masse ausgebildet ist. Im Behälter befindet sich ein Kolben<B>11,</B> der durcli zwei Federn 12 gegen den Behälter<B>ab-</B> gestützt ist. Der Kolben<B>11</B> ist durch eine Stange<B>13</B> mit der Klemme 4 verbunden.
Die zu beiden Kolbenseiten liegenden Raumab schnitte des Gehäuses<B>10</B> sind durch Offnun- gen 14 und<B>15</B> mit der Aussenluft verbunden. In den Auslass <B>15</B> ist ein einstellbares Ventil <B>1, 6</B> eingeschaltet.
Gerät der Leiter<B>5</B> in Schwingungen, so wird auch die träge Masse des G#eliäuses <B>10</B> zu freien Schwingungen erregt und dadurch die Luft durch die Auslassöffnungen 14 und <B>15</B> angesogen und ausgestossen. Die Luft hat dabei einen Reibungswiderstand zu überwin den, der durch das Ventil<B>16</B> eingestellt wer den kann.
Der Dämpfer ist mit nur einem Ventil ausführbar. Es lassen sieh aber auch mell- rere Ventile, zum Beispiel auch ein Ventil an dem Auslass 14 des dargestellten. Dämp fers anbringen. Zweckmässigerweise wird eine der Auslassöffnungen am Boden des Ge häuses<B>10</B> angeordnet, so dass sie gleichzeitig als Auslass für etwa entstehendes Kondens- Wasser dienen muss.
Bei dem durch Abb. <B>3</B> wiedergegebenen Dämpfer ist nicht der Kolben<B>11,</B> sondern der Luftbehälter<B>10</B> mittelst der Klemme 4 am Leiter<B>5</B> befestigt. Der Kolben<B>11</B> ist unter Vermittlung mindestens einer Feder 12 <B><I>g</I></B> egenüber dem Gehäuse<B>10</B> beweglich. Er kann auf einer besonderen Stange oder der gleichen geführt sein. Das Gehäuse ist bei dieser Anordnung möglichst leicht, während der Kolben<B>11</B> ein gewisses Gewicht haben muss, da er in diesem Falle die schwingende Masse des schwingungsfälligen Gebildes dar stellt.
Die zu beiden Seiten des Kolbens<B>11</B> lie genden Abschnitte des Behälterinnern sind durch eine Umlaufleitung<B>17</B> miteinander verbunden. In die Leitung ist ein Ventil<B>16</B> eingeschaltet. Auch bei dieser Anordnung kann die Dämpfung des schwingungsfähigen Gebildes durch das Ventil<B>16</B> geändert wer den. Die Vorrichtung hat den Vorteil, dass die Bildung von Kondenswasser im Innern des OfenbeUälters weitgehend ausgeschlossen ist.
Bei den Ausführungsbeispielen der Fig. 2 und<B>3</B> ist der Kolben<B>11</B> im Behälter<B>10</B> dielitschliessend geführt.
Der Erfindungsgedanke lässt sieh bei spielsweise auch dadurch praktisch verwirk- liollen, dass man den im -Luftbehälter schwin genden Kolben mit Durchtrittsöffnungen für die Luft versieht und die Abmessungen der Öffnungen einstellbar macht. Das kannetwa in der Weise geschehen, dass der Kolben mit einer Scheibe versehen ist, die die uleichen Bohrungen hat wie der Kolben.
Durch das Drellen der Scheibe gegenüber dem Kolben können dann die Durchtrittsöffnungen des Kolbens mehr oder weniger verschlossen und dadurch die Dämpfung geändert werden. Die Einrichtung wird zweckmässigerweise so ge troffen, dass die Verstellung zum Beispiel durch Drehen der Kolbenstänge oder einer da,rin gelagerten weiteren Stange, vorgenom men werden kann.
In Fig. 4 ist eine andere Konstruktion dargestellt, bei der die Masse des schwin gungsfähigen Gebildes verändert werden kann. Dies ist dadurch möglich, dass der Dämpfer mit einer Vorrichtung zum Be- festio-en zusätzlicher Gewichte versehen ist, welche die schwingbare Masse vergrössern. In Fig. 4 ist mit<B>17</B> der Leiter der Freileitung und mit<B>18</B> eine Klemme bezeichnet, mit deren Hilfe ein Stab<B>19</B> am Leiter befestigt ist. Der Stab trägt an seinem untern Ende .einen Kolben 21 und über die Schrauben feder 22 ein Gehäuse 20.
Das Gehäuse 20 kann sich unter dem Einfluss der Feder ge- genüber dem Kolben 21 bewegen, wobei zwi- sollen Kolben und Gelläusewand Spiel ist. Treten Seilsellwingungen auf, so wird das Gehäuse, das die schwingungsfällige Masse des Gebildes darstellt, ebenfalls zu Seliwin- gungen erregt. Dabei tritt das im Behälter befindliche gasförmige oder flüssige Medium von,der einen auf die andere Kolbenseite und erzeugt dadurch eine Reibung, welche die Schwingungen dämpft.
Die gedämpften Schwingungen der Vorrichtung üben eine dämpfende Rückwirkung auf den Leiter<B>17</B> aus.
Der Boden des Gehäuses 20 ist mit zwei Schrauben<B>23</B> versehen, worauf zusätzliche GewieUtplatten 24 aufgeschoben und be festigt werden können. Dadurch wird die schwingende Masse des Dämpfers vergrössert und der Frequenzbereioh, in welchem eine dämpfende Wirkung ausgeübt wird, verscho ben. Die Masse des Behälters 20 wird zweck- mässigerweise so gewählt, dass die Vorric'h- tung ohne zusätzliche Gewichte 24 zum Dämpfen der zu erwartenden Schwingungen kleinster Wellenlänge geeignet ist.
Darunter sind jedoch nur diejenigen, Schwingungen kleinster Frequenz zu verstehen, die eine schädliche Wirkung auf die Leitung, insbe sondere deren Befestigungsstellen ausüben können-. Auf Schwingungen noch kleinerer Frequenz braucht naturgemäss keine Rück- sieht genommen zu werden.
Die Zusatzgewichte 24 werden dann ver wendet, wenn der Dämpfer für Schwingun gen grösserer Wellenlänge verwendet werden soll. Die Gewichte ermöglichen es, dann den Dämpfer sämtlichen praktisch in Frage kom menden Schwingungen einer Leitung anzu passen.
Fig. <B>5</B> zeigteine Anordnung, bei welcher die Massen konstant bleiben, aber eine Ände rung der Federung möglich ist.
<B>.</B> An der Klemme<B>18</B> ist ein Bündel Blatt federn 24 angebracht. Auf den freien Enden der längsten Feder sind zwei Gewichte 25 verschiebbar, die durel-i Schrauben<B>26</B> in einer beliebigen Lage festgestellt werden können. Durch das Verschieben der Ge- wielite wird die Elastizität des Gebildes ge ändert, da die wirksame Länge der Blatt federn verkleinert wird.