Elektrodentrageinrichtung für Lichtbogenöfen. Vorliegende Erfindung betrifft eine Elek- trodentrageinrichtung für Lichtbogenöfen, die das Senken der Elektrode, zum Beispiel durch einen Elektrodenhalter, ohne Gefahr eines Herabrutschens der Elektrode in den Ofen erlaubt, kann doch insbesondere bei den schweren Elektroden der modernen grossen Ofeneinheiten das Herabrutschen einer Elek trode Zerstörungen hervorrufen und die Ofenmannschaft gefährden.
Dies wird nun bei der Elektrodentragein- richtung gemäss der Erfindung vermieden durch mindestens ein an der Elektrode he festigtes metallisches Tragband nebst Mitteln zum regelbaren Nachlassen des Tragbandes zwecks Senkens der Elektrode.
Das Tragband, welches zweckmässig aus Stahl oder Eisen besteht, kann unmittelbar an der Elektrodenkohle selbst oder am Elek- trodenmantel, und das andere Ende desselben irgendwo ausserhalb der Elektrode befestigt sein. Das Nachlassen des Tragbandes erlaubt eine entsprechende Senkbewegung der Elek trode, deren Abwärtsbewegung indessen auf gehalten wird, sobald sich das Tragband un ter dem Einfluss des Gewichtes der Elektrode wieder gestreckt hat.
Die Erfindung kann bei allen Arten von Elektroden und Elektrodenhaltern benutzt werden, aber ihr wichtigstes Anwendungs gebiet ist bei sehr schweren Elektroden, und zwar besonders bei solchen, die in dem Ofen gebacken werden, in welchem sie angewandt werden. Solche Elektroden können einen Durchmesser von 1 m und mehr haben, und ihr Gewicht wird deshalb recht bedeutend sein.
In der Zeichnung sind Ausführungsbei spiele der Erfindung für selbstbackende Elektroden mit gewöhnlichem Eisenmantel veranschaulicht, und zwar zeigt: Fig. 1 einen Aufriss einer Elektrodentrag- einrichtung; Fig. 2 ist ein wagrechter Schnitt durch dieselbe nach der Linie a-b in Fig. 1; Fig. 3 zeigt ein zweites Ausführungsbei spiel mit einer Elektrode, bei welcher das benutzte Tragband einen Teil des Elektro- denmantels bildet.
Das erste Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 zeigt eine Elektrodentrageinrichtung für Elektroden von jener Art, die in dem Ofen gebacken werden, in welchem sie ver wendet werden. Die Elektrodenkohle 1 von rundem Querschnitt ist im Mantel 2 aufge hängt, der am untern Ende den Elektroden halter trägt und am obern Ende zwei auf- wärtstragende Säulen .3: aus U-Eisen auf weist. Auf diesen Säulen sind die Seilräder 4 für die Aufhängungsseile befestigt, an welchen die Elektrode aufgehängt ist.
Jede Säule trägt zwei übereinanderliegende Quer arme 5 und 6. Der Querarm 5 trägt eine Trommel 7, auf welcher ein Tragband aus Eisen oder Stahl aufgewickelt, dessen Quer schnitt entsprechend dem Elektrodengewicht bemessen ist. Das Tragband läuft von der Trommel 7 zwischen zwei am Querarm 6 an gebrachten Bremsklötzen 8 hindurch und dann über die Leitklötze 9 und 10 nach der Elektrodenkohle selbst- oder nach dem Elek- trodenmantel 2, wo sein Ende angeschweisst ist. Über dem Leitklotz 9 ist eine Hebelvor richtung 11 angeordnet, die das Nachziehen einer gewissen Bandlänge mittelst zweier Hebel erlaubt.
Wenn d-er längere Hebelarm vertikal gestellt wird, so wird der kürzere Hebelarm das Band nach aussen drücken, wie in Fig. 1 rechts strichpunktiert dargestellt.
Die Wirkungsweise der dargestellten Ein richtung ist wie folgt: Wenn die Elektrode im Halter gesenkt werden soll, .so wird der längere Hebel der Vorrichtung 11 nach unten in Vertikalstel lung gebracht, und gleichzeitig wird der Bremsklotz 8 um soviel gelöst, dass ein Her ausziehen einer gewissen Länge des Trag bandes von der Trommel 7 ermöglicht wird. Die Klötze werden dann wieder angezogen und der Hebel wieder in Horizontalstellung zurückgebracht. Ein Teil des Tragbandes ist jetzt schlaff und wenn der Elektroden halter durch Lösen seiner Klemmorgane ge öffnet wird und die Elektrodenkohle freigibt, so wird dieselbe durch den Halter langsam herabgleiten, bis das Tragband gestrafft ist und eine weitere Bewegung verhindert wird.
Diese Operation kann so oft wie erforderlich wiederholt werden, und die jedesmal heraus gezogene Bandlänge kann nach Wunsch variiert werden mittelst der Hebel der Vor richtung 11.
Die Reibung zwischen dem Tragband und den Klötzen 9 und 10 wird so reguliert, dass das Herausziehen einer Länge des Ban des durch den Klotz 8 kein Heben der Elek trode bewirken wird. Die Benutzung der Vor richtung 11 wird deshalb nur bewirken, dass eine weitere Länge des Bandes durch den Klotz 8 hervorgezogen wird, ohne in anderer Weise das Band zu verschieben.
Wenn erwünscht, kann die Einrichtung in einer andern Weise benutzt werden, wenn die Klemmbacken des Elektrodenhalters so eingestellt werden, dass die Elektrodenkohle in dem Masse langsam herabgleitet, wie das Backen nach oben fortschreitet. Das Band dient dann als eine Sicherheitsanordnung und wird immer die Elektrödenkohle anhalten, wenn das Band ausgestreckt ist.
Das Band wird von Zeit zu Zeit am Elek- trodenmantel festgeschweisst in gleichem Masse, wie die Elektrode gesenkt wird, und begleitet die Elektrode durch den Halter hin durch. Es ist natürlich nicht notwendig, das Tragband auf seiner ganzen Länge festzu- schweissen, es genügt, wenn es nur an mehre ren Punkten befestigt wird.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 ist 12 eine Elektrode, die in dem Ofen ge backen wird, in welchem sie verwendet wird, jedoch mit länglichem Querschnitt.<B>13</B> sind die Seitenflanken des Elektrodenmantels, die von den Tragbändern gebildet werden. Diese Bänder sind an halbzylindrischen Mantel stücken' 14 an den Stellen 15, 16, 17 und 18 festgeschweisst.
Die eventuellen Rippen oder andere Vorsprünge des Mantels werden an der Innenseite der Bänder und der Mantel stücke 14 durch Schweissen oder in anderer Weise befestigt und können zum Beispiel U- förmig sein, um mit dem. Mantel einen guten Kontakt zu geben. Die Rippen können an einigen Stellen Querverbindungen haben, wie es bereits für solche Elektroden bekannt ist.
Die Tragbänder 1<B>3</B> sind auf den Trom meln 19 aufgewickelt, die mit Mitteln zum regelbaren Nachlassen der Tragbänder ver sehen sind. Die Trommeln können auch zum Heben und Senken der Elektrode .dienen.
Die Mantelstücke 14 sind stark genug, um dem Druck der Elektrodenmasse zu wider stehen ohne Anwendung eines äussern Elek- trodenhalters oder Kontaktes um .diesen Teil der Elektrode. Eine einfache Konstruktion des Elektrodenhalters oder der Kontaktan ordnung für solche Elektroden ist in Fig. 3 gezeigt. Die Kontaktplatten 20 sind an jeder Seite .der Elektrode angebracht und mittelst der Bolzen 21 miteinander verbunden. Der Druck auf die Elektrode kann durch An ziehen der Bolzen reguliert werden, die mit Federn versehen sein können, um mit der Elektrode einen guten elektrischen Kontakt zu ergeben.
Der Federdruck kann zweck mässig so eingestellt werden, dass er nicht ausreicht, um das ganze Elektrodengewicht zu tragen. Die Elektrode wird dann zwi schen den Kontaktplatten hindurchgleiten, wenn ein weiteres ,Stück Band von den Trom meln 19 abgerollt wird.
Die Tragbänder können, wie es aus dem oben angeführten hervorgeht, entweder allein als Aufhängungsorgane für die Elektrode dienen, und in diesem Falle wird ein Heben oder Senken der Tragbänder ein Heben oder Senken der Elektrode bewirken, oder sie kön nen in Verbindung mit den gewöhnlichen Elektrodenhaltern als Sicherheitsbänder ver wendet werden.
Solche Halter sind gewöhnlich aus mehre ren für sieh einstellbaren Klemmbacken zu sammengesetzt, die gegen .die Elektrode ge drückt werden. Wenn die Elektrode im Hal ter gesenkt werden soll, werden eine oder mehrere dieser Klemmbacken gelöst, bis die Elektrode von selbst langsam herabsinkt. Hierbei kann die Elektrode natürlich nur so weit sinken, als die Tragbänder erlauben. In Fig. 3 und 4 ist eine Aufhängung des Elektrodenhalters in zwei hydraulischen Zy lindern 22 gezeigt.
Die Anzahl der Tragbänder und die Form der Elektrode kann natürlich jedem einzelnen Fall angepasst werden, und die Tragbänder können, den ganzen oder nur einen Teil des Elektrodenmantels bilden, indem man die Anzahl und Form der Bänder so wählt, dass sie nach dem Zusammenschweissen einen Mantel von gewünschter Form bilden.