CH149723A - Sterilisier-Verfahren. - Google Patents
Sterilisier-Verfahren.Info
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- Treatment Of Water By Oxidation Or Reduction (AREA)
Description
Sterilisier-Verfahren. Bekannt ist seit langem die Sterilisierung von Flüssigkeiten mit Hilfe von sterilisierend wirkenden Gasen, insbesondere mit Chlor und mit Ozon. Bei Anwendung der rich tigen Mengen und Einhaltung bestimmter Vorbedingungen sind 'die Erfolge befrie digend, besonders hinsichtlich der Kürze der erforderlichen Sterilisierzeiten. Jedoch haben die Verfahren bestimmte Mängel an sich: Die Gase müssen der Flüssigkeit in genau dosier ten Mengen zugeführt werden, zu deren Er mittlung häufige Analysen nötig sind.
Man muss, um einen befriedigenden Erfolg zu er zielen, einen kleinen Überschoss über die von der Analyse geforderte Menge anwenden. Chlor wird bis zu 0,3 grlm3, Ozon bis zu 5 gr/m' angewendet. Ein zu grosser Überschoss an Chlor muss streng vermieden werden, da das Wasser sonst einen deutlichen Chlor geschmack annimmt und ungeniessbar wird.
Ein Zuviel an Ozon ist in dieser Hinsicht weniger bedenklich, verteuert aber die Steri lisierung; da die Ozon-Sterilisierung ohne- dies so teuer ist, dass sie kaum gegen das Chlorverfahren ankommt, so muss ein un nötiger Verbrauch an Ozon schon aus ökono mischen Gründen vermieden werden. Ein neues Verfahren der Chlorierung geht mit dem Chlorzusatz bis zu 5 gr/m3, holt aller dings diesen gewaltigen Chlorüberschuss durch Aktivkohle wieder heraus. Hier hat man erstens eine Chlorverschwendung, und zweitens die Gefahr, da.ss beim Versagen der Aktivkohle bedenklich grosse Chlormengen ins Reinwasser gelangen.
Anderseits ist die oligody namische Ste rilisierung von Flüssigkeiten mit Hilfe von schwer- bis unlöslichen Metallen und Metall salzen bekannt. Dieses Verfahren hat den grossen Vorzug, dass der Flüssigkeit gar keine oder doch kaum messbare Mengen von frem den Stoffen zugeführt werden und da.ss keine maschinelle oder menschliche Bedienungs arbeit nötig ist, da jede Dosierungsvorrich tung fortfällt.
Ein gewisser Nachteil dieses Verfahrens ist aber die Notwendigkeit, die zu sterilisierende Flüssigkeit längere Zeit mit den wirksamen Flächen in Berührung zu lassen oder ihr doch wenigstens, nachdem sie an den Flächen vorbeigeflossen ist, eine ge wisse Nachsterilisierzeit zu gönnen, bevor sie zum Gebrauch abgegeben wird; denn die oligodynamische Sterilisierwirkung ist keine momentane.
Es wurde nun gefunden, dass sich beide Verfahren zu einem neuen, brauchbaren Ste- rilisierverfahren kombinieren lassen, dass die Mängel der Einzelverfahren nicht aufweist. Das Verfahren gemäss der Erfindung zum Sterilisieren von Flüssigkeiten ist dadurch gekennzeichnet, dass man mindestens einen Teil der zu sterilisierenden Flüssigkeit so wohl mit einem sterilisierend wirkenden Gas, als auch mit einer oligodynamischen Sub stanz in Berührung bringt.
Man kann zum Beispiel einer Flüssigkeit, deren Chlorbedarf man analytisch zu 0,2. gr;'m' ermittelt hat, nur einen Bruchteil dieser Chlormenge ein verleiben, zum Beispiel nur 0,04 gr, wenn man sie ausserdem über oligodynamisch wirk same Flächen, zum Beispiel Silber- oder hupferfüllkörper leitet und für eine ge nügende Kontakt- bezw. Nachsterilisierzeit sorgt.
Man vermeidet auf diese Weise mit Sicherheit die Gefahr eines Chlorüber schusses, da man ja viel weniger Chlor zu gesetzt hat, als von der Gesamtheit der oxydablen Substanz verbraucht werden kann, man hat aber das Minus an Sterilisierkraft ersetzt durch oligodynamische Behandlung. Anderseits braucht man bei diesem Verfah ren nicht so grosse Kontakt- bezw. Nach- sterilisierzeiten aufzuwenden, als wenn die Flüssigkeit nur mit Hilfe der Oligodynamie, also ohne Zuhilfenahme von Chlor oder Ozon sterilisiert werden soll.
Als besonders vorteilhaft hat es sich er wiesen, die Flüssigkeit oder einen Teil von ihr zuerst mit dem sterilisierenden Gas zu vermengen und dann über die oligodyna- mische Substanz zu leiten. Hier bewirkt nämlich das sterilisierende Gas zweierlei: Erstens greift es sofort die leichter oxydablen Substanzen und die weniger resistenten Nikro-Organismen in der Flüssigkeit an; zweitens aber wirkt es als Anreger auf den oligodynamischen Prozess, so dass dieser in viel kürzerer Zeit verläuft als gewöhnlich.
Man kann sich dies zum Beispiel durch die Annahme erklären, dass die oligodynamische Wirkung auf der Abspaltung von Metall ionen aus den wirksamen Oberflächen beruht. Diese Abspaltung von Metallionen würde durch die Gegenwart oxydierender Gase, wie Chlor oder Ozon, natürlich beschleunigt wer den.
Es ist gleichgültig, mit welcher Appara tur oder nach welchem System man das sterilisierende Gas der Flüssigkeit einver leibt. Bekanntlich wurde bisher meistens nur ein Teilstrom der Flüssigkeit mit dem Gas behandelt, zum Beispiel wurde eine Chlor wasserlösung hergestellt, die dann mit dem Hauptstrom vermischt wurde. Nach neueren Vorschlägen verstäubt man aber das gas förmige Chlor unmittelbar in den Haupt strom. Ebenso ist es gleichgültig, wie die oligodynamische Apparatur beschaffen ist.
Auch hier kann entweder ein Teilstrom oder der Hauptstrom der Flüssigkeit über die oligodynamische Substanz geführt werden, und die die wirksame Substanz enthaltenden Kammern können in beliebiger Weise aus gestaltet. unterteilt oder gefüllt werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Sterilisieren von Flüssig keiten, dadurch gekennzeichnet, dass man mindestens einen Teil der zu sterilisierenden Flüssigkeit sowohl mit einem sterilisierend wirkenden Gas, als auch mit einer oligodyna- mischen Substanz in Berührung bringt. UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, class man mindestens einen Teil der zu sterilisierenden Flüssigkeit zuerst mit dem sterilisierend wirkenden Gas behan delt und dann über die oligodynamische Sub stanz leitet.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE149723X | 1929-10-12 |
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| CH149723D CH149723A (de) | 1929-10-12 | 1930-10-10 | Sterilisier-Verfahren. |
Country Status (2)
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| AT (1) | AT124033B (de) |
| CH (1) | CH149723A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1038243B (de) * | 1953-04-10 | 1958-09-04 | Katadyn Ges M B H Deutsche | Verfahren zur fortlaufenden Sterilisation von Fluessigkeiten |
| WO1997003926A3 (en) * | 1995-07-19 | 1997-09-18 | Edward Emyr Williams | Biofouling reduction |
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1930
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- 1930-10-10 CH CH149723D patent/CH149723A/de unknown
Cited By (3)
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| WO1997003926A3 (en) * | 1995-07-19 | 1997-09-18 | Edward Emyr Williams | Biofouling reduction |
| US6183646B1 (en) | 1995-07-19 | 2001-02-06 | Baker Hughes Incorporated | Biofouling reduction |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| AT124033B (de) | 1931-08-10 |
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