CH149753A - Verfahren zur Herstellung einer Aluminiumgusslegierung. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer Aluminiumgusslegierung.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung einer Aluminiumgusslegierung. Die Eigenschaft einer Reihe von Alu miniumlegierungen durch "Altern", das heisst durch ein einfaches Liegenlassen bei Zimmer temperatur unter Umständen nach vorher gegangener mechanischer und thermischer oder besonderer Wärmebehandlung, eine Ver besserung ihrer physikalischen Eigenschaf ten zu erlangen, wurde wiederholt beobachtet und auch bei einer Reihe von Aluminium legierungen praktisch verwertet, so zum Bei spiel bei den Blech-, Zieh- usw. Legierungen, Duralumin, Aludur usw. (D. R.
P. 244554) und bei den C-russlegierungen Alneon, Neova- lium usw. Bei allen diesen Legierungen ging man von dem Standpunkt aus, dass es anzu streben sei, möglichst Mischkristalle zu er halten, die in inniger -Verbindung mit dem Eutektikum ein gleichmässiges metallogra- phisches Bild ergaben, da Einlagerungen nicht aufgenommener Bestandteile eine Schä digung der Kohärenz interkristalliner Art zur Folge haben müssten. Trotzdem ist es bei keiner dieser Legierungen gelungen,
den Wünschen der Praxis voll zu entsprechen und so dem Aluminium neue Anwendungs gebiete zu erschliessen, bei denen wesentlich höhere Beanspruchungen ermöglicht und vor allem eine hervorragende Bearbeitbarkeit, wie sie zum Beispiel ein gutes Drehmessing besitzt, erreicht worden wären. Da die Be- arbeitbarkeit ungefähr der Brinellhärte pro portional ist, kommt es darauf an, über etwa 12,0 HB zu steigen.
Den Aluminiumgiesse reien, besonders in Amerika, ist es gelungen, vor allem bei der Herstellung von Kolben durch eine Erhitzungsmethode mit Ab schrecken und Tempern (heat treatment and quenching) auf Brinellzahlen bis maximal <B>150</B> zu kommen. Jedoch ist dieses Verfahren infolge der notwendigen Öfen teuer und für grosse Stücke, wie zum Beispiel Flugmotoren gehäuse und ähnliches, nicht mehr anwend- bar, weil die Stücke sich verziehen und in ihnen Spannungen auftreten.
Auch die neuen Legierungen Alneon und Neonalium, die diese Heissbehandlung ausschalten, erreichen diese Werte nach den in der Literatur an gegebenen Werten nur teilweise bei den Spitzen.
Durch eingehende Arbeiten ist es nun ge lungen, Legierungen herzustellen, die ohne eine besondere Behandlung sofort nach dem Guss Brinellhärten bis zu 170 und mehr auf weisen, wobei diese Härten infolge der Selbst veredelung sogar bis zu 2'00 steigen. Hierbei hat es sich gezeigt, dass austretende Einlage rungen von Legierungsbestandteilen nicht schädlich wirken, wenigstens soweit die Bri- nellhärte, die Bearbeitbarkeit, Verschleiss widerstand, die Biegungsfestigkeit, Wärme ausdehnung und Warmhärte, in Betracht kommen.
Die Warmhärte nähert sich sogar der des Gusseisens. Der Ausdehnungskoeffi zient beträgt im Mittel für 20 bis<B>300'</B> etwa 19 bis 2,0 X 10-6. Hierdurch ist die Mög lichkeit geboten, Teile aus Aluminiumlegie rungen herzustellen, für die bisher nur Schwermetalle in Frage kommen konnten, und so das geringere spezifische Gewicht nutzbringend in Anwendung zu bringen.
Gleichzeitig haben die Arbeiten aber auch den Weg gewiesen, sich von Zufallsergeb nissen bei der Zusammensetzung der Legie rungen unabhängig zu machen, da die Grund lage der Selbstveredelung (Altern) ermittelt werden konnte. Die bisher weit verbreitete Ansicht, dass die "Alterung" auf Magnesium silizid oder Calciumsilizid oder ähnliches allein zurückzuführen sei, hat sich als nicht richtig erwiesen, da diese Verbindungen bei bestimmten Legierungen, wo sie vorhanden waren, ohne jeden Einfluss geblieben sind. Trotzdem soll nicht bestritten werden, dass ihr Vorhandensein eine Hilfe für die Ver besserung der Eigenschaften- darstellt.
Die eigentliche Grundlage für die "Selbstverede lung" besteht jedoch in dem Vorhandensein intermetallischer Verbindungen, bei denen eine Komponente ein Alkali- oder Erdalkali- metall sein muss, während für die andern Komponenten in allererster Linie die Metalle der I. und VI. Gruppe des periodischen Sy stems und demnächst die der VII. und VIII. Gruppe in Betracht kommen. Die fertigen Legierungen zeigen selbst bei weitgehender mikroskopischer Auflösung ein äusserst feines Gefüge und eine starke Bindung der ein zelnen Gefügebestandteile.
Grundbedingung ist für den erstrebten Zweck jedoch das Auf treten intermetallischer Verbindungen, Kom ponenten, die dieser Voraussetzung nicht ent sprechen, sind wertlos und unter Umständen sogar schädlich.
Die metallographische Untersuchung zeigt auch, dass entgegen der bisherigen Annahme gerade Legierungen, bei denen einzelne Ge fügebestandteile nicht als Mischkristalle oder im Eutektikum, sondern frei in kugel- oder unregelmässiger Gestalt vorliegen, zum Bei spiel Wolfram, eine erhebliche Bedeutung für die zu erreichenden Eigenschaften be sitzen und die Kohärenz nicht schädigen, wie es vorhin schon angedeutet wurde. Das etwa vorhandene Silizid wirkt dabei jedenfalls ebenso wie bei den bekannten Legierungen verfestigend ein, hat jedoch allein nicht den gewünschten Erfolg, was auch schon an gedeutet wurde.
Das Verfahren besteht also erfindungs gemäss darin, dass dem flüssigen Aluminium bad Zwischenlegierungen, die Schwermetalle, insbesondere der Gruppen I und VI, VII und VIII des periodischen Systems enthalten, in üblicher Weise beigegeben werden und nach träglich dem gleichmässigen Legierungsbad ein Leichtmetall, das die Fähigkeit besitzt, sich mit den Schwermetallen zu inter- metallischen Verbindungen zu vereinigenf also Alkali oder Erdkali vorzugsweise in Form von Metall oder einer Zwischenlegie rung zugesetzt wird,
worauf man die Legie rung einem Alterungsprozess durch Ziegen lassen unterwirft, wodurch Selbstveredelung eintritt. Man verfährt bei der Herstellung vorteil haft wie folgt: Geschmolzenem handelsüblichem Alumi nium werden Schwermetalle in Form ihre :auf dem Markt erhältlichen Zwischenlegie rungen mit Aluminium bei Temperaturen zu gesetzt, die so niedrig liegen, dass ein Ver brennen des Aluminiums nicht eintreten kann.
Nach völliger Auflösung der Zusatz legierungen wird beispielsweise eine Mg-Le- gierung oder metallisches Magnesium bei einer niedrigeren Temperatur, etwa 800 C zugesetzt und untergetaucht, und zwar vor teilhaft in einer Menge, die entsprechend dem Gehalt auf die Gesamtmetallmenge berechnet, 1,5 % Magnesium nicht übersteigt. Die auf der Schmelze vorhandene Krätze (Metall oxyde) wird vor Zugabe des Magnesiums nicht entfernt, sondern nur zur Seite gescho ben und dann gut durchgemischt. Ein Teil des Magnesiums wirkt hierbei als Desoxy- dationsmittel, während der Rest als Legie rungsbestandteil in Lösung geht.
Beim Guss hat es sich - als günstig erwiesen, keine zu langsame Abkühlung eintreten zulassen; je doch ist eine besonders scharfe Schreck wirkung im allgemeinen nicht erforderlich. Es genügt also bei der Herstellung der Le gierung die bei normalem Schmelzen übliche Sorgfalt, worin auch ein wichtiger Vorteil des Verfahrens besteht.
Will man ein fertiges Gussstück mit Ein lagerungen von Wolfram oder Chrom bezw. von beiden Metallen erzielen, so verfährt man zweckmässig in der Weise, dass man dem flüs sigen Aluminiumbad eine Wolfram- oder bezw. und Chromaluminiumlegierung zu setzt.
Als Beispiel sei eine Legierung genannt, die in der beschriebenen Art hergestellt, mit einer Zusammensetzung von 2 % Cr, 1 % W, 15 % Cu, 0,5 % Ni, 0;5 % Mg, 2 % 1VTn sofort nach dem Guss eine Brinellhärte von rund 1.70 bei einem spezifischen Gewicht von etwa 3,115 hat. Unter Umständen würden derartige Legierungen eine grosse Bedeutung für den Guss von Kolben haben und auch für andere Anwendungsgebiete, zum Beispiel für Teile von Setzmaschinen, Schuhmaschinen usw. be sonders geeignet sein.
Infolge der leichten Herstellbarkeit und benauen Dosierungsmöglichkeit der einzelnen Legierungsbestandteile ist es ohne weiteres möglich, eine beliebige Anzahl von Varia tionen herzustellen, die man auf Grund der gewünschten Eigenschaften dem Verwen dungszweck anpassen kann.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung einer Alu miniumgusslegierung, dadurch gekennzeich net, dass man dem flüssigen Aluminiumbad Zwischenlegierungen, die Schwermetalle ent halten, zugibt und hernach dem homogenen Legierungsbad ein solches Leichtmetall zu setzt, das die Fähigkeit besitzt, sich mit Schwermetallen zu intermetallischen Verbin dungen zu vereinigen, worauf man die Le gierung einem Alterungsprozess durch Ziegen lassen unterwirft, wodurch Selbstveredelung eintritt. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Leichtmetall ein Alkalimetall zur Verwendung gelangt. 2.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Leichtmetall ein Erdalkalimetall zur Verwendung gelangt. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Leichtmetall der Legierung in Form einer Zwischenlegie rung zugesetzt wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass dem flüssigen Alu miniumbad eine Wolframaluminiumlegie- rung zugesetzt wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass dem flüssigen Alu miniumbad eine Chrom-Aluminiumlegie- rung zugesetzt wird. 6.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass dem flüssigen Alu miniumbad eine Wolfram-Chrom-Alumi- niumlegierung zugesetzt wird.
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