Doppelstrahlsteuerwerk für mit Kraftgetrieben arbeitende Regler und für Messvorriehtungen. Die Erfindung betrifft ein Doppelstrahl- steuerwerk für mit Kraftgetrieben arbeitende Regler und für Messvorriehtungen.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeich net, dass das Doppelstrahlrohr, das unter dem drehenden Einfluss des Impulses des zu mes senden oder zu regelnden Mediums steht, um seine Längsachse drehbar gelagert und mit mindestens einem Paar einander gegenüber liegenden Öffnungen für den Austritt der beiden Strahlen versehen ist, und,dass .diesen Austrittsöffnungen Aufnahmeöffnungen ge genüberliegen, die aus der Achse der Strah len in der Strahlebene um halbe Strahl breite versetzt sind, und durch die das Be triebsmittel, zum Beispiel Flüssigkeit oder Luft, dem Kraftgetriebe,
bezw. .der Messvo-r- richtung zugeführt wird.
Die Zeichnung zeigt zwei beispielsweise Ausführungsformen eines Steuerwerkes nach der Erfindung; Fig. 1 zeigt einen Vertikalschnitt davon, Fig. 2 einen horizontalen Querschnitt, Fig. 3 einen Vertikalschnitt um<B>90'</B> ge dreht gegenüber dem Schnitt nach Fig. 1; Fig. 4 zeigt einen Horizontalschnitt der zweiten Ausführungsform.
1 ist ein Doppelstrahlrohr mit zwei Aus flussöffnungen 2 und 3. Das Betriebsmittel für das Steuerwerk im gezeichneten Fall. Flüssigkeit, wird durch das. Rohr 4 dem Steuerwerk zugeleitet. Das Doppelstrahlrohr 1 ist bei 5 in einer einstellbaren Spitze leicht drehbar gelagert. An dem Kurbelarm 6 des Doppelstrahlrohres greift der Impuls, zum Beispiel ein durch die Membran 7 aus der Rohrleitung 8 empfangener Druckimpuls an und dreht das Doppelstrahlrohr je nach der Stärke des Impulses mehr oder weniger um seine Achse. An dem Kurbelarm 9 des Dop pelstrahlrohres greift eine Feder 10 an, die dem Druckimpuls, den die Membran 7 aus übt, das Gleichgewicht hält. Selbstverständ lich könnte der Kurbelarm 9 auch mit dem Kurbelarm 6 vereinigt sein.
Die Feder 10 müsste alsdann nicht als Zugfeder, sondern als Druckfeder ausgeführt werden, sie ist durch die Schraube 11 einstellbar, zum Bei spiel je nach dem Druck, ,der im Rohr 8 kon stant gehalten werden soll.
Den. beiden Strahlaustritten 2 und 3 ge genüber sind zwei Aufnahmeöffnungen 12 und 13 vorhanden. Diese zwei Öffnungen sind den beiden Strahlaustritten 2 und 3 ge genüber in der Ebene der Strahlen um halbe Strahlbreite versetzt. Von diesen Aufnahme öffnungen 12 und 13 führen zwei Rohrlei tungen zu einem Kraftgetriebe 16, welches beispielsweise aus einem Zylinder mit in ihm beweglichen Kolben besteht. Von diesem Kolben, der sich unter dem Einfluss des Doppelstrahlsteuerwerkes bewegt, wird das Regelorgan betätigt, zum Beispiel eine Dros selklappe 21 in der Dampfrohrleitung B.
Die Wirkungsweise bei Verwendung des Doppelstrahlsteuerwerkes als Steuerwerk für beispielsweise einen Druckregler ist nun die folgende: Steigt zum Beispiel der Druck in der Dampfrohrleitung 8 hinter dem Regelorgan 21 über das gewünschte konstantzuhaltende Mass, so erhält die Membran 7 durch die Im pulsionsleitung 19 einen erhöhten Druck und dreht durch das Druckstück 20 und den He bel 6 das Doppelstrahlrohr 1 etwas aus seiner Mittellage, und zwar in der in Fig. 2 durch einen Pfeil angedeuteten Richtung.
Hier durch kommt der aus 3 austretende Strahl mehr vor die zugehörige Aufnahmeöffnung 13 und der Kolbenseite 18 des Kraftgetrie bes 16 wird in stärkerem Masse das Betriebs mittel zugeführt, während der Strahlaustritt 2 von der zugehörigen Aufnahmeöffnung 12 etwas mehr abgedreht wird, so dass aus der Öffnung 12 von der Kolbenseite 17 des Kraftgetriebes 16 Betriebsflüssigkeit abflie ssen kann.
Der Kolben des Kraftgetriebes bewegt sich also infolge des erhöhten Druk- kes auf die Kolbenseite 18 und des vermin- derten Druckes auf die Kolbenseite 17 nach links und schliesst das Regelorgan 21 der Rohrleitung 8 so lange, bis der Druck hinter dem Regelorgan 21 wieder den Wert erhält. der konstant gehalten werden soll. Alsdann vermindert sich dementsprechend der Impuls druck auf die Membran 7 und das Doppel strahlrohr geht wieder in seine Mittellage.
Damit aus derjenigen der Öffnungen \? und 3, die von ihrer Gegenöffnung 12 bezw. 13 abgedreht ist, das Betriebsmittel wenig ausfliessen kann und der Druck des Betriebs mittels nicht erheblich abgeschwächt wird, tritt die jeweils von der Gegenöffnung ab gedrehte Strahlaustrittsöffnung vor die zu gehörige Abschlussfläche 22 bezw. 23.
Tritt ein entgegengesetzter Impuls auf, das heisst, wird der Druck in der Rohrleitung 8 hinter dem Regelorgan niedriger als ge wünscht, so arbeitet das Steuerwerk und mit hin auch das Kraftgetriebe in entgegenge setztem Sinne, das heisst es dreht Strahl 2 mehr vor die Öffnung 12, während Strahl 3 von der gegenüberliegenden Öffnung 13 ab- und vor die Abdeckfläche 23 gedreht wird, usw.
Das vorbeschriebene Steuerwerk ist für jeden Impuls anwendbar und vermag mit demselben sowohl Temperatur- oder Feuch tigkeitsregler, als auch Regler für elektri schen Strom usw. zu regeln.
Als Betriebsmittel kann Luft, Gas oder eine Flüssigkeit verwendet werden. Wird Luft oder Gas als Betriebsmittel verwendet, so ist natürlich die in der Zeichnung ange deutete Flüssigkeit nicht vorhanden.
Das vorbeschriebene Steuerwerk kann auch als Mehrfachsteuerwerk ausgebildet werden, indem zu den zwei Strahlen und Aufnahmeöffnungen weitere zwei, vier, sechs usw. hinzugefügt werden, von denen sich immer ein Paar diametral gegenüber liegen.
Fig. 4 zeigt zum Beispiel ein Steuerwerk für vier Strahlen. Durch das Hinzufügen weiterer Strahlen ist es möglich, mit einem Steuerwerk gleichzeitig mehrere Kraftge triebe zu steuern. Versetzt man die Strahlen paare um einen entsprechenden Winkel, so ist es auch möglich, die verschiedenen Kraft getriebe und damit die zugehörigen Regel- organe entsprechend zunehmender oder ab nehmender Impulsstärke nacheinander zu steuern.
Zwischen Steuerwerk und Kraftgetriebe kann selbstverständlich ein Vertei'Iungsschie- ber geschaltet werden, wenn beispielsweise die Kräfte, die vom Kraftgetriebe zu bewäl tigen sind, sehr gross sind, oder wenn man beispielsweise für den Betrieb des Steuer werkes und des Kraftgetriebes Betriebsmit tel verschiedenen Druckes oder verschiedener Beschaffenheit verwenden will.
Die Strahlaustritte werden bei Verwen dung einer Flüssigkeit als Betriebsmittel zweckmässig so gelegt, bezw. der Spiegel der zurücklaufenden Betriebsflüssigkeit in dem, das Steuerwerk einschliessende Gefäss so hoch gelegt, dass sie von Flüssigkeit be deckt werden, damit das Mitreissen von Luft in das Kraftgetriebe verhütet wird.
Selbstverständlich kann das Doppel strahlrohr auch unter den Einfluss zweier oder mehrerer Impulse gestellt werden.
Das vorstehend beschriebene Doppel strahlsteuerwerk hat den Vorzug ausser ordentlicher Einfachheit in der Konstruktion und vermeidet die Nachteile der Einstrahl steuerwerke, nämlich den, wenn auch noch so kleinen, toten Gang und die nicht völlige Entlastung. Es bedarf auch keines Aus gleichgewichtes, die zu bewegenden Massen sind daher ausserordentlich gering, und es genügt der kleinste Impuls, um einen Regel vorgang auszulösen. Ein weiterer wichtiger Vorzug liegt in der Möglichkeit, mehrere Kraftgetriebe entweder gleichzeitig oder ent sprechend der Impulsstärke nacheinander zu steuern.
Will man das Doppelstrahl-Steuerwerk für Messvorrichtungen anwenden, so ge- schieht dies dadurch, dass man die dem Strahl gegenüberliegenden Aufnahmerohre zum Beispiel zu den beiden Seiten einer Mess- membran führt, die ihrerseits einen Anzeiger betätigt.
Es ist auf diese Weise möglich, schwache Impulse verstärkt zu übertragen und clic Anzeigevorrichtung in beliebiger C@rrösse und Deutlichkeit auszuführen.