CH149834A - Verfahren zur Erzeugung einer zu Heilzwecken verwendbaren Paste. - Google Patents

Verfahren zur Erzeugung einer zu Heilzwecken verwendbaren Paste.

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CH149834A
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    • A61K33/00Medicinal preparations containing inorganic active ingredients
    • A61K33/06Aluminium, calcium or magnesium; Compounds thereof, e.g. clay
    • A61K33/08Oxides; Hydroxides

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Description


  Verfahren zur Erzeugung einer zu Heilzwecken     verwendbaren    Paste.    Aus der neuesten     medizinischen    Litera  tur geht hervor, dass bei der Heilung von  Wunden und     Entzündungsprozessen    folgende  Umstände von grosser Wichtigkeit sind:  1. Es ist bekannt und in der Literatur  beschrieben (Schade: "Die physikalische  Chemie in der innern Medizin", 1.921), dass  die Entzündungsprozesse durch Säureerzeu  gung, also durch eine Erhöhung der Wasser  stoffianenkonzentration im kranken Gewebe  charakterisiert sind. Dieser Umstand ergibt  sich aus folgenden Kennzeichen: Die Schwel  lung des Gewebes und der     osmotische    Druck  werden .erhöht, im und um den Defekt bildet  sich das     Oedem,    die Temperatur steigt usw.  



  Durch Massnahmen, mit welchen man  diese Erhöhung der     Wasserstoffionenkonzen-          tration    begrenzt, kann man auch die Symp  tome der     Entzündung    mildern oder sogar be  seitigen. So erzielte     Gaza    (Klirr.     Woch.          VI/11)    sehr     günstige    Erfolge durch Aus  spülung der Wunden mit alkalischen Lö  sungen von     Karbonaten    und Phosphaten. Die  Reaktion der Lösungen war     pH    8,0 bis 9,0.    2.

   Anderseits verwiesen     Delbet    und       Diesinger    auf die Wichtigkeit der     Magne-          siumionen    bei der     fagocytalen    Wirkung der       Leukocyte;    die     Fagocytose    erhöht sich bei  Anwesenheit dieser Ionen sehr wesentlich       (Delbet    und     Diesinger:    Biologie de la     playe     de guerre, Paris 1918).

   Da die     Leukocyten    in  der Abwehr der Wunde gegen Infektion und  bei     Entzündungen    beim Wegräumen des  Spaltungsproduktes und des     nekrotischen    Ge  webes aus dem Defekte eine grosse Rolle spie  len, wirkt die Anwesenheit von Magnesium  ionen in der Wunde sehr günstig auf die  Heilung. Sehr gute Erfolge     erziellte    man  zum Beispiel mit dem Ausspülen der Wun  den mit     Magnesiumchloridlösung.     



  Aus dem Vorgesagten ist ersichtlich, dass  es sehr zweckmässig wäre, in die Wunden  und Entzündungsprozesse     Hydroxyl-    und       Magnesiumionen    einzuführen. Wenn dies in  Form einer Lösung geschieht, dann tritt der  ungünstige Umstand ein, dass die Wirkung  beider Ionen bloss während der Behandlung  zur Geltung kommt, und dass daher bei wie-           derholten    Anwendungen sehr viel Material  und Zeit des Arztes oder des Hilfspersonals  verloren wird.  



  Es wäre daher ein grosser Vorteil, wenn  beide Ionen in fester Form einer Paste oder  etwas Ähnlichem in den     Defekteingeführt     werden könnten. Ein weiterer Vorteil wäre  darin gelegen, wenn der     angewandte    Stoff       verhältnismässig    schwer löslich wäre, so dass  durch langsame Dissoziation beide Ionen im  kranken Gewebe allmählich automatisch frei  werden, und dass     -daher    ihre     Konzentration          konstant    bleibt. Ein solcher Stoff ist Mag  nesiumhydroxyd.

   Aber auf die übliche Weise  erzeugtes     Magnesiumhydroxyd    eignet sich  nicht gut genug für diesen Zweck, nachdem  seine     Alkalität    sehr stark ist und es auch in  seiner kristallinischen Form auf das Gewebe  sehr reizbar wirkt.  



  Auf Grund eingehender Versuche und  Forschungen wurde die interessante und  praktisch sehr wichtige Tatsache gefunden,  dass die Dissoziation und zugleich die     Alka-          lität    des     Magnesiumhydroxyds    sich in wässe  rigen     Aufschlemmungen    bei Anwesenheit  von     Magnesiumsalzen    erniedrigen lässt, so  dass die reizende und schädliche Wirkung des       Magnesiumhydroxyds    auf das Gewebe ver  schwindet und seine therapeutische Wirkung  am günstigsten hervortritt.

   Diese .günstige  Wirkung tritt dann ein, wenn das     Magne-          siumhydroxyd    in sehr fein verteilter bis       kölloidaler    Form vorhanden ist. Das Ver  fahren gemäss der Erfindung zur Herstel  lung einer zu Heilzwecken verwendbaren  Paste, welche fein bis kolloidal verteiltes       Magnesiumhydroxyd,das    durch Fällung aus       Magnesiumsalzen        mittelst    Alkali- oder     Erd-          alkalihydroxyd    gebildet wird, enthält, ist.

    dadurch gekennzeichnet, dass das Magnesium  hydroxyd aus     Magnesiumsalzlösungen    mit be  schränkten Mengen von Alkali- oder     Erd-          alkalihydroxyd    in der Weise gefällt wird,  dass noch überschüssige     Magnesiumsalze    in  Lösung bleiben.  



  Das so gefällte     Magnesiumhydroxyd    hat  die Eigenschaft, wie Versuche     ergaben,    eine    grosse Menge von Wasser     bezw.    von Lösung  des überschüssigen     Magnesiumsalzes    zu bin  den. Dadurch erhält man die Milderung der       Alkalität    des     Magnesiumhydroxyds    und  gleichzeitig eine therapeutisch sehr zweck  mässige und praktische Paste.  



  Zur Milderung einer Entzündung und  zur Regulierung der     Magnesiumwirkung     können auch     Calciumverbindungen    in die  Paste eingebracht werden. Durch diese Kom  bination wird der besondere     Vorteil    erreicht,       dass    das Magnesium dem     Calcium    den Weg  in die Gewebezellen bahnt. Selbstverständ  lich müssen dabei die Verhältnisse der       Höchstmengen    festgestellt werden.  



  Als besonders vorteilhaft hat es sich da  bei gezeigt, hartes Wasser von mindestens  10 Härtegraden zu verwenden, wodurch be  reits der Zufuhr von     Calciumverbindungen     zum Teile Rechnung getragen ist.  



       Beispiel:     1 kg kristallinisches     Magnesiumsulfat     wird in 5 Liter gekochten Wassers von min  destens<B>10'</B>     Härte    gelöst. Man gibt einige  Tropfen Ammoniak zum Fällen des     Ferro-          hydroxyds    hinzu. Die Lösung filtriert man  von den Verunreinigungen ab. Die klare Lö  sung fällt man mit einer Lösung von  Kalium- oder     Natriumhydroxyd    (210     gr    in  11/2 Liter Wasser). Die Fällung wird so  dann durch einen schwachen     Strom    dieser  Lösung bei fortwährendem Umrühren so aus  geführt, dass eine feine Suspension entsteht.

    Den Niederschlag lässt man absetzen und  giesst die klare Lösung, zirka 6 Liter, ab und  ersetzt sie bei steter Mischung durch frisches  Wasser. Dann giesst man die Suspension,  welche noch eine bedeutende Menge an       Magnesiumsalz    enthält, in ausgekochte     Ka-          likosäcke,    wo sie filtriert wird. Die über  flüssige Lösung wird durch Pressen so be  seitigt, dass eine Paste entsprechender Dichte  entsteht.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung einer zu Heil zwecken verwendbaren Paste, welche fein bis kolloidal verteiltes Magnesiumhydroxyd, das durch Fällung aus Magnesiumsalzen mitielst Alkali- oder Erdalkalihydroxydlösungen ge bildet wird,. enthält, dadurch gekennzeich net, dass das Magnesiumhydroxyd aus Magne- siumsalzlösungen mit beschränkten Mengen von Alkali- oder Erdalkalihydroxyd in der Weise gefällt wird, dass noch überschüssige Magnesiumsalze in Lösung bleiben. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass eine Lösung des Magnesiumsalzes in eisenfreiem Wasser von mindestens 10 Härtegraden verwendet wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Magnesium- hydroxyd einer mechanischen Einwirkung unterworfen wird, um ein Produkt feinster bis kolloidaler Verteilung zu erhalten. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass' als Magnesiumsalz Magnesiumsulfat verwendet wird.
CH149834D 1930-01-17 1930-01-17 Verfahren zur Erzeugung einer zu Heilzwecken verwendbaren Paste. CH149834A (de)

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