Verfahren zur Fernmeldung von Betriebsgrössen, insbesondere bei parallel arbeitenden Kraftwerken. Gegenstand der Erfindung ist ein Ver fahren zur Fernmeldung von Betriebsgrössen, insbesondere bei parallel arbeitenden Kraft werken, bei dem die gemessenen Betriebs grössen einer Überwachungsstelle mitgeteilt werden, welche sie summiert und die Summe weitermeldet.
Gemäss der Erfindung wird der durch Summierung der gemessenen Betriebsgrössen erhaltene Wert durch Verstellung einer Vor richtung verändert.
Bei der Anwendung des Verfahrens ge mäss der Erfindung kann zum Beispiel jedes Kraftwerk die Weisung erhalten, von der ihm gemeldeten Energiesumme einen be stimmten Bruchteil zu liefern oder seine Energielieferung in irgend einer andern Weise nach der Gesamtsumme zu bemessen. Es kann bei derartigen Anordnungen vor kommen, dass eine für die Fernmessung be stimmte Leitung gestört wird, so dass der von einem der Kraftwerke an das Netz ab gegebene Energiebetrag an der Über wachungsstelle nicht angezeigt, wird. In folgedessen stimmt die Gesamtsumme nicht mehr und alle übrigen Kraftwerke werden durch die zu kleine Summe irregeführt.
Durch die Anwendung des Verfahrens und der Vorrichtung nach der Erfindung ist es möglich, diesen beispielsweise genannten Nachteil zu beseitigen, denn der über wachende Beamte ist in der Lage, den von dem Kraftwerk, bei dem die Fernmessung versagt, gelieferten Betrag zu schätzen und die Summe der von den übrigen Kraftwerken gemeldeten Betriebsgrössen durch Verstellen der auf den fernzumeldenden Wert einwir kenden Vorrichtung um den geschätzten Wert zu erhöhen. Die Schätzung kann sich nach der zuletzt gemeldeten Höhe der Energielieferung richten. Sie kann überdies laufend auf telefonischem Wege korrigiert werden.
Dass die den übrigen Kraftwerken gemeldete Energiesumme nicht mehr genau stimmt, wie bei fehlerlosen Meldeleitungen, kann in Kauf genommen werden.
Die beschriebene Einrichtung kann aber auch in andern. Fällen benutzt werden, um auf die Energielieferung der Kraftwerke ein zuwirken. Wenn beispielsweise an der Über wachungsstelle ein herannahendes Gewitter bemerkt wird, kann der zu erwartenden Er- böhung des Energiebedarfes durch künstliche Erhöhung des zu übermittelnden Summen wertes vorgegriffen werden;
durch den höhe ren Summenwert werden die einzelnen Kraft werke veranlasst, ihre Energielieferung zei tig genug zu vergrössern. Auch wenn ein Kraftwerk für die Energielieferung über haupt ausfällt, können die übrigen Kraft werke durch künstliche Erhöhung der Sum menmeldung veranlasst werden einen gr@- sseren Anteil an der Gesamtlieferung zu übernehmen.
Die Erfindung ist nicht nur bei der Fernmeldung von Leistungen oder des Sum menwertes mehrerer Leistungen anwendbar, sondern überall da, wo irgendwelche, Betriebs grössen, zum Beispiel Wassermengen, Dampf mengen, an entfernt liegende Stellen gemel det werden sollen und wo es erforderlich. ist, einen weiter zu meldenden Wert, zum Bei spiel selbsttätig oder willkürlich zu ver ändern.
Ein Ausführungsbeispiel ist in Abb. 1 dargestellt. In den einzelnen Kraftwerken 2,<B>3</B>, 4, 5 sind 'elektrische Generatoren 6 auf gestellt; deren Leistung wird durch einen Zähler 7 gemessen, der einen Unterbrecher 8 antreibt. Die entstehenden Stromstösse wer den durch ein Relais 9 und die Fernleitun gen 10 zur Überwachungsstelle 1 übertragen. Sie 'erregen hier ein Empfangsrelais 11, das durch einen Umschalter 12 die abwechselnde Ladung und Entladung eines Kondensators 13 veranlasst. Die hierzu erforderlichen Ströme werden von einer Batterie 14 ge liefert.
Die Messgeräte 15 zeigen die Lade ströme jedes einzelnen Kondensators und da mit die von jedem einzelnen. Unterwerk ge- lieferte Energiemenge an; das Messgerät 16, durch das der gesamte Ladestrom hindurch geht, gibt die Summenanzeige. Im Strom kreise der Batterie 14 liegt ausserdem ein Zähler 17, der den Unterbrecher 18 antreibt. Die entstehenden Stromstösse werden durch ein Senderelais 1.9, Fernleitungen 20 und Empfangsrelais 2'1 zu den einzelnen Kraft werken geleitet. Hier veranlassen sie die Ent ladung und Ladung von Kondensatoren 22, deren Ladeströme durch Messgeräte 23 an gezeigt werden, die demnach die Gesamt summe der Energielieferungen sämtlicher Kraftwerke angeben.
An der Summenbildung nehmen nun in der Überwachungsstelle nicht allein die vier mit 13 bezeichneten Kondensatoren teil, son dern auch ein Kondensator 24, dessen La dung und Entladung durch einen Unterbre cher 25 veranlasst wird, der durch einen Zäh ler 26 angetrieben wird. Im Antriebsstrom- lueis dieses Zählers liegt ein Widerstand 27, der mittelst des Schleifkontaktes 28 von Hand regelbar ist. Der- überwachende Be amte hat es in der Hand, den Zähler 26 nach Belieben in Betrieb zu setzen und seine Geschwindigkeit beliebig einzustellen. Die Ladeströme des Kondensators 24, die eben falls der Batterie 14 entnommen werden, werden durch ein Anzeigegerät 29 gemessen.
Dieses ist, ebenso wie die übrigen Anzeige geräte, auf Energiemengen geeicht und zeigt dem überwachenden Beamten an, um wieviel er die Summenbildung künstlich erhöht. Ist beispielsweise die vom Kraftwerk 3 kom mende Fernmeldeleitung 10 gestört, so lässt der überwachende Beamte den Zähler 26 an laufen und bemisst seine Geschwindigkeit so, dass das Messgerät 29 dieselbe Energiemenge anzeigt, die das betreffende Messgerät 15 vor der Störung zuletzt angezeigt hatte. Durch telefonische Rückfrage beim Kraft werk 3 unterrichtet er sich von Zeit zu Zeit über grössere Änderungen in dessen Energie lieferung. Auf diese Weise kann der Ge samtbetrieb einwandfrei aufrecht erhalten werden, und selbst das Kraftwerk 3 braucht.
wenn die Fernleitung 20 zur Summenanzeige ungestört geblieben ist, von der Betriebsstö rung nichts zu bemerken, als dass gelegent lich telefonische Anfragen über die Höhe der Energie gestellt werden.
In dem beschriebenen Ausführungsbei spiel sind für die Anzeige der einzelnen Energiemengen die Fernleitungen 10 und für die Anzeige der Summe die Fernleitung 20 vorgesehen. Bei grossen Entfernungen wird es sich empfehlen, beide Anzeigen über die selbe Leitung zu senden, was mit den von der Telephonie und Telegraphie her bekannten Schaltungen ohne weiteres möglich ist.
Bei dem beschriebenen Ausführungsbei spiel dient ein besonderer Zähler 26 mit Unterbrecher 25, Umschalter und Konden sator 24 dazu, künstlich einen Summanden in die Summe einzuführen. Das hat den Vorteil, dass hierzu genau dieselbe Einrich tung verwendbar ist, wie sie in den einzel nen Kraftwerken zur Fernanzeige der ge lieferten Energie aufgestellt ist. Die künst liche Erhöhung der Summe lässt sich aber auch auf einfachere Weise durchführen, wie es beispielsweise in Abb. 2 gezeigt ist. Hier ist an Stelle des Kondensators 24 ein Regel widerstand 30 getreten, der mittelst des Schleifkontaktes 31 von Hand regelbar ist. Der hierdurch zur Summenbildung hinzu kommende Strom kann an dem Messgerät 32 abgelesen werden, das zweckmässig in Ener giemengen wie die übrigen Geräte geeicht wird.
Ein anderes Ausführungsbeispiel zeigt Abb. 3. Hier ist die Spannung der Batterie 14 mit Hilfe eines Zellenschalters 33 ein stellbar gemacht. Je höher die Spannung ist, mit der die Kondensatoren 13 geladen wer den, um so grösser erscheint natürlich der durch das Summenmessgerät 16 und den Zäh ler 17 gemessene Summenwert. Man könnte den an die Kraftwerke gemeldeten Summen wert auch dadurch erhöhen, dass man den Zähler 17 durch Beeinflussung seiner Er regung schneller laufen lässt. In diesem Falle bleibt der vom Gerät 16 angezeigte Summen wert unverändert.
Es ist zum Beispiel bekannt, durch die in Fig. 3 dargestellten Zeiger 40 von Mess geräten 41 Widerstände 42 zu verändern und die je nach der Anzeige bemessenen Wider stände hintereinander zu schalten und den Gesamtwert des Widerstandes an einem Wi- derstandsmessgerät 43 zu messen.
Um dies c, Summe künstlich zu erhöhen, kann ein wei terer Widerstand 45 in den Stromkreis ein geschaltet werden, der durch den Schle1f- kontakt 44 von Hand eingeschaltet werden kann. Die Einrichtungen zur Fernanzeige des vom Messgerät 43 angegebenen Gesamt widerstandes sind hier nicht mit dargestellt, da die Art ihrer Durchbildung für die Er findung ohne Belang ist.