Verfahren zur Herstellung endloser Tiefdruckformen. Vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung endloser Tief druckformen, die beispielsweise zum Be drucken von Papier, Zellstoffen, Wachstuch, Linoleum und ähnlichen Stoffen verwendet werden können.
Endlose Tiefdruckformen sind an sich be kannt. Das Verfahren zur Herstellung der selben handhabte man so, dass man das zu reproduzierende Muster zunächst auf ein lichtempfindliches, zweckmässig rastriertes P b,-mentgelatinepapier kopierte; die Kopie wurde dann in bekannter Weise auf den Formzylinder übertragen und entwickelt. Da. jedoch die Übertragung der Kopie ohne einen Sicherheitsrand nicht möglich war, konnte das Muster nicht schliessend auf den Umfang der Tiefdruckform aufgebracht wer den.
Die Übertragung erfolgte also in min destens zwei aufeinanderfolgenden Arbeits gängen und wurde durchgeführt, indem man zunächst eine Hälfte dets Pigmentpapieres auf den Formzylinder aufbrachte und sie entwickelte; nach dem Abdecken der ent wickelten Pigmentgelatineschicht mit einem Schutzlack und nach Entfernung des Sicher heitsrandes wurde die andere Hälfte des Pigmentpapieres aufgebracht und ebenso be handelt wie die erste Hälfte.
Nachdem der Formzylinder auf diese Weise mit einer end losen Atzdeckung versehen worden war, wurde nach Entfernung der Lackschutz- schiebt die Atzung durchgeführt. Dieses Verfahren stellt bereits einen Fortschritt dar, weil nach den früher bekannten Ver fahren jede Teilätzdeckung für sich geätzt wurde, so dass ungleichartige Ätzungen ent standen.
Vorliegende Erfindung geht von der Er kenntnis aus, dass die Übertragung der Ätz- deckung in mehreren Arbeitsgängen eine un nötige Verzögerung und Ursache von Un genauigkeiten darstellt und hat ein, Verfah ren zum Gegenstand, gemäss welchem eine Kolloidschicht mit auf photographischem Wege gewonnener Raster- und Bildkopie als endlose Ätzdeckung auf einen Zylinder in einem einzigen Arbeitsgange übertragen wird.
Im folgenden sind zwei verschiedene Aus führungsbeispiele des Verfahrens dargelegt, Nach der ersten Ausführungsform wird eine im trockenen Zustand vom Schichtträger ab ziehbare Kolloidschicht ohne Verwendung eines Sicherheitsrandes übertragen. Bei dem zweiten Verfahren wird,die übliche, im nas sen Zustand vom Schichtträger abziehbare' Kolloidschicht unter Verwendung eines ab lösbaren Sicherheitsrandes übertragen, Beide Verfahren sind nachstehend an hand der Zeichnungen erläutert.
Die Fig. 1 bis 10 zeigen schematisch die einzelnen Phasen des. ersten Verfahrens., wäh rend die Fig. 11 und 12 Seiten- und Stirnan sichten auf die bei diesem Verfahren ver wandten Übertragungsvorrichtungen zeigen; die Fig. 13 und 14 zeigen, eine Stirn-. und Seitenansicht auf den Übertragungszylinder der Vorrichtung nach Fig. 11 und 12 in ver grössertem Massstab; die Fig. 15 bis 21 zei gen schematisch die einzelnen Phasen des zweiten Verfahrens.
Fig. 1 der Zeichnung zeigt einen Pig- mentpapierbagen, auf den das Diapositiv, das auf dem Wege über ein Negativ von ,der zu reproduzierenden Mustervorlage hergestellt worden ist, kopiert wird; es handelt sich da bei um ein Pigmentpapier, dessen Pigment schicht leicht vom Pigmentträger im trocke nen Zustand abziehbar ist; statt des papiere nen Trägers kann auch Filmmasse oder der gleichee als Träger verwandt werden. Vor oder nach der Kopierung erfolgt die Bildung des Rasters.
Nachdem die Kopie hergestellt worden ist, wird eine gerbende Entwicklung nach bekannten Verfahren durchgeführt, worauf die Kopie fixiert, gewässert und ge trocknet wird. Wurde die Pigmentschicht mit Bichromatsalzen lichtempfindlich ge macht, so findet schon durch die Belichtung, und zwar durch Reduktion des Bichromat- salzes in der Gelatineschicht, eine Gerbung derselben statt, so dass man zu der normalen Entwicklung der Bildkopie greifen kann.
Die gerbende Entwicklung beruht bekannt lieh -darauf, dass die chemischen Entwickler wenig oder überhaupt nicht Sulfit enthalten, so dass die Oxydationsprodukte der Entwick lung, welche gerbenden Einfluss haben, auf die Gelatine zur Wirkung kommen. Man kann auch auf die gerbende Entwicklung verzichten, wenn man in den bereits ent wickelten Bromsilbergelatineschichten das Silber durch gerbende Bleichbäder in Halo gen-Silber umwandelt, so dass sich bei diesem Prozess an den Stellen, wo Silber vorhanden ist, eine Gerbung vollzieht, die zu der als Ätzdeckung dienenden Reliefbildung in der Gelatine führt. Solche Verfahren zur Ger bung der Gelatine sind bekannt.
In Fig. 1 entspricht die Fläche 43, 44, 45, 46 genau der Kopie des Diapositivs auf den Pigment papierbogen und genau der auf den Kupfer zylinder 11 zu übertragenden, endlosen Ätz- deckung. Insbesondere entspricht die Länge der Strecke 43-44 bezw. 45-46 genau dem Umfang des Kupferzylinders.
Der Bogen steht jedoch nach beiden Seiten um die Flä chen 47, 48, 45, 43 bezw. 44, 46, 49, 50 über die zu übertragende Fläche 43, 44, 45, 46 über. Fig.. 2 zeigt einen Schnitt durer den. Pigmentpapierbogen nach Fig. 1. Man erkennt den Pigmentträger 51 und die Pig mentschicht 52.
Nachdem nun das Diapositiv auf den Pig- mentpapierbogen 47, 48, 49 und 50 kopiert worden ist und die Kopie in der oben er wähnten Weise entwickelt, fixiert, gewässert und getrocknet wurde, wird entsprtchend dem Umfang des Kupferzylinders die Kopie in den Linien 43, 45 bezw. 44, 46, die man mit Hülfe von Passmarken ermittelt, so ein- geschnitten, dass nur die Pigmentschicht 52 durchschnitten, der Pigmentträger 51 aber nicht verletzt wird.
Wie Fig. 3 zeigt, wird hierauf die Schicht 52 vorsichtig in der Nachbarschaft der Schnittlinien in den Flä chen 44, 50, 49, 46 und 47, 43, 45, 48 hoch gehoben und in einer Breite von etwa 10 mm, das heisst in der Breite 46, 49 oder 48, 45 abgelöst, Die Fig. 51 und 6 zeigen den Er folg. Hierauf wird, wie Fig. 7 zeigt, die das Muster enthaltende Pigmentschicht nach den Linien 43, 45 bezw. 44, 46 etwas von dem Pigmentträger 51 abgehoben.
Die Be festigung der Schicht erfolgt hierauf auf dem noch näher zu beschreibenden Übertra- tnngszylinder (Kautschukzylinder) 5 mit teist Anklebens, Anheftens oder mit Hülfe der in den Fig. 13 und 14 dargestellten Spannvorrichtung.
Dem Übertragungszylinder liegt der Kupferzylinder 11, auf dem die Tiefdruck form erzeugt werden soll, unmittelbar gegen über. In noch näher zu erörternder Weise ist der Kupferzylinder mit einer Gelatinelösung, der Chromkaliumsulfat zugesetzt worden ist, versehen worden: An dieser stark kle benden Schicht haftet bei Beginn der Über- tragung .die nach Fig. 7 schon etwas vom Träger 51 abgelöste Schicht 52 an und klebt fest.
Sobald die beiden Walzen in Umdre hung versetzt werden, löst sich die Schicht 52 ab, während der Schichtträger auf .dem Übertragungszylinder 5 verbleibt. Fig. 9 zeigt eine Phase aus. der Übertragung. Schliesslich schliessen sieh in Fig. 10 die bei den Kanten 44, 46i und 43, 45 zu einer ge meinsamen Verbindungslinie zusammen, wo mit die endlose Ätzdeckung auf dem Form zylinder 11 hergestellt worden ist. Diel Fig. 11 bis. 14 zeigen die Übertra gungsvorrichtungen im einzelnen.
Die eigent liche Übertragungsvorrichtung besteht aus zwei Säulen 1, 2, in denen sich Lager 3, 4 zur Aufnahme der Achse des Übertragungs zylinders 5 führen. Dieser besteh vorteil haft aus. Kautschuk und ist mit einer Spann vorrichtung, bestehend aus Wellen 6, auf den Wellen 6 aufgekeilten Schnecken 7, und Schneckenrädern 8 ausgerüstet. Mittelst der Wellen,6 wird der Träger der lichtempfind lichen Kolloidschicht fest um den Kaut schukzylinder 5 gespannt.
In .den Säulen 1, 2 befinden sich ausser den in der Höhe verschiebbaren Lagern 3, 4 zwei weitere Lager 9, 110 zur Aufnahme der zylinderförmigen Tiefdruckform 11. Die Höhenverstellung der Lager 3, 4 wird mit telst der Schnecken 12, 13 vorgenommen, welche in den Muttern 14, 15 geführt sind. Die Muttern 14, 15 sind fest mit den Säulen 1, 2 verbunden. Die Schnecken 12, 13 selbst tragen Kegelräder 16, 17, welche mit den Kegelrädern 18, 19 kämmen. Die Kegel räder 18, 19 sind auf einer Welle 20 be festigt, auf der sich ein Antriebsrad 2'1 be findet. Auch die Achse des Tiefdruckzylin ders 11 weist _ein Antriebsrad 22 auf.
Nachdem der Kupfertiefdruckzylinder 11 auf die beschriebene Art und Weise für die Übertragung durch den Überzug mit hydrophilen Kolloiden und Anfeuchtung derselben vorbereitet worden ist, wird der Übertragungszylinder 5, auf den vorher be reits die auf die Tiefdruckform 11 zu über tragende Schicht mittelst ihres Schicht trägers aufgespannt worden war, durch ent sprechende Verdrehung der Schnecken 12, 13 von Hand oder mechanisch über Antriebsrad 21 .der Tiefdruckform genähert.
Sobald ein genügender Kontakt zwischen den Zylindern 5 und 11 hergestellt worden ist, haftet die an den Rändern vom Schichtträger etwas losgelöste Schicht am Zylinder 11 an. In demselben Zeitpunkt beginnt die Umlauf bewegung -des Formzylinders 11, wiederum von Hand oder mechanisch hervorgerufen. Durch die Umlaufbewegung löst sich die Schicht vom Übertragungszylinder bezw. von. dem auf dem Übertragungszylinder ver bleibenden Schichtträger ab und zieht sich auf die Tiefdruckform 11 passgerecht auf.
Nachdem der Zylinder 11 eine Umlaufbewe gung vollführt hat, schliessen sich die Rän der der übertragenen Schicht schliessend an einander, womit die endlose Ätzdeckung in einem Arbeitsgang hergestellt ist. Nach Be freiung der Schicht von den nichtgegerbten Anteilen bezw. ohne diese Entfernung bei Benutzung des Umstandes, dass die gegerbten und ungegeibten Anteile der Ätzdeckung eine verschiedene Diffus.ions@geschwindigkeit des Atzmittels bewirken, kann. die Atzung in üblicher Weise vorgenommen werden.
Werden zum Antrieb der Antriebsräder 21 und 22 Elektromotoren verwendet, so kann man .diese durch eine Schaltvorrichtung so bedienen, dass die Annäherungsbewegung des Übertragungszylinders zum Tiefdruck zylinder 11 beendet wird, sobald der zur Anheftung der Schicht erforderliche Kon taktdruck hergestellt ist, worauf der Tief druckzylinder 11 selbsttätig angetrieben und die Umlaufbewegung beendet wird, sobald er eine Umdrehung durchgeführt hat.
Bei dem vorbeschriebenen Verfahren' ist man an die Verwendung von ihrer Unter lage leicht ablösbarer Kolloidschichten ge bunden. Anhand der Fig. 15 bis 21 wird im folgenden das zweite Verfahren erläutert, bei dem gleichfalls die Übertragung der Ätz- deckung in einem einzigen Arbeitsgang er folgt, jedoch die Verwendung der üblichen Pigmentpapiere ermöglicht ist.
Der Pigmentbogen., der in Fig. 16 dar gestellt ist, und der stets grösser zu nehmen ist als der Umfang des Kupferzylinders, auf dem die endlose Tiefdruckform erzeugt wer den soll, wird mit Passmarken versehen, wel che die Mitte des Bogens nach .dem Umfang und der Breite der Tiefdruckform anzeich nen. Man legt .den so angezeichneten Bogen, in dem also die Fläche 1, 2, 3, 4 genau der Oberfläche der endlosen Tiefdruckform ent spricht, genau auf die mit entsprechenden Passmarken versehene Kopiervorlage, .die in Fig. 15 dargestellt ist.
Hierauf wird die Kopie auf dem Pigmentbogen 5 (siehe Fig. 16) hergestellt. Nunmehr wird, von der Mittenanzeichnung ausgehend, die genaue Oberfläche der Tiefdruckform 1, 2, 3, 4 auf dem Pigmentbogen 5 angezeichnet. Es ent spricht also die Strecke 1, 4 bezw. 2, 3 ge nau dem Umfang des Kupferzylinders.
Nach dem man auf .diese Weise die Linien 1, 2 bezw. 3, 4 ermittelt hat, schneidet man, wie Fig..17 zeigt, das überstehende Stück 5' der Kopie auf der einen Seite mittelst der Vor richtung 6 vollständig weg, während auf der entgegengesetzten Seite entsprechend der Linie 4, 3 die Schicht 7 ohne Verletzung des Schichtträgers 8 durchgeschnitten wird. Es bleibt also, da der Pigmentpapierbogen auf der gleichen Seite nach der Linie 9, 10 be grenzt ist, ein Stück 5" übrig, das mit dem Teil 5 nur noch über den Schichtträger 8 zusammenhängt.
Hierauf wird, wie Fig. 1.8 veranschaulicht, die auf dem Stück 5" ver bliebene Pigmentschicht durch Überkleben mit Papier oder Überstreichen mit Lack zum Anhaften an die Tiefdruckform unfähig ge macht. Der auf diese Weise durch Durch schneiden der Schicht und Abdeckung 11 derselben gebildete Sicherheitsrand wird nun benutzt, um den Pigmentbogen 5 passgerecht in die Übertragungsvorrichtung, welche in Fig. 19! in der üblichen Ausführung darge stellt ist, einzuführen. In Fig. 19 bezeichnet dabei 12 die Kupfertiefdruckform, während 1.3 einen vorzugsweise aus. Kautschuk be stehenden Übertragungszylinder zeigt.
So bald sich die Übertragungsvorrichtung in Bewegung setzt, wird also Pigmentbogen 5, dessen Pigmentschicht durch Anfeuchten mittelst Wasserdampfes klebrig und haft fähig gemacht worden ist, passgerecht in die Übertragungsvorrichtung eingezogen. Sobald der Sicherheitsrand auf der andern Seite durchgetreten ist, haftet bereits die klebrig gemachte Pigmentschicht 7 auf dem Kupfer zylinder 12 an, so dass der Sicherheitsrand 5" nicht mehr erforderlich ist. Fig. 20 zeigt diese Phase .des Verfahrens.
Er wird somit nach Fig. 21, die einer Aufsicht auf Fig. 20 mit weggedachtem Kautschukzylinder 13 entspricht, entfernt, indem er beispielsweise abgerissen wird; zu diesem Zweck ist der Pigmentträger mittelst der Vorrichtung 6 nach der Linie '3, 4 leicht eingeritzt worden. Da die Länge- 1, 4 bezw. 3, 2 des Bogens genau .dem Umfang des Kupferzylinders ent spricht, schliessen sich also im weiteren Ver lauf des Übertragungsvorganges die Ränder 1, 2 und 4, 3@des Bogens 5 schliessend anein ander und bilden dabei die endlosa Tief druckform.
Selbstredend ist man nicht an die Bil dung des Sicherheitsrandes am Pigmentbogen selbst gebunden. Beispielsweise kann die in richtiger Grösse zugeschnittene Kopie mit einem derartigen Sicherheitsrand einseitig in der Weise beklebt werden, dass der Rand leicht ablösbar bleibt. Dieser Sicherheits rand wird, um ihn leicht ablösbar zu machen, beispielsweise vorher perforiert und nach dieser Massnahme durch die Anpresswalze der Übertragungsmaschine auf der Tiefdruck form, um den Anfang der Übertragung zu bilden, festgehalten. Die Übertragung er folgt nunmehr, beispielsweise durch An feuchten des Zylinders.
Sobald die Übertra gung begonnen hat, wird der Sicherheitsrand durch Abreissen entfernt, so dass sich nach stattgefundener Übertragung Anfang und Ende der Kopie in unmittelbarer Berührung befinden.
Wird nunmehr die auf .diese Weise her gestellte Übertragung entwickelt, so tritt leicht eine Unterspülung der Ränder an den Enden der Übertragung ein, welche eine un regelmässig schnelle Entwicklung der Rand partien gegenüber den andern Partien des Zylinders verursacht. Um diesen uner wünschten Einfluss der Unterspülung zu be seitigen, werden die sich berührenden Enden der Kolloidschicht zweckmässig vor dem Be ginn der Entwicklung gegen die Einwirkung des als Entwicklerflüssigkeit benutzten auf geheizten Wassers durch einen wasserfesten Überzug, beispielsweise aus Lack oder Kautschuk geschützt.
Nach genügender Ein wirkung des heissen Entwicklungswassers wird die Schutzschicht durch Lösungsmittel entfernt und die Entwicklung der Kopie zu Ende geführt. Hierauf wird die Ätzung in üblicher Weise vorgenommen.