CH150125A - Verfahren zur Herstellung eines wirksamen Schilddrüsenpräparates. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines wirksamen Schilddrüsenpräparates.

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CH150125A
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Ig Farbenindustrie Ag
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      Terfahren    zur Herstellung eines wirksamen     Schilddrüsenpräparates.       Die Richtigkeit der Annahme, dass das  von     Kendall    isolierte und von     Harrington     synthetisierte     Thyroxin    das wirksamste  Prinzip der Schilddrüse sei, ist in neuerer  Zeit verschiedentlich angezweifelt worden.  Dieser Zweifel ist dadurch begründet, dass  es nicht gelang, mit     Thyroxin    die Gesamt  heit der Wirkungen zu erzielen, welche von  natürlichem Hormon hervorgerufen werden.  Die volle     Schilddrüsenwirkung    besitzen bis  her nur aus der Drüse gewonnene eiweiss  haltige Präparate (Zeitschrift für die ge  samte experimentelle Medizin, 58, 624.

    Koch, Journal of     Biological        Chemistiy,    14,  101), wie beispielsweise das     Thyreoglobulin     Oswalds, das wirksamste bisher bekannte  Präparat.  



  Unsere Versuche haben nun ergeben,  dass' aus diesem von Oswald noch als ein  heitlich angesehenen,     Thyreoglobulin    be  nannten Produkt eine Isolierung verschiede  ner Eiweisskörper und damit     Herausschälung       der wirksamsten Substanzen gelingt, wenn  man nicht, wie seit Oswald üblich, mit glei  chen oder mehreren     Volumteilen    der ge  sättigten Salzlösung auf einmal fällt, son  dern den wässerigen     Schilddrüsenextrakt     einer fraktionierten Fällung mit höchstens  gleichen     Volumteilen    einer gesättigten wäs  serigen Lösung eines leichtlöslichen.

       eiweiss-          aussalzenden    Salzes unterwirft, wobei durch  diese Behandlung unter     Desaggregation    der       Einweissmoleküle    eine Zerlegung des bis  her als einheitlich angesehenen Eiweisskör  pers in einzelne, in ihrer Zusammensetzung  und Wirksamkeit verschiedene Fraktionen  erzielt wird. Die erhaltenen Niederschläge  werden abgetrennt. durch Dialyse von den  zur Fällung gebrauchten Salzen getrennt.  und aus dieser Lösung wird dann der wirk  same Stoff in bekannter Weise, beispiels  weise durch Verdampfen des     Dialysates    im  Vakuum, isoliert.

   Man führt die Fällung       beispielsweise    in der Weise durch, dass man      die wässerigen Extrakte der Schilddrüse mit  gesättigter     Ammoniumsulfatlösung    in nur  kleinen Teilen versetzt und die jeweils aus  fallenden Produkte durch Filtration entfernt.  Es lassen sich aber auch andere Salze, wie  beispielsweise Zinksulfat,     Magnesiumsulfat,          Dimethylaminchlorhydrat,        Diäthylaminchlor-          hydrat,    andere     Di-,        Tri-    oder     Tetraalkyl-          ammoniumsalze    und dergleichen, verwenden,  soweit sie leicht wasserlöslich sind.

   Die       Wasserstoffionenkonzentration    kann ver  schieden sein; doch arbeitet man zweckmässig  bei der in den Extrakten vorliegenden Kon  zentration.  



  Wie vergleichende Versuche ergeben ha  ben, zeigt zum Beispiel die erste Fraktion,  am Stoffwechsel gemessen, ungefähr ein  Viertel bis ein Drittel der     Thyr        oxinwirkung.     Da der     Jodgehalt    dieser Fraktion nur etwa  1 % von dem des     Thyroxins    beträgt, so ist  es mit diesem Produkt möglich, eine dem       Thyroxin    gegenüber weitaus gesteigerte Wir  kung, berechnet auf den     Jodgehalt,    zu er  zielen.

   Die Wirkung der Produkte unter  scheidet sich aber auch qualitativ von der  jenigen des     Thyroxins,    insofern nämlich,  als der Einfluss auf die Metamorphose     gegen-          iiber    dem des     Thy        roxins    stark reduziert ist.     Es     liegen mithin ganz anders geartete Körper vor.  



  Gegenstand dieses Patentes ist ein  Verfahren zur Herstellung eines wirksamen       Schilddrüsenpräparates    aus wirksamen     Schild-          drüsenextrakten    durch Fällen mit einer  gesättigten     Lösung    eines leichtlöslichen,       eiweissaussalzenden    Salzes, dadurch gekenn  zeichnet, dass man die Fällung fraktioniert  mit höchstens ungefähr dem gleichen     Volum-          teil    einer gesättigten Salzlösung, bezogen  auf die Menge des angewandten Extraktes,  vornimmt,

   die jeweils erhaltenen Nieder  schläge abtrennt und durch Dialyse von  den zur Fällung verwendeten Salzen     trennt     und aus der hierbei entstehenden wässerigen  Lösung der wirksamen Substanz diese ab  scheidet.  



       Beispiele:     1. In üblicher Weise gewonnene Schild  drüsenextrakte, zum Beispiel durch Ver-         wendung    von 15 Liter Wasser auf 1000 Drü  sen, werden erstmalig, nachdem ihre     Wasser-          stoffionenkonzentration    bestimmt ist, mit  bezüglich der     Wasserstoffkonzentration    gleich       eingestellter    gesättigter     Ammoniumsulfat-          lösung    im Verhältnis 45     Volumteile    auf  100     Volumteile        Extraktlösung    versetzt, der  entstandene Niederschlag wird abgetrennt.

    Zum klaren Filtrat wird so viel     Ammonium-          sulfätlösung        gegeben,    dass auf 100 Teile  Stammlösung 60     Volumteile        Ammoniumsul-          fatlösung    kommen. Nach abermaliger Ent  fernung des Niederschlages erhöht man     irn     Filtrat die     Ammoniumsulfatkonzentration     auf 80     Volumprozent    gesättigter Lösung  pro Stammlösung. Die gewonnenen,     Ammo-          niumsulfatlösung    enthaltenden Niederschläge  werden dialysiert.. Hierbei geht der Nieder  schlag der wirksamen Substanz und das Am  moniumsulfat in Lösung.

   Da     lediglich    das       Ammoniumsulfat    und nicht die Lösung der  wirksamen Substanz durch die     Membran    des       Dialysators    diffundiert, wird auf     diese    Weise  die wirksame Substanz vom     Ammoniumsulfat     befreit. Aus der so gereinigten Lösung der  wirksamen Substanz wird diese in bekannter  Weise isoliert.  



  2. 20 kg Schilddrüsen werden mit  40 Liter Wasser unter Zimmertemperatur  mehrere Stunden extrahiert. Durch     Colieren     wird ein trüber Saft gewonnen, der in der  Zentrifuge geklärt wird. Dieser Saft wird  mit neutraler gesättigter     Ammoniumsulfat-          lösung    gefällt. Zunächst werden je nach  Ausfall des     Vorversuches    40 bis 45 Teile  Lösung zu 100 Teilen Extrakt gegeben und  der sich bildende Niederschlag entfernt. Im  Filtrat wird die Konzentration der Salz  lösung so weit erhöht, dass 60     Volumteile    ge  sättigter     Ammonsulfatlösung    auf 100 Teile  Stammextrakt vorhanden sind.

   Der so er  haltene Niederschlag wird durch Umfällen  gereinigt und, wie im Beispiel 1 beschrieben,  dialysiert. Die gereinigte Lösung der wirk  samen Substanz wird durch Fällung oder  Eindampfen zur Trockne gebracht.     Im-Fil-          trat    der     60:100-Fällung    bleiben noch An-      teile des Eiweiss zurück, die weniger wirk  sam sind.  



  3. 5 kg gefrorene Hammelschilddrüsen  werden nach dem Mahlen mit 10 Liter Was  ser von ungefähr<B>10'</B> unter Rühren einige  Stunden extrahiert. Durch     Colieren    und  Zentrifugieren wird der Extrakt gereinigt  und mit gesättigter     Zinksulfatlösung    bis zum       Beginnen    der Niederschlagsbildung versetzt.  Diese erste Fällung wird entfernt, und dann  erneut Zinksulfat hinzugefügt, so dass jetzt  auf 100 Teile Stammlösung insgesamt  70 Teile     Zinksulfatlösung    kommen, und der  Niederschlag isoliert. Im Filtrat bleiben we  niger wirksame und jodärmere     Produkte    zu  rück.

   Der Niederschlag wird in der in den  vorhergehenden Beispielen erläuterten Weise  umgefällt und     dialysiert.    Aus der so ge  reinigten Lösung der wirksamen Substanz  wird diese durch Fällung oder Eindampfen  abgeschieden.  



  4. 20 kg Schweineschilddrüsen werden  mehrere Stunden einmal mit 40 Liter Wasser.  dann noch mit 20 Liter Wasser bei Tem  peraturen unter 15   extrahiert. Die Ex  trakte werden mit einer Lösung von     Di-          methylaminchlorhydrat    in Wasser 4:1 in  der Weise versetzt, dass zunächst 20 Teile  Lösung zu 100 Teilen Extrakt hinzugefügt  werden. Der geringe Niederschlag wird ent  fernt, und nun wird zum Filtrat so viel  Salzlösung hinzugefügt, dass 60 Teile der  konzentrierten     Dimethylamino-chlorhydrat-          lösung    auf 100 Teile Stammextrakt vor  handen sind. Die so gewonnene Fraktion des       Thyreoglobulins    wird durch Abtrennen des  erhaltenen Niederschlages, Dialyse und Fäl  lung isoliert.  



  5. 20 kg Rinderschilddrüsen werden mit  kochsalzhaltigem Wasser in gleicher Weise  wie in Beispiel 3 extrahiert und mit einer  konzentrierten Lösung von     DiäthyIamin-          Chlorhydrat    versetzt. Die     Abscheidung,    die  bei Zusatz von 20 bis 25 Teilen der Salz  lösung eintritt, wird entfernt,     zum.Filtrat     so viel der     konzentrierten    Salzlösung hinzu  gefügt, dass 70 Teile konzentrierter Lösung  pro 100 Teile Stammextrakt zugegen     sind,       und die Fällung durch Dialyse von dem zur  Fällung verwendeten Salz gereinigt und zur  Trockne gebracht.  



  Die so erhaltene Substanz ist ein Ei  weisskörper vom Charakter einer     Jod-          albumose,    deren Jodgehalt 0,6 bis 0,8/o be  trägt. Sie ist in reinem Wasser kolloidal  löslich und gibt zum Beispiel in 1 %     ige,-          Konzentration    eine schwach grünstickige Lö  sung. Ihre Wirksamkeit im Tierversuch ist  ungefähr ein Drittel der gleichen Gewichts  menge     Thyroxin,    .so dass also der geringe  Jodgehalt hier ausserordentlich viel aktiver  ist.

   Sie unterscheidet sich von den ab  getrennten     Begleitstoffen,    die im     Thy        reo-          globulin    nach Oswald noch zusammen aus  gefällt sind, durch den     Jodgehalt,    der  bei den Restprodukten nur zirka 0,4% be  trägt, deren Wirksamkeit auch viel ge  ringer ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines wirk samen Schilddrüsenpräparates aus wirk samen Schilddrüsenextrakten durch Fällen mit einer Lösung eines leichtlöslichen, ei weissaussalzenden Salzes, dadurch gekenn zeichnet, dass man die Fällung fraktioniert mit höchstens ungefähr dem gleichen Volurn- teil einer gesättigten Salzlösung, bezogen auf die Menge des angewandten Extraktes, vornimmt, die jeweils erhaltenen Nieder schläge abtrennt und durch Dialyse von den zur Fällung verwandten Salzen trennt und aus der hierbei entstehenden wässerigen Lösung der wirksamen Substanz diese ab scheidet.
    Die so erhaltene Substanz ist ein Ei weisskörper vom Charakter einer Jod- albumose, deren Jodgehalt 0,6 bis<B>0,8%</B> be trägt. Sie ist in reinem Wasser kolloidal löslich und gibt zum Beispiel in 1 % iger Konzentration eine schwach grünstickige Lö sung. Ihre Wirksamkeit im Tierversuch ist ungefähr ein Drittel der gleichen Gewichts menge Thyroxin, so dass also der geringe Jodgehalt hier ausserordentlich viel aktiver ist.
    Sie unterscheidet sich von den ab- getrennten Begleitstoffen, die im Thyreo- globulin nach Oswald noch zusammen aus gefällt sind, durch den Jodgehalt, der bei den Restprodukten nur zirka 0,4% be trägt, deren Wirksamkeit auch viel ge ringer ist. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man eine konzen- trierte Ammoniumsulfatlösung zur Fällung verwendet. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man auf 100 Teile Schilddrüsenextrakt 60 bis 70 Teile einer konzentrierten Ammoniumsulfatlösung an wendet.
CH150125D 1929-02-28 1930-02-11 Verfahren zur Herstellung eines wirksamen Schilddrüsenpräparates. CH150125A (de)

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