vorrichtane zur Gewinnung von Emanation und Abfüllen derselben in Behältnisse, Kapillaren usw. Für medizinische und wissenschaftliche Zwecke besteht das Bedürfnis, die Emana tion, die ja bekanntlich ein Zerfallsprodukt des Radiums ist, vom Radium abzutrennen und in Behältnissen aufzufangen und zu ver schliessen. Mit den so gewonnenen Emana- tionspräparaten werden Bestrahlungen vor genommen.
Die Bestrahlung (es handelt sich meistens um Bestrahlungen von Krebs geschwülsten) wird in der Weise vorgenom men, dass entweder das Emanationspräparat von aussen an das pathologische Gewebe an gelegt wird, oder die Emanation in dünne Kapillaren eingebracht wird, und diese in das kranke Gewebe eingespickt werden. Für diese Spickmethode ist es naturgemäss wich tig, die Emanation in räumlich konzentrier ter Form herzustellen, da sonst die Kapil laren zu dick würden.
Die Herstellung von Emanationspräparaten, insbesondere der letztgenannten Emanationskapillaren, geschah bisher mittelst der sogenannten Emana.tions- pumpen. Die Schwierigkeit der räumlichen Konzentrierung von Emanation liegt darin. dass letztere stets mit Fremdgasen sehr stark verdünnt ist, die vom Radiumpräparat unter der Einwirkung der radioaktiven Strahlung abgegeben werden. Mit Hilfe der Emanations- pumpen wurde die Emanation von den ver unreinigenden Gasen auf chemischem oder physikalischem Wege befreit..
Es war dann möglich, :die Emanation in die Kapillaren hineinzubringen. Emanationspumpen stellen sehr komplizierte Hochvakuumapparaturen dar. Ihre Bedienung ist mit grossen Schwie rigkeiten verbunden. Sie kann nur von einem vakuumtechnisch ausgebildeten Personal ge handhabt werden.
Ausserdem arbeiten die Emanationspumpen nur dann einigermassen rationell, wenn man sehr grosse Radium mengen anwendet (500 bis 1000 mgr). Die Gewinnung von Emanation war daher nur , -t .n wenigen Stellen möglich. Es bestand schon lange der Wunsch, -Emanation -in einfacherer Weise als bisher an zahlreichen Stellen zu gewinnen.
Die vorliegende Erfindung zeigt eine Lö sung dieser Aufgabe, welche eine Vorrich tung zur Gewinnung von Emanation und Abfüllen derselben in Behältnisse, Kapilla,- ren usw. umfasst, wobei letztere mit einer stark absorbierenden Substanz gefüllt sind, das Volumen des Radiumpräparates mög lichst klein gewählt ist im Verhältnis. zum Volumen des zu füllenden Behältnisses, die beiden Teile voneinander durch ein gasdurch lässiges Filter getrennt und tote Volumina in den beiden genannten Teilen möglichst vermieden sind.
Eine solche Vorrichtung zur Gewinnung von Emanation und Abfüllen derselben in Behältnisse, Kapillaren usw. ist beispiels weise in der Zeichnung dargestellt.
Die mit einem festen Absorptionsmittel. zum Beispiel Kohle oder Silikagel, gefüllte Kapillare 1 ist mittelst einer Fassung, die aus den einzelnen Teilen<I>g, f</I> und<I>d</I> be steht, wobei unter g .ein Dichtungsring h' eingelegt ist, möglichst - liftdicht auf dem Teil a der Vorrichtung aufgeschraubt.
Zwi schen Kapillare und Radiumpräparat i, wel ches sich in dem Kanal b des Teils a be findet, ist eine als Filter dienende gasdurch lässige Wand h angeordnet, zum Beispiel aus Asbestpapier, welche die gasförmige Ema nation durchlässt, dagegen das kostbare Ra diumpräparat gegen Herausfallen schützt, so dass dies nicht verloren gehen kann. Gleichzeitig verhindert diese Wand la gegen seitige Verunreinigung des Raumes für das Radiumpräparat i und des Innenraumes der Kapillare 1.
Mittelst des beweglichen Stem pels k ist es möglich, das Radiumpräparat <I>i.</I> durch Druck auf einen möglichst kleinen Raum zusammenzupressen. Diesem Punkte kommt besondere Wichtigkeit zu, indem das Volumen des emanierenden Radiumpräpara- tes zum Volumen des zu füllenden Behält nisses, beziehungsweise der Kapillare nicht allzu gross, sondern möglichst klein sein muss, da sonst ein zu grosser Teil der Emanation im Radiumpräparat verbleibt und die Aus beute sinkt.
Die Verschraubung c dient zum Abschluss des ganzen Apparates. Vorteilhaf- terweise wird der freibleibende Teil des Ka nals b mit Wachs oder Paraffin ausgefüllt. um jeglichen Verlust an Emanation zu ver hindern.
Die Gewinnung bezw. das Abfüllen der Emanation geschieht nun in der Weise, dass man den konischen Kopf f, in den die Ka pillare l eingekittet ist, in den Apparat ein setzt und mittelst des Dichtungsringes h.' und der Kappe g luftdicht festschraubt. Nunmehr überlässt man die Apparatur sich selbst, bis die erforderliche Emanations- menge entstanden ist.
Sodann schneidet man mittelst einer Zange die Kapillare von ihrem Träger, dem Kopf f, ab. Vorteilhafterweiae bestehen die Kapillaren aus Goldröhrchen von etwa 0,5 mm innerem Durchmesser und 0,1 mm Wandstärke, welche sich für die erwähnte Spickmethode besonders eignen. Mit Hilfe der dargestellten Vorrichtung ist es möglich, Ausbeuten von 90%,sogar von <B>95%</B> der insgesamt vom Radiumpräparat er. zeugten Emanation zu erreichen. Selbstver ständlich kann statt einer Kapillare ein an-.
ders geformtes Behältnis benützt und mit Emanation gefüllt werden.
Da die Emanation ein Produkt von ge ringer Lebensdauer darstellt (3,8 Tage Halb wertzeit) ist ein Transport der Emanation über längere Strecken nicht möglich. Die Herstellung der Emanation muss daher an demselben Ort erfolgen, wo die Verwertung stattfindet. Mit den bisherigen äusserst kom plizierten teuren und zerbrechlichen Ema- nationspumpen war die Herstellung der Ema nation an bestimmte Stellen gebunden. Da gegen gestattet die beschriebene Vorrichtung die Emanationsgewinnung überall durchzu führen, wo Emanation gebraucht wird, da die Apparatur so zuverlässig und so einfach arbeitet, dass sie auch in Händen von Nicht physikern ohne weiteres funktioniert.
Es sei noch betont. da.ss die neue Vorrichtung mit beliebiger Radiummenge arbeiten kann. Man ist also nicht mehr genötigt, wie es bei den Emanationspumpen der Fall war, Radium mengen von 500 bis 1000 mgr anzuwenden. Die Gewinnung von Emanation ist somit auch kleinen Krankenanstalten und Privat ärzten ermöglicht.
Die bisher bekannten, stark emanierenden, trockenen Radiumpräparate besitzen eine so grosse Menge von Trägersubstanz (Eisen, Thorium etc.), dass das Volumen dieser Prä parate für den vorliegenden Zweck zu gross ist. Bei Anwendung dieser Präparate würde ein zu grosser Teil der Emanation im Ra diumpräparat verbleiben. Es ist deshalb not wendig, für den vorliegenden Zweck emanie- rende Trockenpräparate mit weniger Träger substanz als bisher herzustellen. Nach Hahn wurde die Trägersubstanz so gewählt, dass auf ein Atom Radium etwa 100 Atome Eisen oder Thorium oder einer andern Träger substanz genommen wurden.
Für den vor liegenden Zweck sind konzentrierte Präparate vorgesehen, bei welchen auf ein Atom Ra- dium nur etwa 1,0 bis 30 Atome Eisen kom men. Die Vorrichtiwg funktioniert natürlich auch mit verdünnten Präparaten; aber es ist nicht vorteilhaft, solche verdünnten Prä parate anzuwenden, da. dann ein grosser Teil der Emanation im Radiumpräparat verbleibt und für die Ausnutzung verloren geht.