CH150627A - Verfahren zur Aufbereitung von Rohdünger, welcher durch Aufschluss von Phosphorit mit Salpetersäure erhalten wird. - Google Patents
Verfahren zur Aufbereitung von Rohdünger, welcher durch Aufschluss von Phosphorit mit Salpetersäure erhalten wird.Info
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Description
Verfahren zur Aufbereitung von Rohdünger, weleher dureh Aufsehluss von Phosphorit mit Salpetersäure erhalten wird. Das bisher für die Herstellung von Phos- ph orsäuredüngern vorwiegend ausgeübte Ver fahren, die Phosphorite mit Schwefelsäure aufzuschliessen, wird heute in zunehmendem Masse verdrängt durch die Methode des Auf schlusses mit Salpetersäure, wobei ein we sentlieh wertvollerer Mischdünger erhalten wird.
Beide Aufschlussverfahren liefern in erster Phase halbflüssige heisse Massen, wel che erst in einem anschliessenden Aufberei tungsprozess in den eigentlichen streubaren Dünger übergeführt werden. Während beim Superphosphatverfahren durch einfaches Er starrenlassen relativ lockere, leicht zerteilbare Massen resultieren, bilden die erstarrten Sal petersäureaufschlüsse sehr harte Produkte, deren weitere Aufbereitung Bekannterweise durch Brechen und Mahlen erfolgen muss.
Diese Aufbereitungsart der Salpetersäure aufschlussmasse schliesst eine Reihe von Übel- ständen in sich, welche durch die vorliegende Erfindung behoben werden.
Die Übelstände ergeben sich einmal dar aus, dass die frischen Aufschlussmassen erheb liche Mengen von Salpetersäuredämpfen aus stossen, wodurch nicht nur eine schwere Be lästigung des Personals entstehen kann, son dern auch Mauerwerk und Eisenkonstruktion stark in Mitleidenschaft gezogen werden, so dass für die Ablagerung besonders geschützte Räume .erforderlich werden.
Sodann vollzieht sich in den Aufschlussmassen die Abkühlung und Erstarrung sehr langsam wegen der auf tretenden Kristallisationswärme, so dass ver hältnismässig grosse Erstarrungsräume zur Verfügung gehalten werden müssen. Dazu kommt, dass bei grösserer Produktion die ein zelnen Chargen in den Ersta.rrungsräumen miteinander verschweissen, so dass zusammen hängende ausgedehnte Massen entstehen, wel che einerseits im Innern sehr langsam ab kühlen und erstarren und anderseits nach dem Erstarren wegen ihrer grossen Härte schwie rig zerteilbar sind.
Es wurde nun gefunden, dass diese Schwierigkeiten der Aufbereitung des Sal petersäureaufschlusses von Phosphoriten da durch behoben werden können, dass das tei gige zirka. 60 warme Aufsehlussprodukt mit bereits erkaltetem, jedoch zerteiltem, zweck mässig staubfein gemahlenen Material selbst durch Umhüllen und Vermischung gekühlt wird. Für diese Kühlung mit dem Endpro dukt selbst kann entweder besonders für die sen Zweck gemahlenes Material verwendet werden, zweckmässig ist es jedoch hierbei von dem Anfall an Mahlstaub Gebrauch zu machen, der sich bei der endgültigen Zerklei nerung des Materials auf passende Korngrösse ergibt.
Das in diesem Sinne zur Kühlung der frischen Aufschlussmassen dienende zerklei nerte Endprodukt wird im folgenden mit dem Ausdruck Staub bezeichnet, womit jedoch keine prinzipielle Beschränkung hinsichtlich des Zerteilungsgrades ausgedrückt sein soll.
Die Wirkung der Behandlung des fri schen Materials mit kaltem Staub ist eine mehrfache. Eine erste Wirkung besteht na türlich in der Kühlung, wobei nicht allein die Reaktionswärme, sondern auch die Kri- stallisationswärme in beschleunigtem Tempo abgeführt werden kann, so dass eine rasche Erstarrung des Materials zustande kommt und zugleich ein Zusammenkleben zu grö sseren harten Massen vermieden werden kann.
Die Erstarrung wird hierbei nicht allein durch die Kühlung begünstigt, sondern auch durch dis Keimwirkung des aus einzelnen Kristallfragmenten bestehenden Staubes. Weiter hat sich .gezeigt, dass die Vermischung bezw. Umhüllung der frischen Produkte mit Staub die Abgabe von Salpetersäuredämpfen so gut wie vollständig unterdrückt, so dass die Massen nach der Staubbehandlung ohne jede Belästigung des Personals und ohne schädliche Einwirkung auf Mauerwerk und Konstruktionsteile offen gelagert werden können.
Für die praktische Durchführung des vor erwähnten Verfahrens wurden die folgenden Verfahrensweisen als zweckentsprechend be funden, ohne dass jedoch die Erfindung hier auf beschränkt ist.
Die frische halbflüssige Rohmasse kann nach dem Entfernen aus dem Aufschluss- appa-rat, welcher beispielsweise ein Knet- werk sein kann, in grössere Klumpen unter teilt werden, worauf diese mit Staub um hüllt werden, gegebenenfalls unter gleich zeitigem Durchkneten.
Diese Operation kann in irgend einem passenden Mischwerk durchgeführt werden. Zweckmässig wird jedoch hierbei eine Dreh trommel verwendet, in welche die frische Masse und der Staub zusammen eingetragen werden, wobei durch Drehung der Trommel bei geeigneter Schieflage derselben oder durch bewegende Armaturen im Innern der Trommel die Umhüllung und Vermischung der Rohmasse mit Staub und deren konti nuierliche Förtschaffung bewirkt wird. Ge gebenenfalls kann im Innern der Trommel auch eine zerteilend wirkende Vorrichtung angebracht werden, welche unter Umständen ausser der Zerteilung auch zugleich die Fort schaffung bewirken kann.
Eine solche Zer- teilwirkung kann, beispielsweise erzielt wer den durch eine in der Drehtrommel umlau fende mit Messern besetzte Welle. Die aus der Drehtrommel austretenden Masseklumpen. die durch die geschilderte Behandlung mit Staub bezw. durch Einverleibung von sol chem mindestens oberflächlich gekühlt und dadurch teilweise zur Erstarrung gebracht sind, können, da sie keine schädlichen Dämpfe mehr abgeben, ohne besondere Vorsichtsmass regeln zum Zwecke der vollständigen Erstar rung offen in beliebigen Räumen gelagert werden.
Hierbei wirkt sich die Staubbehand lung, wie bereite erwähnt, noch dadurch be sonders günstig aus, da.ss ein Zusammen kleben der einzelnen Klumpen vermieden wird. Es wird somit, durch das. Erstarren zugleich der Vorteil erreicht, dass eine Vor zerkleinerung an der noch plastischen Masse durchgeführt werden kann, was naturgemäss leichter durchführbar ist, als nach vollzogener Erstarrung.
Die Vorzerkleinerung im noch plastischen Zustande kann nun mit der Staubbehandlung verknüpft werden, wobei prinzipiell der Grad dieser gleichzeitig mit der Staubbehandlung durchzuführenden Zerteilung ein beliebig hoher sein kann.
Es kann bei Anwendung von ausreichen den Mengen von Kühlstaub die Erstarrung bei gleichzeitiger Zerteilung so rasch bewirkt werden, dass das Material aus der Behand lungsapparatur zum grössten Teil mit dem endgültigen Zerteilungsgrade (Korngrösse) austritt. Gegebenenfalls kann hierbei die Wirkung des Staubes noch durch weitere an sich bekannte Kühlmassnahmen erhöht wer den, beispielsweise durch Einführung kalter Luft oder anderer Gase, durch Kühlung der Behandlungsapparatur und ähnliche Mittel.
Das hierbei aus dem Behandlungsapparat austretende Material kann entweder direkt nach dem Austritt oder gegebenenfalls nach einer anschliessenden weiteren Kühlung durch an sich bekannte Mittel, beispielsweise durch Sieben oder mittelst eines Windsicht apparates entsprechend den gewünschten Korngrössen separiert werden, wobei es sich als zweckmässig erweist, das zu feine und das zu grobe Material neuerdings mit der frischen Aufschlussmasse zusammen dem Be handlungsapparat zuzuführen. Auch für diese Ausführungsweise des Verfahrens, wobei weitgehende Zerteilung der Aufschlussmasse im plastischen Zustand verknüpft wird mit der Staubbehandlung, können prinzipiell sehr verschiedene, zum Teil bekannte Vorrichtun gen herangezogen werden.
Als besonders zweckmässig hat sich auch für diese Ausführungsform die Behandlung des Materials in einer Drehtrommel erwiesen. Die weitgehende Zerteilung des Materials bei gleichzeitigem Durcharbeiten mit Staub kann hierbei beispielsweise dadurch erzielt werden, dass in der Trommel eine mit scheibenför migen Messern besetzte Welle umläuft. Diese Messerwelle kann dabei eine durch be- sonderen Antrieb bewirkte Drehbewegung erhalten oder aber deren Drehung wird in einfacherer Weise durch blosse Mitnahme durch die Drehtrommel bewirkt.
Die folgenden Beispiele zeigen die prak tische Anwendung des vorbeschriebenen Ver fahrens: Beispiel 1: In einem Knetwerk wird durch Behand lung von Phosphorit mit Salpetersäure eine plastische Masse erzeugt, welche nach ihrem Austritt aus dem Knetwerk zusammen mit Staub der Behandlungstrommel zugeführt wird. Diese Zuführung erfolgt in gleich mässiger Weise durch eine Schnecke.
Das Material wird in der Drehtrommel durch eine Messerwelle einer gewissen Zer teilung unterzogen, verlässt jedoch die Trom mel vorzugsweise in Klumpen von zum Bei spiel Faustgrösse, welche durch die Stauh- behandlung; oberflächlich ziemlich weit gehend abgekühlt und erstarrt sind. Dieses Material ist nach kurzer Lagerung von eini gen Stunden an der Luft zur weiteren Ver arbeitung durch Brechen und Mahlen bereit.
<I>Beispiel 2:</I> Nach Durchführung des Aufschlusses, analog Beispiel 1, wird das Material gege- benenàlls nach Passieren eines Vorzerklei- nerers ebenfalls einer Drehtrommel zuge führt, an deren obern Ende sie mit Staub zusammentrifft. Die Zerkleinerung des Ma terials und Durchmischung mit Staub wird jedoch weiter getrieben wie in Beispiel 1, nämlich so, dass das Material innerhalb kur zer Zeit weitgehend zum Erstarren gebracht wird und die Trommel zu einem grossen Teil in richtiger Korngrösse verlässt. Dieses Korn wird in einem Windsichter von dem Über schuss an Staub und zugleich von dem nicht so weitgehend zerkleinerten Anteil getrennt.
<I>Beispiel 3:</I> Das Aufachlussmaterial wird, ähnlich wie in Beispiel 2, in einer ersten Drehtrommel durch Staub weitgehend gekühlt und gleich- zeitig zerteilt. In einer zweiten Drehtrom mel ohne besondere Zerteilvorrichtung wird es gekühlt, gegebenenfalls unter Anwendung von kalter Luft; in einer dritten, wieder mit Zerkleinerungsvorrichtung ausgerüsteten Drehtrommel wird es einer weiteren Zer teilung unterzogen, bis zur Erreichung des passenden Zerteilungsgrades. An Stelle der Kühltrommel kann auch ein Transportband zur Anwendung kommen, auf welchem das bereits weitgehend zerkleinerte Material in dünner Schicht ausgebreitet, in kurzer Zeit weitgehend erstarrt.
Falls es nicht zweckmässig erscheint, einen ausreichenden Überschuss an Staub am Ein tritt der Behandlungsapparatur zuzuführen, so kann ein etwaiges Zusammenbacken des noch plastischen Kornes beim Austritt aus der Apparatur dadurch vermieden werden, dass an dieser Stelle eine weitere Zufuhr von Staub erfolgt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Aufbereitung eines Roh düngers, erhalten beim Aufschluss von Phos phoriten mit Salpetersäure, dadurch gekenn zeichnet, dass die Zerteilung der Aufschluss masse während der Erstarrung im plasti schen Zustande vorgenommen wird, wobei zur Erzielung einer raschen Abkühlung und zur Beförderung der Kristallisation, sowie zum Verhindern des Wiederzusammenklebens der getrennten Partikeln, die Zerteilung in Ge genwart von bereits erkaltetem und erstarr tem, in genügend feinem Verteilungszustande befindlichem Material derselben Art vorge nommen wird, derart,dass ein fortgesetztes Umhüllen der bei der Zerkleinerung der Auf schlussmasse losgetrennten Stücke mit dem feinen Material erzielt wird. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Behand lung der Aufschlussmasse mit Staub und die gleichzeitige Zerkleinerung soweit geführt werden, dass ein grösserer Teil des gesamten Materials direkt in einer für den praktischen Crebrauch zweckmässigen Korngrösse anfällt. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch. 1, dadurch gekennzeichnet.dass die Behandlung der Aufschlussmasse mit Staub in mindestens einer Drehtrom mel vorgenommen wird. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 und \?, dadurch ge kennzeichnet, dass die Behandlung der Aufschlussmasse mit Staub in mindesten einer Drehtrommel vorgenommen wird, wobei eine gleichzeitige Zerteilung in der Trommel durch eine mit schneidenden Werkzeugen ausgerüstete Vorrichtung erzielt wird. 4.Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 3, dadurch ge kennzeichnet, da.ss die durch Staub be wirkte Kühlung der Aufschlussmasse un terstützt wird durch Kühlung mit einem kalten Gasstrom. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 4, dadurch ge kennzeichnet, dass nach einer mit gleich. zeitiger Zerteilung verbundenen Behand lung mit Staub in einer zweiten Appa ratur eine Kühlung vorgenommen wird, an welche. anschliessend eine weitere Zer teilung der Masse erfolgt. 6.Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis<B>5,</B> dadurch ge kennzeichnet, dass nach einer mit gleich zeitiger Zerteilung verbundenen Behand lung mit Staub in einer zweiten Appa ratur eine Kühlung vorgenommen wird. an welche anschliessend eine weitere Zer teilung der Masse unter Zugabe weiterer Mengen von Staub erfolgt. 7. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 6, dadurch ge kennzeichnet, dass nach einer mit gleich zeitiger Zerteilung verbundenen Behand lung mit Staub in einer zweiten Appa ratur eine Kühlung durch kalte Gase vor genommen wird, und die Masse darauf unter Zugabe von weiteren Mengen Staub einer weiteren Zerteilung unterworfen wird. 8.Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 7, dadurch ge kennzeichnet, dass nach einer mit gleich zeitiger Zerteilung verbundenen Behand lung mit Staub in einer zweiten Appa ratur eine Kühlung durch kalte Flächen vorgenommen wird, und die Masse dar auf unter Zugabe von weiteren Mengen Staub einer weiteren Zerteilung unter worfen wird. 9. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 8, dadurch ge kennzeichnet, dass die Hauptmenge der Aufschlussmasse nur soweit mit Staub gekühlt wird, dass eine grobstückige Zer kleinerung der Aufschlussmasse ohne nachheriges Wiederzusammenkleben er möglicht ist. 10.Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 8. dadurch ge kennzeichnet, dass die Aufschlussmasse in der Behandlungsapparatur mit einem Überschuss von Staub zusammengebracht wird. 11. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 bis 8 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass das aus der Appa ratur austretende zerteilte, kleinstückige Material neuerdings mit. Staub zusam mengebracht wird.
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