Verfahren zum Betrieb elektrischer Verteilungsnetze. Zur Fernbildübertragung sind bezüglich der Abtastung des Bildes zwei Verfahren bekannt. Das eine Verfahren arbeitet etwa so, dass die zu übertragende Schrift oder Zeichnung mit elektrisch leitender Tinte auf ein Blatt geschrieben oder gezeichnet wird. Mittelst eines Kontaktstiftes wird dieses Bild elektrisch abgetastet.
Auf der Emp fangsseite wird ein entsprechender Kontakt stift über ein auf eire Trommel auf- gespanntes Blatt Papier. geführt, das so im prägniert ist, dass ein Stromdurchgang durch das Papier eine Farbveränderung hervorruft. Das zweite Verfahren arbeitet grundsätzlich in der gleichen Weise.
Der Unterschied be steht nur darin, dass das Bild oder die Zeich nung von einer Selen.zelle abgetastet wird und an der Empfangsstelle lichtempfind liches Papier entsprechend den. von der Selenzelle ausgehenden Stromstössen bezw. -schwankungen belichtet wird. Gemäss der Erfindung lassen sich diese bekannten Verfahren zum Betrieb elek trischer Verteilungsnetze verwenden, indem von den einzelnen Schaltungen in dem Ver teilungsnetz Bilder an einer Stelle hergestellt werden und diese Bilder mit Mitteln der Bildübertragung an eine andere Stelle über mittelt werden.
Vorzugsweise wird das erst genannte Verfahren verwendet, hei dem das aus elektrisch leitenden Strichen hergestellte Bild mittelst eines Kontaktstiftes elektrisch abgetastet wird.
Da es sich stets um, dasselbe Verteilungs netz handelt, in dem Schaltungen vorgenom men werden sollen, ist es nicht erforderlich, immer wieder dasselbe Schaltungsbild aufzu zeichnen, welches zum Zwecke von Schalt massnahmen jedesmal nur anders kombiniert wird. Man kann daher Blätter, auf denen die Linienführungen des Netzes aufgezeich net sind, voll Fall zu Fall derart ergänzen, dass die Teile der Linienführungen, welche jeweils zu schaltende oder geschaltete Lei tungsstrecken darstellen, gegenüber den übrigen Teilen der Linienführungen ver ändert werden und die so entstandenen Schaltbilder auf ähnliche Blätter der Emp fangsstelle übertragen, auf denen die Linien führungen ebenfalls vorgezeichnet sind.
Auf diese Weise kann man sowohl Kommandos von der einen Stelle zur andern, als auch umgekehrt Rückmeldungen über ausgeführte Kommandos oder selbsttätige Verstellungen übertragen. Die jeweils zu verändernden Teile der Linienführungen werden zweck mässigerweise mit einem elektrisch leitenden Aufstrich versehen.
Ein Beispiel für ein solches Schaltbild zeigt die Abb. 1. Mit einfach ausgezogenen Strichen sind die Linienführungen des Netzes aufgezeichnet, zum Beispiel zwei Sammel schienen 2 und .3, an die über die Leitungen 4 oder 5 die zu einem Stromerzeuger füh rende Leitung 6 angeschlossen werden kann. Das Gleiche gilt für die Leitungen 7 bis 12. Angenommen, der an die Leitung 6 an geschlossene Stromerzeuger soll auf die Sam melschiene 3 arbeiten, die an die Leitungen 9 und 12 angeschlossenen Stromerzeuger auf die Sammelschiene 2, so werden die in der Abbildung durch Doppellinien angedeuteten Teile mit einem elektrisch leitenden Auf strich versehen.
Beim Abtasten erscheint dann an der Empfangsstelle ein entsprechen des Bild, und die Schaltungen können dort vorgenommen werden. Die gleichen Bilder werden zur Rückmeldung der Schaltvor gänge hergestellt und übermittelt.
Man kann die Anordnung aber auch so treffen, dass entsprechend der Linienführung und Unterteilung des Netzes auf einer iso lierenden Unterlage elektrisch leitende, un tereinander nicht zusammenhängende Strich stücke angeordnet werden. Diese werden ent sprechend der vorzunehmenden Schaltung über je einen Schalter mit dem einen Pol einer Stromquelle verbunden. Tastet man nun, wie üblich, diese Unterlage ab, so wer- den diejenigen leitenden Striche, deren An schlussschalter zur Stromquelle geschlossen sind, abgebildet. Diejenigen Strichstücke, deren Schalter nicht geschlossen sind, wer den dagegen in der Empfangsstelle nicht ab gebildet. Wenn es sich um die Übermittlung eines Kommandos handelt, werden die Strich stücke durch handbetätigte Schalter, Kom mandoschalter, an Spannung gelegt.
Sollen Rückmeldungen von den Schaltvorgängen in einer Nebenstelle nach einer Hauptstelle übermittelt werden, werden die Strichstücke in Abhängigkeit von dem Schaltzustand der entsprechenden Leitungsstrecke an Spannung gelegt, so dass ohne besondere Massnahmen von Hand der Schaltzustand der Nebenstelle nach der Hauptstelle übermittelt werden kann. Entweder kann man das Anschliessen der Strichstücke an die Stromquelle davon abhängig machen, ob die den Strichstücken entsprechenden Netzteile unter Spannung stehen. Oder die Schalter, welche die Strich stücke an Spannung legen, werden über Hilfskontakte der zu überwachenden Netz schalter betätigt. In der Abb. 2 ist ein Bei spiel für diese Anordnung dargestellt.
Das Schaltbild entspricht dem in Abb. 1 ge zeichneten. 13 und 14 sind die die Sammel schienen darstellenden Strichstücke. Die Be zugszeichen 15 bis 23 bezeichnen die den Leitungen 4 bis 1 2 der Abb. 1 entsprechen den Strichstücke. Sie können durch die Schalter 24 bis 32 an den einen Pol einer Spannungsquelle gelegt werden. In der ge zeichneten Stellung der Schalter wird das selbe Schaltbild übermittelt wie in Abb. 1. Der an die Leitung 17 angeschlossene Strom erzeuger arbeitet auf die Sammelschiene 14, die beiden andern auf die Sämmelschiene 13.
Wenn es sich um die Übermittlung von Kommandos handelt, stellen die Schalter<B>2</B>4 bis 3,2 die Kommandoschalter dar und müs sen von Hand betätigt werden. Handelt es sich um eine Einrichtung zur Übermittlung von Rückmeldungen, so werden die Schalter in Abhängigkeit von dem Schaltzustand des zu überwachenden Netzes selbsttätig be tätigt.
In der Nebenstelle, in .der sich die zu steuernden Organe, Schalter, Netzschalter usw. befinden, können in gleicher Weise wie an der Kommando- oder Hauptstelle elek trisch leitende Strichstücke angeordnet -wer den, an welche die Betätigungsspulen für die zu verstellenden Organe usw. angeschlossen sind, und zwar in ähnlicher Weise wie in Abb.21 die Kommandoschalter. Beim Ab tasten der Strichstücke in der Kommando stelle werden dann die zugehörigen Betäti gungsspulen an Spannung gelegt, so dass die von ihnen gesteuerten Organe betätigt wer den.
Auf dieselbe Weise können auch die Rückmeldungen über die Schaltvorgänge in der Nebenstelle in der Hauptstelle kenntlich gemacht werden, indem dort ebenfalls elek trisch leitende Strichstücke angeordnet wer den, an welche die Betätigungsspulen für Leuchtschaltbilder steuernde Schalter, Sig nallampen oder dergleichen angeschlossen sind, so dass beim Abtasten der Strichstücke das Leuchtschaltbild bezw. die Signallampen entsprechend dem Schaltzustand des' Netzes verstellt werden.
Da die Ölschalter eines Netzes diejenigen Organe sind, die am ersten ohne Wissen des Über-,vachungsbeamten in der Zentrale ihre Stellung ändern können und da diese Stel lungsänderungen dem Überwachungsbeamten in der Zentrale möglichst schnell zur Kennt nis gebracht werden sollen, ordnet man zweckmässig die den Ölschaltern entsprechen den Strichstücke in dem zu übertragenden Schaltbild am Umfang des Bildes an, so dass die Stellung der Ölschalter schon nach einigen wenigen Abtastumläufen übermittelt wird.
Es lässt sich das Verfahren auch noch der art erweitern, dass an geeigneten Stellen der zu übertragenden Schaltbilder die Angaben von Messinstrumenten aufgezeichnet werden. Dies lässt sich beispielsweise so ausführen, dass ein Speicher entsprechend der Instru mentenangabe aufgeladen wird und dass ein auf den Blättern an geeigneter Stelle vor gesehenes Strichstück so oft, wie der Ruf ladung des Speichers entspricht, an Span- nung gelegt wird.
Zum Beispiel kann man, wie dies in Abb.3 schematisch angedeutet ist, an der l@Iessstelle einen Zähler 33 auf stellen, der mit einer der zu messenden Grösse , proportionalen Geschwindigkeit um läuft und dabei periodisch einen Kontald 3-1 schliesst. Die hierdurch hervorgerufenen. Stromimpulse beeinflussen einen Schritt- inagneten 35, der bei seiner Erregung und Entregung einen Kontaktarm 36 über eine Kbntaktreihe 37 von Kontakt zu Kontakt verstellt.
Die Anzahl der Kontakte, um die der Kontaktarm in einer bestimmten Zeit verstellt worden ist, entspricht dann der Messgrösse. Sobald ein auf dem Blatt 3,8 vorgesehenes Strichstück 3,9 von dem abtastenden Kontaktstift er reicht wird, kann man den als Speicher wir kenden Kontaktarm 3,6 um dieselbe Anzahl Kontakte zurücklaufen lassen, um die er vorher entsprechend der Messgrösse verstellt worden war. Dabei wird jetzt das Strich stück so oft an eine Spannungsquelle 4O ge legt, wie dieser Anzahl Kontakte entspricht. Auf dem Blatt an der Empfangsstelle er scheint dann eine Punktreihe, deren Länge ein Mass für die Grösse des liIesswertes ist.
Um einen besseren Vergleich zu haben, kann man auch noch einen Endpunkt übermitteln. der die Gesamtlänge einer Punktsäule an gibt, die dem vollaufgeladenen Speicher ent sprechen würde. Statt diese Punktreihe auf zuzeichnen, kann man sie auch in eine Mess- instrumentenangabe umwandeln, indem an der Empfangsstelle ebenfalls ein leitendes Strichstück angeordnet wird, welches dem in der Sendestelle entspricht. Über dieses Strichstück in der Empfangsstelle werden dann die ankommenden Stromstösse einem Messinstrument in bekannter Weise zu geführt.
Es ist auch möglich, Fernmessungen nach dem in der Einleitung an zweiter Stelle er wähnten Verfahren vorzunehmen, indem die Zeigerstellungen mit Selenzellen abgetastet werden.
Das Verfahren gemäss der Erfindung hat verschiedene Vorteile. Man kann einen für alle möglichen Zwecke dienenden Fernbild apparat durch Auflegen einer besonderen Unterlage zu einem Fernbedienung- und Fernüberwachungsapparat machen. der in Bildform oder in Gestalt von Leucbt- oder Blindschaltbildern seine Meldungen wieder gibt. Wenn man nicht nur die Schalter stellungen rückmeldet, sondern das Gesamt schaltbild der Stationen zum mindesten an schliessend nachfolgen lässt, sind Störungen in dem Arbeiten des Apparates sofort er kennbar.
Unter Umständen kann man auch den Apparat schneller laufen lassen 11s bei der normalen Bildübertragung, da nur grobe Zeichnungen oder Bilder zu übermitteln sind, und auf diese Weise die Übermittlung von Kommandos, Rückmeldungen, Fernmessun gen beschleunigen. Da nicht nur bestimmte Punkte darzustellen sind, sondern diese an der Empfangsstelle an einer ganz bestimm ten Stelle in -,dem Bild erscheinen müssen, werden Fehler in der Übertragung sowohl der Kommandos, als auch der Rückmeldun gen erkennbar.
Da ferner der gewünschte bezw. tatsächliche Betriebszustand jedes Teils des Energieverteilungsnetzes nicht nur durch einen Impuls, sondern durch eine Mehrzahl von Impulsen übermittelt wird, ist die Gefahr, dass falsche Kommandos oder falche Meldungen übermittelt werden. @iusserst gering.