CH150937A - Verfahren zur Herstellung von Formkörpern. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Formkörpern.

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Description


  Verfahren zur Herstellung von Formkörpern.    Gegenstand vorliegender Erfindung ist  ein Verfahren zur Herstellung von Form  körpern aus durch Einwirkung von mehr  als äquimalekularen Mengen Formaldehyd  auf aromatische Amine in Gegenwart von  Säure erhaltenen Kondensationsprodukten,  dadurch gekennzeichnet, dass diesen Konden  sationsprodukten 7usätze aldehydischer  2 Natur zugefügt und die erhaltenen Mischun  gen verformt werden.  



  Es ist bekannt, dass durch Behandlung  von aromatischen Aminen in     Gegenwart    etwa  äquivalenter Mengen Säure mit Formaldehyd  und formaldehydabgebenden Substanzen und  nachherige Entfernung der Säure sowohl  lösliche und schmelzbare, wie unlösliche und  urischmelzbare Kondensationsprodukte erhal  ten werden können, je nachdem weniger oder  mehr Aldehyd zur Einwirkung kommt.  



  Besonders wertvoll sind die aus Anilin  und Formaldehyd erhaltenen Harze, die sich  durch ganz hervorragende mechanische, elek-    trische und chemische Widerstandsfähigkeit  auszeichnen.  



  Es ist auch bekannt, dass die mit höch  stens 1 Mol. Formaldehyd hergestellten lös  lichen und schmelzbaren Harze durch Be  handlung mit Aldehyden oder     aldehydabapal-          tenden    Mitteln in urischmelzbare Harze von  wesentlich verbesserten Eigenschaften über  geführt werden können.  



  Wir haben nun gefunden, dass diese Re  aktion keineswegs auf die Kondensationspro  dukte mit höchstens 1 Mol. Formaldehyd  beschränkt ist, sondern dass auch die Pro  dukte mit wesentlich mehr als 1     Mol.        Form-          aklehyd    durch Behandlung mit weiteren  Mengen von Aldehyden oder     ald:ehydabspal-          tenden    Mitteln in ihren     Eigenschaften    weit  gehend verändert     bezw.        verbessert    werden  können.

   Insbesondere lässt sich :sowohl die       Fliessfähigkeit    der Harze,     wie    die     Wäzme-          festigkeit    und     ehemigche    Widerstandsfähig  keit der Fertigprodukte sehr     ,stark    beeinflus  sen, da sich durch die     Möglichkeit,    langsam      oder schnell     kondensierende        Aldehyde    oder  Gemische verschiedener Aldehyde anzuw en  den, eine ausserordentlich weite Abstufung  der Härtungsgeschwindigkeit und Beständig  keit der neuen Harze ergibt.

   Es zeigt sich  dabei, dass die ausgezeichneten Eigenschaf  ten der Formaldehydaminharze auch bei     rela-          tiv    sehr grossen Zusätzen anderer Aldehyde  und aldehydabgebender Substanzen erhalten  bleiben. Wenn man von erst bei hoher Tem  peratur verpressbaren Kondensationsproduk  ten ausgeht, wird man zweckmässig hoch  molekulare, langsam reagierende Aldehyde,  oder erst bei hoher Temperatur ihren Alde  hyd abspaltende Substanzen, wie zum Bei  spiel die Polyphenolalkohole, anwenden, die  in erster Phase als Flussmittel dienen und  so eine glatte Verpressung bei relativ niedern  Temperaturen erlauben, dann aber unter Bil  dung von gegen Wärme und     chemische    Ein  flüsse sehr widerstandsfähigen Körpern rea  gieren.

   Es können aber auch von Anfang an  Flussmittel im Sinne des Patentes Nr. 141224  zugesetzt werden. Als Aldehyde seien ge  nannt Paraformaldehyd, Furfurol,     Crotonal-          dehyd,    Paraldehyd, Benzaldehyd,     Salieylal-          dehyd,    Toluolsulfosalicylaldehyd,     Önanthal-          dehyd    etc. Als aldehydabgebende Substanzen  kommen zum Beispiel in Betracht     Furfur-          amid,    Hexamethylentetramin, Methylal,     Poly-          phenolallohole    etc.

   Diese letzteren sind be  sonders geeignet, weil sie einerseits sehr  langsam in Reaktion treten, anderseits dann  rasch fertig härten. Kombinationen von  nicht viel mehr als 1 Mol. Formaldehyd ent  haltenden Aminharzen mit langsam reagie  renden Mitteln, wie Furfurol und Poly  phenolalkoholen oder Gemischen dieser bei  den zeigen einen so     leichten    Fluss und so  grosse Beständigkeit bei mittleren Tempera  turen, dass sie sogar in Giessformen ohne  Pressung gehärtet werden können und auch  komplizierte Pressformen restlos ausfüllen.  



  Die Härtungsgeschwindigkeit kann wei  terhin noch durch Zusatz basischer Substan  zen, wie Furfuramid, Triäthanolamin und  dergleichen oder von Säuren beeinflusst wer  den.    Die Vereinigung der Komponenten kann  in jedem Stadium der     Darstellung    geschehen,  sobald einmal die erste Kondensation des  Amins mit Formaldehyd vollzogen ist. Als  besonders günstiger Umstand kommt dabei  in Betracht, dass die     Amin-Formaldehyd-          Harze    bei der Entfernung der Säure in so  grossoberflächiger Form anfallen und ein so  grosses Adsorptionsvermögen haben, dass auch  recht erheblich wasserlösliche Aldehyde und  aldehydabgebende Substanzen sehr fest ge  halten werden, so dass beim Auswaschen     keine     erheblichen Verluste entstehen.

   Auf diese  Weise kann eine besonders gleichmässige  Verteilung erzielt werden. Je nach Belieben  kann man also den Aldehyd bezw. den Poly  phenolalkohol in die saure Kondensations  lösung einbringen und dann die Säure elimi  nieren, oder nach Entfernung der Säure das  ausgeschiedene Amin-Formaldehyd-Harz mit  dem Härtungsmittel verarbeiten, oder schliess  lich die trockenen Komponenten durch Mi  schen, Mahlen, Zusammenschmelzen und der  gleichen vereinigen, wobei gegebenenfalls der  Aldehyd zwecks gleichmässigerer     Verteilung     mit einem Lösungsmittel verdünnt verwen  det wird. In jedem Stadium der Verarbei  tung, gewünschtenfalls schon bei der ersten  Kondensation, können ferner Flussmittel,  Füllkörper und andere Zusätze, wie sie be  reits in den Patenten Nr. 14422G, 142936.

         14.1224    vorgeschlagen sind, zugesetzt werden.  Die Vereinigung der Komponenten in Lö  sung oder Suspension ist besonders wertvoll  zur homogenen Fixierung der Harze auf und  der Harze auf und  in Substraten, wie     Papierpülpe,    Holzmehl,  Asbest, Papier, Geweben     und-dergleichen,          d'ie    in gleich wirksamer Weise geschehen  kann, wie sie für die     Amin-Formaldehyd-          Harze    gemäss Patent Nr. 125729     bezw.    ,gemäss  Zusatzpatent Nr. 141223 in Patent     Nr.142986     beschrieben ist.

      Die neuen Produkte sind für die ver  schiedensten     Z.vve.cke    der     Kunststäffindustrie     verwendbar, so zum     Beispiel    für Isolierstoffe  zur Herstellung von     Gebrauehs-    und Kunst  gegenständen aller Art, als     Konstruktions-          material    für Maschinenteile und dergleichen,      die eine verhältnismässig starke mechanische  Beanspruchung auszuhalten haben, wie zum  Beispiel Zahnräder, Bestandteile von Textil  maschinen, wie Spulen, Webervögel etc.,  ferner als Dichtungsmaterial, als Holzersatz  in der Möbel- und Bauindustrie, endlich für       Schallplatten,

      Lautsprecher und andere     Ei-          zeugnisse    der akustischen Industrie.    Beispiel 1:  100 Teile eines durch Kondensation von  1. Mol. Anilinchlorhydrat und 1,05 Mol.  Formaldehyd, nachherige Entfernung der  Säure und Trocknung (analog Patent  N r. 141223, Beispiel 1, Absatz 1) erhaltenes  schmelzbares Harz werden mit 30 Teilen  Crotonaldehyd vermahlen. Das Pulver lässt  sich zu umschmelzbaren Körpern von sehr  guter Wärmebeständigkeit verpressen.  



  Beispiel 2:  100 Teile eines gemäss Patent Nr. 12,5729  durch Kondensation von 1 Mol. Anilin und  1,2 Mol. Formaldehyd in Gegenwart von 1  Mol. Salzsäure, nachherige Entfernung der  Säure und Trocknung erhaltenen unschmelz  baren Harzes werden mit 20 Teilen     Fur-          furol        vermahlen.    Das rötliche Pulver zeigt  beim Pressen sehr guten Fluss und liefert  glänzend schwarze Formlinge von ausge  zeichneten Eigenschaften.  



  Beispiel 3:  100 Teile eines wie oben hergestellten  Harzes aus 1 Mol. Anilin, 0,8 Mol. Salz  säure und 1,12 Mol. Formaldehyd werden  mit 5 Teilen Paraformaldehyd und 2 Teilen  Hexamethylentetramin vermahlen und     ver-          presst.    Man erhält Formlinge von hoher  Wärmebeständigkeit.    Beispiel 4:  100 Teile eines wie in Beispiel 2 her  gestellten unschmelzbaren Harzes aus 1 Mol.  Anilin, 1,2 Mol. Salzsäure und 1,4 Mol.  Farmaldehyd werden. mit 10 Teilen     Para-          kresoldimethylol    und 10 Teilen Furfurol     ver-          mahlen    und verpresst. Man erhält homogene  Presslinge von ausgezeichneten Eigenschaf  ten.

      Beispiel 5:  100 Teile eines unschmelzbaren Harzes  nach Beispiel 2 werden mit 15 Teilen     p-          Kresoldimethylol    und 1 Teil Salicyllsäure  gründlich vermahlen und bei 160   verpresst.  Das im ersten Pressstadium gut fliessende  Pulver härtet sehr schnell zu einem sehr  gut wärmebeständigen Pressling.  



  Beispiel 6:  100 Teile eines schmelzbaren Harzes näch  Beispiel 1 werden mit 50 Teilen Furfurol  und 3 Teilen Furfuramid warm verknetet und  in Formen gegossen. Durch langsames Er  hitzen auf 150-160', eventuell im Druck  gefäss, erhärtet die Masse zu glänzend  schwarzen Formlingen.  



  Beispiel 7:  93 Teile Anilin werden in der äquivalen  ten Menge verdünnter Salzsäure gelöst und  mit 95 Teilen einer 38 % igen     Formahlehyd-          lösung    einige Zeit 50' verrührt. Diese Lö  sung wird nun in ein Gemisch von Poly  phenolalkoholen begossen, wie es durch mehr  tägiges Stehen in der Kälte von 15 Teilen  Phenol in verdünnt alkalischer Lösung mit  2¸ Äquivalenten Formaldehyd erhalten  wird. Man vollendet die Neutralisation mit       Sodalösung,    erwärmt gegebenenfalls auf<B>60',</B>  saugt ab, wäscht und trocknet. Das erhaltene  Pulver zeigt sehr guten Fluss und liefert       Presslinge    von sehr guter     Wärmebeständig-          heit    und Bruchfestigkeit.  



  Statt Phenol kann man als Ausgangs  material für die     Polyphenolalkohole    auch       Phenolhomologe    oder Gemische derselben,       Paradioxydipheny        lpropan    und     dergleichen     verwenden, wobei zweckmässig     jeweils:    mehr  als 2     Mol.    Farmaldehyd auf jedes     Phenol-          hydroxyl    verwendet     werden.            Beispiel   <I>8:

  </I>    In eine saure Kondensationslösung aus  93 Teilen Anilin, 600 Teilen 7 %     ige    Salzsäure  und 83 Teilen einer 38 %     igen        Formalinlösung     lässt man eine alkalische Lösung von 20 Tei  len     Polyphenolalkoholen    nach Beispiel 7 ein-      laufen und verrührt einige Zeit mit 120 Tei  len Holzmehl. Dann neutralisiert man den  grössten Teil der Säure mit verdünnter Na  tronlauge, beendigt die Neutralisation mit  Soda und filtriert, wäscht und     trocknet    den  Brei. Das feingemahlene Pulver lässt sich  zu gefüllten Presslingen von ausgezeichneten  Eigenschaften verpressen.

      Beispiel 9:    100 Teile eines unschmelzbaren Harzes  nach Beispiel 2 werden mit 10 Teilen eines  eingedampften und getrockneten Kondensa  tionsproduktes aus 1 Mol. Harnstoff und 2  Mol. Formaldehyd vermahlen und verpresst.  Die Formlinge zeigen grosse mechanische Fe  stigkeit.  



  Beispiel 10:  100 Teile Anhydroformaldehydanilin  werden in 400 Teilen Wasser suspendiert und  mit einer Lösung von 120 Teilen 37%iger  Salzsäure in 300 Teilen Wasser versetzt.  Man rührt unter Zugabe von 10 Teilen Form  aldehyd bei 60-90' bis eine klare Lösung  entstanden ist, fügt eine nach Beispiel 7 aus  20 Teilen Phenol hergestellte Lösung von  Polyphenolalkoholen hinzu und giesst dass  Kondensat unter gutem Rühren in einen Brei  von Papierpülpe, der 120 Teile Trockenzellu  lose enthält. Nach einigem Rühren wird  neutralisiert, filtriert, und gewaschen. Der  Filterrückstand kann in einem     Holländer    auf-    geschlagen und in üblicher Weise auf Papier  verarbeitet werden.

   Durch Aufeinander  schichten und Verpressen dieser Papierblät  ter werden Presskörper von ausserordentlicher  mechanischer und elektrischer Festigkeit er  halten. ,

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Formkör pern aus durch Einswirkung von mehr als äquimolekularen Mengen Formaldehyd auf aromatische Amine in Gegenwart von Säure erhaltenen Kondensationsprodukten, dadurch gekennzeichnet, dass diesen Kondensations produkten Zusätze aldehydischer Natur zu gefügt und die erhaltenen Mischungen ver formt werden. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass,die Verformung durch Giessen erfolgt. 2. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass,die Verformung durch Pressung erfolgt.
    3. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Verformung durch Giessen unter Zusatz von die Härtungsgeschwindigkeit beeinflussenden Stoffen erfolgt.
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