Verstärkungsschaltung. Die Erfindung bezieht sich auf eine Schaltung zur Verstärkung schallfrequenter elektrischen Schwingungen, bei der also ein ziemlich breites Frequenzband verstärkt wei tergegeben werden muss.
In den Anodenkreisen der zu einem sol chen Verstärker gehörigen, thermionischen Vorrichtungen liegt gewöhnlieli-die Primär wicklung eines Transformators oder die Wicklung des Wiedergabeapparates (z. B. des Lautsprechers), in beiden Fällen also eine induktive Belastung, deren Impedanz mit der Frequenz zunimmt.
Enthält nun der Verstärker Röhren von einer Type, von der auch oder von der ge rade die hohen Töne kräftig übermittelt wer den, so geschieht es oft, dass dadurch, im Zusammenhang mit der obenerwähnten gro ssen Impedanz für die hohen Frequenzen, eine. erhebliche Verzerrung der hohen Töne auf tritt, die vermutlich einer übermässigen pe riodischen Abnahme des Anodeupoentials zuzuschreiben ist.
Gemäss der Erfindung wird diesem Übel stand bei Verstärkern, welche mindestens eine Röhre von genanntem Typus aufweisen, dadurch abgeholfen, dass mindestens bei einer dieser Röhren parallel zu der im Anoden kreis der Röhre liegenden Impedanz ein Ohmscher Widerstand geschaltet ist. Die Impedanz kann alsdann nie grösser als der Wert dieses Widerstandes werden. Liegt in diesem Anodenkreis ein Transformator, so kann der Widerstand entweder parallel zu der Sekundär- oder zu der Primärwicklung geschaltet werden.
In der Zeichnung sind schematisch -vier Ausführungsbeispiele eines Zweiröhrenver- stärkers dargestellt, bei denen der genannte Ohmsehe Widerstand nur im Ausgangskreis der Endröhre angewendet ist.
Bei Fig. <B>1</B> ist der Widerstand parallel zu der Primärwicklung des Ausgangstrans- formaters geschaltet, #ei Fig. 2 parallel zur Sekundärwicklung dieses Transformators und bei Fig. <B>3</B> parallel zu dem ohne Ausgangs transformator angeseillossenen Lautsprec'her-, Fig. 4 stellt eine abgeänderte Ausfüh- rungsfürm der Fig. 2 dar.
Die in Fig. <B>1</B> dargestellte Schaltung dient züm Verstärken audiofrequenter Ströme, die der Primärwicklung<B>1</B> des Eingangstransfor mators zugeführt werden, dessen Sekundär wicklung 2 zwischen der Kathode und dem Steuergitter<B>3</B> der ersten Verstärkerröhre Vi liegt. Die Anode 4 dieser Röhre ist über die Primärwicklung<B>5</B> eines zweiten Transforma tors mit dem positiven Pol einer Anoden- baüerie verbunden. Die Sekundärwicklung<B>6</B> dieses Transformators liegt zwischen dem Steuergitter<B>7</B> und der Kathode der zweiten und letzten Röhre V2.
Diese Röhre V2 ist eine Pentode und enthält ein Schirmgitter<B>8</B> und zwischen diesem Schirmgitter und der Anode ein Hilfsgitter<B>9,</B> das mit der Mitte der Kathode unmittelbar leitend verbunden ist. Die Anode<B>10</B> ist über die Primärwick lung<B>11</B> eines Ausgangstransformators mit dem obenerwähnten positiven Pol verbunden.
Parallel zur Wicklung<B>11</B> liegt ein Wi derstand 12, der von der Grössenordnung von <B>10000</B> bis<B>100000</B> Ohm gewählt werden kann. Gute Ergebnisse sind zum Beispiel mit einem Widerstand von 40000 Ohm er zielt worden. Die Sekundärwicklung<B>13</B> des Ausgangstransformators ist schliesslich mit dem Lautsprecher 14 verbunden.
Die Pentade V2 hat unter anderem die Eigenschaft, dass hohe Frequenzen unter übrigens gleichen Verhältnissen von ihr viel kräftiger verstärkt werden als von den ge wöhnlich benutzten Dreielektrodenröhren. Da die Impedanz einer induktiven Belastung, wie eine Lautsprecher- oder Transformator- wichlung, mit der Frequenz zunimmt, veran lassen kräftige hohe Töne, die von einer Pen- tode verstärkt worden sind, in einer solchen Wicklung einen so grossen Spannungsverlust,
dass die Potentialschwankungen an der Anode einen unzulässig hohen Wert erreichen und Verzerrung des Schalles auftritt.
Der 'Widerstand<B>12,</B> der parallel zur der induktiven Belastung der Pentade geschaltet ist, beschränkt den Wert der Ausgane:simpe- danz und somit den Wert der Spannungs schwankungen an der Anode der genannt-en Pentode.
Die in den, Fig. 2 und<B>3</B> dargestellten Schaltungen sind der in Fig. <B>1</B> dargestellten Schaltung ähnlich, mit diesem Unterschied, dass in Fig. 2 der Widerstand 12 parallel zur Sekundärwicklung<B>13</B> des Ausgangs transformators geschaltet ist, und dass in Fig. <B>3</B> der Widerstand 12 an die Wicklung des Lautsprechers 14 gelegt ist, der unmit telbar, ohne Zwisehenschaltung eines Aus gangstransformators, im Anodenkreis der Fünfelektrodenröhre liegt.
Der Vorteil der Erfindung tritt besonders an den Tag, wenn die negative Gittervorspan- nung einer solchen Röhre auf bekannte übli che Weise einem von dem Anodenstrom. der Röhre selbst durchflossenen Widerstand ent nommen wird.
Eine solche Schaltung ist in Fig. 4 dar gestellt. Das Steuergitter<B>7</B> ist hier über die sekundäre Transformatorwicklung <B>6</B> mit dem negativen Pol der Anodenbatterie<B>15</B> und überdies mit dem einen Ende eines Wider standes<B>16</B> verbunden, dessen anderes Ende mit den untereinander verbundenen Kathoden der Röhren Vi und V2 verbunden ist. Es wird dadurch auf bekannte Weise an das Steuergitter<B>7</B> eine negative Varspannung angelegt, die dem im Widerstand<B>16</B> auftre- -Lenden Spannungsverlust gleich ist.
Bei einer derartigen Schaltung erfährt das Steuergitterpotential eine starke Rück wirkung von den. Stromänderungen im Ane- denkreis, und diese Änderungen werden durch Anwendung eines Widerstandes paral lel zur Ausgangsimpedanz prozentual ver ringert.
Durch geeignete Wahl der Grösse dieses Widerstandes ist es daher möglich, den Schall auch bei kräftigen, hohen Tönen un- verzerrt zu halten.