Verfahren und Vorrichtung zum Treiben von Maschinen, Apparaten etc.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Treiben von Ma- schinen, Apparaten etc., wie zum Beispiel
Melkmaschinen.
Das Verfahren kennzeichnet sich da durch, dal3 zwischen einem Flüssigkeits- behälter und mindestens einem geschlossenen, deformierbaren, rohrförmigen Körper ein Wechsellauf der Flüssigkeit zur Deforma tion des Rörpers herbeiführt und ein Teil der Deformationsbewegung des rohrförmigen
Körpers regelbar auf das zu treibende Objekt übertragen wird.
Eine zweckmässige Vorrichtung zur Aus führung dieses Verfahrens kennzeichnet sich dadurch, dass ein Druckbehälter für eine Druckflüssigkeit mit mindestens einem geschlossenen Schlauch in Verbindung steht, der in regulierbarer Weise auf ein bewegliches Organ wirken kann und welcher im zusammengedrückten Zustande derart beein flussbar ist, dass er seinen Rauminhalt infolge der Wirkung der Druckflüssigkeit vergrössern und die dadurch bedingte Bewegung auf das bewegliche Organ übertragen kann, während der Schlauch selbst wieder durch
Mittel zusammendrückbar ist, um die Druck flüssigkeit in den Behälter zurückzudrängen.
In der Zeichnung sind verschiedene Aus führungsbeispiele der Vorrichtung zur Aus führung des Verfahrens gemäB der Erfin dung dargestellt.
Fig. 1 ist eine Seitenansicht einer ersten
Ausführungsform, Fig. 2 ein Schnitt nach
Linie II-II der Fig. 1 und Fig. 3 ein
Schnitt nach Linie III-III der Fig. 1.
Der Druckbehälter 1, der gegebenenfalls aus zusammendrückbarem Material bestehen kann, steht mit einem an den Enden geschlossenen, zusammendrückbaren, bezw. dehnbaren, schraubenförmig gewundenen
Schlauch 2 in Verbindung, der zwischen einer untern Platte 3 und einer obern Platte 4 gelagert ist, wobei durch die Platte 4 zwei senkrechte, mit der untern Platte 3 oder einer festen Grundplatte verbundene Stangen 5 hindurchgehen. Die beiden Platten 3, 4 sind je mit einer wagrechten Längsstange 6 bezw. 7 versehen ; diese tragen Achsen, auf denen zu beiden Seiten dieser Stangen Rollen 8,9,10 und 11 drehbar sitzen.
Eine Kette 12 läuft im Zickzack über die Rollen 8,10, wobei die Enden dieser Kette auf zwei Trommeln 14. 15 befestigt sind, die auf Wellen 30,31 aufgekeilt sind. Eine zweite Kette 13 läuft in gleicher Weise im Zickzack über die Rollen 9,11, wobei die Enden dieser Kette mit zwei Trommeln 14', 15'fest verbunden sind, die auf denselben Wellen 30, 31 fest sitzen. Statt der erwähnten Ketten liessen sich auch Seile, Label, Drähte oder andere biegsame Zugorgane verwenden. Die Trommel 14 ist mit einer Riemenscheibe 16 verbunden, über welche ein Riemen 17 läuft, der über eine zweite Riemenscheibe 16'an der andern Trommel 15 läuft. Infolgedessen werden beide Trommeln 14,15 gleichmässig bewegt, wenn eine derselben gedreht wird.
Ihre Drehung kann durch eine Kurbel 32, die an der Trommel 14'sitzt, herbeigeführt werden. Auf der Welle 31 sitzt ferner ein Zahnrad 18, das mit einem Zahnrad 19 einer Welle 20 in Eingriff steht. Diese Welle ist die treibende Welle einer Maschine 33 beliebiger Art, die von der Vorrichtung ange trieben werden soll. 34 bezeichnet ein Ventil in der Leitung 35 zwischen dem Druckbehälter 1 und dem Schlauch 2.
Die beschriebene Vorrichtung wirkt in folgender Weise :
Infolge des in dem Behälter 1 und dem Schlauch 2 herrschenden Druckes ist dieser Schlauch auf seinem grössten Querschnittsumfang ausgedehnt gehalten. Infolgedessen hat die Platte 4 ihren grössten Abstand von der Platte 3. Werden dann die Trommeln 14 und 14'mittelst der Kurbel 32 entgegengesetzt zur Uhrzeigerbewegung gedreht, so werden die Trommeln 15, 15'in derselben Richtung mittelst des Riemengetriebes 16, 17 gedreht und die Ketten 12,13 werden auf ihre Trommeln aufgewunden.
Die Platte 4 wird auf diese Weise nach unten gegen die Platte 3 zu, zum Beispiel bis zur Berüh- rung mit ihr, hingezogen und infolgedessen der Schlauch 2 zusammengedrückt. Die zusammengepresste Flüssigkeit wird aus dem Schlauch 2 in den Behälter 1 zurückgedrängt, in dem infolgedessen der Druck ansteigt. Die Trommeln 14,14'können in irgendeiner Stellung mittelst einer Bremse oder Klinkeneinrichtung (nicht dargestellt) festgestellt werden, so dass die Übertragungs- bewegung regulierbar ist. Die Vorrichtung ist armiert, das heisst festgestellt.
Werden nun die Trommeln 14,14'losgelassen, so dehnt sich der zusammengedrückte Schlauch 2 unter dem Flüssigkeitsdruck von neuem aus und die Ketten 12,13 werden von den Trommeln 14,14', 15,15'abgewickelt, die auf diese'Weise in Bewegung gesetzt, aber jetzt entgegengesetzt zu der friiheren Richtung gedreht werden, wobei diese Bewegung durch die Zahnräder 18,19 auf die Welle 20 zu deren Antrieb übertragen wird.
Man sieht, dass die Vorrichtung wie eine Art Federwerk wirkt zum Antrieb der Welle 20, deren Bewegung in beliebiger Weise gesteuert werden kann.
Fig. 4 und 5 zeigen eine zweite Ausfüh- rungsform. Hier ist eine einzige mittlere Stange 5 an Stelle der beiden Stangen 5 der Fig. 1 bis 3 vorhanden und die Rollen 9,11 sitzen ringsum an ringförmigen Zylinderstücken 6,7, wobei zwei Seile 13,13'in ähnlicher Weise wie in der ersten Ausführungsform, aber im Halbkreise, über diese Rollen 9,11 laufen. Das eine Ende jedes Seils ist hierbei an einem Haken 36 bezw.
36'befestigt und das zugehörige Ende je auf einer Trommel 37 bezw. 38, und zwar so, dass das Seil 13, dessen eines Ende am Haken 36 und dessen anderes Ende an der Trommel 37 befestigt ist, über die in Fig. 5 im hintern Halbkreis angeordneten Rollen 9 bezw. 11 geführt ist, während das Seil 13', dessen Enden am Haken 36'und an der Trommel 38 befestigt sind, über die in der gleichen Figur im vordern Halbkreis ange ordneten Rollen 9 bezw. 11 geführt ist. Die Trommeln 37, 38 sitzen auf einer gemeinsamen Welle.
Wenn diese Welle in Umdre- hung versetzt wird, werden die Seile 13, 13' auf den Trommeln 37 bezw. 38 aufgewickelt und die Platte 4 nähert sich, ähnlieh wie in der ersten Ausführungsform, der Platte 3.
Im übrigen entspricht die Wirkungsweise dieser Vorrichtung der vorhin beschriebenen.
Statt der Rollen 7,9 können auch Rollen 8,10 vorgesehen sein, die zusammen mit Trommeln 39, 40 so angeordnet sind wie in Fig. 4 in punktierten Linien gezeigt ist.
Entsprechend müssen dann auch Haken 41, 41'zur Befestigung des einen Endes der Seile vorgesehen sein. Die in den Fig. 4 und 5 dargestellte Ausführungsform ermöglicht die Anwendung einer erheblich grö- Beren Anzahl von Rollen, um die Kompres- sions-oder Ladearbeit zu erleichtern.
Fig. 6 ist eine Aufsichl auf eine dritte Ausführungsform, die sich von der vorhergehenden nur dadurch unterscheidet, dass die Platten 3,4 und die Ringstücke 6,7 eine elliptische Form haben.
Fig. 7 zeigt in Seitenansicht und Fig. 8 in senkrechtem Schnitt Linie VIII-VIII von Fig. 7 eine vierte Ausführungsform, bei der ein biegsames Rohr 42, das von einem Druckbehälter kommt, in eine grössere Zahl von zusammendrückbaren, übereinander angeordneten Schläuchen 2 mündet, die zwischen den Platten 3, 4 liegen. Die Rollen sind seitlich ausserhalb der Schläuche 2 gelagert und die zwei Reihen der vier Sätze je zueinander versetzt angeordnet.
Fig. 9 zeigt eine Ausführungsform mit einem spiralförmig gewundenen Schlauch 2 zwischen den Platten 3, 4 wie in Fig. 1 bis 6. Aber es ist hier lediglich eine einzige Seilscheibe 21 vorhanden, deren Welle 22 in einem Rahmen gelagert ist, der an einer senkrechten Stange 24 mit einem Längs- schlitz 25 für die Welle 22 geführt ist. Die Scheibe 21 wird durch ein einziges Seil 26 betätigt, dessen eines Ende an einer Trommel 43 befestigt ist, während sein anderes Ende mit irgendeinem festen Punkt 44 verbunden ist. Bei dieser Ausführung ist eine Metallspirale 28 in den Schlauch 2 als Verstärkung eingesetzt.
Fig. 10 und 11 zeigen eine ähnliche Aus Führungsform mit dem Schlauch in ausgedehntem bezw. zusammengedrücktem Zustand ; im übrigen unterscheidet sich diese Ausführungsform von der vorbeschriebenen nur durch einige Einzelheiten.
Fig. 12 bis 14 zeigen im Querschnitt Schläuche mit einem Verstärkungsreifen 27, der längs derselben läuft und ferner Schläuche mit einer Metallspirale 28, die an den Verstärkungsreifen anliegen, bezw. im Hohlraum des Schlauches angeordnet sind.
Begreiflicherweise können mannigfache Abanderungen getroffen werden ; so zum Beispiel können Zahnstangen, Zahngetriebe, Schraubenräder oder drehbare Schrauben an Stelle der Rollen und Seile zum Gegeneinan- derführen der Platten 3, 4 und zum Zu- sammendrücken der Schläuche 2 benutzt werden ; auch kann die Vorrichtung auf Saugwirkung an Stelle von Druckwirkung in dem Behälter 1 beruhen.