CH151945A - Verfahren zur Herstellung von Getreidemalz. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Getreidemalz.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Getreidemalz. Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren zum Malzen von Getreidearten zwecks Herstellung von Produkten, welche beispiels weise zum Brauen von Bier, zur Herstellung von Essig, zum Brennen von Spirituosen, zur Herstellung von Bäckereihefe und für ähn liche Zwecke, verwendet werden können. Durch dieses Malzverfahren, sollen die stick stoffhaltigen Stoffe und Kohlehydrate in dem Korn löslicher gemacht werden, als es der Fall ist, wenn das übliche Malzverfah ren angewendet wird.
Bei dem üblichen Malzverfahren wird das Getreide zunächst eine gewisse von der Natur des Getreides abhängige Zeit in Wasser ein geweicht, damit das Korn Feuchtigkeit auf nimmt und um das Keimen und die Auf lösung des Kornes anzuregen. Nach dem Einquellen wird das Getreide, beim Malzen auf der Tenne, aus dem Weichwasser ge nommen und auf Böden ausgebreitet oder nach andern Verfahren in andern Appara ten behandelt, wo dann die Keimung be- ginnt. Die Würzelchen brechen am Keim ling aus, und der Blattkeim schiebt sich all mählich längs des Kornes vor und bricht durch die Samenhülle und die darübergrei- fenden Samenschalen,
welche das Endosperm des Kornes einschliessen, hindurch. Er er hält seine Nahrungsstoffe aus dem Korn. Hierbei gehen durch die Wirkung der En zyme des Kornes chemische Veränderungen vor sich, indem die Stärkestoffe des Kornes in einen solchen Zustand umgewandelt wer den, dass, wenn es später gemahlen und dann bei geeigneten Temperaturen mit Wasser be handelt wird, Zuckerstoffe wie Maltore und De$trin gebildet werden; auch die stickstoff haltigen Bestandteile des Kornes werden mehr oder weniger leicht löslich gemacht.
Während dieses Keimens wird die Tempera tur des wachsenden Kornes gewöhnlich auf etwa 15 bis 21 C eingestellt, und es wird auch eine genügende Menge Feuchtigkeit in dem Korn durch Besprengen aufrecht er halten, damit das Wachstum frisch erhalten bleibt, bis der Auflösungsprozess beendet ist; das gemalzte Getreide wird dann nach einer Darre oder dergleichen gebracht und ge trocknet, wobei durch die Wärme das Kei men abgebrochen wird.
Nach dem üblichen Malzverfahren gelingt es jedoch nicht immer, sowohl die stärke-, als auch die stickstoff haltigen Bestandteile des Kornes völlig auf- zusschliessen, und es ist bereits schon vorge schlagen worden, das ungekeimte Getreide während der Vorweiche mit einer Säure lösung zu behandeln, um die Wirkung der Enzyme des Kornes anzuregen und zu be schleunigen.
Durch die Behandlung des ungekeimten Kornes mit einer Säurelösung kann jedoch auf das Korn selbst nicht eingewirkt wer den, da die Samenhülle und die darüber greifenden Samenschalen für die Lösung un durchlässig sind, und es ist daher schon wei ter vorgeschlagen worden, das sich entwik- kelnde Korn während der Keimung mit Milchsäurebakterien zu behandeln, beispiels weise durch Besprengen mit feiner Milch säurelösung an Stelle von Wasser, wie es sonst üblich ist. Giftige Säuren, wie Blau säure, sind völlig ungeeignet.
Die Verwen dung von Milchsäure im Maischbottich ist bekannt, aber die vorliegende Erfindung unterscheidet sich insofern wesentlich von dieser bekannten Anwendung, als hier die Säurebehandlung während des Malzens und nicht in einer Verfahrensstufe angewendet wird, die in Wirklichkeit eine Arbeitsstufe des Brauens unter Verwendung vorher ue- malzten Getreides ist.
Nach -der vorliegenden Erfindung wird das Getreide, nachdem die Keimung und Auflösung des Kornes stattgefunden hat, vor irgend einer weiteren Verfahrensstufe etwa 24 Stunden bei einer Temperatur von etwa 15 C in eine Lösung einer organi schen Säure, wie Milchsäure, gebracht.
Eine bevorzugte Ausführungsform des @Terfahrens gemäss der Erfindung ist. fol gende: Das Getreide wird zunächst eine kür zere Zeit als bei dem gewöhnlichen; Malzungs- verfahren, etwa 42 Stunden, eingeweicht und nach dem Abziehen des Wassers auf die Malztenne oder dergleichen gebracht, wo dann die Keimung beginnt und die Samen hülse des Kornes aufbricht. Das keimende Getreide wird eine Zeitlang auf einer Tem peratur von etwa 13 bis 16 C gehalten und dann mit Wasser besprengt, das mit Milch säure angesäuert ist,
und zwar bis zu einer Konzentration von, etwa. 1,11 gr Mol. pro Liter, die durch Neutralisation mit normaler Natronlösung unter Verwendung von Lack mus als Indikator festgestellt wird.
Das Besprengen wird an zwei, mit einem Tag Zwischenraum, aufeinanderfolgenden. Tagen durchgeführt, und zwar ist als erster Tag derjenige anzusehen, an welchem festgestellt worden ist, dass der Keim gerade zu schie ben; begonnen hat (gewöhnlich der dritte Tag unter Einsehluss des Tags, an dem das Korn aus dem Weichwasser herausgenommen wor den ist). Jedes Besprengen wird mit einer Menge von etwa. 13 bis 14 Litern Säure lösung für je 200 kg Getreide durchgeführt, das heisst mit einer Gesamtmenge von etwa 27 Litern Säurelösung für je 200 kg Ge treide.
Nach dem zweiten Besprengen lässt man .die Temperatur des Kornes allmählich von seiner vorhergehenden Temperatur von etwa 16 C auf 27 C ansteigen, auf welcher es nicht-, länger als 24 Stunden gehalten wird. Das ganze-Verfahren bis zu dieser Stufe erfordert etwa. 5 bis 6 Tage mit Ein schluss des Tages, an .dem das Getreide aus dem Weichwasser herausgenommen worden ist.
Das Getreide wird dann um die enzymi- sche Wirkung abzuschwächen, in eine Säure lösung, wie sie zum Besprengen benutzt wor den ist, .die aber .eine Acidität von. etwa 2,22 bgr Mol. pro Liter aufweist, gebracht.
Die Stärke der Lösung hängt zweckmässig von der behandelten Getreideart (das heisst Getreide mit einem höheren Gehalt an Kohle hydraten erfordert eine stärkere Lösung, bei spielsweise erfordert Gerste eine Acidität von etwa, 2,22. gr Mol. pro Liter, Weizen, Hafer und Reis eine solche von<B>1,66</B> gr Mol. per Liter und Mais eine solche von etwa 2,77 gr 112o1. pro Liter) und der verlangten Wasser= stoffionenkomzentration, die nach der beim Maischen.
benutzten Wasserart eingestellt wird, ab (beispielsweise verlangt ein alkali sches Wasser einen höheren Prozentsatz als ein anderes nicht so alkalisches Wasser). Das Getreide wird beispielsweise etwa, 24 Stun den bei einer Temperatur von 16 C einge weicht, worauf die Säurelösung abgezogen und das Getreide nach einer Darre oder der gleichen gebracht wird, wo dessen Feuchtig keitsgehalt auf etwa 2 Gewichtsprozent herabgesetzt wird.
Die Acidität des behan deltem Materials soll zweckmässig nicht ge ringer als 0,5 Gewichtsprozent, vorzugsweise 1 Gewichtsprozent sein, das heisst 5 bis 10mal grösser als die dess üblicher, Malzes.
Durch Anwendung,des Verfahrens gemäss der Erfindung wird, wie Versuche ergaben, das Malzen beschleunigt. Durch Verwendung von derartig gemalzten Getreidearten kann, wie sich zeigte, in der Brauerei im Vergleich mit -:
den nach dem üblichen Verfahren ge- malzten Getreidearten ein stärkerer oder grö sserer Auszug erhalten werden, so sass einer seits .die Herstellungskosten verringert wer den und anderseits beim Bierbrauen die Ab klärung schneller und besser erfolgt, die Hefeausbeuten besser und die Hefezellen kräftiger sind, und das Bier im besonderen sich besser zum Lagern eignet und in seinem Kohlensäuregehalt und Geschmack verbes- sert wird.
Der erzielte Vorteil hinsichtlich der Steigerung und, oder besseren Abklä rung des! Extraktes und der besseren Hefe ausbeuten trifft auch meist für die Herstel lung von Essig und für das Brennen von trinkbarem und Handelsspiritus zu.
Da, wie den Mälzern bekannt ist, die Ei genschaften der einzelnen Getreidearten, bei spielsweise mit den einzelnen Jahreserträgen oder den Bedingungen, unter denen sie wach sen, wechseln, unterliegen die vorstehend an gegebenen Temperaturen, Zeiten, Stärken und Mengen gewissen Veränderungen, die durch Untersuchung des zu behandelnden Kornes festzustellen sind.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Getreide malz, dadurch gekennzeichnet, sass das Ge treide, nach dem die Keimung und Auf lösung stattgefunden hat, vor irgend einer weiteren Verfahrensstufe etwa 24 Stunden bei einer Temperatur von etwa 15 C in einer Lösung einer organischen Säure, einge weicht wird. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, sass das Getreide in Milch säure eingeweicht wird.2. Verfahren: nach Patentanspruch. gekenn zeichnet .durch die- Verwendung einer Säurelösung einer Stärke von etwa 2,22 ,r Mol. pro Liter. 3. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, ,sass das Getreide vor dem Einweichen in .die Säurelösung mit einer Säurelösung einer Stärke von nicht über 1,11 gr Mol. pro Liter und einer Menge von etwa 2 7 Litern Säurelösung je 200 kg Getreide besprengt worden ist. 4.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, sass das Getreide etwa 42 Stunden in Wasser eingeweicht und dann zur Einleitung der Keimung etwa drei Tage auf die Malztenne gebracht wird. und sass das Getreide dabei mit etwa 13 bis 14 Litern einer Säurelösung einer Aci- dität von etwa 1,11 gor Mol. pro Liter je 200 kg Getreide besprengt und die Kei- mung weitere zwei Tage durchgeführt wird, und sass dann das Korn in gleicher weise wieder besprengt,die Temperatur des Kornes auf 27 C gesteigert und etwa 24 Stunden auf dieser Temperatur gehal ten wird, und das Korn dann etwa 24 Stunden bei etwa 15 bis 16 C in eine Säurelösung einer Acidität von 2,22 gr M.ol. pro Liter gebracht und schliesslich bis auf einen Feuchtigkeitsgehalt von etwa 2 Gewichtsprozent getrocknet wird.
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