CH153328A - Verfahren zur Herstellung von Verbands- und Wundnähmaterial. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Verbands- und Wundnähmaterial.

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CH153328A
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Description


  Verfahren zur Herstellung von Verbands- und     -Wundnähmaterial.       Seit Jahrzehnten .sucht die Medizin nach  einem indifferenten, überall leicht zu Ver  bands- und     Wundnähzwecken    anwendbaren       Lösungsmittel    für Jod. Es wurde nun gefun  den., dass tierische Fasern, insbesondere Seide  und vor allem     Tussahseide    im     Stande    sind,  grosse Mengen, Jod     aufzunahmen.    Das Ver  fahren zur Herstellung von Verbands- und  Wundnähmaterial gemäss der vorliegenden  Erfindung ist dadurch     gekennzeichnet,    dass  tierische Fasern der     Einwirkung    von Jod  ausgesetzt werden.  



  Als tierische Fasern verwendet man     vor-          zugsweise    Seide,     insbesondere        Tussahseide.     Gemäss dem Verfahren können tierische  Fasern sowohl in Form von Fäden, als auch  in Form von Geweben zum Bedecken ganzer  Wundflächen usw. behandelt werden.  



  Als besonders vorteilhaft hat es     sich    er  wiesen, auf die tierischen Fasern eine wasser  haltige alkoholische Jodlösung zur Anwen  dung zu bringen, deren     Jodgehalt    im gege  benen Fall durch Zusatz gewisser Mengen  von sauerstofffreien Jodverbindungen .der    Alkalien oder Erdalkalien gesteigert     werden     kann.  



  Behandelt man zum     Beispiel        Tussall2-eide,     die ja     bekanntlich    viel reissfester und     v,ider-          standsfähiger    und     daibei    auch billiger ist als       Maulbeerseide,    zirka 12 bis 24 Stunden mit  einer Jodlösung, die durch Sättigen eines  Gemisches von 750 cm' Alkohol (auf abso  luten Alkohol berechnet) und 250 cm' Was  ser mit zirka 40 bis. 50     gr    Jod hergestellt  wurde, .so erhält man eine jodhaltige Seide,  die auf jedes Gramm jodierte Seide zirka  0,05     gr    mit     Thiosulfat        titrierbares    Jod ent  hält.  



  Eine mit solchen Mengen Jod beladene  Seide bleibt     selbst    bei nicht     vollständig    ste  riler Aufbewahrung     steril    im Gegensatz zu  den häufig als steril bezeichneten bisher ge  bräuchlichen Verbandmullen,     Wundnähmate-          rialien    und dergleichen.  



  In     vielen    Fällen ist es nun nicht nur er  wünscht, ein für die Wundbehandlung ge  eignetes, für lange Zeit steriles Material zu  erhalten, .sondern auch .ein     Material,    das. Jod      an die Wunde selbst oder die Wundumge  bung abgibt, um jede Infektion der Wunde  nach Möglichkeit auszuschalten.  



  Eine solche     erhöhte    Beladung zum Bei  spiel von     Seide,        insbesondere        Tussahseide,     mit Jod kann man erreichen, wenn man zum  Beispiel die Seide zirka     12.    bis 24 Stunden  in einem Bad behandelt, .das durch Lösen von  20     gr        Jodkalium    in     einem    Gemisch von  750 cm' Alkohol (auf absoluten Alkohol be  rechnet) und 250 cm' Wasser und     Sättigen     dieser Lösung mit zirka 80     gr    Jod erhalten  wird.  



  Die in diesem Bad getränkte Seide, die  nach dem Herausnehmen durch     Abschleu-          dern,    Abtropfen und dergleichen von der an  haftenden Flüssigkeit nach Möglichkeit be  freit und dann an der Luft allmählich ge  trocknet wird, enthält bis zu     0.,1.2        gr    Jod, das  mit     Thiosulfat        titrierbar    ist, auf ein Gramm  jodierte Seide, eine     Jodmenge,    die sich als  vollkommen ausreichend erwiesen hat, um  nicht nur eine     Dauersterilisation    der Ver  bandstoffe und dergleichen zu bewirken, son  dern auch bei     Verwendung    desselben alle  Eitererreger in der Wundumgebung abzu  töten.  



  Es sei noch besonders darauf hingewie  sen, dass die in der angegebenen Weise mit  Jod     behandelte    Seide nicht nur mit     Thiosul-          fat        titrierbares    Jod enthält, sondern auch  grössere Mengen nicht mehr mit     Thiosulfat          titrierbares    Jod gebunden hat.

   Bei genügend  langer Behandlung lässt sich ein Verhältnis  von mit     Thiosulfat        titrierbarem    zu mit     Thio-          sulfat    nicht     titrierbarem    Jod von 1 : 1 errei  chen, so dass die jodierte Seide bis zu 0,12     gr     mit     Thiosulfat        titrierbares    Jod und die glei  che Menge nicht mit     Thiosulfat        titrierbares     Jod enthalten kann, berechnet auf das  Gramm     jodierte    Seide;

   die letztere kann also  mit andern Worten ohne besondere Schwie  rigkeiten bis zu zirka 2ä% ihres Gewichtes  an Jod     enthalten.     



  Die in der angegebenen wässerigen, alko  holischen     Jod-Jodkaliumlö.sung    verwendete  Menge Jodkalium     und    damit auch die .sich in  dem     imprägnierten    Material befindende Jod-         kaliummenge    ist so gering,     :dass    irgendwelche  nachteiligen Wirkungen des Jodkaliums, im  Gegensatz zu sonstigen     Jodpräparaten,    die  sich des Jodkaliums als     Lösungsmittels    be  dienen, nicht auftreten können.  



  So enthält ja bekanntlich die     Tinctura          Jodi    des Deutschen Arzneibuches ö in einem  Gemisch von 900 cm' Alkohol (als absoluter  Alkohol berechnet) und 100 cm' Wassereine  Menge von     33,4        gr        Jodkalium    und 73     gr    Jod  gelöst.  



  Im allgemeinen: ist es aber gar nicht not  wendig, mit Jod bis zu 0,1.2     .gr        titrierbares     Jod anzureichern. Sowohl zur Sterilisation       bezw.        Sterilhaltung,    als auch für eine genü  gende Jodabgabe an die     Wunde        bezw.    deren  Umgebung genügt schon. die 12 bis 24     stün-          dige    Behandlung zum Beispiel von Seide in  einer Lösung, die durch Lösen von 10     gr          Jodkalium    in :

  einem Gemisch von 750     em.3     Alkohol (als absoluten Alkohol berechnet) und  250     cm3    Wasser und     Sättigen    mit zirka 70     gr     Jod     erhalten    wird. Es ergibt sich dann eine  Jodseide mit bis zu 0,1     g-r    mit     Thiosulfat          titrierbarem    Jod auf das Gramm jodierte  Seide.  



  Der Wassergehalt der alkoholischen     Jod-          bezw.        Jod-Jodkaliumlösung    ist deshalb von  Wichtigkeit, weil     anscheinend    durch das  Wasser eine gewisse     Quellung    des mit der  Lösung     behandelten        Materials    erfolgt, die  die Beladung desselben mit Jod erleichtert.  



  Da das mit Jod beladene     Material    das  Jod nur allmählich abgibt, so wird eire nach  haltige Behandlung     delr    erkrankten Körper  stellen mit Jod erreicht.  



       Besonders,    ist noch darauf     hinzuweisen,     dass bei :der Verwendung der wässerigen,     a.l-          koholis        chen        Lösungen    zur     Behandlung,    zum  Beispiel von Seide die Benetzung des Mate  rials     isehr    gut ist, jede,     Schrumpfung    des Ma  terials vermieden wird, dasselbe     vielmehr          gleiohzeitig    abtrocknet und ohne Anwendung  unerwünschter Mengen von Jodkalium oder  dergleichen eine starke Aufnahme von Jod  erfolgt.  



  Zum Schluss sei noch besonders erwähnt,  dass sich auch     Catgut,    das ja in weitem Um-      fange zur Wundbehandlung benutzt     wird,     und andere     tierische        Fasern    mit den wässe  rigen     alkoholischen    Jodlösungen nach vor  liegendem Verfahren für die Dauer sterili  sieren:

       bezw.    auch     mit    genügenden Mengen  Jod., um eine Abgabe an die zu behandelnde       Körperstelle    zu     erreichen,    beladen     la-sei.    Die       einwandfreie    Herstellung von auf die Dauer  sterilem     Catgut    war bekanntlich bisher nicht  möglich, so dass     Eiterungen    an den Wund  nähten auftraten.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung von Verbands und Wundnähmaterial, dadurch gekenn zeichnet, dass tierische Fasern der Einwir kung von Jod ausgesetzt werden. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass man als tie rische Fasern tierische Seide verwendet. 2. Verfahren < nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass Seide der Ein wirkung einer wässerigen, alkoholischen Jodlösung ausgesetzt wird. 3..
    Verfahren nach Pa.-fentanspruch I und Unteranspruch 2, dadurch gekennzeich net, dass die alkoholische Jodlösung über 10% bis zirka <B>2;5%</B> Wa-ser enthält. 4-. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 2 und 3, dadurch ge kennzeichnet, da.ss Seide der Einwirkung einer wässerigen, alkoholischen Jodlösung unter Zusatz von sauerstofffreien Jod- verbindungen der Alkalien oder Erdal kalien ausgesetzt wird.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 2 und 3, dadurch ge kennzeichnet, dass auf Seide eine Lösung zur Einwirkung gebracht wird, die durch Sättigung eines Gemisches von zirka 750 cm' Alkohol, auf absoluten Alkohol berechnet, und zirka 250 cm' Wasser mit zirka 40 bis. 50 gr Jod erhalten wurde. 6.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 2 bis 4, dadurch ge kennzeichnet, dass auf Seide eine Lösung zur Einwirkung gebracht wird, die durch Lösen von zirka 20 gr Jodkali in einem Gemisch von zirka 750 cm' Alkohol, auf absolut berechnet, und zirka. 250 cm' Wasser und Sättigen dieser Lösung mit zirka 80 5r Jod erhalten wurde. 7.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 2 bis 4. dadurch ge kennzeichnet, dass auf Seide eine Lösung zur Einwirkung gebracht wird, die durch Lösen von zirka. 10 5r Jodkali in einem Gemisch von zirka 750 cm' Alkohol, auf absolut berechnet, und zirka 250 cm; Wasser und Sättigen dieser Lösung mit zirka 70 :gr Jod erhalten wurde. PATENTANSPRUCH II: Verbands- und Wundnähmaterial, herge stellt nach dem Verfahren von Patentan spruch<B>1,</B> dadurch gekennzeichnet, dass es zirka 5 bis 12 % mit Thiosulfat titrierbaxes Jod enthält.
    <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> B. Verbands- und Wundnähmaterial nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeich net, dass es aus Seide besteht, die zirka 5 % mit Thiosulfat titrierbares Jod ent hält. 9. Verbands- und Wundnähmaterial nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeich net, dass es aus Seide besteht, die zirka <B>10%</B> mit Thiosulfat titrierbares Jod ent hält. 10.
    Verbands- und Wundnähmaterial nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeich net, dass es aus Seide besteht, die zirka 12% mit Thiosulfat titri.erbares Jod ent hält. 11. Verbands.- und Wundnähmaterial nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeich net, dass es insgesamt an Jod bis zum Doppelten des mit Thiosulfat titrierbaren Jods enthält.
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