CH153463A - Steifkappe für Schuhwerk. - Google Patents

Steifkappe für Schuhwerk.

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CH153463A
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Aktiengesellsc Wachstuch-Werke
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Koetitzer Ledertuch Und Wachst
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  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description


      Steifkappe    für Schuhwerk.         Gegenstand    vorliegender Erfindung ist  eine     Steifkappe    für Schuhwerk.  



  Zur Herstellung von     Steifkappen    für  Schuhwerk wurden ausser echtem Leder bis  her meist mit Zelluloid, Harzen, trocknenden  Ölen oder dergleichen     bestrichene        bezw.        im-          prägnierte    Gewebe oder Filze verwandt.

    Das     echte        Leder    findet seines hohen Preises  wegen immer weniger     Verwendung    für       Steifkappen,    während die obigen Ersatzpro  dukte hierfür, zum     Beispiel    mit Zelluloid       bestizchene        Gewebe,    den Nachteil haben, dass  bei der     Verarbeitung    desselben zum Erwei  chen teuere organische Lösungsmittel ange  wandt werden müssen.  



  Diese Nachteile     werden        nun    bei der     ,er-          findungsgemä.Ben        Steifkappe    dadurch     1)esei-          tigt,        da,B    sie aus     Kunstleder        hergestellt    ist,  das aus gegerbten, durch     Nassmahlung    von  lederartigen Abfällen gewonnenen Fasern be  steht, denen ein Bindemittel und ein     Weich-          machungsmittel    zugesetzt sind.

      Da das hier verwendete     Ausgangsmaterial     aus Abfällen     besteht,    ergibt sich ein sehr  niedriger     Herstellungspreis.    Ferner hat es  sich gezeigt, dass das     verwendete        Kunstleder     sich durch     Einlegen    in Wasser erweichen  lässt, ohne im     nassen    Zustande zu zerfallen.  so dass die     Vefwendung    teuerer     organischer          Lösungsmittel        nicht    mehr nötig ist.  



  Nachstehend wird beispielsweise ein Her  stellungsverfahren des für die erfindungs  gemässe     Steifkappe        verwendeten        Kunstleders     näher erläutert.  



       Lederartige    Abfälle, das heisst     Haut-    oder  Lederabfälle werden     unter    Zusatz von Was  ser nass in einer Mühle     zerkleinert    und in  die einzelnen     Haut-        bezw.    Lederfasern zer  legt. Die     erhaltene        Faseraufschlemmung    wird       nun        einer        Gerbung        unterworfen,    indem vege  tabilische oder mineralische Gerbstoffe oder  eine     Komposition    von beiden, dem Faserbrei  zugegeben werden.

   Die     Durchgerbung    geht  infolge der     Feinverteilung    der     Lederfasern              sehr        schnell    vor sich.     Als        Bindemittel    wird  dem     Faserbrei        wässerige        Gummimilch        zu-          gesetzt.    Der Kautschuk     schlägt    sich auf den       Lederfasern        nieder.    Die     Ausscheidung        des          Kautschuks    

      ,auf    den     Lederfasern    kann durch  Zusatz von Säuren oder Salzen     bescbleunigt     werden. Das     Produkt_    kann     in        bekannter    Weise       vulkanisiert    werden     Statt        Gummimilch    könnte  man auch andere     Stoffe,    wie zum Beispiel       EiweiBkoff    oder dergleichen,     als        Binde-          mittel        verwenden.     



       Zur-Erzielung    weicherer Produkte     wird     der     Lederpülpe    ein     Weichmachungsmittel,          zum        Beispiel        eine        wässerige        Fett-    oder     Öl-          emulsion,    oder ein     wasserlösliches    Öl zuge  setzt.

   Die so     behandelte        Faseraufschlemmung          wird        gleichmässig    auf laufende Siebe oder  Tücher verteilt und das Wasser unter Zu  hilfenahme von     Saugvorrichtungen    abge  nutscht.

   Der von der     ,grössten    Menge des       Waesers    auf diese     Weise    befreite Leder  kuchen wird hierauf in     geheizten        ventilierten          Räumen,

          getrocknet    und alsdann durch     Ka-          lander    oder     Pressen        unter        starkem        Druck     verdichtet und     egalisiert.    Man erhält auf diese  Weise ein vollkommen     lederähnliches    Ma  terial von     guter        Festigkeit,    das sich wie       echtes    Leder färben, stanzen,     schärfen    und  formen lässt.

   Das Färben kann auch schon  in der     wässerigen        Pülpe        vorgenommen    wer  den, indem man ,dem     Faserbrei        entsprechende          Farbstoffe    zusetzt, so dass     die#Herstellung    des  Produktes in einem     Arbeitsvorgang    erfolgt.  



  Es hat sich     überraschenderweise    gezeigt,       dass    das so     hergestellte        Kunstleder    sich durch       Einlegen    in Wasser     erweichen        lässt,    ohne im  nassen     Zustande    zu zerfallen.

   Die Festigkeit  im     feuchten    Zustande     gegen        Zug    und     Ein-          reissen        ist    so gross, dass das     Kunstleder,    ohne  zerstört zu werden,     starken    mechanischen     Be-          anspruchungen,        wie    es     zum    Beispiel das  Zwicken über den     Leisten        darstellt,        unter-          worfen    werden kann.

   Es hat sich ferner die       überraschende    Tatsache     gezeigt,        "dass        das    Ma,       terial    im     feuchten    Zustande so     plastisch,     biegsam und     elastisch    wird, dass es sich       beim    Verarbeiten der     Form.    des     Leistens    ge-         nau        anpaBt    und die Form nach dem Trock  nen beibehält.  



  Die     Herstellung    des     Materials    ermöglicht  es, durch     Regelung    des     Druckes    die Dichte  und     Festigkeit        des        Kunstleders        zweckent-          sprchend    zu     vieräadern,    so     dass    hierdurch die       Wasseraufnahmefähigkeit        geregelt    werden       kann.     



  Die Kappe aus dem vorliegenden     Matez^ial     wird langsamer in Wasser weich als die       Kappen    aus     Naturleder,        nimmt    dadurch nicht  so viel Wasser auf und     trocknet    infolge  dessen auch viel schneller. -:Diese Umstände  sind von     ganz    besonderem Vorteil. weil da  durch der     Arbeitsgang        beschleunigt    wird und       infolgedessen    Ersparnisse in der Produktion  erzielt werden an     Löhnen    und     Leistenmate-          rial;

      denn Schuhe aus dem obigen     Steifkap-          penmaterial    können viel schneller     ausgeleistet     werden, die Leisten also schneller     weiter    ver  wendet     werden.     



       Durch        das    infolge     geringerer    Wasser  aufnahme     raschere    Trocknen wird das bei  der     Verwendung    von     Lederkappen        sehr    häu  fig vorkommende Runzeln des Oberleders,  welches sich namentlich bei Lackleder     zeigt,

            verhindert.        Die        Lederkappe        schrumpft        wäh-          rend        cl        -es        Trockners        ein        und        zieht        dann        das     Oberleder mit sich. Auch krümmt sich die  Lederkappe leicht beim Trocknen und drückt       dann    auf den Fuss.  



  Im     Zusammenhange    hiermit stehen wei  tere     technische        und    wirtschaftliche     Vorteile.     Abgesehen davon, dass das     Material,    das aus  Abfällen hergestellt wird, sehr     billig    ist,

   lässt  sich     dasselbe    in völlig     gleichmässiger        Be-          schaffenheit    in beliebiger     Dicke    und Flächen  ausdehnung und durch Variation des Druckes  in     verschiedener    Dichte herstellen     und    in       Wasser        erweichen,        wodurch    eine rationelle  Verarbeitung ermöglicht     wird.    Das echte Le  der     ist,    wie bekannt, in     seinem    Gefüge, je  nach der     Partie    der Haut,

   ungleich und be  sitzt     eine        unregelmässige        Flächenausdehnung,     wodurch,     abgesehen    von dem     ungleichen    Aus  fall in der     Struktur    der aus demselben     her-          gestellten    Kappen,

       beim        Stanzen    viel Abfall           entsteht.    Gegenüber den     sonst        verwendeten          Steifkappenmaterialien        besteht    der sehr we  sentliche     Vorteil        darin,    dass zum Erweichen  weder     teure    organische     Lösungsmittel,    noch  irgendwelche kostspieligen     Apparate    zum       Erwärmen        bezw.        Erweichen        benötigt    werden,

    dass also die     Art    der     Verarbeitung    höchst ein  fach ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Steifkappe für Schuhwerk, dadurch ge kennzeichnet, dass sie aus Kunstleder her gestellt ist, das aus gegerbten, durch Nass- mahlung von lederartigen Abfällen gewonne nen Fasern besteht, denen ein Bindemittel und 'ein Weichmachungsmittel zugesetzt sind.
    UNTERANSPRÜCHE: 1. Steifkappe gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das Kunstleder aus Hautabfällen besteht. 2. Steifkappe gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass das Kunstleder aus Lederabfällen besteht. 3. Steifkappe gemäss' Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass als Bindemittel Gummimilch verwendet ist.
    4. Steifkappe gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass als Bindemittel Eiweissstoffe verwendet sind.
CH153463D 1930-07-03 1931-02-07 Steifkappe für Schuhwerk. CH153463A (de)

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