Verfahren zum Entleinten von leimhaltigem Gut in einer Dämpferbatterle. Bisher wurde entsprechend vorbehandelter Knochenschrot in Dämpferbatterien von vier oder mehr Einzeldämpfern entleimt, die nach dem Gegenstromprinzip arbeitend, eine An reicherung der Brühen von Dämpfer zu Dämpfer ermöglichten.
Bekanntlich ist die Leimsubstanz in dem Knochenschrot noch nicht in löslicher Form vorhanden und muss in diese Form durch Dampfdruck überführt werden. Dabei wird aber jedesmal nur ein Bruchteil der leim- ()#eben,clen Substanz in Leim überführt, so dass sich bei der bisher üblichen Verfahrens weise diese Drücke sehr oft, bis zu fünfzehn mal, wiederholen mussten, um die gesamte leimgebende Substanz aufzuschliessen.
Nach jedem Aufschluss mit Dampf erfolgte die Auslaugung des vorgebildeten Leimes durch Stehenlassen in heissem Wasser auf die Dauer von ein bis zwei Stunden.
Die Arbeitsweise in der Dämpferbatterie erfolgte nun in der Weise, dass immer die Brühen von dem Dämpfer gegen das Friseh- gut zu auf den andern übe rdrückt wurden, und zwar vorzugsweise mittelst Dampfdruck. Der somit von der Flüssigkeit entleerte Dämpfer bekam alsdann einen Dampfdruck und wurde hierauf wieder mit der Flüssig keit des vorhergehenden Dämpfers aufge füllt, worauf dieser Dampfdruck erhielt usw. Wenn ein Dämpfer die vorgeschriebene An zahl an Dampfdrücken und Wasserstehzeiten durchgemacht hatte, war er entleimt und wurde entleert.
An seiner Stelle wurde gleichzeitig am andern Ende der Batterie ein mit frischem Knochenschrot gefüllter Dämpfer wieder an den Kreislauf angehängt.
Das bisher übliche Verfahren weist einige Missstände auf, durch die sowohl die Be handlungszeit übermässig verlängert, wie auch das gewonnene Leimprodukt nach Güte und Menge beeinträchtigt wird.
Zweck der Erfindung ist, eine neuartige Verfahrensweise zu schaffen, durch die we- sentliche Vorteile gegenüber der bisherigen Arbeitsweise erzielt werden können.
Die systematische Untersuchung des bis- lierigen Verfahrensganges hat gezeigt, wie eine solche Verbesserung erzielt werden kann. Zunächst wurde durch vergleichende Ver suche festgestellt, dass die Auslaugun <B><I>g</I></B> rascher und gründlicher vor sich geht, wenn während der Auslaugeperiode die Auslauge wässer oder Auslaugebrühen in stetig fort- sehreitender Bewegung durch die Batterie begriffen sind.
Eine derartige Entlaugungsweise liess sich, wie die obenstehende Schilderung des üblichen. Verfahrens zeigt, bisher nicht er möglichen, vielmehr musste den ganzen Ver hältnissen nach stets mit stehendem Wasser ausgelaugt werden, wodurch grössere Leim mengen im Schrot verblieben. Diese bezüg lich der erforderlichen Behandlungszeit un günstige Tatsache wirkt aber auch bezüg lich der erzielbaren Leimgüte nachteilig, weil beim Herausdrücken des Wassers vor Beginn der nächsten Dämpferperiode im Schrot verbliebene, aufgelockerte, aber nicht ausgelaugte Leimmengen durch den nach folgenden Dampfdruck in ihrer Güte erlieb- lieh geschädigt werden.
Ein weiterer Missstand der bisherigen Verfahrensweise, der sich ebenfalls aus der Unmöglichkeit einer Auslaugung mit strö mendem Wasser ergab, besteht darin, dass die zur Auslaugung in einer Auslaugungs- periode verwendbaren Flüssigkeitsmengen durch die Fassungskraft eines mit Schrot gefüllten Dämpfers nach oben hin fest e- grenzt werden.
Demgegenüber wurde festgestellt, dass es von wesentlichem Vorteil ist, mit grösseren Wassermengen zu arbeiten, was durch Ein führung der strömenden Auslaugung ohne weiteres möglich ist.
Die gründliehere Auslaugung der durch einen Dampfdruck aufgeschlossenen Leim menge durel-i die strömende Auslaugung bringt es ohne weiteres mit sieh, dass man bei der neuen Verfahrensweise mit einer we- sentlich geringeren Anzahl von Dampfdrük- ken auskommen kann als bei der bisherigen Arbeitsweise.
Da, wie oben gezeigt, der Dampfdruck schädigend auf die Güte des gewonnenen Leimgutes einwirkt, bringt die Verringerung der Anzahl der anzuwendenden Dampf drücke ausser der Ersparnis an Wärmeenergie noch eine Erhöhung der Güte des erzielten Leims mit sich. Selbstverständlich wird der Grad der möglichen Gesamtentleimung des Knochengutes durch die neue Verfahrens weise ebenfalls erhöht.
Es wurde ferner festgestellt, dass das nach dem alten Verfahren unbedingt notwendige häufige Drücken der Leimbrühe von einem Dämpfer zum andern mittelst Dampfdruck schädigend auf die Güte des gewonnenen Leims einwirkt. Es werden deshalb neu artige Mittel vorgeschlagen, um die För derung der Auslaugeflüssigkeit ohne Zu hilfenahme von Dampfdruck zu ermöglichen.
Demgemäss bildet der Erfindungsgegen stand ein Verfahren zum Entleimen von leimhaltigem Gut in einer Dämpferbatterie durch abwechselnde Dampfdruckbehandlung und Auslaugung, dessen Kennzeichnung darin besteht, dass während jeder Dampf- druckperiode alle im Betrieb befindlichen Dämpfer von Flüssigkeit entleert und unter Dampfdruck gesetzt werden.
Dies kann man zweckmässig in der Weise durchführen, dass 'man während der Dampf- druckperioden den flüssigen Inhalt jedes -Dampfers in einem gesonderten Aufnehmer bereit hält, um ihn nach Beendigung jeder Dampfdruckperiode dem zugehörigen Dämp fer wieder zuzuführen.
Während jeder Auslaugeperiode kann die Auslaugeflüssigkeit in stetigem Strom durch die Dämpferbatterie geführt werden, und zwar kann man zweckmässig die hierzu er forderliche Flüssigkeitsströmung durch Nachschieben von Reinwasser erzeugen.
In diesem letzten Fall, kann das Frisch wasser in den Dämpfer mit am stärksten ent- leimter Schrotbeschickung so eingepumpt werden, dass eine Strömung durch die Bat terie in Richtung auf den am wenigsten ent- leiniten Dämpfer entsteht, die die gesäMigten Brühen dem Auslass zuschiebt.
Die zur Durchführung des neuen Verfah rens zu benutzende Dämpferbatterie, die in bekannter Weise mit mehreren durch Rohr leitungen unter Einschaltung von Schalt- und Absperrmitteln verbundenen Dämpfern ausgerüstet ist, soll nach der Erfindung so angeordnet sein, dass jedem Dämpfer ein ge sonderter Flüssigkeitsaufnehnier zugeordnet ist.
Ein wesentlicher neuer Teil der Anlage ist eine Heisswasserpumpe, deren Druckseite mit jedem Dämpfer verbunden werden kann. Jedem Dämpfer ist zweckmässig ein Flüs- sigkeitsvorwärmer vorgeschaltet.
Kurz zusammengefasst werden durch die Anwendung des neuen Verfahrens gegen über der alten Arbeitsweise folgende Vor teile erreicht.
<B>1.</B> Bei gleichem Rohgut lässt sich die Güte des gewonnenen Leims erheblich stei gern.
<B><U>').</U></B> Die erwünschte schnellere Entleimung wird erzielt. Damit ist es möglich, die bis her übliche Zahl von Aufschliessdrücken auf etwa die Hälfte herunterzLisetzen und hier durch wesentliche Dampf- und Kohlen ersparnisse zu machen.
<B>3.</B> Die Knochen werden weitergehender entleimt als nach dem alten Verfahren. Die übliche Stickstoffbestimmung im entleimten Schrot ergibt -unter sonst gleichen Umstän den bei dem neuen Verfahren bemerkenswert ge ringere N-Gehalte.
Ein Ausführungsbeispiel einer für die neue Verfahrensweise anwündbaren Anlage ist in der Zeichnung schematisch dargestellt.
Eine Batterie von beispielsweise sechs Dämpfern a- bis al ist durch Leitungen h oder<B>1</B> so verbunden, dass durch das Arbeiten einer Pumpe<B>d</B> auf eine<B>-</B> n beliebigen Dämp fer das zugepumpte Wasser bezw. die Brühe der weiter vorliegenden Dämpfer durch die Übertriftsleitungen durch die ganze Batterie hindurchgeht.
Zur bequemen Einhaltung der gewünsch ten Temperatur der Auslaugebrühen gehen die Ausgangsleitungen durch Heizvorrich- tungen <B>f,</B><I>bis</I><B>f,</B> Die Batterie ist weiterhin durch die Leitungen m so eingerichtet, dass nach entsprechender Absperrung der einge zeichneten Ventile der Flüssigkeitsinhalt jedes Dämpfers in einen darüber angeord neten Aufnehmer<B>b,</B> bis<B>b,</B> mit Dampf oder Dr-tickluft oder durch eine Pumpe separat gefördert werden. Selbstverständlich könn ten diese in der Zeichnung hochliegendeii Aufnebmer <B>b,</B> bis<B>b,</B> auch unter der Batterie liegen.
Weiterhin ist die Batterie eingerichtet, dass; die in den erwähnten Aufnehmern 1), bis<B>b,</B> befindlichen Brühen wieder auf den Dämpfer zurückgehen köniien (14, welchem sie entnommen waren. Die Pumpe<B>d</B> ist mit ei<B>,</B> nein Wasserbehälter c verbunden, aus dein sie das 'Wasser durch einen entsprecheii(1 bemessenen Vorwärmer e durch die Leitung <B>h</B> jedem gewünscht-en Dämpfer zuführen kann. Weiterhin ist jeder Dämpfer der Bat terie mit Frischdampfzufuhr <B>g</B> und Entlüf tungsleitung i versehen.
Die Leitung<B>k</B> ei,- möglicht es, durch entsprechende stellun- der eincezeichneten Ventile aus jedem<B>ge-</B> wünschten Dämpfer die Ablaufbrübe zu ent nehmen.
Die Arbeitsweise geht folgeridermassen vor sich: Es sei angenommen, dass Dämpfer a, bis a51 die nach dem Prinzip der Gegenstrom- Auslaugung betrieben werden, eine Aus- laugezeit hinter sich hätten und mit Wasser oder Brühe gefüllt wären.
Dämpfer a, befindet sich beim Entleereii bezw. Frischfüllen. Um nunmehr aus den Knochen weitere Leimmengen mit Dampf aufschliessen zu können, werden nach ent sprechender Einstellung der eingezeichneten Ventile die Flüssigkeitsinhalte für jeden einzelnen Dämpfer getrennt in die dazuge hörigen Aufnehmer <B>b,</B> bis<B>b,</B> abgeschoben. Hierzu kann Dampfdruck, Luftdruck oder Pumpenarbeit benutzt werden. Sobald die Dämpfer von ihrem flüssigen Inhalt entleert sind, bekommen sie zwecks weiterer Auf schliessung der leimgebenden Substanz den gewünschten Dampfdruck, der nach der vor geschriebenen Zeit durch Leitung i abgelas sen wird.
Hierauf lässt man die Brühen aus den Aufnehmern<B>b,</B> bis<B>b,</B> wieder in die dazugehörigen Dämpfer zurückiliessen. Sie finden dort neue aufgeschlossene leimge bende Substanz vor und haben die Möglich keit, sich anzureichern.
Diese Anreicherung wird wesentlich begünstigt und beschleunigt durch die nunmehr folgende Einschaftung der Pumpe<B>d</B> und durch entsprechende Ein stellung der Temperatur der Auslaugebrühen mit Hilfe der Heizvorrielitungeji f.# bis<B>f,</B> Die Pumparbeit gab nach dem angezogenen Beispiel heisses Wasser auf den Dämpfer a, das zunächst auf a, übergeht und den flüs sigen Inhalt der Dämpferbatterie von a, bis a5 vor sich herschiebt, bis schliesslich die Brühe mit einer höheren Konzentration auf Dämpfer a5 zum Ablaufen kommt.
Ist die Pumpenarbeit so lange betrieben, dass eine nennenswerte Auslaugung nicht mehr zu erwarten ist, so wird die Pumpen arbeit eingestellt, und das Spiel zwischen Druckgeben und Auslaugezeit wiederholt sich. Im angezogenen Beispiel ist zu diesem Zeitpunkt der Dämpfer a, fertig extrahiert und wird nach Ablassen seines Flüssigkeits gehaltes von ausgelaugtem Schrot entleert und mit frischer Füllung versehen. In die sem Fall wird nach dem angezogenen Bei spiel der Dämpfer a, dem System vorge schaltet, bei der folgenden Pumparbeit läuft dann von diesem Dämpfer die konzentrierte Brühe ab und so fort.