CH154310A - Einrichtung zur Regelung der Leistungsverteilung auf parallelgeschalteten oder ringförmig geschlossenen elektrischen Leitungen. - Google Patents

Einrichtung zur Regelung der Leistungsverteilung auf parallelgeschalteten oder ringförmig geschlossenen elektrischen Leitungen.

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CH154310A
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  Einrichtung<B>zur</B> Regelung der Leistungsverteilung     anf        parallelgesehalteten    oder  ringförmig geschlossenen elektrischen Leitungen.    Wenn zwei oder mehr elektrische Leitun  gen parallel geschaltet sind und über sie eine  bestimmte     Leistung        transportiert    wird, dann  sind die auf den einzelnen Leitungen fliessen  den Ströme durch den Widerstand der ein  zelnen     Leitungen    bestimmt.

   In     elektrischen     Netzen, die mit Gleichstrom betrieben wer  den, ist für die Bestimmung     dÜ    Ströme nur  der     ohrnsche    Widerstand massgebend, während  bei Wechselstromnetzen auch der induktive       Widerstand    der Leitungen und etwa einge  schalteter Transformatoren und Drosselspulen  in Betracht zu ziehen ist.  



  Die durch den Widerstand bedingte Ver  teilung des Stromes auf die verschiedenen  Leitungen ist nun nicht immer diejenige,  welche für den Betrieb tatsächlich erwünscht  ist; so ist zum Beispiel bei der Parallel  schaltung einer elektrischen Freileitung und  eines Kabels die Stromverteilung zwischen  Freileitung und Kabel, wenn sie mit Wechsel  strom     betrieben    werden, derart ungleich-    mässig, dass künstliche Mittel für die Rege  lung der Stromverteilung notwendig sind. In  andern Fällen sind die parallelgeschalteten  Leitungen zwar von annähernd gleicher Bau  art, durchlaufen aber ganz verschiedene Ge  genden oder verbinden kreisförmig elektrische  Netze oder Kraftwerke, die     verschiedenen     Gesellschaften gehören.

   In diesem Fall     muss     dafür gesorgt werden, dass je zwei Gesell  schaften gegenseitig denjenigen Strom aus  tauschen können, der ihren     Bedürfnissen    ent  spricht, und zwar     unabhängig    vom Stromaus  tausch zwischen zwei andern Gesellschaften  in dem gleichen Ring. Da der     Stromfluss    in       einem    derartigen Ring aber ebenso wie bei  einfachen parallelgeschalteten Leitungen durch  den     ohrnschen    und     induktiven    Widerstand der  Leitungen     bedingt    ist, müssen hier ebenfalls  künstliche     Mittei    für die Beeinflussung des  Stromverlaufes zur Anwendung kommen.  



  Den zuletzt behandelten Fall stellt     Abb.    1  dar. Die drei Kraftwerke<I>A, B, C</I> sind durch      eine ringförmige Leitung verbunden, über die  sich der Stromaustausch zwischen je zwei  Kraftwerken vollzieht. Wenn zwischen dem  Werk A und dem Werk B, sowie zwischen  B und C bestimmte Ströme ausgetauscht  werden,     dann    entstehen auf der Leitung<I>AB</I>  und     BC    Spannungsabfälle, die     durch    die  Ströme und die Impedanzen der Leitungen  bestimmt sind. Hierdurch ist auch der Span  nungsabfall zwischen A und C festgelegt.

   Da  anderseits durch die Bauart der Leitung     AC     deren Impedanz bestimmt ist, so ist der not  wendige     Ausgleichstrom    auf der Leitung     AC     gegeben. Eine den Betriebsbedingungen der  Kraftwerke A und C entsprechende Regelung  des Stromes auf der Leitung<B>AG'</B> ist möglich  durch die Einfügung einer bestimmten Span  nung an irgend einer Stelle des Kreises. Eine  derartige Einfügung von Spannungen ge  schieht im allgemeinen mit Hilfe von Regel  transformatoren.  



  Die gebräuchlichen Regeltransformatoren  geben nur Spannungen, .die in der gleichen       Richtung    liegen wie die Betriebsspannung.  Für die Regelung der Leistung auf parallel  geschalteten Leitungen oder in ringförmigen  Netzen sind aber auch     Zus < itzsparrrrungen     notwendig, die auf der Betriebsspannung  senkrecht stehen, da in einem     Wechselstrom-          system    im allgemeinen nicht nur absolute  Differenzen der     Spannungen,    sondern auch  Verdrehungen der Spannungsvektoren gegen  einander vorkommen.

       Abb.    2 zeigt beispiels  weise in der bekannten     Vektordarstellung    das  Spannungsdiagramm für das in     Abb.    1 dar  gestellte Leitungssystem mit einem bestimm  ten Betriebszustand. Der Vektor     EA    bedeutet  dabei die Betriebsspannung (pro Phase) in  dem Kraftwerk A, während     E$        bezw.        Ec    die  Betriebsspannung in den Kraftwerken B und  C darstellen. Auf der Leitung<I>AB</I> herrscht  der Spannungsabfall     FAB,    auf der Leitung     BC     der Spannungsabfall     EBo.     



  Zwischen den Enden der Leitung     AC    be  steht der Spannungsabfall     EAC.    Dieser Span  nungsabfall hat, wenn die Leitung     AC    ge  schlossen ist, einen Strom auf ihr zur Folge,  der durch die Impedanz der Leitung     AC    be-    stimmt ist. Wenn die Leitung, ohne sie zu  unterbrechen, vollständig stromlos gemacht  werden soll, dann     muss    \der Spannungsabfall       EAc    durch eire genrau entgegengesetzt gerich  tete und gleich grosse Hilfsspannung Eh auf  gehoben werden, welche etwa durch einen in  die Leitung AG eingeführten Regeltransfor  mator erzeugt werden kann.

   Da die Spannung  Eh gegenüber der     Betriebsspannung    sowohl in  A wie in C um einen bestimmten Winkel  verschoben ist, wird     man    diese Hilfsspannung  entsprechend dem derzeitigen Gebrauch der  Praxis aus zwei senkrecht zueinander stehen  den Spannungen zusammensetzen, welche  durch zwei Regeltransformatoren erzeugt  werden.  



  Im allgemeinen wird jedoch nicht die     Ab-          .sieht    bestehen, die Leitung     AC    stromlos zu  machen, sondern man wird nur einen nach  Grösse und Richtung bestimmten     Strom    auf  ihr einstellen wollen, der eine bestimmte  Wirk- und Blindleistung auf der Leitung  überträgt.  



  Wenn man eine derartige Einstellung reit  Hilfe von zwei Regeltransformatoren herbei  führen will, von denen der eine eine in Rich  tung der Betriebsspannung liegende und der  andere eine senkrecht dazu stehende Span  nungskomponente hergibt, dann wird man bei  der Handhabung dieser beiden Regelgeräte  auf Schwierigkeiten stossen, die darin be  stehen, dass eine Verstellung jeder einzelnen  Komponente gleichzeitig eine Veränderung  des Wirkstromes und des Blindstromes her  vorbringt.

   Will     rnan    also eine Veränderung  des Wirkstromes allein     hervorrufen,    ohne den  Blindstrom zu verändern, dann muss man  beide Regeleinrichtungen verstellen, und zwar  so, dass die beim Verstellen der einen Ein  richtung unfreiwillig     miterzielte    Änderung  des Blindstromes durch entsprechendes Ver  stellen der andern Einrichtung wieder rück  gängig gemacht wird. Die Handhabung ist  bedeutend einfacher, wenn die eine Einrich  tung nur den Wirkstrom, die andere aber  nur den Blindstrom verändert.

   Dies wird in  wiederholter Anwendung der Erfindung da  durch erreicht, dass beide     Zusatzspannungen         gegenüber der Phasenspannung des Netzes  an der Einbaustelle des     Regeltransformators     von     vorneherein    um einen bestimmten Winkel  verschoben werden, der weder 0   noch 90    beträgt.  



  Die     Auffindung    des     erfindungsgemäss    an  zuwendenden Verdrehungswinkels soll an dem  etwas einfacheren Beispiel von zwei parallel  laufenden Leitungen gezeigt werden. Gemäss       Abb.    3, in der alle Leitungen nur einphasig  dargestellt sind, wird über die beiden parallel  laufenden Leitungen     7n    und<I>n</I> eine bestimmte  Wirk- und Blindleistung transportiert, die  sich auf die beiden Leitungen     entsprechend     deren Impedanzen verteilt, sich auf der Sam  melschiene 11 vereinigt und von dort irgend  einem Verbraucher, zum Beispiel dem Motor  zugeleitet wird.

   Um eine beliebige Ver  teilung der Leistung auf beide Leitungen zu  ermöglichen, wird eine Hilfsspannung     Eh    ein  gefügt, die durch einen zum Beispiel in un  mittelbarer Nähe der Sammelschiene 1 ein  gebauten Reguliertransformator erzeugt wird.  Die Richtung dieser Hilfsspannung wird daher  gemäss dem oben Gesagten auf die     Sammel-          schienenspannung        F.,    bezogen. Die Wirkung  dieser Hilfsspannung kann so     aufgefasst    wer  den, als ob sie einen kreisförmig geschlosse  nen Strom durch die Leitungen     m    und n  treibt, durch den der Strom in der einen Lei  tung verstärkt, der in der andern dagegen  abgeschwächt wird.

   Die Richtung dieses       Stromes    gegenüber der Zusatzspannung ist  bestimmt durch den     Impedanzwinkel    des  Ringes, der aus den Impedanzen der beiden  Leitungen<I>m</I> und     n    einschliesslich etwa ein  geschalteter Transformatoren T besteht. Ist  die eingefügte Zusatzspannung Eh gleichge  richtet mit der Betriebsspannung     A,,    dann  wird sie einen Strom     @7h    hervorbringen, der  ihr um einen Winkel a nacheilt, wie in     Abb.     4 veranschaulicht. Dieser Winkel berechnet  sich aus der Gleichuri     ,      
EMI0003.0021     
    worin X der induktive, R der     ohmsche    Wi  derstand des greises ist.

   Der Strom     Jh    lässt  sich zerlegen in einen Wirkstrom     Jh,    und    einen Blindstrom     Jhh,    ändert also sowohl die  Wirk-, als auch die Blindleistung. Soll die  Zusatzspannung und der von ihr erzeugte  Strom     Jli    aber nur eine Veränderung des  Wirkstromes in den Leitungen hervorbringen,  soll also der von der Zusatzspannung erzeugte  Strom in die Richtung der Phasenspannung  des Netzes fallen, dann muss die Zusatzspan  nung gegenüber der Phasenspannung des  Netzes um den obengenannten Winkel a ver  dreht werden, so wie dies in     Abb.5    gezeigt  ist.

   Soll eine zweite Spannung Eh nur dazu  dienen, den Blindstrom zu regeln, dann muss  sie gegenüber der Phasenspannung des Netzes  um den Winkel a     +    90   verschoben sein.  Die Zusatzspannung     E@        bezw.        Fh,    die gegen  über der Phasenspannung des Netzes um  einen bestimmten Winkel<I>a</I>     bezw.   <I>a</I>     +   <I>90  </I>  verschoben ist, kann in einem einzigen Zu  satztransformator z dadurch erzeugt werden,  dass dieser von zwei Erregertransformatoren       pi    oder     p2    gespeist wird     (Abb.    6),

   deren Se  kundärwicklungen in Reihe geschaltet sind  und deren Primärwicklungen von Spannungen  verschiedener Phasenlage gespeist werden.  Der vorausberechnete Winkel<I>a</I>     bezw.   <I>a</I>     -f-   <B>901</B>  wird dadurch erreicht, dass das Übersetzungs  verhältnis der beiden Erregertransformatoren  entsprechend aufeinander abgestimmt wird.  Wenn die Möglichkeit vorgesehen werden soll,  den Winkel a aus betrieblichen Gründen hin  und wieder zu ändern, dann können die Er  regertransformatoren     Anzapfungen    a erhalten,  die nach Abschaltung des Regulieraggregates,  also in stromlosem Zustand, eine     Umzapfung     der Erregertransformatoren und eine Ände  rung ihres Übersetzungsverhältnisses erlauben.

    Die Primärwicklung des einen Erregertrans  formators     pi    wird von einer verketteten Span  nung, die des andern     (p2)    aber von einer Pha  senspannung des Netzes gespeist. Bei einem       Drehstromsystem    bedeutet dies, dass die Pri  märwicklungen der für die drei Phasen erfor  derlichen Erregertransformatoren     p1    in Drei  eck geschaltet an das Netz angelegt werden,  während die Primärwicklungen der Erreger  transformatoren     p2    in Stern geschaltet an das  Netz angeschlossen werden.

   Anstatt je drei      Transformatoren zu verwenden, können na  türlich die drei für die drei Phasen erforder  lichen Zusatztransformatoren z in einen ein  zigen vereinigt werden, ebenso die Zusatz  transformatoren     p1    und p2.  



  Um an Material zu sparen, können die  Erregertransformatoren     p1    und p2 magnetisch  vereinigt werden. Dies ist auf folgendem  Wege möglich: Der Erregertransformator     p1     ist primär in Dreieck geschaltet, so dass der  magnetische     Hauptfluss    in seiner Wicklung  mit den verketteten Spannungen des Systems  in Phase ist.

   Der Erregertransformator p2 ist  in Stern geschaltet und der magnetische       Hauptfluss    seiner Phasen hat demnach die  Lage der     Phasenspannungen.    Wenn man für  die Unterbringung der Wicklungen beider  Transformatoren ein     dreischenkliges    Eisen  gestell mit dreieckigem Grundriss verwendet,  wie dies in den Anfangszeiten für Drehstrom  transformatoren verwendet wurde, darin kann  man auf die senkrecht stehenden Schenkel  die Wicklungen des     Erregertransformators    p2  aufbringen, auf die wagerecht liegenden     Joche     die Wicklungen des Erregertransformators     p1,     da der Fluss in den Jochen jeweils die Diffe  renz von zwei Flüssen in den Schenkeln dar  stellt;

   also bezüglich Grösse und Phasenlage  der verketteten Spannung entspricht, die sich  aus der     Differenz    zweier Phasenspannungen  zusammensetzt.  



  In erst teilweise ausgebauten Netzen wird  es häufig vorkommen, dass Regeltransforma  toren, die nur eine zur Phasenspannung des  Netzes parallele Zusatzspannung liefern, be  reits vorhanden sind. In diesem Fall ist es  nach Fertigstellung des Ringschlusses nur  möglich, einen Reguliertransformator aufzu  stellen, der eine derart gerichtete     Sparrnungs-          komponente    abgibt, dass entweder nur die  Wirklast oder die Blindlast damit beeinflusst  wird. Auch dies ist jedoch eine Benutzung  des Erfindungsgedankens, da die Handhabung  der Regeleinrichtung bereits dadurch erleich  tert wird, dass wenigstens mit dem einen Regel  aggregat nur eine Grösse     beeinflusst    wird.  



  Es gibt schliesslich noch Fälle, in denen  von zwei parallelgeschalteten Leitungen die    eine mit einem Strom von konstanter Grösse  und konstantem Phasenwinkel belastet ist,  während die andere mit einem Strom von  konstantem Phasenwinkel, aber- verschiedener  Grösse belastet werden soll. In diesem .Falle  wird man der Zusatzspannung des Regelaggre  gates eine derartige Richtung geben, dass sie  auf der regulierten Leitung einen     Strom    von  dem gewünschten Phasenwinkel hervorruft.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Einrichtung zur Regelung der Leistungs verteilung auf parallelgeschalteten oder ring förmig geschlossenen elektrischen Leitungen, gekennzeichnet durch einen Zusatztransfor mator, dessen Zusatzspannung gegenüber der Phasenspannung des Netzes um einen unver änderlichen, aber weder 0 noch 90 betra genden Winkel verschoben ist. UNTERANSPRüCHE 1. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet; dass der Verschiebungs winkel der Zusatzspannung gegenüber der Phasenspannung des Netzes oder der dazu senkrechten ebenso gross ist wie der Im pedanzwinkel des Leitungsringes, so dass durch Verstellung des Zusatztransformators entweder nur die Wirklast- oder nur die Blindlastverteilung geändert wird. 2.
    Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusatzspannung so gerichtet ist, dass der Betriebsstrom der Lei tung einen für den Betrieb besonders wich tigen Leistungsfaktor erhält. 3. Einrichtung nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass derZusatztransformator von mehreren Erregertransformatoren mit während des Betriebes nicht veränderlichen Übersetzungsverhältnissen erregt wird, deren Sekundärwicklungen in Reihe und deren Pri märwicklungen in Stern- bezw. in Dreieck schaltung an dieNetzspannung angelegt sind. 4. Einrichtung nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Erregertransforma toren mit dem Hilfstransformator magne tisch vereinigt sind.
CH154310D 1930-01-11 1931-01-06 Einrichtung zur Regelung der Leistungsverteilung auf parallelgeschalteten oder ringförmig geschlossenen elektrischen Leitungen. CH154310A (de)

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