CH154519A - Verfahren zur Herstellung einer hartholzähnlichen Kunstmasse. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer hartholzähnlichen Kunstmasse.

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CH154519A
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  Verfahren zur Herstellung einer     hartholzähnliehen        Nunstmasse.       Die vorliegende Erfindung bezieht sich  auf ein Verfahren zur Herstellung einer     hart-          holzähulichen    Kunstmasse unter       dung    von Kautschuk und Zellulose. Das Ver  fahren ist dadurch gekennzeichnet.     dass        inan     ein Kautschuk und reine, fein zerteilte Zellu  lose enthaltendes Gemisch mit. einer Schwe  felmenge vulkanisiert, die mindestens     30/'o     der     Kautschukinenge    beträgt.

   Man kann auf  diese Weise eine als Werkstoff- und     Kon-          struktionseleinent    für Industrieerzeugnisse  der verschiedensten Art geeignete, hartholz  ähnliche Kunstmasse erhalten, die bei leich  ter und billiger Herstellungsweise in den  physikalischen, chemischen und     teehnolo-          gischen    Eigenschaften (Härte, Biege-,     Druck-          und    Bruchfestigkeit und gute mechanische       Bearbeitbarkeit,    elektrische     Isolationsfäbig.-          keit,    Resistenz gegen chemische Einflüsse       usw.)

      Vorteile gegenüber den bisher bekann  ten natürlichen und künstlichen Werkstoffen  aufweist.    In dem fertigen Produkt ist die Zellulose  zweckmässig in fein zerrissenem oder gemah  lenem Zustand enthalten und in der Masse       unkoordiniert    im Kautschuk verteilt.

   Die       unkoordinierte    Verteilung der allseitig     -#,on     Kautschuk umhüllten, fein zerkleinerten,  zweckmässig in Mengen von etwa<B>100</B> bis  200% im Verhältnis zu Kautschuk vorhan  denen Zellstoffasern in der Kunstmasse lind  die Imprägnierung der einzelnen Teilchen  durch die     Kautseliuksubstanz    schaffen ein  zähes Material, das in seinem Verhalten und  seiner Bearbeitungsmöglichkeit im vulkani  sierten Zustande die Eigenschaften eines     vor-          zügliellen    Hartholzes besitzt     bezw.    sie über  trifft.  



  Durch die Änderung des Mengenver  hältnisses der Bestandteile des     Ausgang-          21          ,elemisches    kann die Festigkeit. Dichte lind  Härte der Kunstmasse entsprechend geändert  werden, und trotzdem können diejenigen  Eigenschaften, die das Material zu einem      wertvollen     Werkstoff    stempeln, insbesondere  seine holzähnliche Zähigkeit, beibehalten  werden.  



  Durch Farbzusätze zum Ausgangsgemisch  kann man ein in mannigfacher Art gefärbtes  Endprodukt erhalten und sich auch in dieser  Hinsicht den gewünschten Verwendungs  zwecken anpassen.  



  Das Verfahren kann beispielsweise wie  folgt ausgeführt werden:  Rohgummi wird durch Kneten in     übli-          eher    Weise in einen plastischen Zustand  übergeführt, in den dann reine, fein zer  teilte Zellulose, der Schwefel und Zusatz  stoffe durch Kneten bei nicht zu hoher Tem  peratur eingearbeitet werden.  



  Als Zusatzstoffe kommen drei Gruppen  in Betracht, und zwar:  <B>1.</B>     Vulkanisationsbeschleuniger,     2.     Weichmachungsmittel,     <B>3.</B> Pigmentstoffe.  



  Die wichtigsten Zusatzstoffe der ersten  Gruppe sind anorganische     Vulkanisations-          beschleuniger,    wie Zinkweiss,     Magnesilim-          oxyd    (Magnesia     usta),    Ätzkalk, in manchen  Fällen     zweckmässigerweise    die für die     Hart-          gummivulkanisation    geeigneten organischen       Vulkanisationsbeschleuniger,    meistens zy  klische     Aminoverbindungen,    wie sie im Han  del unter dem Namen     Vulhaeit    oder     Vul-          hafor    und dergleichen erhältlich sind.  



  Für die zweite Gruppe der Zusatzstoffe  kommen Leinöl, Asphalt und ähnlich-. ge  bräuchliche     Weichmachungsmittel    in Be  tracht, deren Anwendung sich<B>je</B> nach der  gewünschten Farbe und dem Geruch des     züi     erhaltenden Produktes richtet.  



  Als Pigmentstoffe können der Haupt  sache nach die in der     Kautschuhindustrie    ge  bräuchlichen Farbstoffe verwendet werden,  welche sich durch besondere Hitzebeständig  keit und Widerstandsfähigkeit gegen Schwe  fel auszeichnen, also vor allem gefärbte Me  talloxyde und sonstige gefärbte, anorganische  Verbindungen.  



  Nachstehend seien einige Ausführungs  beispiele für die Zusammensetzung des Aus  gangsgemisches angegeben:  
EMI0002.0022     
  
    <I>Beispiel <SEP> I:</I>
<tb>  Kautschuk <SEP> <B>;5000</B> <SEP> Gewichtst. <SEP> ca. <SEP> 25/o
<tb>  Asphalt <SEP> 2000 <SEP> <B>j></B>
<tb>  Teer <SEP> <B>1000 <SEP> 32</B>
<tb>  Magnesia <SEP> usta <SEP> <B>2150</B>
<tb>  Zinkweiss <SEP> 250
<tb>  Ätzkalk <SEP> gepulv. <SEP> <B>500</B>
<tb>  Schwefel <SEP> 2500
<tb>  Zellulose <SEP> <B>8500</B> <SEP> ca. <SEP> 42
<tb>  Organ. <SEP> Vulkanisa  tionsbeschleuniger
<tb>  (Vulhaeit <SEP> DM) <SEP> <B>100</B>
<tb>  20,100 <SEP> Gewichtsteile     
EMI0002.0023     
  
    <I>Beispiel <SEP> II:

  </I>
<tb>  Kautschuk, <SEP> <B>5000</B> <SEP> Gewichtst. <SEP> ca. <SEP> 3297o
<tb>  Leinöl <SEP> <B>1000 <SEP> 1'</B>
<tb>  Atzkalk <SEP> <B>500</B>
<tb>  Zinkweiss <SEP> 250
<tb>  Magnesia <SEP> usta <SEP> 250
<tb>  Schwefel <SEP> <B>2500</B>
<tb>  Anorg. <SEP> Farbstoffe <SEP> <B>1000</B>
<tb>  Zellulose <SEP> <B>5000</B> <SEP> ca. <SEP> <B>32 <SEP> %</B>
<tb>  Organ. <SEP> Vulkanisa  tionsbeschleuniger
<tb>  (Vulkaeit <SEP> <B>D31) <SEP> 100</B>
<tb>  <B>15,600</B> <SEP> Gewichtsteile       Die in den Beispielen<B>1</B> und     II    erwähnten  Bestandteile werden innig miteinander ge  mischt und aus der so erhaltenen Masse die  in Betracht kommenden Artikel geformt und  in     oleeigneter    Weise vulkanisiert.  



  Mischungen obiger Zusammensetzung  vulkanisieren zum gewünschten Härtegrad  bei einer     Vulkanisationsdauer    von etwa  11/2 Stunden bei zirka<B>150 ' C.</B>  



  Bei der     Vulkanisation    ist die Einhaltung       el     eines hohen Druckes sehr günstig (beispiels  weise<B>5--100</B>     kg!em'    und darüber), da da  durch eine     mögliehste    Annäherung der ein  zelnen Baustoffe bewirkt und die Festigkeit  erhöht wird. Die Dauer der     Vulkanisation     ist durch die Art der die     Vulkanisation    be  wirkenden Mischungszusätze in gewissen       ('x-renzen        variierbar    und     lässt    sich so weit her-      absetzen,     dass    sie bei nicht zu massiven  Gegenständen bereits nach einer Stunde be  endet sein kann.  



  Im Beispiel     II    ist gegenüber Beispiel I  der Prozentgehalt an Gummi gesteigert, wo  durch unter Aufrechterhaltung der     holzähn-          liehen    Zähigkeit eine grössere Festigkeit er  reicht wird.  



  Es hat sich gezeigt,     dass    die angegebenen  Ausgangsgemische bei kühler Temperatur in       unvulkanisiertem    Zustand jahrelang haltbar  sind und sich nach Vorwärmen auf Walzen  jederzeit wieder in einen zur Weiterverarbei  tung geeigneten Zustand bringen lassen.  



  Die mit den Ausgangsgemischen nach  Beispiel I und     II    erhaltenen Kunstmassen  sind unempfindlich gegen Stoss und Schlag,  haben hohe Druckfestigkeit und lassen sich  nach Art -eines Hartholzes mechanisch be  arbeiten, und zwar die nach Beispiel     II    er  haltene Kunstmasse in gesteigertem Masse.  



  Die Härte einer mit dem     Ausgangs-          ,o,emisah    nach Beispiel     II    hergestellten Masse  ist grösser als die einer Masse nach Beispiel<B>1</B>  und beträgt mehr als die des härtesten be  kannten Holzes. Auch die Widerstandskraft  <B>-</B> gen chemische Einflüsse ist bei einer Masse       ge     nach Beispiel     II    infolge des höheren     Roh-          gummigehaltes    in erhöhtem Masse vorhanden.

    Eine nach Mischungsbeispiel     II    hergestellte  Kunstmasse ist beispielsweise gegen mehr  tägige Behandlung mit     Miger    Schwefel  säure vollkommen unempfindlich und haben  so behandelte Proben bei     Herausnah-me    aus  der Schwefelsäure weder Gewichtszunahme  noch Gewichtsverlust gezeigt. 'Auch gegen  Alkalien ist die     Kunstmasse    äusserst wider  standsfähig.  



  Die Eigenart der Zusammensetzung der  gemäss dem Verfahren erhaltenen Kunst  masse ermöglicht es, Industrieerzeugnisse  der verschiedensten Art herzustellen. Das  Verfahren gestattet die Herstellung solcher  Erzeugnisse direkt aus dem Gemisch der       Aus,gancsstoffe,durch    Pressen und     Vulkani-          n          sieren    in passenden Formen. Es ermöglicht  auch die Herstellung solcher Erzeugnisse in         ,o,rösseren    Abmessungen, zum Beispiel Platten  beträchtlicher Grösse, die entweder als Werk  stoff für sich oder als Konstruktionselement  verwendbar sind, ferner von Behältern selbst  grösserer Ausdehnung, von Ventil- und an  dern Kugeln     etc.     



  Als spezielle     Industrie-Erzeugnisse    seien  beispielsweise genannt:       Tisehplatten,    zum Beispiel für Labora  toriumstische, Schreibtische, Platten für Bil  lards, als Ersatz für die teuren und zer  brechlichen Marmorplatten.  



  Auch als Verkleidung von Wänden, Fuss  böden und dergleichen sind     Kunstmasse-          platten    der     vorbeschriebenen    Art als Ersatz  für die bisher üblichen Holzverkleidungen  und die aus keramischem Material     h#ergestell-          ten    Fliesen mit Vorteil verwendbar. Der  artige Verkleidungen können auch bei feuch  tem     Hauerwerk    montiert werden, da die  Masse gegen Wasser widerstandsfähig ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung einer hart holzähnlichen Kunstmasse unter Verwen- clune, von KautschLik und Zellulose. dadurch gekennzeichnet, dass man ein Kautschuk und reine, fein zerteilte Zellulose enthaltendes Gemisch mit einer Schwefelmenae vulkani siert, die mindestens 307o der Kautschuk menge beträgt. UNTERANSPRüCHE: <B>1.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ausgangsgemisch <I>?n</I> verwendet wird, das Weichmachungs- mittel enthält.
    <B>91</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ausgangsgemisch verwendet wird, das Farbstoffe enthält. <B>3.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ausgangsgemisch verwendet wird, das Vulkanisations- beschleunigür enthält.
CH154519D 1930-10-29 1930-11-10 Verfahren zur Herstellung einer hartholzähnlichen Kunstmasse. CH154519A (de)

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