Verfahren zur Herstellung einer hartholzähnliehen Nunstmasse. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung einer hart- holzähulichen Kunstmasse unter dung von Kautschuk und Zellulose. Das Ver fahren ist dadurch gekennzeichnet. dass inan ein Kautschuk und reine, fein zerteilte Zellu lose enthaltendes Gemisch mit. einer Schwe felmenge vulkanisiert, die mindestens 30/'o der Kautschukinenge beträgt.
Man kann auf diese Weise eine als Werkstoff- und Kon- struktionseleinent für Industrieerzeugnisse der verschiedensten Art geeignete, hartholz ähnliche Kunstmasse erhalten, die bei leich ter und billiger Herstellungsweise in den physikalischen, chemischen und teehnolo- gischen Eigenschaften (Härte, Biege-, Druck- und Bruchfestigkeit und gute mechanische Bearbeitbarkeit, elektrische Isolationsfäbig.- keit, Resistenz gegen chemische Einflüsse usw.)
Vorteile gegenüber den bisher bekann ten natürlichen und künstlichen Werkstoffen aufweist. In dem fertigen Produkt ist die Zellulose zweckmässig in fein zerrissenem oder gemah lenem Zustand enthalten und in der Masse unkoordiniert im Kautschuk verteilt.
Die unkoordinierte Verteilung der allseitig -#,on Kautschuk umhüllten, fein zerkleinerten, zweckmässig in Mengen von etwa<B>100</B> bis 200% im Verhältnis zu Kautschuk vorhan denen Zellstoffasern in der Kunstmasse lind die Imprägnierung der einzelnen Teilchen durch die Kautseliuksubstanz schaffen ein zähes Material, das in seinem Verhalten und seiner Bearbeitungsmöglichkeit im vulkani sierten Zustande die Eigenschaften eines vor- zügliellen Hartholzes besitzt bezw. sie über trifft.
Durch die Änderung des Mengenver hältnisses der Bestandteile des Ausgang- 21 ,elemisches kann die Festigkeit. Dichte lind Härte der Kunstmasse entsprechend geändert werden, und trotzdem können diejenigen Eigenschaften, die das Material zu einem wertvollen Werkstoff stempeln, insbesondere seine holzähnliche Zähigkeit, beibehalten werden.
Durch Farbzusätze zum Ausgangsgemisch kann man ein in mannigfacher Art gefärbtes Endprodukt erhalten und sich auch in dieser Hinsicht den gewünschten Verwendungs zwecken anpassen.
Das Verfahren kann beispielsweise wie folgt ausgeführt werden: Rohgummi wird durch Kneten in übli- eher Weise in einen plastischen Zustand übergeführt, in den dann reine, fein zer teilte Zellulose, der Schwefel und Zusatz stoffe durch Kneten bei nicht zu hoher Tem peratur eingearbeitet werden.
Als Zusatzstoffe kommen drei Gruppen in Betracht, und zwar: <B>1.</B> Vulkanisationsbeschleuniger, 2. Weichmachungsmittel, <B>3.</B> Pigmentstoffe.
Die wichtigsten Zusatzstoffe der ersten Gruppe sind anorganische Vulkanisations- beschleuniger, wie Zinkweiss, Magnesilim- oxyd (Magnesia usta), Ätzkalk, in manchen Fällen zweckmässigerweise die für die Hart- gummivulkanisation geeigneten organischen Vulkanisationsbeschleuniger, meistens zy klische Aminoverbindungen, wie sie im Han del unter dem Namen Vulhaeit oder Vul- hafor und dergleichen erhältlich sind.
Für die zweite Gruppe der Zusatzstoffe kommen Leinöl, Asphalt und ähnlich-. ge bräuchliche Weichmachungsmittel in Be tracht, deren Anwendung sich<B>je</B> nach der gewünschten Farbe und dem Geruch des züi erhaltenden Produktes richtet.
Als Pigmentstoffe können der Haupt sache nach die in der Kautschuhindustrie ge bräuchlichen Farbstoffe verwendet werden, welche sich durch besondere Hitzebeständig keit und Widerstandsfähigkeit gegen Schwe fel auszeichnen, also vor allem gefärbte Me talloxyde und sonstige gefärbte, anorganische Verbindungen.
Nachstehend seien einige Ausführungs beispiele für die Zusammensetzung des Aus gangsgemisches angegeben:
EMI0002.0022
<I>Beispiel <SEP> I:</I>
<tb> Kautschuk <SEP> <B>;5000</B> <SEP> Gewichtst. <SEP> ca. <SEP> 25/o
<tb> Asphalt <SEP> 2000 <SEP> <B>j></B>
<tb> Teer <SEP> <B>1000 <SEP> 32</B>
<tb> Magnesia <SEP> usta <SEP> <B>2150</B>
<tb> Zinkweiss <SEP> 250
<tb> Ätzkalk <SEP> gepulv. <SEP> <B>500</B>
<tb> Schwefel <SEP> 2500
<tb> Zellulose <SEP> <B>8500</B> <SEP> ca. <SEP> 42
<tb> Organ. <SEP> Vulkanisa tionsbeschleuniger
<tb> (Vulhaeit <SEP> DM) <SEP> <B>100</B>
<tb> 20,100 <SEP> Gewichtsteile
EMI0002.0023
<I>Beispiel <SEP> II:
</I>
<tb> Kautschuk, <SEP> <B>5000</B> <SEP> Gewichtst. <SEP> ca. <SEP> 3297o
<tb> Leinöl <SEP> <B>1000 <SEP> 1'</B>
<tb> Atzkalk <SEP> <B>500</B>
<tb> Zinkweiss <SEP> 250
<tb> Magnesia <SEP> usta <SEP> 250
<tb> Schwefel <SEP> <B>2500</B>
<tb> Anorg. <SEP> Farbstoffe <SEP> <B>1000</B>
<tb> Zellulose <SEP> <B>5000</B> <SEP> ca. <SEP> <B>32 <SEP> %</B>
<tb> Organ. <SEP> Vulkanisa tionsbeschleuniger
<tb> (Vulkaeit <SEP> <B>D31) <SEP> 100</B>
<tb> <B>15,600</B> <SEP> Gewichtsteile Die in den Beispielen<B>1</B> und II erwähnten Bestandteile werden innig miteinander ge mischt und aus der so erhaltenen Masse die in Betracht kommenden Artikel geformt und in oleeigneter Weise vulkanisiert.
Mischungen obiger Zusammensetzung vulkanisieren zum gewünschten Härtegrad bei einer Vulkanisationsdauer von etwa 11/2 Stunden bei zirka<B>150 ' C.</B>
Bei der Vulkanisation ist die Einhaltung el eines hohen Druckes sehr günstig (beispiels weise<B>5--100</B> kg!em' und darüber), da da durch eine mögliehste Annäherung der ein zelnen Baustoffe bewirkt und die Festigkeit erhöht wird. Die Dauer der Vulkanisation ist durch die Art der die Vulkanisation be wirkenden Mischungszusätze in gewissen ('x-renzen variierbar und lässt sich so weit her- absetzen, dass sie bei nicht zu massiven Gegenständen bereits nach einer Stunde be endet sein kann.
Im Beispiel II ist gegenüber Beispiel I der Prozentgehalt an Gummi gesteigert, wo durch unter Aufrechterhaltung der holzähn- liehen Zähigkeit eine grössere Festigkeit er reicht wird.
Es hat sich gezeigt, dass die angegebenen Ausgangsgemische bei kühler Temperatur in unvulkanisiertem Zustand jahrelang haltbar sind und sich nach Vorwärmen auf Walzen jederzeit wieder in einen zur Weiterverarbei tung geeigneten Zustand bringen lassen.
Die mit den Ausgangsgemischen nach Beispiel I und II erhaltenen Kunstmassen sind unempfindlich gegen Stoss und Schlag, haben hohe Druckfestigkeit und lassen sich nach Art -eines Hartholzes mechanisch be arbeiten, und zwar die nach Beispiel II er haltene Kunstmasse in gesteigertem Masse.
Die Härte einer mit dem Ausgangs- ,o,emisah nach Beispiel II hergestellten Masse ist grösser als die einer Masse nach Beispiel<B>1</B> und beträgt mehr als die des härtesten be kannten Holzes. Auch die Widerstandskraft <B>-</B> gen chemische Einflüsse ist bei einer Masse ge nach Beispiel II infolge des höheren Roh- gummigehaltes in erhöhtem Masse vorhanden.
Eine nach Mischungsbeispiel II hergestellte Kunstmasse ist beispielsweise gegen mehr tägige Behandlung mit Miger Schwefel säure vollkommen unempfindlich und haben so behandelte Proben bei Herausnah-me aus der Schwefelsäure weder Gewichtszunahme noch Gewichtsverlust gezeigt. 'Auch gegen Alkalien ist die Kunstmasse äusserst wider standsfähig.
Die Eigenart der Zusammensetzung der gemäss dem Verfahren erhaltenen Kunst masse ermöglicht es, Industrieerzeugnisse der verschiedensten Art herzustellen. Das Verfahren gestattet die Herstellung solcher Erzeugnisse direkt aus dem Gemisch der Aus,gancsstoffe,durch Pressen und Vulkani- n sieren in passenden Formen. Es ermöglicht auch die Herstellung solcher Erzeugnisse in ,o,rösseren Abmessungen, zum Beispiel Platten beträchtlicher Grösse, die entweder als Werk stoff für sich oder als Konstruktionselement verwendbar sind, ferner von Behältern selbst grösserer Ausdehnung, von Ventil- und an dern Kugeln etc.
Als spezielle Industrie-Erzeugnisse seien beispielsweise genannt: Tisehplatten, zum Beispiel für Labora toriumstische, Schreibtische, Platten für Bil lards, als Ersatz für die teuren und zer brechlichen Marmorplatten.
Auch als Verkleidung von Wänden, Fuss böden und dergleichen sind Kunstmasse- platten der vorbeschriebenen Art als Ersatz für die bisher üblichen Holzverkleidungen und die aus keramischem Material h#ergestell- ten Fliesen mit Vorteil verwendbar. Der artige Verkleidungen können auch bei feuch tem Hauerwerk montiert werden, da die Masse gegen Wasser widerstandsfähig ist.