CH154524A - Verfahren zur Herstellung von Ammonnitrat-Ammonsulfat-Mischdüngern. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Ammonnitrat-Ammonsulfat-Mischdüngern.

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CH154524A
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Aktiengesellschaft Ruhrchemie
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Ruhrchemie Ag
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  Verfahren     zur    Herstellung von     Ammonnitrat-Ammonsulfat#)lisehdüngern.       Die Fabrikation der einfachen oder ge  mischten Düngesalze hat besondere Schwie  rigkeiten bezüglich der Herstellung lager  und streufähiger Produkte zu     überwinden.     Der Lagerung der erzeugten Produkte sind  wegen der     grössen    auf Lager zu     nehmenden     Mengen besondere Aufgaben gestellt. Viel  fach zeigen die einfachen und die gemisch  ten Düngesalze eine grosse Wasseranziehung,  die ihrerseits wiederum eine Erhärtung und  damit ein schwieriges Fortschaffen der auf  Lager gebrachten Produkte bewirkt.

   Es ist  bekannt, dass die     Schwierigkeiten    für das  Abräumen derartiger Salzlager so gross sind,       dass.    in     vielen    Fällen eine Bearbeitung mit  der Hacke und sogar Sprengungen vorgenom  men werden müssen. Dabei zeigen nicht  allein die Salze als solche in manchen Fäl  len eine starke Wasseranziehung. Diese un  angenehme Eigenschaft ist auch bei     vielen     Mischsalzen vorhanden, in die entweder was  seranziehende Bestandteile als solche einge-    bracht sind, oder in denen sich solche durch  allmähliche Umsetzung gebildet haben. Be  sondere Schwierigkeiten zeigt die Lagerung  von stickstoffhaltigen Salzen und Misch  salzen, die im allgemeinen nicht ohne Ge  fahr der Erhärtung im grossen aufbewahrt  werden können.

   Die Versuche, eine bessere       Lagerfähigkeit    solcher Produkte zu erzielen,  sind ausserordentlich zahlreich. Man ist im  allgemeinen darauf angewiesen, den Salzen  und Mischsalzen eine besondere Form zu  geben. Man war bestrebt, die     Zerfliesslich-          keit    durch     Vergröberung    des Kornes zu ver  mindern. Es wurden auch Zusätze von  irgendwelchen.,     meistens    indifferenten Sub  stanzen gemacht, die die übermässige Wasser  aufnahme herabsetzen sollten. Des weiteren  hat man durch Umsetzung, meistenteils der  gesamten Anteile einer hygroskopischen Sub  stanz die     Zerfliesslichkeit    eines Mischsalzes  unterbinden wollen.

   Durch dieses     Vorgehen     wird regelmässig eine unerwünschte Vermin-           derung    des Düngewertes     bewirkt.    In den  meisten Fällen werden hierbei Mischungen  gebildet, die einen sehr bedeutenden Anteil  von düngetechnisch wertloseren oder völlig       indifferenten    Substanzen enthalten. Dabei  wird sehr oft der erstrebte Zweck nicht er  reicht, und die erhaltenen Produkte ziehen  trotz alledem noch stark Feuchtigkeit aus der  Luft an.  



  Die wesentliche Aufgabe der Herstellung  einwandfreier Düngesalze und     Düngemisch-          salze    ist die Erzielung eines möglichst  groben Kornes. Auf diese Weise wird auch  bei     Mitverwendung    hygroskopischer Sub  stanzen in grossen Mengen eine geringere  Wassermenge aufgenommen. Das grobe Korn  ist auch für die Benutzung des Düngesalzes  erwünscht. Ein feines Korn     verstäubt    beim  Ausstreuen. Es wird daher sowohl von  Seiten der     Düngemittelfabriken,    wie auch  des Verbrauchers grosser Wert auf ein gut  ausgebildetes Korn gelegt. Feinpulvrige,  stark     stäubende    Erzeugnisse werden in den  meisten Fällen vom Käufer abgelehnt oder  nur ungern genommen.  



  Die vorliegende Erfindung zeigt nun den  Weg der einfachen     fabrikatorischen    Herstel  lung von     lager-    und .streufähigem     Ammon-          nitrat-Ammonsulfat-Mischdüngern.    Es ge  lingt mit dem Verfahren die Herstellung von  verhältnismässig grobkörnigen Mischsalzen  in grossem     Massstabe.     



       Ammonnitrat-Ammonsulf        atrMis        chdüng    er  wurden bisher nur durch Zusammengeben       bezw.    durch     andersartige    Bildung aus den  fertig vorgebildeten     Mischungskomponenten          Ammonnitrat    und     Ammonsulfat    hergestellt.  Die Unzuträglichkeiten bei der Herstellung,  sowie die Nachteile der auf diese Weise ge  wonnenen Mischdünger sind bekannt. Wie  in allen Fällen der     Mischung    grosser fester  Substanzmengen sind umfangreiche Appara  turen und ein grosser Kraftbedarf zur  Durchführung der Mischung erforderlich.

    Da eine vollkommen gleichmässige Durch  mischung fester Stoffe technisch fast un  durchführbar ist, bilden sich bei der Mi  schung von     Ammonnitrat    und     Ammonsulfat       Nester mit höherem     Ammonnitratgehalt    und  damit verstärkter Wasseranziehung die ge  eignet sind, die Qualität des Salzes herab  zusetzen.  



  Die Herstellung von     Ammonnitra.t-Am-          monsulfat-Mischdüngern    aus den fertig vor  gebildeten Komponenten     Ammonnitrat    und       Ammonsulfat    hat aber einen weiteren grossen  Nachteil. Sie setzt die vorherige Fabrikation  der beiden Komponenten voraus. Während  die Darstellung des     Ammonsulfates    verhält  nismässig einfach in einem     Sättiger    vorge  nommen zu werden vermag, lässt sich die  Darstellung von     Ammonnitrat    nur auf recht  komplizierte Weise durchführen, die ein  verwickeltes System von Apparaturen und  die Bedienung durch verhältnismässig viel  Hilfskräfte erfordert.

   Die Darstellung des       Ammonnitrates    erfolgt gewöhnlich in der  Weise, dass zu einer     verdünnten    Ammoniak  lösung unter fortdauernder gleichzeitiger  Einleitung von Ammoniak Salpetersäure be  stimmter Konzentration hinzugegeben wird.  In dieser Verfahrensstufe wird gewöhnlich  auf eine zirka     75%ige        Ammonnitratlösung     gearbeitet, da die     Neutralisationswärme    nicht  ausreicht, bei Verwendung der betriebsmässig  anfallenden, etwa 50%igen Salpetersäure  alles Wasser zu verdampfen.

   Es folgt eine       Eindampfung    auf ein Produkt mit wenigen  Prozent Wasser in     Vakuum-Eindampfappa-          raten.    Die notwendige Wärme wird hierbei  durch Heissdampf zugeführt. Die Lauge zir  kuliert bis zur fast völligen Entfernung des  Wassers in diesen     Vakuum-Eindampfern.     Es wird bis zu einer Salzschmelze gearbei  tet, die     chargenweise    abgelassen und gekühlt  wird, wobei das     Ammonnitrat    in fester Form  auskristallisiert. Das restliche, in dem stark  hygroskopischen Salz befindliche Wasser       wird    dann noch durch besondere Trocken  vorrichtungen, zum Beispiel durch Trocken  trommeln, aus dem Salz entfernt.

      Die bisherige     Fabrikation    von     Ammon-          nitrat-Ammonsulfat-Mischdünger    ist aus dem  Grunde so umständlich und kostspielig ge  wesen, weil sie die getrennte Herstellung der      beiden Komponenten in fester Form als       notwendig    betrachtete, deren eine, das Am  monnitrat, wegen seiner grossen Affinität  zum Wasser bei der Gross-Fabrikation einen  umständlichen Apparat und teuere Bedie  nung erfordert. Ein wesentlicher Fortschritt  lässt sich in der Erzeugung der genannten  Mischdünger nur dadurch erreichen, dass vor  nehmlich die gesonderte Fabrikation des  hygroskopischen. Anteils, des     Ammonnitra-          tes,    in Fortfall kommt.

   Die technische Auf  gabe besteht also darin, das Mischsalz in  einer Weise zu fabrizieren, dass dadurch die  besonderen Massnahmen, die durch die hohe  Löslichkeit und grosse Wasserbindung des       Ammonnitrates        bedingt        sind,    verschwinden,  weil dadurch der die Fabrikation unverhält  nismässig stark belastende Anteil ausfallen  würde.  



  Es erhellt aus dem Vorstehenden, dass der  direkte Aufbau von     Ammonnitrat-Ammon-          sulfat-Mischdüngern    aus dem die beiden  Komponenten     aufbauenden    Verbindungen,  nämlich aus Ammoniak, Schwefelsäure und  Salpetersäure, einen bedeutenden technischen  Fortschritt darstellen würde, weil dadurch  mit einem Schlage die schwierige und kost  spielige gesonderte Herstellung der beiden  Komponenten     Ammonnitrat    und     Ammonsul-          fat    wegfallen würde. Des weiteren würde  dadurch gleichzeitig die Schwierigkeit ausge  schaltet sein, die das Mischen der in jedem.  Falle ausserordentlich grossen Menge zwang  läufig mit sieh bringt.

   Das nachfolgende  Verfahren zeigt nun den Weg zur direkten  Gewinnung von     Ammonnitrat-Ammonsulfat-          Mischdüngern    aus den das Salz aufbauenden  Komponenten.  



  Gemäss dem Verfahren bringt man die  das Salzgemisch aufbauenden Komponenten,  nämlich Schwefelsäure, Salpetersäure und  Ammoniak, in einem Sättigen derart zusam  men, dass die beim     Zusammenleiten    entste  hende Wärmetönung ausreicht, um das  gleichzeitig eingebrachte Wasser praktisch  vollständig zu verdampfen.  



  Man kann dabei so verfahren, dass man  verdünnte oder konzentrierte Schwefelsäure-         Salpetersäuremischungen,    die durch gemein  schaftliche Oxydation von schwefliger Säure  und Ammoniak gewonnen worden sind, mit.  Ammoniak neutralisiert. Man kann bei die  sem Vorgang verschiedene Arbeitsweisen an  wenden.

   Es hat sich als wünschenswert er  wiesen, je nach der Konzentration des zur  Neutralisierung zur Verfügung stehenden       Ammoniakes    die     Konzentration    der Misch  säure verschieden zu wählen, so dass man  zum Beispiel für das flüssige Ammoniak die  schwächste Säure, für das     verdünnteste    Am  moniak die konzentrierteste Säure zur Neu  tralisation     verwendet,    um genügend     Wasser     zur Verfügung zu haben, das durch die  freiwerdende     Neutralisationswärme    ver  dampft werden kann.

   Als verschieden. kon  zentrierte Säuren können solche verwendet  werden, die beispielsweise wie folgt gewon  nen wurden: Ammoniak wird mit Luft am       Platinkontakt    verbrannt und dem noch  heissen     Verbrennungsgas    unmittelbar nach  dem Kontakt ein     SO,-haltiges,    zum Beispiel  aus     Pyrit-Abröstung    stammendes Gas zu  setzt.

   Mit Hilfe von eingeblasener oder von  vornherein vorhandener     Überschussluft    und  eventuellem Dampfzusatz gelingt es, über       Stickoxyde    als     Sauerstoff-Überträger    das  vorhandene S02 glatt zu SO.; zu oxydieren,  Durch Berieselung     bezw.    Kühlung mit Was  ser kann aus dem vorhandenen Gasgemisch  das gewünschte     Salpetersäure-Schwefel-          #,äure-Gemisch    gewonnen werden.  



  Man kann aber auch solche Säuren ver  wenden, die nach folgender Arbeitsweise  erhalten wurden. Die schweflige Säure wird  von vornherein dem     Ammoniak-Luft-Ge-          misch    zugefügt und dieses Gasgemisch even  tuell unter Dampfzusatz über die Kontakte  zur Verbrennung geleitet, woraufhin durch  Kühlung und Berieselung die gewünschten  Säuren gewonnen werden. Bei dieser Arbeits  weise erhält man verhältnismässig verdünnte  Säuren     und    ist gezwungen, mit grossen Ab  sorptionsräumen zu     arbeiten,    da bei Verbren  nung mit Luft die     Reaktionsgase    auf eine  grosse Gasmenge verteilt wird.

   Durch den  Zusatz von schwefliger Säure vor der Ver-           brennung    ist es aber auch möglich, die Ar  beitsweise dahin zu     ändern,    dass man     anstatt     mit Luft, mit sauerstoffangereicherter Luft       bezw.    auch mit reinem Sauerstoff fährt.

   Die  anwesende schweflige Säure übt dabei eine  kühlende Wirkung auf den     Kontakt    aus,  so dass Überhitzungen des Kontaktes und  Explosionen, die sonst beim Arbeiten mit  Sauerstoff leicht auftreten, vermieden wer  den, und es möglich wird, dann den kon  zentrierten Reaktionsgasen in verhältnis  mässig kleinen Apparaten, die     Schwefel-          bezw.    Stickstoff - Sauerstoff - Verbindungen  durch     Abscheidung    eines konzentrierten       Schwefel-Salpetersäure-Gemisches    zu gewin  nen.

   Dieses nach der angegebenen Arbeits  weise gewonnene konzentrierte oder ver  dünnte     Schwefelsäure-Salpetersäure-Gemisch,     das je nach dem Verhältnis des     angewendeten          Ammoniakes        bezw.        Schwefeldioxydes    va  riable Verhältnisse von Schwefelsäure zu  Salpetersäure aufweist, ist hervorragend ge  eignet zur Darstellung von Mischdüngern  durch Neutralisation mit Ammoniak. Das  Ammoniak kann hierbei in flüssiger,     dampf-          förmiger    oder gelöster Form in Anwendung  gebracht werden.

   Je nach der gewünschten  Zusammensetzung und Kristallform der       Miscbdüngsalze    ist es möglich, dieselben aus  der Lösung durch fortlaufende Zugabe von  Ammoniak und Mischsäure in     gegebenem     Verhältnis in einem     Sättiger-Verfahren    zu  gewinnen.  



  Das vorliegende Verfahren wird zweck  mässig so geregelt, dass die jeweils benötigte  Wärme . durch das Zusammenbringen der  Reaktionskomponenten selbst aufgebracht  wird. Wärme ist einmal zum Ausgleich der       Abstrahlverluste,    anderseits zur Verdamp  fung des     eingebrachten    Wassers erforderlich.

    Dabei ist die Einbringung von Wasser aus  dem Grunde nötig, um die beim Zusammen  geben von Ammoniak mit den Säurekompo  nenten gebildete Reaktionswärme fortzufüh  ren.     Die        Verwendung    wasserhaltiger Säure  gemische ist technisch geboten, weil die Säu  ren technisch von     vornherein    mit     eineng    ge  wissen Wassergehalt anfallen und die Dar-         stellung    hochkonzentrierter Säuren mit er  heblichen Kosten verbunden ist.  



  Die Variierung der Wärmetönung kann  auf mannigfachste Weise vorgenommen  werden. Das Ammoniak kann gasförmig,  flüssig oder gelöst zur Anwendung kommen.  Bei Anwendung des gasförmigen     Ammo-          niakes    ergibt sich pro Grammolekül eine um  8 kcal höhere Wärmetönung. Eine Verän  derung der Wärmeabfuhr wird anderseits  durch verschiedene Konzentrationen der Säu  ren bewirkt. Infolgedessen kann man bei  spielsweise durch einfache Einstellung der  Säuremengen     bezw.    der Konzentration der  selben,     gegebenenfalls    noch unter entspre  chender Änderung der     Einleitungsform    des       Ammoniakes,    die Zusammensetzung des Sal  zes in jeder gewünschten Weise ändern.

   Es  entsteht     zwangläufig    nach Einstellung des  Temperatur- und     Konzentrations-Gleichge-          wichtes    im     Sättiger    immer ein Salz, das     etwa     dasselbe molekulare Verhältnis     Ammonnitrat     zu     Ammonsulfat    aufweist, wie es das mole  kulare Verhältnis der eingebrachten Schwe  felsäure zur     eingebrachten    Salpetersäure  zeigt.

   Es wurde bereits erwähnt, dass die  Herstellung von     Ammonsulfat-Ammonnitrat-          Mischdüngern    unter Verwendung von Sal  petersäure - Schwefelsäure - Mischungen, die  durch gemeinsame Oxydation von     sch-,vef-          liger    Säure und Ammoniak gewonnen sind,  besonders zweckmässig ist. Das     vorliegende     Verfahren beschränkt sich jedoch nicht auf  die Verwendung derart erhaltener Gemische.  Es können selbstverständlich zur     Durchfüb-          rung    desselben auch auf andere Weise er  zeugte fertige Mischungen der beiden Säure  komponenten verwandt werden.

   Des weiteren  kann es in der Weise durchgeführt werden,  dass die Säuremischung durch getrennte Zu  führung der beiden Säurekomponenten im       Sättiger    selbst vorgenommen wird.    Es hat sich als zweckmässig     erwiesen,    bei  der Herstellung der     Ammonnitrat-Ammon-          sulfat-Mischdünger    unter Verwendung eines  Überschusses von Säure gegenüber dem Am  moniak, zweckmässig von Salpetersäure, zu      arbeiten, die jedoch 5     %O    nicht übersteigen  soll; durch diesen Überschuss wird die Ab  scheidung der Salzkomponenten, hauptsäch  lich die     Abscheidung    des     Ammonnitrates.,     begünstigt.  



  Es hat sich ferner als günstig erwiesen,  die Verdampfung des Wassers durch die  Reaktionswärme bei einer gegenüber dem  Kochpunkt der     gesättigten.    Lösung erniedrig  ten Temperatur vorzunehmen. Dies kann  eventuell dadurch     bewirkt    werden, dass man  unter einem gegenüber dem Atmosphären  druck verminderten Druck arbeitet, dadurch,  dass im Falle der Verwendung von gasför  migem Ammoniak dieses mit an der     Ümset-          zung    nicht beteiligten Gasen, beispielsweise  Luft, verdünnt oder dadurch, dass ein Strom       inerter    Gase, zum Beispiel Luft in gewünsch  ter     Geschwindigkeit    in das Bad ein- oder  über die Oberfläche des Bades hinweggebla  sen wird.

   Man kann auch für eine sonstige  Oberflächenkühlung des Bades, beispiels  weise durch eine     Ansaugung    von kalter Luft       mittelst    der aufsteigenden heissen     Brüden,     sorgen.  



  Zur Überführung der abgeschiedenen       Ammonnitrat-Ammonsulfat-Gemische    in die  gewünschte Form kann man sich sämtlicher  weiterer hierzu brauchbaren Massnahmen be  dienen.    Von besonderem Vorteil hat es sich er  wiesen, als Baumaterial für den     Sättiger          bezw.    für einzelne Teile desselben     Ferro-          silicium,    Kondensationsprodukte aus Form  aldehyd und     Phenolen,    hauptsächlich hohe  Prozente an     Siliciumogyd        enthaltende    Ma  terialien und geeignete Kitte, hauptsächlich  unter Zusatz von Wasserglas zu verwenden,       Baustoffe,

      die sich dem Angriff heisser kon  zentrierter     Ammonnitrat-Ammonsulfat-Lö-          sungen,    die zudem noch freie Schwefelsäure  und Salpetersäure enthalten, besonders ge  wachsen gezeigt haben.  



  Das vorliegende Verfahren zeigt also  gegenüber der bisher geübten Darstellung  von     Ammonnitrat-Ammonsulfat-Mischdün-          gern    ganz ausserordentliche Vorteile. Nach    demselben gelingt die Darstellung von Ge  mischen der beiden Komponenten in belie  bigem Verhältnis von dauernd gleichmässiger  Zusammensetzung. Die Herstellung der Ge  mische ist zudem grundlegend vereinfacht,  da sie eine vorhergehende Fabrikation der  beiden Komponenten des     Ammonnitrates    und       Ammonsulfates    ausschaltet.  



  Das vorstehend beschriebene Verfahren  der Herstellung von     Ammonnitrat-Ammon-          sulfatmischdüngern    aus Ammoniak, Salpeter  säure und Schwefelsäure lässt sich auch in  folgender Weise durchführen.  



  Man lässt die Lauge durch den Einfluss  der Reaktionswärme bis zur     Abscheidung     eines bestimmten Teils von Ammonium  sulfat und gegebenenfalls auch Ammonium  nitrat eindampfen und entnimmt hierauf  kontinuierlich oder diskontinuierlich einen  beliebig grossen Teil der Lauge zusammen  mit dem ausgeschiedenen     Ammoniumsulfat          bezw.        Ammoniumnitrat.    Dieses Verfahren  hat den Vorteil, dass bei entsprechender Re  gelung der     Eindampfung    direkt durch Er  starrenlassen der abgezogenen Lauge ohne  vorherige     Abscheidung    irgendwelcher Be  standteile ein Mischsalz von gewünschter Zu  sammensetzung erhalten wird. Das Ein  dampfen wird hierbei kontinuierlich weiter  geführt.

   Die jeweils gewünschte Zusammen  setzung des Mischsalzes ergibt sich durch die  beschriebene Regelung der Zuführung der  einzelnen     Komponenten.    Die     Abscheidung     von festem     Ammonsulfat        bezw.        Ammon-          nitrat    kann in weiten Grenzen gehalten wer  den.  



  Die hier angegebene Herstellungsform  von     Ammonsulfat-Ammonnitrat-Mischdün-          ger    lässt sich besonders zweckmässig in fol  gender Weise durchführen:  In dem     Sättiger    wird durch ein mechani  sches Rührwerk oder auf eine andere Weise  ein kräftiger geregelter Umlauf aufrecht er  halten. Hierdurch wird eine Anreicherung  der fest ausgeschiedenen Komponenten in       bestimmten    Zonen bewirkt. Es ist auf diese  Weise möglich, durch Abstich oder konti  nuierlich den     Sättigerinhalt    aus einer Zone      gewünschter Zusammensetzung     abfliessen     zu lassen und so direkt zu Mischdüngern  beliebiger Zusammensetzung zu gelangen.  



  Man     kann    aber auch so verfahren, dass  man beim Anfahren des     Sättigers    von einer  Lauge ausgeht, die ihrer     Konzentration    nach  an den beiden Komponenten     Ammonsulfat     und     Ammonnitrat    soweit gesättigt ist, dass  sie bei der Zufügung von Schwefelsäure,  Salpetersäure und Ammoniak in dem aus der  erstrebten     Salzzusammensetzung    sieh erge  benden Verhältnis schon nach kurzer Zeit  ohne weiteres ein Salz ergibt, das dann für  praktisch beliebig lange Reaktionsperioden  die gewünschte Zusammensetzung aufweist.  



  Weiter stellte es sich als zweckmässig  heraus, einen     Sättiger    mit einem     Hauptein-          leitungsgefäss    und einem Hilfsgefäss zu ver  wenden. Im     Haupteinleitungsgefäss    erfolgt  dann die Verdampfung des Hauptanteils des  in den Prozess eingebrachten Wassers durch  Zuführung nur eines Teils des zur völligen       Absättigung    des Säuregemisches erforder  lichen     Ammoniakes,    worauf die vollständige       Absättigung    des Säuregemisches und die  praktisch vollständige Verdampfung des in  den Prozess     eingebrachten    Wassers im Hilfs  gefäss durch das restliche Ammoniak vorge  nommen wird.

   Aus dem Hilfsgefäss kann  dann der kontinuierliche     bezw.    diskontinuier  liche Übertritt des eingedampften Gemisches  auf eine     Trocknungsvorrichtung    beliebiger  Art, beispielsweise eine Trockentrommel,       stattfinden,        Beispielsweise        wird    der Wasser  gehalt des in der angegebenen Weise her  gestellten Mischsalzes in dem Hauptgefäss  nur bis zu einer Menge von 4 bis     "o    % ent  fernt. Hierauf findet die kontinuierliche  oder     diskontinuierliche        Ableitung    in ein  Hilfsgefäss statt, in dem die Wasserverdamp  fung bis zu dem jeweils     erwünschten    Grade  weitergeführt wird.

   Aus diesem Hilfsgefäss,  das zweckmässig in kleineren Abmessungen  als das Hauptgefäss gehalten wird, gebt das  Gemisch alsdann auf die gewählte Trocken  vorrichtung. Beim Eintritt von Störungen,  beispielsweise bei Versagen des Ammoniak-    Stromes, der Rührung oder andern Störungen  in der Zuleitung wird auf diese Weise ein  schnelles Zusetzen des     Sättigers    und dadurch  unliebsame Unterbrechungen des Betriebes  vermieden.  



  Es können gleichzeitig mehrere     Hilfs-          @efässe    vorhanden sein, so dass ein beliebiger  Wechsel besonders bei Störungen eines Hilfs  gefässes stattfinden kann. Des weiteren       kann    in dem     Hilfsgefäss    eine Neutralisation  der etwa vorhandenen Säuremengen durch  Einleiten von Ammoniak geschehen.  



  Die oben     erwähnten    Massnahmen werden  zweckmässig in Apparaturen aus den oben  beschriebenen     Baumaterialien    durchgeführt,  doch lassen sich auch Gefässe aus andern  Materialien verwenden.  



  Nach den     vorbeschriebenen    Arbeitsweisen  wird     Ammonnitrat-Ammonsulfatmisebdün-          ger    ohne weitere Zusätze durch die gewählte  Ausscheidungsform grobkörnig, das heisst in       lager-    und streufähiger Form erhalten.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Ammon- nitrat-Ammonsulfat-Mischdüngern, dadurch gekennzeichnet, dass man die das Salzgemisch aufbauenden Komponenten, nämlich Schwe felsäure, Salpetersäure und Ammoniak, in einem Sättiger derart zusammenbringt, dass die beim Zusammenleiten entstehende Wärme tönung ausreicht, um das gleichzeitig ein gebrachte Wasser praktisch vollständig zu verdampfen. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als Säurekom ponente eine - Mischung von Salpeter säure-Schwefelsäure verwendet. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwefelsäure und Salpetersäure getrennt dem Sättiger- gefäss zugeführt werden. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man beim Anfahren des Sättigers von einer Lauge ausgeht, die ihrer Konzentration nach an den beiden Komponenten Ammonsulfat und Ammonnitrat soweit gesättigt ist, dass sie bei der Zufügung von Salpetersäure, Schwefelsäure und Ammoniak in dem aus der erstrebten Salzzusammensetzung sich ergebenden Verhältnis schon nach kurzer Zeit ohne weiteres ein Salz ergibt,
    das dann für praktisch beliebig lange Reaktionsperioden die gewünschte Zu sammensetzung aufweist. 4. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Herstellung der Mischdün ger das Bad eine 5 % nicht übersteigende Konzentration an freier Säure aufweist. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 3 und 4, dadurch gekenn zeichnet, dass die Verdampfung des Was sers bei einer gegenüber dem Kochpunkt der Lösung erniedrigten Temperatur er folgt. G.
    Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 3 bis 5, dadurch ge kennzeichnet, dass aus dem Sättigergefäss die festes Sulfat enthaltende; an Sulfat und Nitrat gesättigte Lauge in der Form abgezogen wird, dass man durch Erstar renlassen direkt ohne irgendwelche Ab scheidung von Bestandteilen zu einem Mischsalz von gewünschter Zusammen setzung kommt. 7. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 3 bis 6, dadurch ge kennzeichnet, dass in dem Sättiger ein kräftiger geregelter Umlauf aufrecht erhalten wird, wobei die Entnahme der fest ausgeschiedenen Komponenten zu sammen mit einem Anteil der Lauge erfolgt.
    8- Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen<B>3</B> bis 7, dadurch ge- kennzeichnet, dass die Verdampfung des Hauptanteils des in den Prozess einge brachten Wassers in einem Hauptein- leitungsgefäss des Sättigers durch Zu führung nur eines Teils des zur völligen Absättigung des Säuregemisches erfor derlichen Ammoniakes erfolgt, worauf die vollständige Absättigung des Säure gemisches und die praktisch vollständige Verdampfung des Wassers nach Über leitung der Reaktionsmasse in einem Hilfsgefäss des Sättigers durch das rest liche Ammoniak vorgenommen wird. 9.
    Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 3 bis 8, dadurch ge kennzeichnet, dass das aus dem Hilfs gefäss entnommene Produkt getrocknet wird. 10. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 3 bis 8, dadurch ge kennzeichnet, dass das Wasser im Hilfs gefäss unter Einleiten von Ammoniak verdampft wird. 11. Verfahren nach Patentanspruch, ge kennzeichnet durch Verwendung eines Sättigers, der mindestens teilweise aus Ferrosilizium besteht. 12.
    Verfahren nach Patentanspruch, ge kennzeichnet durch Verwendung eines Sättigers, der mindestens teilweise aus Kondensationsprodukten aus Formalde hyd und Phenolen besteht. 13. Verfahren nach Patentanspruch, ge kennzeichnet durch Verwendung eines Sättigers, der mindestens teilweise aus hohe Prozente an Silizium enthaltenden keramischen Massen besteht.
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