CH154827A - Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckfarben. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckfarben.

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CH154827A
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  Verfahren zur Herstellung von     Tiefdruckfarben.       Die     Erfindung    betrifft ein     verfahren     zur Herstellung von Farben für den Tief  druck,     insbesondere    für den     Rakeltiefdruck.     



  Im     Rakeltief    druck     welrden    derzeit haupt  sächlich die     sogenannten        ÖQtiefdLruckfarben     verwendet, denen in verschwindender Menge  die sogenannten     Wassertiefdruckfarben        ge-          genüberstehen.    Die     Oltiefdruckfaben    liefern  wohl in jeder Hinsicht     ,einwandfreie    Drucke,  sie     besitzen    aber infolge     ihrer    Zusammen  setzung auf     Xylolbaisis    die schwerwiegenden  Nachteile der Brennbarkeit und der Giftig  keit,     Es    wurden zwar schon,

   verschiedent  lich Versuche gemacht, die Brennbarkeit  herabzusetzen, jedoch ohne     durchschlagenden     Erfolg. Dabei bleibt immer noch die     Giftig-          keit    der Farbe     bestehen.    So hat man zum       Beispiel    gechlorte     Kohllenwasiserstoffe    an  Stelle von     Benzolkohlenwasserstoffen    ge  nommen, wobei wohl     unbrennbare    Farben er  halten     werden,    die aber noch in     höherem          Masse    gesundheitsschädlich sind als,

   die der  zeit verwendeten     Tiefdruckfarben.    Da eine         rasche     des: ver  wendeten     Lösungsmittels    wesentlich ist für  die Durchführung des     Tiefdruckverfahrens,     weil .die     Drucke        Tas,ch    trocknen müssen, so  ist mit Hilfe organischer Lösungsmittel eine  Farbe, die weder     brennbar    noch giftig     ist,          nach    dem heutigen Stand der Kenntnisse  nicht     möglich.       Die     beiden        genannten    Mängel sind wohl  bei den     Wasserfarben    behoben;

   doch haben  diese Farben den Nachteil, der auch ihre all  gemeine     Verwendung        ausschliesst,    dass die  mit ihnen     erzeugten    Drucke wasserlöslich  sind. Man hat     nun    auch versucht, mit       Wasserfarben        wasserfeste    Drucke zu be  kommen, doch gelang     dies    bisher nur bei       aueschltesslicher        Verwendung    löslicher     Farb-          stoTfe,        ein    Umstand, der praktisch brauch  bare     Druckresultate    ausschliesst,

   da nur die       Anwesenheit    unlöslicher Pigmentfarben, wie  solche auch in den nicht wasserfesten       Wassertiefdruckfarben        ausnahmslos    enthalten      sind, Farben :erzielen     läss't,    welche praktisch  brauchbare Drucke     liefern.     



  Durch die vorliegende Erfindung werden  nun die     erwähnten    Nachteile der genannten  beiden Farbentypen behoben und die Vor  züge derselben     vereinigt,    ja .sogar erhöht.       Erfindunbsgemäss    wird     mindestens    ein Pig  ment mit einem Bindemittel angerieben, das  als     Hauptbestandteil    einen Stoff enthält,  der durch Lösen eines Harzes in einem was  serlöslichen Lösungsmittel und durch min  destens teilweise     Verseifung    des     Harzes    mit  einem     alkalischen    Mittel erhalten wurde,

    wobei für einen     ausreichenden    Wassergehalt  der fertigen     Tiefdruckfarbe    Sorge     getragen     wird.    Bei der praktischen Ausführung des  Verfahrens kann man     beispielsweise    wie  folgt     vorgehen:

      Ein Pigment oder     eine          Minsehung    mehrerer     Pigmente    wird mit einem       Bindemittel        angerieben,    welches im wesent  lichen aus einer Lösung eines Harzes,     wie     zum Beispiel     Akaroid        (Xanthorrhoeaharz),     Dammar, Fichtenharz, Kolophonium, Lärchen  terpentin,     Sahelllack    und dergleichen, oder       eines        @spriblöslichen,        verseifbaren    Kunst  harzes, zum Beispiel eines Kunstharzes aus  der Gruppe der soggenannten     Alibertole,

      in  Sprit oder     :einem    andern     wasiserlös9lichen        Lö-          sungsmittel        besteht,    welches Harz ganz     oder          teilweise    durch Ammoniak, Alkalien oder  alkalisch     reagierende    Salze     verseift    ist.

    Man kann :dem Bindemittel noch Terpentin  öl oder ein anderes     hochsiedendes        Lösungs-          mithel,        welches    mit dem     waeiseirlöslichen          Lösungsmittel        mischlbar    ist, zusetzen,     wie     zum     Beispiel        Cyclohexanol,        Methylcyclo-          hexanol,        Tetra-        bezw.        Dekahydronaphtalin,          Anilin    und dergleichen:

  , um dem Harz beim  Auftrocknen seine Sprödigkeit zu nehmen.  Man     kann        das    hochsiedende     Lösungsmittel     aber auch .dem Gemisch von Pigment und       Bindemittel        zusetzen.        Durch    einen geringen  Zusatz von     wa;sserlö!slichen    Seifen kann das  Stocken     ades        Bindemittels    verhindert werden,  welches eintritt,     wenn,    dasselbe nur harz'-    saures Ammonium enthält.

   Enthält das  Bindemittel harzsaures Kalium, so tritt kein  Stocken der     Druckfarbe,:ein.    Mit einem der  artigen     Bindemittel    werden die Pigmente  angerieben und hierauf gleich oder nach  träglich     mit    Wasser auf die nötige Konsi  stenz     und    Ausgiebigkeit gebracht.

   Der       Wasserzusatz    ist     aus    mehreren Gründen     we-          sentlich.        ahne        :solchen    würde nämlich die       Fambe        bezw.    das Bindemittel beim     Druck     durch das Papier     durchschlagen.    Erst durch  den     Was!slerzusatz        kann    das gelöste Kolopho  nium in eine genügend     gro'bdisperse        kolloi-          dal@e    Form gebracht werden,

   dass     kein    Durch  schlagen     eintritt.    Die zur Erreichung       dieses    Ziels notwendige Wassermenge wird  ,so bemessen, dass der im     Bindemittel    ent  haltene     Spiritus    unter die     Grenzkonzentra-          tion    gebracht     wird,    bei derer noch brenn  bar-     isst.    Durch Auflösen von wasserlöslichen  Farbstoffen in dem zur Verdünnung ver  wendeten     Wasser    können die Färbungen be  liebig abgetönt werden.  



  Die gemäss :dem beschriebenen Verfahren  hergestellten     Tiefdruckfarben    nehmen inso  fern :eine     Mittelstellung    zwischen den heute       verwendeten    Öltiefdruck- und den     Wa!ss:er-          tiefdruckfarben    ein, als sie sowohl Wasser,  als auch organische     Lösungsmittel    enthalten.  Sie unterscheiden sich jedoch sowohl im  Effekt, als auch chemisch vollständig von  jeder .dieser 'beiden Farbentypen.

   So stellt       vor        allem    in den hier     beschriebenen        Fällen     das Harz das eigentliche Bindemittel für  die     wassierfeste    Bindung der Pigmentteilchen  dar.

   In den     Wass:ertiefdruckfarben    sind  Harze überhaupt nicht enthalten, und wo  fern den     'Öltiefdruckfarben    Harze, besonders  Kolophonium,     zugersetzt    werden, ist ihre An  wesenheit nicht für eine Bindung von Pig  menten wesentlich, sondern sie dienen haupt  sächlich zur Erzielung der     gewünschten     Dickflüssigkeit,

       sowie    zur     Erreichung    von  glänzenden     Drucken.    Vermöge     ihres        anders-          artigen    physikalischen Verhaltens ermög  lichen die neuen Druckfarben ein     beisseres     Ausdrucken und im Zusammenhang damit      gestatten ,sie die Verwendung von rauherem  und weniger     schwerem.    Papier.  



       Beispiele:     1. Man     löst    10     Gewichtsteile    Kolophonium  in 5 Teilen     Sprit    von 96 %     unter    Zusatz von  3 Teilen     Ammoniak    (d = 0,910), wobei     Ver-          seifung        eintritt,    fügt der     Lösung    zwei Teile       Terpentinöl    zu     undbenützt    .das Ganze zum  Anreiben eines Pigments. Dabei wird .so viel  Wasser zugefügt, dass auf 10 Teile     Binde-          mittel    6 bis 8 Teile Wasser kommen.  



  Bei den folgenden Beispielen wird mit  den     nachstehend    angegebenen Ausgangsstof  fen ebenso wie im     vorstehenden        Beispiel    1       g.sar@beitet.     
EMI0003.0020     
  
    2.15 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Kolophonium <SEP> werden <SEP> mit
<tb>  8 <SEP> 96 <SEP> % <SEP> Sprit,
<tb>  2,6 <SEP> Terpentinöl,
<tb>  4,5 <SEP> ,, <SEP> konz. <SEP> Ammoniak <SEP> und
<tb>  2,5 <SEP> Kaliseife <SEP> gelöst.
<tb>  3. <SEP> 10 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Kolophonium <SEP> wurden <SEP> mit
<tb>  3 <SEP> 96 <SEP> % <SEP> Spirit,
<tb>  2 <SEP> Aceton,
<tb>  2,2 <SEP> konz.

   <SEP> Ammoniak <SEP> und
<tb>  3 <SEP> Meithylcyclohexanon <SEP> ge  löst.
<tb>  4.10 <SEP> Gewichtsteile <SEP> Kolophonium <SEP> werden <SEP> mit
<tb>  7 <SEP> " <SEP> Lärchenterpentin,
<tb>  8 <SEP> 96 <SEP> % <SEP> Sprit,
<tb>  4,5 <SEP> konz. <SEP> Ammoniak <SEP> oder <SEP> de <SEP> ,r
<tb>  äquivalenten <SEP> Menge <SEP> Kali  lauge <SEP> und
<tb>  2,5 <SEP> Kaliseife <SEP> gelöst.       Hier     wird    das hochsiedende     Lösungs-          mittel    von dem im     Lärchenterpentin    enthal  tenen     Terpentinöl    gebildet.  



  5.     Statt    mit Wasser wird     mit    der wäs  serigen Lösung eines Farbstoffes versetzt.  Zur Erzielung eines     Blauschwarz    aus einer       Russfarbe    zum Beispiel mit     Methylenblau,     für     Braunschwarz    mit     Vesuvin        usf.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Tiefdruck- farben, dadurch gekennzeichnet, dass min- destenis ein Pigment mit einem Bindemittel angerieben wird, das;
    als Hauptbestandteil einen. Stoff enthält, der durch Lösen eines Harzes in einem wasserlöslichen Lösungs- mittel und durch mindestens teilweise Ver- eeifung des Harzes mit einem alkalischen Mittel erhalten wurde,
    wobei für einen aus reichenden Wassergehalt der fertigen Tief- druckfarbe Sorge getragen wird. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Harz ein verseif- bares Kunstharz genommen wird.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man dem Bindemittel noch ein hochsiedendes Lösungsmittel zu- Isetzt, das mit dem wasserlöslichen Lö- sungsmitbel für das Harz mischbar ist. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man dem Gemisch von Bindemittel und Pigment ein hoch,- siedendes Lösungsmittel zusetzt, das mit dem. wasserlöslichen Lösungsmittel für ,das Harz mischbar ist. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch und En- teranlspruch 2, dadurch ,gekennzeichnet. dass als hochsiedendes Lösungsmittel .ein hydrierter aromatischer Kohlenwasserstoff verwendet wird. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un- terauspruch 2, dadurch gekennzeichnet, @dass als hochsiedendes Lösungsmittel Ani lin verwendet wird. 6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass einem als Haupt bestandteil harzsaures Ammoniak enthal tenden Bindemittel wasserlösliche Seifen beigemengt werden. 7.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zur Verdün nung dienenden Wasser Farbstoffe auf gelöst werden.
CH154827D 1930-02-25 1931-02-21 Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckfarben. CH154827A (de)

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