Verfahren zur Darstellung von Glukose aus Zellulose enthaltendem Material mittelst ver diinnter Säuren unter Druck. Es ist bekannt, aus Zellulose durch Druckperkolation mittelst verdünnter Säu ren Glukose herzustellen.
Nach diesem Verfahren fliesst während der Druckerhitzung fortgesetzt verdünnte Säure durch das Zellulosematerial, entfernt den sich bildenden Traubenzucker nach kur zer Verweilzeit aus dem Reaktionsraum und schützt ihn dadurch vor Zersetzung.
Das Verfahren liefert verhältnismässig dünne Würzen, deren Zuckergehalt sich auch durch Anwendung gepressten Zellulosemate- rials und durch das Gegenstromprinzip ohne Ausbeuteverluste nicht wesentlich über "o bis 6 % steigern lässt.
Das vorliegende Verfahren beseitigt die sen Mangel dadurch, dass während der Druck erhitzung, bei Temperaturen von 1'20 bis 220 und einem Druck von mehreren Atmo sphären, sauer reagierende Flüssigkeitsquan ten in Abständen durch das Zellulosematerial fliessen, den gebildeten Zucker aus dem Re aktionsraum entfernen und jeweils das Zellu- losematerial in feuchtem bezw. halbtrockenem Zustand hinterlassen.
Die Beförderung der Flüssigkeitsquanten erfolgt zweckmässig .durch Verdrängen mit Dämpfen oder Gasen. Von dem Austreiben eines Flüssigkeitsquantums bis zum Ein treffen des nächsten ist das unter Druck stehende Zellulosematerial in heissem, mehr oder weniger feuchten Zustande von dem zum Austreiben verwendeten Gas, oder Dampf umgeben. Die ihm noch anhaftende (adhärie- rende), sauer reagierende Netzflüssigkeit be wirkt den Fortgang der Reaktion.
Die nalie- liegende Befürchtung, dass während der Un terbrechung des Fliessens Zersetzungsvor gänge auftreten und das vorliegende Ver fahren unvorteilhaft machen, ist nicht zu treffend, denn die Erhöhung der Strömungs geschwindigkeit der Flüssigkeitsquanten hebt gegebenenfalls diesen Nachteil auf ohne Preisgabe der bezweckten Konzentrations erhöhung der Würzen.
Die Anwendung von gepresstem Zellulose material ist für das vorliegende Verfahren von Vorteil, ebenso das Arbeiten im Gegen strom. Die Flüssigkeitsquanten treten bei Anwendung des Gegenstromprinzips bei stark abgebautem Material ein, gelangen dann zu halbabgebautem Material und pas sieren zuletzt frisches Material. Die Durch führung des Gegenstromprinzips kann im Einzelkörper bei gleichzeitiger Zellulose materialzufuhr und Ligninausstossung er folgen, doch ist es technisch einfacher, im Gegenstrom geschaltete Batterien anzuwen den.
Es ist ferner zweckmässig, die Tempera turen währenddes Prozesses zu erhöhen, da eine Temperatur von 150 bis<B>170'</B> anfangs ausreicht, während ' zur Beschleunigung der Endreaktion eine Temperatur von 170 bis 1.90 vorteilhafter ist. Bei gleichzeitiger An wendung von Temperaturstaffelung und Gegenstromprinzip tritt in der Richtung der durchströmenden Flüssigkeit ein Temperatur gefälle auf.
Das Hindurchdrücken der Flüssigkeits quanten .durch das Zellulosematerial kann auf verschiedene Weise erfolgen. Es ist mög lich., die Flüssigkeit mittelst- ihres Eigen gewichtes und ihres Eigendampfdruckes zii befördern, wobei die Fortbewegung der Flüs sigkeit auch durch Entlastung unterhalb des Flüssigkeitsquantums beschleunigt werden kann.
In gleicher Weise erfolgt bei Verwexi- dung von Batterien die Bewegung der Flüs sigkeitsquanten und die Überführung voll einem Körper in den andern. Da bei An wendung von Temperaturgefällen die Dampf spannung in der Strömungsrichtung erheb lich abnimmt, ist es möglich, die Flüssig keitsquanten mittelst ihres eigenen Dampf druckes durch die ganze Batterie zu be fördern.
Der Einlass von Dampf oder Gas zum Hindurchdrücken der Flüssigkeit kann bei Verwendung einer Batterie bei jedem ein- zelnen Körper stattfinden, wobei der vor der Einblasstelle liegende Körper zweckmässig während des Einblasens durch ein Absperr ventil von dem hinter der Einblasstelle lie genden Körper getrennt ist.
Zweck -s rascherer Fortbewegung der Flüs sigkeitsquanten können gespannter Dampf oder komprimierte Gase (Stickstoff, Kohlen säure, Luft) über den Flüssigkeitsschub ein geleitet werden. Die bei etwaiger Entlastung entnommenen Dämpfe oder Gase können komprimiert und dem System erneut zu geführt werden.
Die Fortbewegung der Flüssigkeit von einem Körper zum andern kann auch durch mechanische Förderung mittelst Pumpen und dergleichen erfolgen, die beispielsweise in die Verbindungsleitungen der Körper eingebaut werden.
Die Flüssigkeitsquanten können sowohl von oben zugeführt und von unten ab gezogen werden, doch kann auch Zufuhr und Abfuhr von unten erfolgen.
Während des Prozesses befindet sich das Zellulosematerial zweckmässig abwechselnd in zwei verschiedenen Zuständen: Der erste Zustand, der sogenannte Fliessstand, ist der Zustand, während welchem ein Flüssigkeits quantum mittelst Dampf oder Gas mit ver- 'hältnismässig grosser Geschwindigkeit durch das Material gedrückt wird und den gebil deten Zucker abführt.
Der zweite Zustand, der Ruhezustand, ist der Zustand, während dem die dem Material noch anhaftende Flüssigkeit auf die Zellulose reagierend weiter einwirkt, und zwar im Bei sein der Gase oder Dämpfe.
Beide Zustände wechseln miteinander ab, und es tritt somit wieder der erste Zustand ein, das heisst ein neues Flüssigkeitsquantum wird von einer neuen Dampf- oder Gassäule durch das Zellulosematerial gedrückt und führt den gebildeten Zucker ab.
Auf der beiliegenden Zeichnung sind in beispielsweisen Ausführungsformen Anlagen zur Ausübung des vorliegenden Verfahrens schematisch veranschaulicht, und zwar zeigt: Fig. 1 eine Anlage zur intermittierenden Verzuckerung im Einzelkörper, und Fig. 2 eine Anlage zur intermittierenden Verzuckerung nach dem Gegenstro.m-Batterie- prinzip.
Die in Fig. 1 dargestellte Anlage besitzt einen säurefest ausgemauerten, verkupferten oder verbleiten Hydrolysator 1, der an sei nem obern Ende einen Schieber 7 oder eine andere verschliessbare Öffnung zum Ein bringen des Zellulosematerials und An schlüsse für Zuführung von Hydrolisier- flüssigkeit und Dampf aufweist und an dessen unterem Ende eine verschliessbare Öffnung zum Entleeren des Ligninrückstan- des und ferner ein Stutzen für den Austritt der Zuckerwürze vorhanden ist.
In seinem untern Konus befindet sich ein .säurefester Filter 2, der zur Trennung des Rückstandes von der Zuckerwürze dient. Der untere zy lindrische Teil des Hydrolysators kann sich bei 3 etwas verengen, was durch Ausmaue- rung erfolgen kann. Hierdurch wird be zweckt, dass .der gegen Ende des Prozesses nach unten sinkende und zusammen schrumpfende Ligninkuchen den untern Teil des Hydrolysators besser ausfüllt und an den Seitenwänden fest anliegt, wodurch eine bes sere Auslaugung ermöglicht wird.
Der Hydrolysator besitzt- ferner .eine neu artige Vorrichtung zum Einpressen des Zellu- losematerials, bestehend aus dem Behälter 4 mit Druckleitung und Ventil 5.
Das Zellülosematerial wird trocken oder nass durch mechanische oder pneumatische Förderung zunächst in den Silo oder Zyklon 40 gebracht und fällt durch den Schieber 7 in den -Hydrolysator 1. In dem Behälter 4 befindet sich Dampf unter einem Druck von einigen atü. Sobald der Reaktionsbehälter 1 mit Zellulosematerial befüllt ist, wird der Schieber 7 geschlossen und das Dampfventil 5 rasch geöffnet, bis im Hydrolysator 1 der gewünschte Pressdruck erreicht ist.
Der Dampf (zweckmässig Sattdampf) stürzt durch die weite Leitung und das weitgeöffnete Ventil 5 in das Reaktionsgefäss 1 und presst momentan das Zellulosematerial auf etwa einen Drittel seines ursprünglichen Volumens zusammen. Es ist nicht nötig, den ein tretenden Dampf am untern Ende des Ge fässes 1 wieder austreten zu lassen; doch wird die Presswirkung noch verbessert, wenn die eingeschlossene Luft und eventuell etwa Dampf während der Dampfpressung durch das Ventil 6 entweichen.
Für den Erfolg der Pressung und für rationelle Durchführun- ist es wesentlich, Leitung und Ventil 5 so auszubilden, dass infolge der raschen Off- Dung ein plötzlicher Stoss auf das Zellulose- material erfolgt.
Da die Pressung sich während weniger Sekunden vollzieht, ist der Dampfverbrauch gering. Der eingetretene Dampf kondensiert sich an .dem Zellulosematerial, wärmt dieses an und ist auf diese Weise noch nutzbar.
Der Dampfeinlass 5 wird nach erfolgtei Pressung wieder geschlossen. Der durch Zu sammenpressen des Zellulosematerials ent standene Hohlraum wird aus dem Silo 40 mittelst des Schiebers 7 wieder mit neuem Zellulosematerial aufgefüllt. Nachdem der Schieber 7 wieder geschlossen ist, erfolgt wiederum Pressung durch Öffnen des Dampf einlasses 5, worauf nach beendeter Pressung neuerdings, wie beschrieben, Zellulosema.terial nachgefüllt werden kann.
Durch mehrmalige Wiederholung von Dampfpressung und Nachfüllen kann auf diese Weise das Reaktionsgefäss fast voll ständig mit gepresstem Zellulosematerial ge füllt werden. Die Stärke der Pressung ist von dem angewandten Pressdruck und von der Einstellung des Ventils 5 abhängig und kann auf diese Weise beliebig geregelt wer den. An Stelle des Pressdampfes kann auch Presswasser (Würze) Verwendung finden, oder eine andere Flüssigkeit. Auch in die sem Falle muss eine ausreichende Flüssig keitsmenge plötzlich in das Innere des Reak tionsgefässes 1 eintreten, zum Beispiel aus einem Windkessel.
Auf diese Weise kann starke Pressung in wenigen Sekunden er reicht werden. Die Öffnung des Ventils f, während der Pressung begünstigt auch hier die Wirkung. Auch mittelst Gas, zum Bei spiel Luft, Stickstoff, Kohlensäure, kann in analoger Weise auf mehr oder weniger feuch tes Material Pressung- ausgeübt werden.
In gewissen Fällen kann dieses Pressen des Materials auch dadurch eintreten, dass das gefüllte Reaktionsgefäss 1 luftleer ge pumpt wird und unter Öffnen des obern Einlassorganes dann plötzlich das gasförmige Medium in .den Behälter hineinstürzt.
Die Anlage besitzt ferner eine kleine Säurepumpe 9 und eine grosse Wasserpumpe 10, welche durch den Motor 12 betrieben werden und untereinander gekuppelt sind, so dass das Verhältnis zwischen geförderter Säuremenge und geförderter Wassermenge unabhängig von der Tourenzahl und Lauf zeit .des Motors ist. Die Säurepumpe 9 wird reit starker Säure, beispielsweise 40%iger Schwefelsäure, aus dem Behälter 11 gespeist.
Die Pumpen arbeiten zweckmässig nur wäh rend der Dauer des Auslaugens. Durch die -'4'asserpumpe 10 wird Wasser bei einem Druck von 15 atü durch den Wärmeaus- tauscher 14 gefördert und durch die gleich zeitig entgegenfliessende Würze vorerhitzt. Das heisse Wasser gelangt durch die Leitung 1.5 zu dem Dampferhitzer 16 mit dem Kon denstopf 17.
Hier- wird mittelst Frischdampf aus der Leitung 28 das bereits vorerhitzte Mrasser auf die gewünschte Reaktionstempe- ratur (160-195 ) gebracht. Durch die Lei tung 1<B>8</B> gelangt das 160-195 heisse Wasser zur Impfstelle und wird hier mit starker Säure versetzt, welche mittelst der Säure pumpe 9 durch die Leitung 19 gefördert wird.
Die Konzentration der .starken-Säure im Behälter 11 und das Förderverhältnis der Pumpen 9 und 10 sind so bemessen, dass die entstehende Hydrolisierflüssigkeit beispiels weise 0,2% Schwefelsäure oder<B>0,1%</B> Salz säure enthält. Die Hydrolysierungsflüssig- keit gelangt- durch die Leitung 21 in den Speicher 22 und von hier aus durch die ab sperrbare Leitung 23 zu .dem Verteiler 24 und durchfliesst dann den Hydrolysator 1.
Der Speicher 22 trägt eine elektrische Re guliervorrichtung, die bei Erreichung eines Druckes von etwa 15 atü den Motor ab schaltet und gewünschtenfalls schon vorher auf die Tourenzahl des Motors regulierend einwirken kann.
Die Zuführung des Frischdampfes von zirka 15 atü erfolgt durch die Leitung 26 und das Reduzierventil 27. Durch dieses Ventil 27 wird zu Beginn der Reaktion der Dampfdruck auf etwa 7 atü reduziert, was einer Temperatur von 170 entspricht. Im Verlauf des Prozesses wird die Druckreduk tion allmählich beseitigt, so dass der Druck auf 8, 9, 10... und schliesslich auf 15 atü steigt, was einer Temperatursteigerung von 170-195 entspricht.
Von der Dampfleitung. 26 zweigen hinter dem Reduzierventil 27 die Dampfleitungen 28, 29 und 30 ab. Die Dampfleitung 26 führt zu .dem Dampfbehälter 4. Die Dampf leitung 28 dient, wie bereits erwähnt, zur Speisung . des Erhitzers 16. Die Dampf leitung 29 ist absperrbar und führt zum Spei cher 22.
Die ebenfalls absperrbare Leitung 30 führt zum Hydrolysator 1: Nachdem die Hydrolysierflüssigkeit den Inhalt des Hydrolysators 1 durchflossen und den gebildeten Zucker aufgenommen hat, tritt die Zuckerwürze durch den Filter 2 und ge langt durch das Ventil 32 in die Leitung 33 und von hier aus in den Neutralysator 34, der beispielsweise mit Rohphosphat beschickt ist. Hier wird die schwache Säure der Zuckerwürze abgestumpft und Phosphor säure bezw. Monocalciumphosphat von der Würze aufgenommen.
Von hier aus gelangt die abgestumpfte Würze durch die Leitung 35 in den Wärmeaustauscher 14, gibt hier ihre Wärme an das entgegenströmende Frischwasser ab und gelangt durch die Lei tung 36 zu dem Drosselventil 37 und von hier aus in den Würzebehälter 38.
"' 39 stellt eine gegebenenfalls fahrbare Bohrvorrichtung dar, die nach Beendigung des Prozesses zwecks Entfernung des Lignin- kuchens in den Hydrolysator eingefahren wird und sich im Innern des Hydrolysators entfaltet, in einer Weise, die eine rasche und vollständige Entfernung des Lignins ermög licht und auch ein Reinigen des Filters 2 gestattet.
Die periodische Arbeitsweise der Anlage gestaltet sich folgendermassen: <I>1. Zulauf.</I> Es wird Leitung 29 und 23 Geöffnet, so dass das in Behälter 22 befind liche Flüssigkeitsquantum durch die Leitung 23 in den Hydrolysator gedrückt wird.
<I>2.</I> Auslauf. Nachdem sich .der Speicher 22 entleert hat, wird die Leitung 29 und 23 geschlossen und Ventil 31 und 32 geöffnet, so dass das betreffende Flüssigkeitsquantum den Hy drolysator 1 verlässt und durch .die Leitung 33 zum Wärmeaustauscher 14 ge langt. Das Offnen der Drossel 37 wird so 1:-,emessen, dass der Druck vor der Drossel nur wenig niedriger ist, als der Druck in der Leitung 30. Die Druckdifferenz kann beispielsweise 1-2 Atm. betragen. Während der Auslaufzeit sind die Pumpen 9 und 10 in Tätigkeit und füllen den Speicher 22.
Die beschriebene Anordnung, insbeson dere die Anordnung eines Speichers 22, er möglicht es, dass der Wärmeaustauscher 14 gleichzeitig von Frischwasser und Würze durchflossen wird, trotzdem der Eintritt der Hydroly sierflüssigkeit in den Hydrolysator 1 und der Austritt der Würze aus dem Hydrolysator nicht gleichzeitig stattfinden.
<I>3.</I> Arbeitspause. Nach Ablauf des im Ilydrolysator vorhandenen Flüssigkeitsquan tums und Füllen des Speichers 2.2 mit neuer Hydrolysierflüssigkeit kann eine Arbeits pause eintreten, während welcher die Leitung 23 geschlossen bleibt und die Ventile 31 und 32 teilweise oder auch ganz geschlossen sind.
Während der Arbeitspause befindet sich das mit Hydrolysierflüssigkeit befeuchtete Ma terial je nach .dem Stadium des Prozesses bei Temperaturen von 150-195 und entspre chenden Dampf drucken, so dass die Ver- zuckerungsreaktion ungestört ihren Fort- g <B>gt</B> ang nimmt.
Die zeitliche Begrenzung des Zulaufes, des Ablaufes und der Arbeitspause kann in verschiedener Weise erfolgen. Auch können sich die einzelnen Perioden überschneiden, zum Beispiel kann das Ablaufen des Flüssig keitsquantums bereits beginnen, bevor der Zulauf ganz beendet ist. Ferner kann wäh rend der Arbeitspause noch ein gewisser Ab lauf der Würze stattfinden; schliesslich kann auch die Arbeitspause ganz in Wegfall kom men, und endlich kann ein Flüssigkeit#- quantum eintreten, bevor das vorhergehende den Hydrolysator verlassen hat.
<I>1. Beispiel:</I> Anordnung <I>:</I> Versuchsanordnung nach Fig. 1, Grösse des Hy drolysators 500() Liter Inhalt.
.Inge-wandt: 1000 kg Holztrockensubstanz, 10 m3 Wasser, 40 kg 50%ige Schwefelsäure ( = 10 m' 0,Z%ige Schwefelsäure), 2(1 1g Rohphosphat.
Versuchsbedingungen: Zulaufzeit, Ab laufzeit und Arbeitspause betragen je 10 3/1i- nuten. Ge-samtreaktionszeit G Stunden. Flüs sigkeitsquanten 12 mal zirka 800 Liter, Tem peratur ansteigend von 170-190 .
<I>Ausbeute, bezogen auf</I> Ilolz(r-ockf,irsitb- stanz: 5,0,% reduzierender Zuclsur bezw. -1t1!',', vergärbarer Zucker bezw. 25 Liter Sprit aus <B>100</B> kg Holztrockensubstanz.
Konzentration <I>der Fürze:</I> 5 % reduzie renden Zucker, 4 % vergärbarer Zucker.
<I>z. Beispiel:</I> An Stelle vän 0,2 % iger Schwefelsäure wird 0,1 % ige Salzsäure verwendet. Im übrigen sind die Versuchsbedingungen unver ändert. Die Ausbeuten stimmen mit den Ausbeuten des Beispiels 1 überein.
Die Fig. 2 stellt eine Gegenstrombatterie anlage dar. Die Anlagen zur Bereitung der Hydrolysierflüssigkeit, die Vorrichtungen zum Wärmeaustausch und die Ausstattung der Hydrolysatoren sind in Fig.l bereits dargestellt und eingehend erläutert, so dass sie hier übergangen werden können. In Fig. 2 ist eine Batterie von acht Körpern 41-48 von je etwa 2000 Liter Inhalt dargestellt. Jeder Körper kann bei entsprechender Pres sung 500 kg Sägespäne fassen und dazu zirka 1500 Liter Flüssigkeit aufnehmen.
Körper 41 enthält .stark abgebautes Material, die fol genden Körper 42-46 stufenweise weniger abgebautes Material. Der Körper 46 ist Frisch gefüllt. Körper 47 befindet sich im Zustande des Füllens und Körper 48 im Zu stande des Entl.eerens. Sämtliche Körper sind mit der Zuleitung 49 durch die Absperr ventile 50 verbunden. Von einem Körper zum andern, auch von Körper 48 zu Körper 41, führen die Verbindungsleitungen 51 mit den Absperrventilen 52. Der untere Teil der Ver bindungsleitungen 51 ist durch die Absperr ventile 53 an die Abflussleitung 54 an geschlossen. Die Dampf- oder Gasleitung 55 führt durch die Absperrventile 56 zu dem obern Teil der Körper.
Eventuell kann zwi schen Ventil 56 und dem Eintritt in das Re aktionsgefäss ein Dampfverdichter (Wärme pumpe 57) zwecks Nutzbarmachung von Ab dampf eingebaut werden. Mittelst .der Dampf verdichter (Wärmepumpen) kann gegebenen falls aus der Leitung 58 und dem daran angeschlossenen Körper 43 und 46 Abdampf entnommen werden. Die Flüssigkeitsquanten werden zunächst durch die Zuteilungsleitung 49 unter Druck in die Körper gepresst und wandern dann (durch Dampfdruck, eventuell aus der Leitung 55) von einem Körper zum andern, bis sie die Batterie durch die Ab sperrventile 53 und die Abflussleitung 54 verlassen. Durch die Abflussleitung 54 ge langt die Flüssigkeit zu der Kühl- und Ent spannungsvorrichtung 59.
Der in den Behältern jeweils befindliche Dampf (oder die Gase) kann bezw. können beim Eintritt der Flüssigkeit von dieser kon densiert oder verdrängt werden. Das Aus flussventil 53 am letzten Behälter wird zweckmässig jeweils beim Eintreffen des Flüssigkeitsquantums geöffnet, um nach Eintritt der Flüssigkeitsquanten geschlossen zu werden. Das Öffnen und Schliessen kann von Hand oder automatisch geschehen Auf der Darstellung ist .die Anlage so gezeichnet, dass im Körper 41 sich augen blicklich ein Flüssigkeitsquantum von 1000 Liter befindet, das gerade in den Körper 42 übergeführt wird. Zu gleicher Zeit wird das vorhergehende Flüssigkeitsquantum aus dem Körper 44 in den Körper 45 übergeleitet.
Körper 43 und 46 enthalten genetztes, mit adhärierender Flüssigkeit behaftetes Material und Dampf und befinden- sich im Ruhe zustand. Die Temperaturen in den Körpern betragen beispielsweise l95-140 , und zwar abfallend, das heisst :der Körper mit dem fast abgebauten Material hat die höchsten Temperaturen. Ausführungsbeispiel 3:- Anordnung: Gegenstrombatterie gemäss Fig. 2 und Beschreibung, Zubehör wie Fig. 1.
Angewandt: pro Hydrolysator 500 kg trockene Nad-elholzsägespäne, 0,2 % ige Schwe- f elsäure.
Versuchsbedingungen: Zulaufszeit 10 Mi nuten; Auslaufszeit 10 Minuten; keine Ar beitspause; Reaktionszeit jedes Hydrolysa- tors 6 bis 7 Stunden; Temperatur<B>195</B> bis 1.60<B>'C,</B> abfallend in der Strömungsrichtung; '.Temperaturdifferenz zwischen je zwei Kör pern 5 bis 7 C; Flüssigkeitsquantum 750 Liter; Verhältnis zwischen gesamter Holz menge und gesamter Flüssigkeitsmenge 1 : 5. In Abständen von einer Stunde wird jeweils ein frischgefüllter Körper angeschlossen und ein ausgelaugter Körper abgeschaltet.
Ausbeuten., <I>bezogen auf</I> Holztrockensnb- stan.f: <I>49 %</I> reduzierender Zucker bezw. 39 ,% vergärbarer Zucker bezw. 24,5 Liter abso luter Alkohol. <I>Konzentration der</I> Würze: 8 % reduzie render Zucker, 7 % vergärbarer Zucker.
Die sauer reagierende Ilydrolysierflüssig- keit kann anorganische oder organische Säu ren, oder saure Salze, oder Mischungen dieser Stoffe enthalten. Unter Zellulose enthaltendem Material sind zum Beispiel Holz, Stroh, Schilf, Torf, Kraut, Moos, Spelzen etc. zu verstehen.
Von den bisher bekannten Perkolations- verfahren unterscheidet sich vorliegendes Verfahren insbesondere dadurch, dass die Flüssigkeit nicht dauernd durch das Zellu- losematerial fliesst, sondern dass in Zeit abständen begrenzte Flüssigkeitsquanten hin durchfliessen, abwechselnd mit einem Ruhe zustand. Während ,die Zuckerbildung sowohl während des Ruhezustandes, als auch wäh rend des Durchfliessens verläuft, findet die Entfernung des Zuckers nur während der Periode des Durchfliessens statt.
Hierdurch wird der wesentliche Vorteil erreicht, dass mit kleineren, verhältnismässig rasch durch das Zellulosematerial hindurch geschickten Flüssigkeitsmengen der Zucker in der gleichen Zeit entfernt werden kann, wie bei den bisher üblichen Verfahren.
Hieraus ergibt sich eine entsprechend höhere Konzentration der Zuckerwürze. An- r_lerseits kann durch Vermehrung der Flüssig keitsquanten bei gleichzeitiger Steigerung der Strömungsgeschwindigkeit die Verweil zeit des Zuckers so abgekürzt werden, dass sich eine wesentliche Ausbeutesteigerung er gibt.
Es hat sich als besonders vorteilhaft er wiesen, Mischungen verschiedener Hölzer zu verwenden oder Mischungen von Holz mit Stroh oder Reisschalen.