Drehkolbenbr ennkraftmasehine. Die Erfindung bezieht sich auf Drehkol- benbrennkraftmaschinen mit in einem Ring raum umlaufenden Kolben, die abwechselnd sich drehen und festgehalten werden, wobei die jeweils festgehaltenen Kolben die Rück wände der sich zwischen zwei Kolben aus bildenden Explosionskammern bilden.
Der Erfindungsgegenstand zeichnet sich dadurch aus, dass von zwei zusammenarbei tenden Kolben ein Kolben auf einer Trag scheibe und der zweite auf einer andern Tragscheibe, von denen jede mindestens ein Kolbenpaar trägt, befestigt ist, und dass an jeder Tragscheibe zwei gegenläufig wirkende Kupplungen vorgesehen sind, von denen die eine beim Ineingriffkommen der Kupplungs teile unmittelbar die anzutreibende Welle in der Arbeitsrichtung mitnimmt, während die andere mit einem feststehenden Teil des Ge häuses in Eingriff kommt, das Ganze derart,
dass bei einer Explosion des Kraftmittels die eine Tragscheibe die anzutreibende Welle durch ihre mit der Welle zusammenarbei tende Kupplung mitnimmt, die andere Trag scheibe dagegen durch ihre mit einem fest stehenden Teil des Gehäuses zusammenarbei tende Kupplung an einer rückläufigen Be wegung gehindert wird.
Die Zeichnung stellt zwei Ausführungs beispiele des Erfindungsgegenstandes und eine Detailvariante dar.
Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch das erste Ausführungsbeispiel, Fig. 2 einen Längsschnitt der Linie A-C der Fig. 1; Fig. 3 zeigt einen Teil der Anlassvor- richtung des ersten Ausführungsbeispiels im Querschnitt; Fig. 4 zeigt diesen Teil in Aufsicht; Fig. 5 zeigt einen weiteren Teil dieser Anlassvorrichtung in vergrösserter Wieder gabe im Schnitt; Fig. 6 zeigt einen Teil der Fig. 4 in Auf sicht;
Fig. 7 zeigt eine Detailvariante; Fig. 8 zeigt eine Kupplung im Quer- schnitt; Fig. 9 zeigt die Kupplung in Aufsicht; Fig. 10 zeigt eines der beweglichen Kupp lungsglieder in vergrösserter Wiedergabe; Fig. 11 zeigt die zweite Ausführungs form im Querschnitt; Fig. 12 zeigt diese Ausführungsform im Längsschnitt. Der Einfachheit halber ist nur der untere Teil dargestellt, da der obere spiegelbildlich ist.
Fig. 13 stellt einen Hohlkolben dieser Ausführungsform mit einem Teil der Kühl einrichtung in vergrösserter Wiedergabe dar.
Wie Fig. 2 zeigt, ist das Gehäuse der Maschine aus den Teilen 1, 2 und 5 zusam mengesetzt. Die Teile 1 und 5 bezw. 2 und 5 sind durch Schrauben 4 miteinander fest verbunden. Das Ganze wird durch Schrau benbolzen 3 zusammengehalten. Die beiden Gehäuseteile 1 und 2 bilden einen von einem Kühlmantel umgebenen Ringraum 65 mit kreisförmigen Querschnitt, in dem die Kol ben 60, 60a, 60b, 60c und 89, 89a, 89b, 89e, umlaufen.
Die vier erstgenannten Kolben sind in einem Abstande von 90 Grad auf einer Kolbentragscheibe 33 angeordnet. In gleicher Weise sind die Kolben 89, 89a, 89b, 89c an einer Tragscheibe 7 befestigt. Die Kolben sind als volle Kolben ausgebildet und sind auf Zapfen 64 der Tragscheiben 7 und 33 aufgesteckt, auf denen sie mittelst einer Unterlegscheibe 62 und einer Mutter 61 fest geschraubt werden.
An den Kolben sind Aus nehmungen 232 (Fig. 1) vorgesehen, um ein engeres Zusammenlaufen an einer Zündstelle und damit eine höhere Kompression zu er möglichen. Die beiden Tragscheiben sind auf der anzutreibenden Welle 12 mittelst Kugel lagern 31 drehbar gelagert.
Um den Ringraum 65 au den Stellen, an denen die Tragscheiben aneinander gleiten, abzudichten, sind Dich tungsringe 66 vorgesehen, ebenso sind Dich tungsringe 58 und 67 angeordnet, um den Ringraum 65 an den Stellen zu dichten, an denen die Tragscheiben an den festen Ge häuseteilen 1 und 2 gleiten. Ausserdem sind zur Abdichtung gegen Schmieröl Dichtungs ringe 59 eingesetzt.
Jede der Tragscheiben 7 und 33 trägt einen Lagerflansch 28. In diesen ist der äussere Teil 27 einer Kupplung starr einge zogen; die Kupplung ist in den Fig. 8 bis 10 in ihren Einzelheiten dargestellt. Sie be steht aus dem äussern Teil 27, aus dem innern Teil 24, der mittelst Keilen 25 auf der an zutreibenden Welle 12 befestigt ist. In Boh rungen des innern die Welle 12 unmittelbar mitnehmenden Teils 24 sind schwingbar ge lagerte Kupplungsglieder 26 eingesetzt, die mit Ölbohrungen 195 versehen sind.
Die Kupplungsglieders 26 sind derart be messen, dass sich der Durchmesser M des zapfenförmigen Teils 30 des Kupplungs gliedes 26, die Breite N an der Ansatzstelle des äussern Teils an dem Teil 30 und die Länge L zueinander verhalten wie 3 : 2<B>:7,5.</B>
Wie Fig. 10 zeigt, ist jedes der Kupp lungsglieder um eine Schwingachse C dreh bar. Seine Arbeitsfläche bildet einen Teil eines Kreises mit dem Mittelpunkt A. Die ser Punkt A liegt mit der Schwingachse C auf einem gemeinsamen um den Punkt C. geschlagenen Kreisbogen, aber nicht in der Schwingachse. Die Exzentrizität der Achse A ist so zu wählen, dass der Winkel zwischen der Radialverbindung CID und der durch die Angriffslinie F des Kupplungsgliedes gelegten Geraden CIE ungefähr 6 bis 12 Grad beträgt.
Zweckmässig wird das Kupp lungsglied über die Angriffslinie F hinaus um ein Stück verlängert, hierdurch wird ein Absplittern der Angriffskante vermieden Die Kupplungsglieder sind mit den zapfen förmigen Teilen 30 in dem Teil 24 gelagert.
In dem innern Kupplungsteil 24 sind Träger 297 eingesetzt, diese tragen je eine Feder 299, die in eine Bohrung 98 der Kupp lungsglieder 26 eingreift. Die Feder ist be strebt, die Kupplungsglieder um ihre Schuringachse gegen den äussern Teil 27 zu drücken. Die ganze eben beschriebene innere Kupplung lässt man in Öl laufen.
Wie die Fig. 9 erkennen lässt, kommen bei einer Drehung des äussern Teils 27 ent- gegen dem Uhrzeigersinn die beweglichen Kupplungsglieder in Eingriff, so dass der innere Kupplungsteil 24 und mit ihm die an zutreibende Welle 12 mitgenommen werden, in der andern Drehrichtung dagegen nicht.
Auf jedem Tragflansch 28 ist an der Aussenseite mittelst Keil 29 ein Flansch 23 aufgezogen, der durch Dichtungsringe 89 und 70 und eine Schraubbuchse 68 abgedichtet ist. In diesen Flansch 23 ist der äussere Teil 22 einer Kupplung eingesetzt, die in ähn licher Weise, wie die beschriebene Kupplung, ausgebildet ist. Die beweglichen Kupplungs glieder dieser Kupplung sind mit 17 be zeichnet und der innere Kupplungsteil mit 16. Dieser ist unter Zwischenfügung einer Bronzebüchse 15 auf dem untern Teil 14 des Flansches 23 gelagert und an dem Ge häuseteil 5 starr befestigt. -Er trägt weiter hin ein Kugellager 8, mit dem die Welle 12 gelagert wird.
Durch einen Deckel 21 wird die Kupplung abgeschlossen. Zur Abdich tung gegen austretendes 01 sind in dies Deckel Dichtungspackungen 19 mittelst einer Schraubbuchse 18 eingesetzt.
Die beiden an jeder Tragscheibe befestig ten Kupplungen sind gegenläufig wirkend ausgeführt, und zwar derart, dass die beiden innern und die beiden äussern Kupplungen der Tragscheiben in gleichem Sinne wirken.
Zur Abdichtung der ganzen Maschine gegen austretendes 0<B>1</B> sind Dichtungsringe 11 mit Haltebuchsen 277 vorgesehen, die durch Deckel 6 angepresst werden. Das er forderliche Schmieröl wird der Maschine durch die Kanäle 13 mit einer Pumpe zu geführt. Es durchläuft dann die ganzen La ger und Kupplungen und wird über die Lei tung 113, in die ein federbelastetes Rück schlagventil bekannter Bauart eingebaut sein kann, wieder abgeführt.
Zum Anlassen der Maschine ist zwischen den beiden Tragscheiben eine Mitnehmer- scheibe 44 vorgesehen, die auf der Welle mit- telst Keilen 45 starr befestigt ist. Diese Mit nehmerscheibe 44 trägt einen T-förmigen Kopf, an dem auf jeder Seite gegeneinander versetzte Nocken 51 und 51' vorgesehen sind, wie Fig. 4 zeigt. Diese Nocken arbeiten je mit einer Nase 52 eines Kolbens 47 zusam men, der in einen Zylinder 46 eingesetzt ist. Der Zylinder 46 ist an der Tragscheibe 7 befestigt.
Eine Feder 49, die in eine Boh rung 48 des Kolbens 47 eingesetzt ist, ist bestrebt, die Nase 52 in Eingriff mit einem der Nocken 51 bezw. 51' der Mitnehnier- scheibe 44 zu bringen. Der Kolben 47 trägt einen Zapfen 53, auf den eine Stahlrolle 54 drehbar aufgeschoben ist. Diese Stahlrolle arbeitet mit einer Führungsschiene 56 zu sammen, die in eine Ausnehmung 252 des feststehenden Gehäuseteils 2 eingesetzt und in dieser mittelst Schrauben 57 befestigt ist. Die Form dieser Führungsschiene 56 ist aus Fig. 6 zu erkennen. Sie besteht aus einem an zwei Stellen 171 abgeflachten Kreis, an dessen Innenseite die Rolle 54 gleitet.
So bald diese aus dem Rundteil der Führui)g in die abgeflachten Teile gelangt, wird ihr Weg verkürzt. Infolgedessen wird der Füh rungsring 54 und mit ihm die Nase 52 des Kolbens 47 nach unten gepresst, so dass die Nocken 51 bezw. 51' und die Nase 52 ausser Eingriff kommen. In Fig. 2 ist nur an einer Seite die Nase 52 mit. ihren übrigen Teilen erkennbar, während die Nase 52 der andern Seite in einer andern Zeichenebene liegt.
Statt der Führungsschiene 56 kann auch die aus der Fig. 7 ersichtliche Führung vor gesehen sein. Bei dieser ist durch zwei Schie nen 56 eine Nut gebildet, in der die Stahl rohre 54 gleitet. An zwei Stellen 171 ist die im übrigen kreisförmige Nut abgeflacht. An jeder Tragscheibe sind zwei solche Nok- kensteuerungen (Fig. 3 bis 7) vorgesehen. Die Nocken sind so versetzt angeordnet, dass in Abständen von 90 abwechselnd auf der einen oder der andern Tragscheibe eine N ocke liegt.
Um beim Anlassen der Maschine die er forderliche Kompression zu erzeugen, ist für jeden der beiden Gehäuseteile 5 eine beson dere Halteeinrichtung vorgesehen. Diese be steht aus einem auf jeden Teil 23 aufgezo genen Nockenring 180, der sechs Nocken 181 trägt. Mit diesem Nockenring arbeiten meh- rere Rollen<B>1.82</B> zusammen, wobei jede von einem Lager 183 getragen wird. Das Lager 183 ist an einer Stange 186 befestigt, die in dem Gehäuse 185 gelagert ist. Eine durch Anziehen der Mutter 189 gegenüber einem Federteller verstellbare Feder 187 ist be strebt, die Stange 186 und mit ihr die Rolle 182 gegen den. Nockenring zu pressen.
Die Nocken sind so verteilt, dass die Kolben jedesmal an den Stellen, an denen die Zün dung erfolgen soll, durch Anliegen eines Nockens 181 gegen die Rolle 182 festgehalten werden. Infolge der beim Anlassen von Hand oder durch das Anlassaggregat ausgeübten Kraft wird der jeweils wirksame Nocken 181 unter der nachgiebigen Rolle 182 durchge drückt. An der nächsten Zündstelle läuft dann ein weiterer Nocken auf.
Sobald die Maschine anspringt, wird die Rolle infolge der grösseren hierbei auftretenden Kraft und Geschwindigkeit aufwärts geschleudert, und ein unter Federwirkung stehender Bolzen 188 einer Rasteinrichtung springt in eine Ausnehmung 184 der Stange 186 ein, so dass die Rolle oben gehalten wird und ausser Wir kung ist.
Die beiden Halteeinrichtungen sind ge geneinander um 90 versetzt angeordnet. Zum Einführen des Luftgasgemisches und Abführen der Restgase sind sechs Ein lassventile 71 und sechs Auslassventile 81 vorgesehen, die auf den Umfang der Wan dungen des Ringraumes 65 verteilt sind. Je ein Einlassventil 72 und ein Auslassventil 81 stehen einander gegenüber. Jedes Einlass- ventil 72 besitzt einen Ventilteller 74, der auf dem Ventilsitz 80 ruht. An dem Ventil teller 74 ist die Ventilspindel 73 befestigt.
Auf diese ist eine Feder 75 aufgeschoben, die mittelst einer Schraube 77 und einem Fe derteller 76 zusammengepresst wird. Die Fe der ist bestrebt, den Ventilteller auf seinen Sitz zu drücken. Die Öffnungsrichtung des Ventils ist so gewählt, dass sich der Ventil teller beim Öffnen gegen den Ringraum 65 zu bewegt. Das Luftgasgemisch wird mit- telst des Stutzens 79 zugeführt, an den die Vergaser angeschlossen werden. Der Zu- fuhrstutzen kann jedoch auch direkt mit einem Kompressor verbunden werden.
Jedes der Auslassventile 81 besteht eben falls aus einem Ventilteller 87, der auf dem Ventilsitz 86 ruht. Auf die Ventilspindel 82 ist eine Feder 85 aufgeschoben, die durch. einen Federteller 83 und Schrauben 84 zu sammengedrückt wird. Die Feder ist be-. strebt, den Ventilteller 87 auf seinen Sitz zu drücken; die Öffnungsrichtung des Ven tils ist hierbei so gewählt, dass das Ventil sich beim Öffnen nach aussen bewegt Die Restgase -werden durch den Stutzen 88 ab geführt.
Das Öffnen des Einlassventils 72 erfolgt durch den bei der Ansaugbewegung der Kol ben sich ausbildenden Unterdruck, während sich die Auslassventile durch den Druck der Restgase öffnen. Eine besondere Steuerung der Ventile ist daher nicht unbedingt er forderlich. Sie kann jedoch, wie in dem Aus führungsbeispiel dargestellt, mittelst eines Hebelgestänges vorgenommen werden. Es sind dann Nocken 20 auf dem Flansch 23 zur Betätigung vorzusehen. Es sind zwölf Einlass- und Auslassventile vorhanden, also dreimal mehr als Kolbenpaare.
Zwischen je zwei Ventilpaaren ist ein Paar gegenüberliegende Zündkerzen ange ordnet, so dass im Ganzen sechs Zündkerzen paare 63, 63a, 63b, 63e, 63d, 63e vorhanden sind. Die Erregung dieser Zündkerzen er folgt in bekannter Weise, so dass sie hier der Deutlichkeit halber nicht mitbeschrieben und dargestellt ist.
Da die Fig. 1 einen Querschnitt durch die Mitte der Maschine darstellt, zeigt sie nur die nach den Auslassventilen führenden Boh rungen. Die Ventilkreise sind daher mit 72 bezeichnet. Die kleineren Kreise bedeuten die Zündkerzen.
Die Wirkungsweise der Maschine ist fol gende: Sobald die Maschine angelassen werden soll, wird die anzutreibende Welle 12 von Hand oder mittelst eines Algassaggregates gedreht. Die Mitnehmerscheibe 44 dreht sich infolgedessen ebenfalls.
Sobald einer ihrer Nocken, beispielsweise ein Nocken 51 in Ein griff mit einer Nase 52 an der Tragscheibe 7 kommt, nimmt die Mitnehmerscheibe 44 diese Tragscheibe und die an ihr befestigten Kol ben 89, 89a, 89b, 89e mit, und sobald die Kolben über die nächste Zündstelle hinweg gedreht worden sind, ohne dass eine Entzün dung des Gasgemisches erfolgt, gelangt die Stahlrolle 54 an eine der flachen Stellen 171 der Führungsschiene, so dass die Nase 52 heruntergedrückt wird, und die Tragscheibe 7 infolgedessen ausser Eingriff mit dem Nok- ken 51. der Mitnehmerscheibe kommt.
Nun mehr kommt einer der Nocken 51' der an dern Seite der Mitnehmerseheibe 44 mit der Nase 52 des an der Tragscheibe 33 befind lichen Teils der Anlasseinrichtung (nicht mit gezeichnet, da in anderer Ebene liegend) in Eingriff und nimmt die Tragscheibe 33 mit. Nach einer vorbestimmten Wagstrecke wird auch die Tragscheibe 33 wieder freigegeben. Dieses Arbeitsspiel wiederholt sich so oft, bis eine Zündung des Gasgemisches erfolgt.
Sobald dies der Fall ist, beginnen die Trag scheiben abwechselnd umzulaufen, so dass sie von der Mitnehmerscheibe 44 nicht mehr mit genommen zu werden brauchen. Diese läuft jedoch weiter mit der Welle 12 um, und ihre Nocken kommen abwechselnd mit den Nasen 53 an den Kolben 47 in und ausser Eingriff. .Da jedoch hierbei keine Kraftübertragung erfolgt und ausserdem die ganze Anlassvor- richtung unter Öd läuft, tritt eine nennens werte Abnutzung nicht ein.
Sobald jedoch die Maschine infolge Fehlzündungen oder Überlastung stehen zu bleiben droht, tritt die Anlassvorrichtung wieder in Tätigkeit und nimmt die Kolben infolge der aufgespeicher ten Schwungkraft- solange mit, bis die er neute Zündung erfolgt.
Beim Anlaufen der Maschine werden, wie bereits erwähnt, auch die Halteeinrichtungen für die Kolben ausser Tätigkeit gesetzt, da die Rollen 182 durch Einspringen des Bolzens 188 in die Ausneh- mung 184 der Stange 186 hochgehalten wer den. - Der eigentliche Arbeitsvorgang der erläu terten Maschine spielt sich in folgender Weise ab:
Es sei angenommen, dass sich in dem Raum 90 zwischen den Kolben 89 und 60 ein komprimiertes Luftgasgemisch befindet., in dem Raum 91 ist dann urkomprimiertes Luftgasgemisch vorhanden, in dem Raum 92 ist kein Luftgasgemisch oder Restgas ent halten, in dem Raum 93 Restgas, in dem Raum 94 komprimiertes Luftgasgemisch, in dem Raum 95 urkomprimiertes Luftgasge misch, in dem Raum 96 kein Gasgemisch oder Restgas, und in dem Raum 97 befin det sich Restgas.
Bei der Explosion des Gasgemisches in den Räumen 90 und 94 werden die Kolben 60 und 60a in der Pfeilrichtung weiterge- schleudert und nehmen hierbei die Welle 12 mit. Die Kolben 89 und 89a werden jedoch an einer rückläufigen Bewegung verhindert. In welcher Weise die Mitnahme der Welle und die Verhinderung der rückläufigen Be wegung zustande kommen, wird später er läutert werden.
Bei einer Vorwärtsbewegung des Kolbens 60 (es wird hier nur dieser Kolben betraeh- tet, da sich die übrigen analog verhalten) wird nicht nur die Drehung der Welle 12 bewirkt, sondern dieser Kolben komprimiert gleichzeitig auch das in dem Raum 91 be findliche Luftgasgemisch. Da er die Ventile 72 und 81 gleich am Anfang seiner Bewe gung überläuft, wird verhindert, dass durch den sich ausbildenden Überdruck das in die sem Raum liegende Auslassventil aufge drückt wird. Es bildet sich-- also eine neue Kompressionskammer aus, in der die Zünd kerze 63b liegt.
Der die Vorderwand dieser Kammer bildende Kolben 89b kann nicht in der Arbeitsrichtung ausweichen, da der mit ihm auf der gleichen Tragscheibe 7 befesti;le Kolben 89 durch den Gegendruck der Egp ?o- sionsgase festgehalten wird. In dem Zeit punkt, in dem sich der Kompressionsdruck der neuen Gase und der Gegendruck rl,#r explodierenden Gase ausgeglichen haben, -3r- folgt ungefähr die neue Zündung.
Durch Einstellen des Zündzeitpunktes kann man also gleichzeitig auch die Höhe der entste henden Kompression bestimmen.
Gleichzeitig mit der Bewegung des Kol bens 60 bewegt sich der mit ihm auf der gleichen Tragscheibe 33 sitzende Kolben<B>601)</B> weiter. Infolgedessen entsteht in dem Raum 92 ein Unterdruck, durch den das in diesem Raum befindliche Einlassventil geöffnet wird; so dass neues Gemisch angesaugt wird. In dem Raum 93 entsteht dagegen ein Über druck, durch den das in diesem Raum lie gende Auslassventil aufgedrückt wird, so dass die verbrannten Restgase austreten können.
Dieses Arbeitsspiel wiederholt sich zyk lisch weiterschreitend. Die erste Gemisch- und Kompressionsbildung kommt dadurch zustande, dass die Mitnehmerscheibe 44 die Tragscheiben mit dem Kolben dreht. Vor in Betriebkommen der Maschine wird jedoch der die Vorderwand jeweils bildende Kol ben nicht durch den Gegendruck der explo dierenden Gase auf einen andern mit ihm auf der gleichen Tragscheibe sitzenden Kol ben festgehalten.
Dies wird vielmehr durch die bereits beschriebenen Halteeinrichtungen erreicht, deren Rollen sich gegen die Nocken 181 an den Tragscheiben anlegen.
Die Übertragung der Kolbenbewegung auf die Welle 12 und das Festhalten der Kolben erfolgen in folgender Weise: Sobald beispielsweise der Kolben 89 in der Arbeitsrichtung weiter geschleudert wird, kommt der äussere Teil 27 der einen Kupp lung durch die beweglichen Kupplungsglie der 26 in Eingriff mit dem innern Kupp lungsteil 24, der an der Welle 12 befestigt ist, diese wird also in der Arbeitsrichtung mitgenommen. Sobald der die Rückwand der Explosionskammer bildende Kolben 60, der auf der andern Tragscheibe sitzt, eine rückläufige Bewegung versucht, kommt bei dieser Tragscheibe die äussere Kupplung in Eingriff mit dem Gehäuseteil 5.
Die Trag- Scheibe kann sich daher mit den an ihr be festigten Kolben nicht rückwärts drehen. Jeder Kolben kann sich also bei einer Explo sion in der Arbeitsrichtung unter Mitnahme der Welle 12 drehen, aber nicht in der ent gegengesetzten Richtung.
Die in den Fig. 11 und 12 dargestellte zweite Ausführungsform stimmt hinsichtlich des Prinzips, der Ausbildung der Kupplun gen und der Anlassvorrichtung usw. im we sentlichen mit der Ausführung gemäss den Fig. 1 und 2 überein. Gleiche Teile sind mit gleichen Überweisungszeichen versehen. 91 ist ein Kühlmantel. Der Zapfen 53 der An lassvorrichtung ist in etwas anderer Weise ausgebildet. Die Kolben 60, 60a, sowie 89 und 89a sind als Hohlkolben ausgebildet.
Bei der Maschine gemäss den Fig. 11 und 12 ist jedoch auf jeder der Tragscheiben 7 und 33 nur ein einziges Kolbenpaar vorge sehen. Infolgedessen wird der die Vorder wand der Kompressionskammer bildende Kolben, beispielsweise der Kolben 89, nicht durch den Gegendruck eines andern mit ihm auf der gleichen Kolbentragscheibe sitzen den Kolbens festgehalten, wenn der Kolben 60 sich ihm nähert und hierbei das zwischen beiden Kolben befindliche Gasgemisch kom primiert. Es ist daher für die Ausbildung der Kompression eine besondere Halteein richtung erforderlich. Diese weist eine Nok- kenscheibe 138 auf, die auf den Teil 23 aufgekeilt ist.
Die Aussenfläche dieser Nok- kenscheibe trägt einen Nocken 141 mit Tau ger Anlauffläche, um das Halten stossfrei zu gestalten. Die Nockenscheibe arbeitet mit einem Zylinder<B>137</B> zusammen, in dessen gabelförmiges Ende mittelst eines Bolzens 1-40 eine Rolle 139 eingesetzt ist. Diese wird ebenso wie die Gegenrolle 139' zu Geräusch dämpfung zweckmässig mit Rohhaut überzo gen. Der Zylinder 137 kann mittelst einer federnden Scheibe 134 und eines Stellrades 135 mehr oder weniger gegen den Nocken 141 gepresst werden. Zweckmässig werden sämtliche Stellräder 135 durch irgendwelche kinematischen Mittel miteinander verbunden.
so dass die entsprechend der Verteilung der Zündstellen angeordneten Zylinder 137 von einer Stelle aus einstellbar sind.
Aus Fig. 12 sind weiterhin die Stutzen 172 und 172a für die Einlassventile und die Stutzen 1.73 und 173a für die Auslassventile ersichtlich. 63 und 68a sind die Zündkerzen, die an je eine Magnetzündung angeschlossen sind. Die Ventile und Zündkerzen werden mittelst eines Hebelgestänges und der Kok ken 20, 156 und<B>157</B> gesteuert, die auf den Kupplungsteil 23 aufgezogen sind.
Weiterhin sind bei dieser Ausführungs form noch besondere Kühleinrichtungen vor gesellen. Das Kühlmittel, zum Beispiel<B>01,</B> wird durch das Rohr 199 zugeführt, durch läuft die verschiedenen Kupplungen und Lager und gelangt infolge der Zentrifugal kraft durch die Leitung 1.60 in das Innere der Kolben, die ganz oder nahezu mit Öl gefüllt sind. In jedem Kolben ist eine Ab laufeinrichtung 161 vorgesehen. In diese Ablaufeinrichtung wird das Öl infolge des Beharrungsvermögens durch den Ruck beim Festhalten des Kolbens geschleudert und fliesst dann durch die Leitung 162 in eine Ölnut 177. Aus dieser Ölnut fliesst das Öl durch die Leitung 178 und das Knierohr 179 wieder ab.
Die Fig. 13 zeigt einen Hohlkolben der zweiten Ausführungsform mit der Ablauf einrichtung in grösserem Massstabe. Die Ab laufeinrichtung weist einen Trichter 161 auf, der annähernd die volle Breite des Kolben hohlraumes einnimmt. Die Öffnung des Trichters ist der jeweiligen Drehrichtung des Kolbens entgegengerichtet, so dass das<B>01</B> beim Anhalten des Kolbens infolge des Be harrungsvermögens in den Trichter geschleu dert wird. An den Trichter 161 ist die Ab laufleitung 162 angeschlossen.
Um zu ver hindern, dass das Öl durch die Ablaufleitung zurückfliesst, ist in diese ein Kugelventil 280 eingebaut, das nur den Ölablauf zulässt, aber den Zulauf sperrt, ebenso ist auch in der Zuführungsleitung 160 ein Kegelventil 281 vorgesehen, .das einen unerwünschten Öla.b- fluss durch diese Leitung verhindert. Die Kolbenringe sind mit 164 und 165 bezeich net.
Die Wirkungsweise der Maschine ist fol gende; Der Anlassvorgang spielt sich in ähnlicher Weise wie bei der Ausführung gemäss den Fig. 1 und 2 ab. Sobald die zu den Kolben 60 und 60a gehörende Haltescheibe 138 mit ihrem Nocken 1-11 auf die Rolle 139 des Zy linders 137 aufläuft, -werden die vorher vor den Kolben 89 und 89a hergeschobenen Kol ben 60 und 60a durch den Reibungswider stand und den Anpressdruck zwischen dem Nocken 141 und der Rolle<B>139</B> festgehalten, so dass die Kompression erfolgt.
\Fenn ent sprechend der Einstellung des Zylinder l37 ein Kompressionsdruck von beispielsweise r) bis 8 Atmosphären erreicht ist, erfolgt die Zündung. Der Explosionsdruck schleudert unter Überwindung der Haltewirkung die beiden Kolben 60 und 603 in der Pfeilrich tung weiter, die hierbei in der gleichen Weise, wie in den Fig. 1 und 2 beschrieben, die Welle 12 mitnehmen, die beiden andern Kolben' dagegen werden in der gleichen Weise, wie bei den Fig. 1 und 2 festgehalten.
Die Restgase werden durch die Auslass- ventile 173 und 173a herausgeschoben. Die noch in Bewegung befindlichen Kolben kom primieren das erneut eingeblasene oder ange saugte Gemisch, wobei jetzt die Kolben 89 und 89a durch die Halteeinrichtung festge halten werden. Das Arbeitsspiel wiederholt sich dann. Die Steuerung der Ventile er folgt, Brie bereits erwähnt, mit Hilfe der Nocken 20, 156 und<B>157.</B>
Durch Verstellen des Zündzeitpunktes und Regeln des Haltedruckes kann jede ge wünschte Kompression erreicht werden.
Die Bezugszeichen in den Ansprüchen haben nur unterweisenden, aber nicht kenn zeichnenden Charakter.