Selektivrelals zum Schutz elekti-ischer Leitungen. Gegenstand des Hauptpatentes ist ein Selektivrelais zum Schutz elektrischer Lei tungen, dessen Auslösezeit durch die Einstel lung eines Zeigergliedes bestimmt wird, ge- ,gen das ein Zeitorgan sieh bewegt, das bei D Berührung mit dem Zeigerglied einen Aus- lösestromkreis schliesst.
Ein solches Selektivrelais <B>-</B> lässt sich wesentlich verbessern, wenn gemäss der Er findung bei einem Distanzrelais, das Ener- olierichtungsorgan und das Zeitorgan derart ,-ebaut werden, dass ein unerwünschtes Schlie- 2 ssen, des Auslösestromkreises nicht dadurch berbeigeführt werden kann, dass das Dreh system des Energierichtungsorganes seine Drehrichtung während des Relaisarbeitens ändert.
Die Zeichnung veranschaulicht ein Aus führungsbeispiel der Erfindung. Fig. <B>1</B> zeigt das Selektivrelais in der Ruhelage, Fig. 2 nach seinem Ansprechen, nämlich bei Kontaktgabe; Fig. <B>3</B> und 4 zeigen einen etwas vergrösserten Einzelteil in zwei An- sichten, und Fig. <B>5</B> zeigt eine von der Aus führung nach Fig. <B>1</B> und<B><U>9</U></B> etwas abwei chende Gestaltung eines weiteren Einzelteils.
Übereinstimmend mit dem Gegenstand des Hauptpatentes dient auch hier als Energie- richtungselement ein Kreuzspuleninstrument, das in bekannter Weise entweder mit gegen über der Richtspule a drehbaren Kreuzspulen <B>b,</B> oder mit feststehenden Kreuzspulen und einer darin drehbaren Richtspule versehen ist. Auf der Achse des Instrumentes sitzt die. ]Kurvenselieibe c. Das Zeitorgan besteht aus dem Schwinghebel<B>d,</B> der durch das Zahn segment<B>f</B> mit dem Zeitelement<B>g</B> gekuppelt und um den Zapfen li, während eines Teils seines Weges drehbar ist.
Dieser Zapfen h greift durch ein Langloch i des Schwing hebels<B>d</B> hindurch. Der Schwinghebel steuert die federnden Kontakte<B>k</B> des Auslösestrom- kreises des nicht dargestellten, zu steuernden Auslösemagnetes oder Schalters. Auf der Achse des Kreuzspuleninstrumentes <B>b</B> sitzt ausser der Kurvenscheibe c noch ein Schub-- kurvenstück vb, das sieh gegen einen Stift. n (Fig. <B>1</B> bis 4), eine Schneide oder einen an dern Anschlagteil des Schwinghebels<B>d</B> an legen kann.
Die Drehbewegung des Schub- kurvenstückes in ist in einer Richtung be grenzt durch den Anschlag o. Ausserdem hat dieses Kurvenstück m vorne eine Nase<B>p,</B> mit welcher es sich gegen den Schwinghebel<B>d</B> in der Ruhelage stützen kann.
In dieser Lage (Fig. <B>1),</B> das heisst bei Normalbetrieb des Netzes, wird die abhängig von der Impedanz des zu schützenden Lei tungsabschnittes einstellbare Kurvenscheibe c vom Schwinghebel<B>d</B> festgehalten. Diese Scheibe c ist so angeordnet und ausgebildet, dass bei geringer Drehung derselben im Uhr- zeigersinn der Stift n des Schwing-hebels <B>d</B> am untern Rand der Kurvenscheibe c vorbei laufen kann(vergleiche gestrichelte Lage in Fig. <B>1).</B>
Tritt nun in der zu schützenden Leitungs anlage eine Störung ein, so sprechen die Relais an. Bei einem Relais, das mit ab fliessender Energie gespeist wird, gleitet dann zunächst infolge Freigabe des Zeitelementes <B>g</B> der Schwinghebel<B>d</B> von der Nase<B>p</B> ab, und das Schubkurvenstück m legt sich gegen den Schwinghebel<B>d</B> an.
Das Kreuzspulen- instrument a, b bewegt die Kurvenscheibe<B>e.</B> Letztere wird vom Schwino-hebel <B>d</B> geführt, wobei dessen Fussende sich im Uhrzeigersinn# vorerst um den Zapfen<B>h</B> dreht, während der Anschlagstift n dem Sch-abkurvenstüek m entlanggleitet. Hat die Kurvenscheibe c die der Impedanz des Kurzschlussfalles entspre chende Lace erreicht, so bleibt sie stehen,
tD und der Stift n verlässt zunächst das Schub- kurvenstück m und bewegt sich solange frei im sichelförmigen, zwischen den Kurven stücken c und m liegenden Schlitz weiter, bis der Stift n auf den Rand der Kurvenscheibe c schlägt (Fig. 2).
Von jetzt ab wird dieser Anschlagpunkt zum Drehpunkt für den Schwinghebel<B>d.</B> Da das Zeitelement<B>g</B> noch weiter arbeitet, wandert nunmehr der bis herige Fusspunkt des Se,hwinghebels <B>d</B> im Gegenuhrzeigersinn, und zwar in eine Lage, in der die federnden Kontakte<B>k</B> eines nicht gezeichneten Auslösestromkreises aneinander gedrückt werden, wobei das Langloeh i des Schwinghebels<B>d</B> auf dem Zapfen h gleitet. Der zu steuernde, ebenfalls nicht gezeich nete Schalter wird also ansprechen und die kranke Netzleitung abschalten.
<B>.</B> Bis jetzt ist angenommen worden, dass sieh die Bewegung der Kurvenscheibe c wäh rend der Laufdauer des Selektivrelais nicht umkehrt. Ist dies jedoch der Fall, zum Bei spiel bei Umkehr der Energierichtung, wobei unter Ener--ierichtun- die Richtun- der t' t> 2n Wirk- oder Scheinleistuno- verstanden sein kann, so würde die Kurvenscheibe c ihre bisherige Drehung im Gegenuhrzeigersinn vorzeitig abbrechen und sich entgegengesetzt also im Uhrzeioersinn, drehen.
Der Stift n würde kurz darauf an den Rand der Kurven scheibe c schlagen, und der Schwinghebel<B>d</B> würde sich in die in Fig. <B>2</B> dargestellte Lage drehen und unerwünscht die Kontakte<B>k</B> schliessen, das heisst eine Fehlsehaltung machen.
<B>Um</B> dies zu verhüten, sitzt der Anschlag stift n nicht starr, sondern beweglich am Schwinghebel<B>d,</B> und zwar derart, dass die im Uhrzeigersinn sich drehende Kurven scheibe c den Stift n nach vorne abdrücken oder wegkla,Ppen kann, so dass dieser 64 an der Vorderfläche der Kurvenscheibe c ent- langstreift, ohne sie an ihrer Drehung zuhin- dern. Wie besonders die Fig. <B>3</B> und 4 erken nen lassen,
sitzt der Stift n schwenkbar am Kopf des Sehwinghebels <B>d,</B> und zwar derart, dass er nach dem Hinweggleiten über die Kurvenscheibe<B>c</B> (Fig. <B>1</B> und 2) selbsttätig in die in Fig. <B>3</B> dargestellte Ursprungslage zurückkehrt, was sich zum Beispiel durch entsprechende Massenverteilung erreichen lässt. Somit ist die Kurvenscheibe c während der ganzen Laufdauer des Selektivrelais zur Sperrung oder Freigabe des zu steuernden Schalters befähigt, selbst wenn sich ihre Be wegung in der Zwischenzeit umkehren sollte.
Nun kann auch noch zum Beispiel der Fall eintreten, dass während der Arbeitsdauer des Selektivrelais eine weitere Störung im Netz auftritt, so dass ein sofortiges Auslösen erwünscht wird, und zwar selbst dann, -wenn gerade der Stift n auf der Breitseite der Kur venscheibe c streift. Zu diesem Zweck kann die Kurvenscheibe c mit Durchbrechungen, zum Beispiel Schlitzen q (Fig. <B>5)</B> oder Vor sprüngen versehen sein, die den Stift n auf fangen können.
Damit letzterer bequem in die Schlitze q eingreifen kann, empfiehlt es sich, ihn vorne entsprechend zuzuspitzen.