CH155784A - Verfahren zur Herstellung von niedrigsiedenden Kohlenwasserstoffen durch destruktive Druckhydrierung von hochsiedenden, kohlenwasserstoffhaltigen Stoffen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von niedrigsiedenden Kohlenwasserstoffen durch destruktive Druckhydrierung von hochsiedenden, kohlenwasserstoffhaltigen Stoffen.

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CH155784A
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Deutsche Gold-Und Sil Roessler
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  Verfahren zur Herstellung von     niedrigsiedenden        Kohlenwasserstoffen        durch        destruktive     Druckhydrierung von hochsiedenden, kohlenwasserstoffhaltigen Stoffen.    Die Erfindung bezieht sich auf     die-Her-          stellung        niedrigsiedender        Kohlenwasserstoffe     durch destruktive Druckhydrierung von flüs  sigen, hochsiedenden, kohlenwasserstoffhal  tigen Stoffen in Gegenwart von Katalysa  toren, wobei als Ausgangsstoffe Materialien,  wie Teere, Teeröle, Mineralöle jeder Art, zum  Beispiel Roherdöle, Erdölfraktionen, Schie  feröl     etc.;    verwendet werden können.

   Die  destruktive Druckhydrierung kann entweder  mit reinem Wasserstoff oder mit einem     Hy-          driergas    erfolgen, das Wasserstoff enthält  oder im Laufe der Reaktion Wasserstoff lie  fert.  



  Bei Verarbeitung derartiger Ausgangs  stoffe ist man bisher derart vorgegangen,  dass man die Ausgangsstoffe als solche, also  zum Beispiel ein Teeröl     bestimmter    Herkunft,  für sich verarbeitet oder die- Ausgangsstoffe  durch     Vorbehandlung    in Fraktionen zerlegt  hat, um hierdurch für die hydrierende Be-         handlung    besonders geeignete Fraktionen zu  gewinnen. So ist zum Beispiel in dem     E.        Y.          Nr..273337    vorgeschlagen worden, Öle und  Teere zunächst in Mittelöle     bezw.    Öle mit  begrenztem Siedebereich umzuwandeln und  diese. alsdann der hydrierenden Behandlung  zu unterwerfen.  



  Im Gegensatz     hierzu    haben Versuche er  geben, dass man gerade dadurch Vorteile er  zielen kann, dass man Ausgangsstoffe ver  schiedenartiger Natur miteinander mischt  und der hydrierenden Druckbehandlung     un-          terwirft.    Die Verschiedenartigkeit der Aus  gangsstoffe, welche die Voraussetzung des  günstigen Einflusses der Mischung bildet, ist  beispielsweise gegeben, wenn sich die zu  mischenden Ausgangsstoffe durch ihre che  mische und physikalische Beschaffenheit  voneinander     unterscheiden.    Im allgemeinen  werden derartige Unterschiede schon aus der  verschiedenen Herkunft der Materialien zu      folgern sein.

   Ein weiteres Kennzeichen der  Verschiedenartigkeit der Eigenschaften -     er-          schiedener    Materialien ist auch der Umstand,  dass derartige Materialien bei der     Einzel-          hydrierung    unter gleichen Arbeitsbedingun  gen verschiedene Ausbeuten an     wertvollen          Produkten,    insbesondere niedrig siedenden       Kohlenwasserstoffen,    ergeben. Die Tatsache,  dass man durch Hydrierung einer Mischung  verschiedenartiger flüssiger Ausgangspro  dukte bessere Ergebnisse erzielt, als durch  gesonderte Hydrierung dieser Ausgangsstoffe  war     nicht    vorauszusehen; es waren vielmehr  eher Komplikationen zu erwarten.  



  Der     Hydrierungsprozess    wird vorteilhaft  bei hohen Drucken oberhalb 100     at        dureh-          geführt,    zweckmässig unter Anwendung von  mehr Wasserstoff als zur Anlagerung an die  aus den Ausgangsstoffen entstehenden Spalt  stücke erforderlich ist. Als Katalysatoren       können    die bekannten und üblichen     Hydrie-          rungskatalysatoren    wie Metalle, Metalloxyde,  Metallsulfide und dergleichen verwendet wer  den. Das     Hydrierungsverfahren    kann dis  kontinuierlich oder kontinuierlich durchge  führt werden.  



  Es hat sich gezeigt, dass man     besonders     gute Ausbeuten erzielen kann, wenn man die  Hydrierung der flüssigen Mischungen in Ge  genwart von     Molybdän        bezw.        Molybdänver-          bindungen,    wie zum Beispiel     1Vlolybdänsäure,          Molybdaten    oder Wolfram     bezw.        Wolfram-          verbindungen,    wie zum Beispiel, Wolfram  säure,     Wolframaten    oder Verbindungen bei  der durchführt.

   - Weiterhin wurde gefun  den, dass es von Vorteil sein kann, wenn bei  Verwendung von solchen     Molybdän-        bezw.          Wolframkatalysatoren    noch Schwefelwasser  stoff zugegen ist. Man kann den Schwefel  wasserstoff sich bei der Hydrierung aus  Schwefel oder Schwefelverbindungen bilden  lassen, oder gesondert zugeben. Es hat sich       nämlich    gezeigt, dass durch     Anwesenheit.    ge  wisser Mengen von Schwefelwasserstoff,  Schwefel oder dergleichen Wirkungssteige  rungen der     Molybdän-        bezw.        Wolframkataly-          satoren    erzielt     werden    können.

   Insbesondere    sind Schwefelmengen innerhalb der Grenzen  von 1 bis 15 % von Bedeutung.  



  Bei Verwendung von     Molybdän-        bezw.          Wolframverbindungen    als Katalysatoren hat  sich überraschenderweise herausgestellt,     da.ss     der Gehalt an     Schwefelverbindungen    der zu  mischenden Öle, Teere oder dergleichen von  Einfluss auf die Ergebnisse der Hydrierung  ist.  



  Es wurde gefunden, dass man schwefel  arme Ausgangsstoffe mit besonderem Erfolg  zusammen mit Ölen oder Teeren hydrieren  kann, die mehr Schwefel enthalten, als sie  zur Erreichung der     optimalen        Wirkungsstei-          gerung    der     Molybdän-        bezw.        Wolframkata.ly-          satoren    nötig haben. Der in jedem Fall best  geeignete Gehalt der Mischung     an    Schwefel  verbindungen, also die optimale Konzentra  tion des Schwefelwasserstoffes bei der Reak  tion, kann von Fall zu Fall durch     Vorver-          suche    leicht ermittelt werden.

   Auf Grund  des Ergebnisses dieser Versuche wird man  das Mischungsverhältnis von schwefelreichen  und schwefelarmen, -gegebenenfalls     sehwefel-          freien    Ausgangsstoffen jeweils so einstellen,  dass der     Hydrierungsprozess    unter optimalen  Bedingungen mit möglichst guten Ergebnis  sen verläuft.

   Gegebenenfalls kann man aber  auch so verfahren, dass man dem     Miseh-          produkt    noch besondere Zusätze von Schwe  fel oder Schwefelverbindungen, welche unter  den gegebenen Bedingungen Schwefelwasser  stoff liefern, einverleibt oder die Hydrierung  in Gegenwart von passenden Mengen von in  das     Hydrierungsgefäss    eingeführtem Schwe  felwasserstoff vornimmt,     wobei    die Zusätze  so zu regeln sind, dass der anwesende Schwe  felwasserstoff im Zusammenwirken mit den  Katalysatoren möglichst gute     Effekte    liefert.

         Beispiele:     1. a) Der     Destillationsrüokstand    eines ameri  kanischen Mineralöls wird in Gegen  wart von 3 %     Molybdänsäure    bei  470   C und 200 Atü hydriert. Das       Hydrierungsprodukt    hat das spezifi  sche Gewicht<B>0,893</B> und die Benzinaus  beute beträgt 14,5%.           b)    Unter gleichen Bedingungen - 3       Molybdänsäure    als Katalysator - wird  ein     Holzteeröl    hydriert. Das spezifische  Gewicht des     Hydrierungsproduktes    ist  0,924, die     Benzinausbeute   <B>23,2%.</B>  



  c) Eine Mischung von amerikanischem       Mineralölrückstand    und     Holzteeröl    im  Verhältnis 2 : 1 mit 3 %     Molybdän-          säure    als Katalysator hydriert, ergibt  eine     Benzinausbeute    von 20,2 %. Das  spezifische Gewicht des     Hydrierungs-          produktes    war .0,901. Nach der Mi  schungsregelberechnet, ergibt sieh das  spezifische Gewicht 0,904 und eine       Benzinausbeute    von 17,4 %. Durch Hy  drierung der Mischung erhält man also  eine Steigerung der     Benzinausbeute    von  16%.  



  2.     a)    Mitteldeutsches     Braunkohlenteeröl    wird  in Gegenwart von 3 %     Molybdänsäure     und 2 % Schwefelzugabe unter Wasser  stoffdruck von 200 Atü bei 460   C<I>hy-</I>  driert und ergibt ein     Hydrierungspro-          dukt    vom spezifischen Gewicht 0,810.  Die Benzinausbeute beträgt     32,3%.     



       i         Steinkohlenhochtemperaturteer    wird  mit 3 %     Molybdänsäure    als Kataly  sator unter Zugabe von 2 %     Schweèl     hydriert; die Benzinausbeute beträgt  9,6%, das spezifische Gewicht des     gy-          drierungsproduktes    1,057.  



  c) Mischt man     Braunkohlenteeröl    und       Kokereiteer    im Verhältnis 5 :8 und  hydriert in Gegenwart von 3 %     Molyb-          dänsäure    und 2 % Schwefelzugabe,  dann erhält man<B>23,3%</B> Benzin und  das Reaktionsprodukt hat das spezifi  sche Gewicht 0,873. Berechnet nach  der Mischungsregel ergibt sieh 17,7  Benzinausbeute und ein spezifisches  Gewicht von 0,966. Die Benzinaus  beute ist um<B>31,6%</B>     gestiegen.     



  3. a) Englischer Steinkohlenhochtemperatur  teer mit 3     %        Molybdänsäure    und     '2%     Schwefelzugabe bei 460   C und 200  Atü hydriert, ergibt 4 % Benzinaus  beute.    b) Dieser     Steinkohlenhochtemperaturteer     wird mit dem mitteldeutschen     Braun-          kohlenteeröl    (siehe 2a) im Verhältnis  8 : 5 gemischt und hydriert. Als Ka  talysator verwendet man wieder 3     %          Molybdänsäure    und 2 % Schwefelzu  gabe. Man erhält     19,3%    Benzinaus  beute.

   Nach der Mischungsregel berech  neten sieh nur<B>1,5%</B> Benzinausbeute,  also ergab sich eine Steigerung um       28,5%.       4.     a)    Ein oberschlesischer     Steinkohlen.hoch-          temperaturteer        (0,58/",'    S<B>)</B> wird in Ge  genwart von 3 %     Molybdänsäure    und  unter Zugabe von 2     %    Schwefel bei  470' C und 200 Atü hydriert. Das       Hydrierungsprodukt    hat ein spezifi  sches Gewicht von 1,07 und die Benzin  ausbeute ist 8,6 %.  



  b) Ein     Braunkohlenteeröl    mit 10,4  Schwefelgehalt wird in Gegenwart von  3 %     Molybdänsäure    unter denselben  Bedingungen hydriert und ergibt ein       Hydrierungsprodukt    vom spezifischen  Gewicht 0,747 und eine Benzinaus  beute von 64 %.  



  c) Die Mischung von Steinkohlenhoch  temperaturteer und     Braunkohlenteeröl     im     Verhältnis    8:5 wird unter glei  chen Bedingungen (mit 3 %     -lfolyb-          dänsäure)    hydriert und ergibt:<B>37.2</B>     %     Benzinausbeute. Das     Hydrierungspro-          d.ukt    hat das spezifische Gewicht von  0,820. Nach der Mischungsregel be  rechnet sich die Benzinausbeute zu  29,9 % und     das    spezifische Gewicht zu  0,940.

   Die Benzinausbeute erhöht sich       also    um     24"3%.    Hydriert man den  oberschlesischen     Steinkohlenteer    in  Gegenwart von     Molybdänsäure    allein  ohne Zugabe von Schwefel     ebenso,    wie  das     Braunkohlenteeröl    und das Ge  misch hydriert worden sind, so erhält  man noch schlechtere Ausbeuten.

   Die       Benzinausbeute        beträgt    in diesem  Falle etwa     3,%,    wähnend das     spezifi-          scheGewicht    des     Hydrierungsproduktes         über 1,1     liegt.    Wenn man die auf  diese Weise     .=-    also unter immer glei  chen     Versuchsbedingungen    - erhal  tenen     Resultate    zu Grunde legt, so  sind die Mehrausbeuten über die nach  der     Mischungsregel        berechneten    noch  grösser.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von niedrig siedenden Kohlenwasserstoffen durch de struktive Druckhydrierung von flüssigen, hochsiedenden, kohlenwasserstoffhaltigen Stoffen in Gegenwart von Katalysatoren, dadurch gekennzeichnet, dass Ausgangsstoffe verschiedenartiger Natur miteinander ge mischt und der hydrierenden Druckbehand lung unterworfen werden. UNTERANSPRÜCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Hydrierung der Mischung in Gegenwart von Molybdän- katalysatoren und solcher Mengen von Schwefelwasserstoff ausgeführt wird, dass dadurch die Wirkung der Molybdän- bezw. Molybdänverbindungen enthalten den Katalysatoren gesteigert wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Hydrierung der Mischungen in Gegenwart von Wolfram " katalysatoren und solcher Mengen von Schwefelwasserstoff ausgeführt wird, dass dadurch die Wirkung der Wolfram bezw. Wolframverbindungen enthaltenden Ka talysatoren gesteigert wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Schwefelwasserstoff zugegen ist, der bei der Hydrierung aus " Schwefel gebildet wird. . Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Schwefelwasserstoff zugegen ist, der bei der Hydrierung aus Schwefelverbindungen gebildet wird. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass schwefelreiche Aus gangsstoffe mit schwefelarmen gemischt werden, derart, dass der Schwefelgehalt der Mischung so eingestellt wird, dass eine Wirkungssteigerung der Katalysatoren erzielt wird.
CH155784D 1930-02-13 1931-02-11 Verfahren zur Herstellung von niedrigsiedenden Kohlenwasserstoffen durch destruktive Druckhydrierung von hochsiedenden, kohlenwasserstoffhaltigen Stoffen. CH155784A (de)

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