Buchdruckform zur Erzielung einer tiefdruckähnlichen Druckwirkung und Verfahren zur Herstellung solcher Formen. Die Erfindung betrifft eine Buchdruck form mit tiefdruckähnlicher Druckwirkung und ein Verfahren zur Herstellung solcher Buchdruckformen. Bisher wurde bei Buch druckformen eine tiefdruckähnliche Druck wirkung dadurch zu erzielen gesucht, dass für die wie üblich hergestellte Buchdruckform Farben verwendet werden, die beim Abdruck auf Papier oder sonst geeigneten Stoffen aus laufen und hierdurch die sogenannte Dop peltonwirkung hervorrufen.
Bei der gewöhn lichen Buchdruckform tritt dieses Auslaufen und die damit verbundene Doppeltonwirkung allerdings nur in einem sehr beschränkten Umfang ein.
Die vorliegende Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass das Auslaufen der Farbe bei Buchdruckformen durch besondere Gestal tung der einzelnen die Druckelemente aus machenden Stellen bedeutend erhöht werden kann, und dass damit gleichzeitig eine Er- höhung der Doppeltonwirkung, also eine tiefdruckähnliche Wirkung eintritt.
Die bisherigen Druckformen, insbeson dere Rasterklischees zeigen einen Querschnitt durch das Druckelement, der einem scharf abfallenden Kegel mit wagrecht abgeschnit tener Spitze vergleichbar ist. Die Erfindung hat, um den oben geschilderten Zweck zu er reichen, eine Druckform zum Gegenstand, bei der die Mantelflächen der einzelnen Druck elemente in einer das Abfliessen der Farbe zum Grunde hemmenden Form ausgebildet sind, so dass die Mantelflächen der Druck elemente in ihrem obern Teil mitdrucken. Hierfür eignet sich zum Beispiel eine in ihrem obern Aufbau abgeschrägte Form der Mantelflächen:
In der Zeichnung sind Ausführungsbei spiele dieser Druckform schematisch dar gestellt. Fig. 1 und 2 zeigen Querschnittsformen, wie sie bisher bei Rasterklischees erzielt wurden; Fig. ss bis 5 stellen verschiedene Beispiele von Querschnittsformen gemäss der Erfin dung dar.
Fig. 1 ist der übliche Querschnitt, zum Beispiel bei einem Rasterklischee und zeigt den kegelförmigen Aufbau der druckenden Stellen.
Fig. 2 stellt eine weitere, insbesondere bei Verwendung von Ätzmaschinen bei Rasterätzungen bekannte Quenschnittsform dar. Hier sind die Mantelflächen des Kegels gewissermassen eingezogen.
Die Farbablagerung findet bekanntlich fast ausschliesslich an den abgestumpften Stirnflächen<B>d</B> (Fig. 1) und a\ (Fig. 2). Sie erstreckt sich zum Teil infolge von Über quetschen auf die Kegelmantelfläche selbst, wie dies an den Stellen b' und b2 angedeutet ist.
Ein Abdruck von den in Fig. 1 und 2 dargestellten Querschnitten, zum Beispiel auf Papier, ergibt im allgemeinen eine Serie run der Punkte, die randscharf begrenzt sind.
Die Querschnittsgestaltung der Druckele mente bei Buchdruckformen gemäss Fig. 3 weicht von den bisherigen Formen haupt sächlich dadurch ab, dass die Kegelmantel- flächen gewölbt sind. An Stelle der Aus wölbung kann auch eine treppenförmige Ge staltung gewählt werden, wie in Fig. 4 dar gestellt, oder eine Mantelform, die sich ge mäss Fig. .5 aus zwei Kegelstümpfen zusam mensetzt, deren oberer Teil sehr flach ge neigt ist, während der untere Teil verhältnis mässig steil abfällt.
Die druckenden Flächen sind durch die abgestumpften Kegelflächen a3, a4 und a' wiedergegeben. Der Abdruck dieser Kegelflächen, zum Beispiel auf Papier, ergibt jedoch ein ganz anderes Bild als mit den gemäss Fig. 1 und 2 ausgebildeten Flä chen a' und a2 bezw. b' und b2. Bei einem solchen Abdruck fallen zwar eine Anzahl von runden Punkten an, -die Randzonen der selben sind jedoch nicht ganz scharf.
Ein Teil der ausgewölbten Kegelflächen hat das Papier ebenfalls berührt und somit das Aus laufen der Farbe vorbereitet, so dass der Aus laufvorgang sich besser vollzieht.
Eine Druckform gemäss der Erfindung lässt sich dadurch erhalten, dass die Druck elemente durch Einschaltung mehrerer Spe zialätzungen in den üblichen Ätzvorgang die besondere vorerwähnte Form erhalten. Die Spezialätzungen werden zweckmässig in der Weise vorgenommen, dass ,die Druckplatte zunächst für jede Spezialätzung mit Ölfarbe eingewalzt, darauf mit Asphalt eingestaubt und hierauf eingebrannt wird. Anschliessend wird dann mit Eisenchlorid geätzt, und zwar zweckmässig in der Atzmaschine.
Im folgenden sei ein Beispiel für die Ge winnung einer Druckform mit der in Fig. 5 dargestellten Querschnittsform gegeben.
Die zur Reproduktion bestimmte Vorlage wird auf bekanntem Wege mittelst eines Rasters aufgenommen und phototechnisch durch Kopieren auf eine Kupferplatte über tragen. Nachdem der Ätzprozess entspre: chend vorbereitet wurde, wird in folgender Weise verfahren: Die Kupferplatte wird einer kurzen soge- nannten Anätzung in Eisenchlorid unter zogen, die jedoch so stark sein muss, dass es möglich ist, die Platte mittelst leichter Öl farbe einzuwalzen, letztere mit syrischem Asphalt einzustauben und hierauf einzu brennen, um dadurch dem vorgesehenen Druckelement die erste Grundlage der Form zu geben.
Die nun folgende erste Spezial ätzung muss kräftig sein und erfolgt in der Ätzmaschine wiederum in Eisenchlorid. Diese Ätzung dauert etwa 3 Minuten. Hier auf beginnt der allgemein bekannte Tonätz- prozess, der so durchgeführt wird, dass die ge wünschte besondere Form des Druckelemen tes hierbei nicht gefährdet wird. Vor Ab schluss der letzten Stufe des Tonätz- prozesses wird die zweite Spezialätzung durchgeführt, die der Tiefe des zu drucken den Elementes gilt.
Die Platte wird nun mit stark verlaufen der Ölfarbe eingewalzt, die einzelnen Druck- elemente in ihrer Porm umwalzt, wieder mit Asphalt präpariert und eingebrannt. Die darauf folgende Ätzung in der Maschine hat eine Zeitdauer von etwa 8 bis. 10 Minuten. Es folgt dann noch eine dritte Spezialätzung, bei der mit einer geschmeidigen Federfarbe mittelstark durchpräpariert wird.
Da diese Präparation die Eigenschaft hat beim Schmelzen nicht so stark zu verlaufen wie die der zweiten Spezialätzung, ist es möglich, die entstandene .Stufe in der Form des zu druckenden Elementes durch diese dritte Spezialätzung in der Schale in der Zeit von etwa 6 bis 10 Minuten zu beseitigen. Sind diese Ätzungen durchgeführt, so erfolgt noch die letzte Stufe der Tonätzung, durch welche die erwünschte Formgebung des Druckele mentes vollendet wird.
Durch Änderung der Dauer, der Stärke lind der Zahl der einzelnen Ätzstufen lässt sich jede andere gewünschte Flächengestal tung erzielen, die ein Abfliessen der Farbe zum Grunde hemmt.
Die tiefdruckähnliche Druckwirkung lässt sich bei einer derartigen Formgebung der Druckelemente noch durch Verwendung von Doppeltonfarbe steigern.
Auch bei Verwendung von Farben ein facher Art, die nicht Doppeltonfarben sind, so zum Beispiel Buchdruckfarben, wird eine erfindungsgemäss gestaltete Buchdruckform weicher und dem Auge gefälliger drucken, indem sie die das Bild ausmachenden Raster punkte mit mehr oder weniger verlaufendem Rand herstellt. Der Querschnitt einer sol chen Hochdruckform verbürgt aber auch ein leichteres Drucken, weil eine derartige Hoch druckform nicht so leicht zuschmiert. Beim Druck fliesst nämlich ein Teil der Farbe stets über die Stirnflächen der abgestumpften Kegel hinweg und den Kegelmänteln ent lang.
Da nun bei den bisherigen Querschnit ten, wie sie insbesondere in Fig. 1 und 2 dar gestellt sind, diese den Kegelmänteln ent langgeflossene Farbe der Berührung mit dem Druckpapier entzogen ist, so tritt ein lang sames aber stetig wachsendes Zusetzen ein.
Ganz anders ist dies bei der Querschnitts- gestaltung einer Buchdruckform gemäss der Erfindung. Die Farbe wird zwar ebenfalls an den ausgewölbten Kegelmänteln entlang fliessen (b3, b4 und b'), sie ist aber infolge der Gestalt der Kegelmantelflächen nicht gänz lich der Berührung mit dem Papier entzogen, sondern es findet im Gegenteil eine Berüh rung statt. Hierdurch wird die an den Kegelflächen abgesetzte Farbe beim Druck fortgang immer wieder abgehoben, so dass sich die Form nicht so leicht zusetzt.
Stellt eine solche Buchdruckform ein Bild dar, so lassen sich besonders reizvolle Wir kungen dadurch erzielen, dass man die Quer schnittsgestaltung der Druckelemente nicht über das ganze Bild gleichartig hält, sondern beispielsweise so, dass die Schatten die bisher übliche Querschnittsgestaltung zeigen, wäh rend das Licht die neue Querschnittsgestal- tung aufweist. Hierdurch wird die tiefdruck ähnliche Druckwirkung weiterhin insofern gesteigert, als die Schatten in der alten Wir kung drucken, während das Licht die ver stärkte Doppeltonwirkung, also die tiefdruck ähnliche Wirkung aufweist.
Der Kontrast des ohne Doppeltonwirkung gedruckten Schattens gegen die verstärkt doppelton- druckenden Lichter steigert den Effekt eines Bildes nochmals erheblich.
Selbstverständlich kann man aber auch umgekehrt verfahren, also die Lichter in der bisherigen Weise drucken lassen, während die .Schatten mit verstärkter Doppeltonwir- kung drucken.
Buchdruckformen, welche gemäss vorlie gender Erfindung hergestellt sind, gestatten insbesondere auch die Verwendung rauher, weniger hochwertiger Papiere, insbesondere weniger glatter Papiere, was in der Haupt sache mit dem Umstand zusammenhängt, dass die Druckform sich nicht so leicht zusetzt.
Bei Gebrauch weicher, insbesondere saug fähiger Papiere, deren Verwendung durch das geringere Zusetzen der Form nunmehr ermöglicht ist, treten noch besonders gestei gerte Wirkungen im tiefdruckähnlichen Dop pelton ein.