CH156516A - Verfahren zur Erhöhung der Festigkeitseigenschaften von Stahl. - Google Patents
Verfahren zur Erhöhung der Festigkeitseigenschaften von Stahl.Info
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Description
Verfahren zur Erhöhung der Festigkeitseigensehaften von Stahl. Es ist bekannt, dass im allgemeinen die Zugfestigkeit und die Streckgrenze von kalt verformtem Stahl durch Anlassen bei Tem peraturen oberhalb von etwa 350 0 mit stei gender Anlasstemperatur und -dauer stetig sinken, während die Zähigkeitswerte ent sprechend der Entfestigung ansteigen.
Demgegenüber wurde gefunden, dass die Festigkeitseigenschaften eines kaltverformten, das heisst unterhalb 60011 und vorzugsweise unter 550 0 verformten Stahles, welcher Kupfer in einer Menge von zweckmässig 0,4-3 % und höchstens 5('/o enthält, durch Anlassen bei Temperaturen zwischen etwa 350 und<B>6000</B> in wirksamem Grade erhöht wer den.
Der Verlauf der Zugfestigkeit, der Streck grenze und der Dehnung bei steigenden An lasstemperaturen ist für einen, Kohlenstoffstahl, aus der beigefügten Fig. 1 und für einen Chrom-Kupferstahl aus derFigA zu entnehmen. Bei dem gemäss Fig. 1 untersuchten Stahl handelt es sich um einen um 6 % kaltge- zogenen Rundstahl mit 0,299o Kohlenstoff.
Die Kurven zeigen den Verlauf der Festig keitseigenschaften und der Dehnung bei zweistündigem Anlassen bei verschiedenen Temperaturen, die in Celsius-Graden ange geben sind. Die auf der linken Seite der Figur angegebenen Zahlen geben Streck grenze und Zugfestigkeit in kg/mml, die rechts angebrachten Zahlen die Dehnung 8,o in % an. Die in vollen Linien gezeichnete Kurve bezieht sich auf die Zugfestigkeit, die langgestrichelte auf die Streckgrenze und die kurzgestrichelte auf die Dehnung. Je nach der chemischen Zusammensetzung und dem Grad der.
Kaltverformung beobachtet man bis zu einer Anlasstemperatur von etwa 300 0 mitunter eine gewisse Steigerung von Festig keit und Streckgrenze über ihre Ausgangs werte.. Diese Erscheinungen gehören in das Gebiet des Alterns. Die Fig. 2 bezieht sich auf nahtlose Rohre aus Chrom-Kupferstahl mit 0,2 0% Kohlenstoff, 0,3 % Silizium, 0,8 % Mangan, 0,4 % Chrom und 0,
8% Kupfer. Die Rohre sind um 8% kaltgezogen und eine Stunde bei steigenden Temperaturen angelassen und bei Raumtem peratur geprüft. Die Kurven lassen den Ver lauf der Streckgrenze bezw. der 0,2 Grenze, der Zugfestigkeit und der Dehnung in Ab hängigkeit von der Anlasstemperatur erkennen. Die Kurvenbezeichnung entspricht der der Fig. 1.
Dem bei etwa 350 0 einsetzenden Entfestigungsvorgang überlagert sich hier bei 400-5500 eine Steigerung von Streckgrenze und Zugfestigkeit, während gleichzeitig Deh nung und Zähigkeit stark ansteigen. Bei entsprechender Anpassung von Anlasstempera- tur und -dauer wurden zum Beispiel nach sechs stündigem Anlassen bei 450 0 75 kg/mm2 Streckgrenze, 84 kg/mm' Zugfestigkeit und und 12 % Dehnung (81o)
erreicht. Gleichzei- tig wird auch die Schwingungsfestigkeit durch das Anlassen erheblich erhöht.
Wie Untersuchungen ergeben haben, ist die Steigerung der Festigkeitseigenschaften des kaltverformten kupferlegierten Stahles auf die Ausscheidungshärtung durch über schüssig gelöstes Kupfer zurückzuführen, die sich dem normalen Entfestigungsvorgang überlagert. Die optimale Anlasstemperatur und -dauer werden durch die Menge des überschüssig gelösten Kupfers und den Grad der Kaltverformung bestimmt, und zwar wirken beide Faktoren in der gleichen Rich tung; je höher die überschüssig gelöste Kupfer menge und der Grad der Kaltverformung ist, bei desto tieferen Temperaturen wird bei entsprechender Zeitdauer ein Optimum der Festigkeitseigenschaften erreicht. Als untere Grenztemperatur kann<B>3050</B> 0 C, als obere 600 0 angesehen werden.
Im allgemeinen werden unter 500 0 C liegende. Temperaturen und aus betriebstechnischen Gründen Zeiten von 1-6 Stunden zweckmässig sein. Durch Kombination verschiedener Anlasstempera- turen und -zeiten ist eine weitgehende Ab stufung in den Festigkeitseigenschaften mög lich. Besondere Kennzeichen der auf diesem Wege erreichten Eigenschaften sind immer ein hohes Streckgrenzenverhältnis und ver hältnismässig hohe Zähigkeitswerte.
Formgebung und Anlassen können ausser dem zweckmässig auch im gleichen Arbeits gang, das heisst bei gleicher Temperatur, erfolgen, was mit wirtschaftlichen Vorteilen verbunden ist. Gleichzeitige Verformung und Ausscheidungshärtung führen also zu einer ganz ausserordentlich starken Steigerung von Streckgrenze und Zugfestigkeit.
So wurden durch ein 10 %iges Recken eines kupfer- legierten Stahles bei 450 0, der im Walzzu- stand eine Streckgrenze von 38 kg/mm' und Zugfestigkeit von 55 kg/mm' besass, 60 kg/mm' Streckgrenze und 67 kg/rnm2 Zug festigkeit bei guter Dehnung und Zähigkeit erreicht.
Der Kohlenstoffgehalt der kupferlegierten Stähle soll zweckmässig 0,4% nicht über- schreiten, da der Ferrit der Träger der An lasshärtung ist. Am Wesen des Verfahrens wird nichts geändert, wenn die kupferlegier ten Stähle noch gewisse Mengen anderer Mischkristallbildner (unter 2 %) einzeln oder kombiniert enthalten, was mit Rücksicht auf eine hohe Zähigkeit erwünscht ist.
Die Kaltverformung kann in üblicher Weise und in den üblichen Grenzen, zum Beispiel durch Ziehen, Walzen, Stauchen oder Pressen erfolgen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Erhöhung der Festigkeits eigenschaften von Stahl, dadurch gekenn zeichnet, dass ein Stahl, welcher Kupfer in einer Menge von höchstens 51/o enthält; unterhalb 600 0 verformt und bei Tempera turen angelassen wird, die zwischen etwa 350 und<B>600'</B> liegen. UNTERAN SPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der zu behandelnde Stahl höchstens 0,4% Kohlenstoff enthält. 2.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Stahl weitere Mischkristallbildner in Mengen von höch- stens 2% enthält. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der zu behandelnde Stahl 0,4-3 % Kupfer enthält. 4. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zu behandelnde Stahl 0,4-3% Kupfer enthält. 5.Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zu behandelnde Stahl 0,4 bis 31/o Kupfer enthält. 6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Verformung und das Anlassen bei gleicher Temperatur vorgenommen werden.
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
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| CH156516D CH156516A (de) | 1930-07-08 | 1931-06-15 | Verfahren zur Erhöhung der Festigkeitseigenschaften von Stahl. |
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1931
- 1931-06-15 CH CH156516D patent/CH156516A/de unknown
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