CH156758A - Verfahren zur elektroosmotischen Reinigung von chemisch vorgereinigtem Glyzerin. - Google Patents

Verfahren zur elektroosmotischen Reinigung von chemisch vorgereinigtem Glyzerin.

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CH156758A
CH156758A CH156758DA CH156758A CH 156758 A CH156758 A CH 156758A CH 156758D A CH156758D A CH 156758DA CH 156758 A CH156758 A CH 156758A
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Siemens-Elektro-Osmose G M B H
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Siemens Elektro Osmose G M B H
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  Verfahren zur     elektroosmotischen    Reinigung von chemisch     vorgereinigtem    Glyzerin.    Um lösliche Kieselsäure vollständig vom  Elektrolyten zu befreien, ist bereits vorge  schlagen worden, eine     Wasserglaslösung        in     den Anodenraum eines     elektroosmotischen          Zweizellenapparates    einzubringen, dessen       Diaphragma    elektronegativen Charakter hat,  und im Anschluss daran die Anodenraum  flüssigkeit in dem Mittelraum eines     elektro-          osmotischen        Dreizellenapparates    weiter zu  behandeln.  



  Für die Reinigung von Glyzerin auf       elektroosmotischem    Wege hat man bisher  vorgeschlagen,     entweder    einen     elektroosrco-          tischen        Zweizellenapparat    oder einen     elek-          troosmotischen        Dreizellenapparat    zu ver  wenden, wobei man durch Auswahl beson  derer     Diaphragmen    bestrebt war, das Reini  gungsverfahren möglichst vollkommen zu ge  stalten.  



  Bei einem     Verfahren    zur     elektroosmo-          tischen    Reinigung von chemisch vorgereinig-         tem    Glyzerin werden     gemäss    der Erfindung  die Anionen von verunreinigenden fettsauren  Salzen und die     Fettsäureester    durch elek  trische Behandlung einer wässerigen     Gly-          zerinlösung    in den Kathodenräumen von       Zweizellenanordnungen    beseitigt, und darauf  wird die     Glyzerinlösung    in den Mittelräumen  von     Dreizellenanordnungen    weiter behandelt.

    Vorzugsweise wird die     Glyzerinlösung    kon  tinuierlich durch die Kathodenräume der  Zweizellen- und durch die Mittelräume der       Dreizellenanordnungen    geleitet. Durch das  neue Verfahren wird insofern ein überaus  überraschender Effekt erreicht, als es in ein  facher Weise möglich wird, ein     Glyzeriu    her  zustellen, das die Reinheitsvorschrift des  D. A. B. 6 erheblich übertrifft.  



  <I>Beispiel 1:</I>  Als Ausgangsmaterial diente ein     Saponi-          fikat-Rohglyzerin.    20 kg desselben wurden       mit    40 Liter destillierten Wassers verdünnt, in      geeigneter Weise chemisch vorbehandelt     uncl     filtriert. Das Filtrat enthielt 239 mg Asche  pro Liter und 33,4% Glyzerin ; es reagierte  neutral und war hellgelb gefärbt.  



  Die     elektroosmotische    Behandlung     erfolgte     in einem Apparat, der aus einer Reihe     zwei-          zelliger    Aggregate und einer sich     anschlies-          senden    Reihe dreizelliger Aggregate bestand,  die derart durch Heber     miteinander    verbun  den waren, dass das Glyzerin kontinuierlich  durch den ganzen Apparat strömen konnte,

    und zwar zunächst durch die Kathodenräume  der     Zweizellenanordnungen    und darauf durch  die     Mittelräume    der     Dreizellenanordnungen.     Die nicht mit Glyzerin beschickten     Elektro-          denräume,    also sämtliche Anodenräume und  die Kathodenräume der dreizelligen Teile der  Apparatur, waren mit destilliertem Wasser  gefüllt, das ebenfalls durch Heber von Ano  denraum zu Anodenraum und von Kathoden  raum zu Kathodenraum strömen konnte.

   Der  Zulauf des Glyzerins in den Apparat     wurde     auf eine bestimmte     Durchsatzgeschwindigkeit     eingestellt, die gesamte Spülwassermenge für  die     Elektrodenräume        wurde    auf 1/4 des     Gly-          zerindurchsatzes    geregelt. Im     zweizelligen     Teil der Apparatur waren die Elektroden  parallel geschaltet und an eine Gleichstrom  quelle von 16 Volt angelegt, während die  Elektroden der dreizelligen Aggregate hinter  einander geschaltet und an     eine    Gleichstrom  quelle von 2,20 Volt angelegt waren, mit Aus  nahme der zwei letzten Elektroden, welche  für sich allein an der 220 Volt Spannung  lagen.

   Sämtliche     Diaphragmen    der     Apparatur     bestanden aus mit Chromgelatine imprägnier  tem     Maccogewebe.       Nach Füllung der Zellen mit den ent  sprechenden Flüssigkeiten     wurde    der Strom  .eingeschaltet und zunächst zwei     Standen     lang bei     ruhenden    Elektrolyten und Spül  wässern     osmosiert        (Vorosmose)    und darauf  der     Glyzerinwasserzulauf    mit 2 Liter pro  Stunde und der     Spülwasserzulauf    mit 0,5  Liter pro     Stunde    eingestellt ;

   das hierbei  innerhalb zwei Stunden aus dem Apparat ab  laufende     Osmosat    wurde als Vorlauf     getrennt       aufgefangen, worauf die eigentliche Osmose  mit dem bereits eingestellten Durchsatz von  2 Liter     bezw.    0,5 Liter pro Stunde einsetzte.

    Nach zweistündiger Osmose wurde der     Gly-          zerindurchsatz    auf 2,5 Liter pro Stunde ge  steigert, während die Spülung unverändert  blieb, und 1,5 Stunden lang     osmosiert.    Die  beiden     Osmosate    (2 und 2,5 Liter Durchsatz)  wurden getrennt aufgefangen, ihre Menge  und ihr     Glyzeringehalt    bestimmt und der       KWh-Verbrauch    pro 1 kg 100%iges Glyze  rin berechnet  
EMI0002.0042     
  
    Osmosat <SEP> 1 <SEP> verbrauchte <SEP> 0,214 <SEP> KWh/1 <SEP> kg
<tb>  Osmosat <SEP> 2 <SEP> <B>51</B> <SEP> 0,158 <SEP> " <SEP> .

         Die im Vakuum konzentrierten     Osmosate     zeigten noch schwach gelblichen Stich; sie  wurden über 0,1 %     Entfärbungskohle    fil  triert. Die     Aschebestimmung    nach D. A. B. 6  ergab völlige     Aschefreiheit    und die Prüfung  mit     ammoniakalischer    Silberlösung die Ab  wesenheit reduzierender Stoffe. Die Konzen  trate     waren        fa.rb-    und geruchlos. Die Bestim  mung der     Verseifungswerte    nach D. A.

   B. 6  ergab den Verbrauch von 0,7 cm' n/10 Kali  lauge für     Osmosat    1 und 0,8 cm' für     Osmo-          sat        @.     



  <I>Beispiel 2:</I>  Als Ausgangsmaterial- diente ein soge  nanntes     Dynamitglyzerin,    das heisst das erste  Destillat einer Unterlauge. Es war bräunlich  gelb gefärbt und besass einen unangenehmen  Geruch. Der     Gly        zeringehalt    war     98,6%,    der       Verseifungswert    nach D. A. B. 6 ergab einen  Verbrauch von 14,4 cm'     n/10    Kalilauge.  



  l2;6 kg dieses Glyzerins wurden mit 20  Liter destillierten Wassers verdünnt, einer  chemischen     Vorreinigung    unterworfen und  filtriert. Die Analyse des Filtrates ergab  einen     Aschegehalt    von     0,0071%    (71 mg im  Liter) und einen     Glyzeringehalt    (nach Ger  lach) von 38,3 %. Die Farbe war hellgelb.  



  Die     elektroosmotische    Behandlung er  folgte in dem in Beispiel 1 beschriebenen  Apparat. Nach zweistündiger     Vorosmose    und  einstündiger Verdrängung des     Vorlaufes         wurde bei drei verschiedenen     Durchsatzge-          schwindigkeiten        osmosiert        und    die drei Osmo-         sate    getrennt aufgefangen, die Volumina und  der     Glyzeringehalt    bestimmt.

    
EMI0003.0007     
  
    Durchsatz <SEP> Dauer <SEP> KWh <SEP> pro <SEP> 1 <SEP> kg
<tb>  Lit/Std. <SEP> Std. <SEP> 100 <SEP> % <SEP> iges <SEP> Glyzerin
<tb>  Osmosat <SEP> 1 <SEP> 2 <SEP> 3 <SEP> 0,0943
<tb>  Osmosat <SEP> 2 <SEP> 2,5 <SEP> 2,33 <SEP> 0,0776
<tb>  Osmosat <SEP> 3 <SEP> 3 <SEP> 2 <SEP> 0,0753       Die durch Vakuumkonzentration gewon  nenen, über 0,2 %     Entfärbungskohle    filtrier  ten Konzentrate dieser     Osmosate    waren frei  von Asche; reduzierende Stoffe (Silberreak  tion) waren nicht vorhanden. Die nach  D. A.

   B. 6 ermittelten     Verseifungswerte     waren  
EMI0003.0011     
  
    für <SEP> Osmosat <SEP> 1 <SEP> 0,8 <SEP> cm' <SEP> n./10 <SEP> g.alilauge
<tb>  " <SEP> 2 <SEP> 0,8 <SEP> " <SEP> "
<tb>  <B>77 <SEP> 77 <SEP> 3 <SEP> 1,2</B>       Die Konzentrate waren     geruch-    und farblos.  <I>Beispiel 3:</I>  In nachfolgend beschriebenem Versuch ist  das Hauptgewicht auf     Ermittlung    der wäh  rend der Osmose auftretenden Glyzerinver-         Luste    infolge     Abwanderns    von Glyzerin in  die benachbarten     Elektrodenräume    gelegt.  



  Als Ausgangsmaterial diente ein     Saponi-          fikat-IZ,ohglyzerin    von gelber Farbe. Nach  der Verdünnung mit Wasser und chemischer       Vorbehandlung    lag ein     Glyzerinwasser    mit  38,05 % Glyzerin- und 2-63 mg Asche pro  Liter vor.  



  Dasselbe wurde in der in Beispiel 1 be  schriebenen Apparatur einer     elektroosmo-          tischen    Behandlung unterworfen. Nach zwei  stündiger     Vorosmose    bei ruhenden Flüssig  keiten und erfolgter Verdrängung des     Voros-          mosates    wurde mit verschiedenen Durchsatz  geschwindigkeiten des zu reinigenden     Gly-          zerinwassers    gearbeitet, und zwar  
EMI0003.0028     
  
    mit <SEP> 2 <SEP> Liter <SEP> Durchsatz <SEP> pro <SEP> Std. <SEP> 171/4 <SEP> Std.

   <SEP> lang <SEP> (Osmosat <SEP> I)
<tb>  <B>31</B> <SEP> 255 <SEP> <B>9></B> <SEP> " <SEP> <B>33</B> <SEP> 13' <SEP> ,1 <SEP> 1I
<tb>    <SEP> 3 <SEP> >, <SEP> 1<B><I>23</I></B> <SEP> 1 <SEP> III
<tb>    <SEP> 355 <SEP>   <SEP> 91/2 <SEP> >, <SEP> IV
<tb>    <SEP> 4 <SEP> 61/2 <SEP> V       Die Wasserspülung der     Elektrodenräume     betrug bei den     Osmosaten    I und     1I    0,375       Liter./Std.,    bei den     Osmosaten        III    bis V  0,7     LiterjStd.     



  Die     Osmosate    I bis     III    ergaben einwand  freie,     aschefreie    Konzentrate, während die  Konzentrate der     Osmosate    IV und V bereits    wägbare     Aschemengen    aufwiesen, und zwar  wurden in     Osmosat        IV    0,0002     gr,    in     Osmosat     V     0,000,4        gr    Asche in 5 cm' Konzentrat fest  gestellt.  



  Der     gWh-Verbrauch    für die einzelnen       Osmosate    betrug:  
EMI0003.0049     
  
    Osmosat <SEP> I: <SEP> 0,209 <SEP> pro <SEP> 1 <SEP> kg <SEP> 100%iges <SEP> Glyzerin
<tb>  " <SEP> 1I: <SEP> 0,215 <SEP> " <SEP> " <SEP> "
<tb>  " <SEP> 11I: <SEP> 0,195 <SEP> " <SEP> " <SEP> " <SEP> , ,
<tb>  " <SEP> IV: <SEP> 0,143
<tb>  " <SEP> V:

   <SEP> 0,195 <SEP> " <SEP> " <SEP> " <SEP> "       oder im Mittel 0,191     KWh.         Im ganzen wurden 56,114 kg 100%iges  Glyzerin verarbeitet und in den Anoden- und       Kathodenwässern    729,722     gr        Glyzerin    als       Oxydationswert        (Bichromatmethode)    oder       1,30%    der verarbeiteten Menge     bestimmt.     Hierzu ist zu bemerken, dass dieser durch Ab  wanderung in die     Elektrodenräume    entstan  dene     Glyzerinverlust    nur scheinbar so gross  ist,

   da bei der     Bestimmung    des Oxydations  wertes mit     Bichromat    sämtliche     oxydier-          baren,    aus dem Glyzerin entfernten und in  die     Elektrodenräume    abgewanderten Verun  reinigungen     miterfasst    werden. Der wirkliche  G     lyzerinverlust    bleibt daher wesentlich hin  ter dem     ermittelten        Oxydationswert    zurück.  



  Die erfindungsgemässe     Glyzerinreinigung     lässt sich in kontinuierlicher Weise durch  führen, indem man mehrere     Zweizellenanord-          nungen        hintereinander    anbringt, so dass das  zu reinigende     Glyzerinwasser    mittelst Hebern  oder     sonstiger    bekannter Massnahmen durch  die einzelnen Kathodenräume fliesst, um von  dort wieder     mittelst        hebern    oder dergleichen  in die Mittelräume der sich anschliessenden       Dreizellenanordnungen    zu gelangen, die das       Glyzerinwasser    hintereinander durchströmt,

    bis es nach vollständiger Reinigung aus dem  letzten Mittelraum fliesst. Das in geeigneten       Gefässen    aufgefangene     Glyzerinwasser    kann    dann in bekannter Weise durch Vakuum  destillation konzentriert und nötigenfalls  über     Entfärbungskohle    filtriert werden.  



  Mit dem neuen Verfahren kann ein ge  reinigtes Glyzerin erzeugt     werden,    das ins  besondere vollständig frei von Arsen ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur elektroosmotisclien Reini- gung von chemisch vorgereinigtem Glyzerin, dadurch gekennzeichnet, dass die Anionen von verunreinigenden fettsauren Salzen und die Fettsäureester durch elektrische Behand lung einer wässerigen Glyzerinlösung in den Kathodenräumen von Zweizellenanordnungen beseitigt werden, und dass darauf die Gly- zerinlösung in den Mittelräumen von Drei zellenanordnungen weiter behandelt wird.
    UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Glyzerinlösung kon tinuierlich durch die Kathodenräume der Zweizellen- und durch die Mittelräume der Dreizellenanordnungen geleitet wird.
CH156758D 1930-12-18 1931-11-11 Verfahren zur elektroosmotischen Reinigung von chemisch vorgereinigtem Glyzerin. CH156758A (de)

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