CH156821A - Verfahren zur Herstellung von gehärteten Gegenständen. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von gehärteten Gegenständen.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von gehärteten Gegenständen. ,Bei der Herstellung nitriergehärteter Ge genstände ist es häufig erwünscht, auch dem Kern der Gegenstände eine grosse Härte zu erteilen, insbesondere dann, wenn es sich um Gegenstände handelt, die, wie beispielsweise Matrizen, Zahnräder, Klauenkupplungen, Kugel- und Rollenlager hohen Druckbean spruchungen oder Stössen ausgesetzt sind und bei denen infolge der hohen Druckbeanspru chung ein Eindrücken der nitriergehärteten Oberflächenschicht in das weichere Kern material zu befürchten ist. Es ist schon vor geschlagen worden, zur Herstellung derarti ger Gegenstände solche nitrierfähigen Stahl legierungen zu verwenden, die anlassbestän- dig sind, das heisst, die in dem Zustand, wie sie der Nitrierung unterworfen werden, hart sind und auch durch die einer Anlassbehand- lung gleichkommende Erwärmung auf Ni- triertemperatur (etwa 500 C) ihre ursprüng liche Härte nicht verlieren. Die Verwendung derartiger Legierungen ist jedoch mit dem Nachteil verbunden, dass die vor der Nitrie- rung in kaltem Zustand durchzuführende Fertigbearbeitung der Gegenstände wegen der grossen Härte des Materials schwierig ist. Die vorliegende Erfindung bezweckt nun. nitriergehärtete Gegenstände mit grosser Kernhärte herzustellen, die vor dem Nitrie ren ohne Schwierigkeiten in weichem Zu stand fertig bearbeitet werden können. Das .den Gegenstand der Erfindung bil dende Verfahren kann beispielsweise in fol gender Weise ausgeführt werden: Es wird zunächst ein Nitrierstahl her gestellt, der neben den die Nitrierfähigkeit hervorrufenden Elementen, wie Aluminium, Chrom, Molybdän, Mangan usw. noch solche Elemente enthält, die Ausscheidungshärtung, hervorzurufen in der Lage sind, wie bei spielsweise Kupfer, Beryllium, Bor und Ti tan. Diese Legierung bezw. der daraus roh vorbearbeitete Gegenstand wird dann von hoher Temperatur (etwa 700 bis 1300 C) in Wasser, Öl oder Luft abgekühlt und in die- sem.abgekühlten, aber trotzdem weichen Zu- stand fertig bearbeitet. Die darauf folgende Nitrierung bei etwa 400 bis<B>600</B> C (am zweckmässigsten bei etwa 500 C) ruft dann in bekannter Weise eine Steigerung der Härte der Oberflächenschicht der Gegen stände hervor, wobei jedoch gleichzeitig durch die beim Nitrieren herrschende Anlass- temperatur infolge der Anwesenheit von bei spielsweise Kupfer, Beryllium, Bor oder Ti tan eine wesentliche, auf einer .dispersen Ausscheidung beruhende Steigerung der Kernhärte erzielt wird. So besitzt zum Beispiel ein Stahl mit <I>0,30 ,wo</I> Kohlenstoff,<B>0,29%</B> Silizium, 0,35% Mangan, 1,04% Aluminium, 1,152% Chrom, 0,30% Molybdän und 1,08% Kupfer, der also als die Nitrierfähigkeit begünstigende Elemente Aluminium, Chrom und Molybdän und als ausscheidungshärtungsfähiges Ele ment Kupfer enthält, nach einem Abkühlen von<B>900'</B> in Luft eine Härte von 280 Bri. nelleinheiten. In diesem verhältnismässig wei chen Zustand ist die Legierung gut b-earbeit- bar. Nitriert man darauf bei etwa 500 C, so erfährt die Oberfläche eine Härtesteige rung auf etwa 950 Firth-Einheiten, während gleichzeitig die Kernhärte infolge der eintre tenden Ausscheidungshärtung auf 340 Bri- nelleinheiten steigt. Gute Ergebnisse werden beispielsweise auch mit Stählen erzielt, die 0,24% Kohlenstoff,<B>0,31.%</B> Silizium, 0,41 Alaugan, 1,09 % Aluminium und 1,17 % Kup fer oder 0,10/'0 Kohlenstoff, 3,5% Silizium, <B>8,7%</B> Chrom und<B>0,5%</B> Bor enthalten. Das Verfahren kann auch in der Weise durchgeführt werden, dass der Stahlgegen stand vergütet, also von einer oberhalb des Umwandlungspunktes gelegenen Temperatur abgekühlt und dann bei einer unterhalb der Umwandlungstemperatur, aber oberhalb der Nitriertemperatur gelegenen Temperatur an gelassen wird, wobei er von dieser Anlass- temperatur in Luft, 0l oder Wasser ab gekühlt werden kann. In diesem bearbei tungsfähigen Zustand wird der Gegenstand nitriergehärtet, wobei zufolge der Zusam mensetzung der Stahllegierung gleichzeitig auch eine Ausscheidungshärtung eintritt. Das Verfahren kann ausserdem beispiels weise auch so durchgeführt werden, dass man eine nitrierfähige Legierung benutzt, in der nicht während der Nitrierung Ausscheidungs härtung hervorgerufen wird, in der vielmehr durch eine genügend schnelle, nach der Ni- trierung stattzufindende Abkühlung von Ni- trier- oder einer tiefer gelegenen Temperatur ein Stoff in übersättigter Lösung gehalten wird, der erst durch Lagerung oder Anlassen auf eine unterhalb der Nitriertemperatur ge legene Temperatur zur Ausscheidung ge bracht wird und dann die Härtesteigerung des Kernes bewirkt. Solche Stoffe sind bei spielsweise Stickstoff und Kohlenstoff. Es ist auf diese Weise auch möglich, die Aus scheidungshärtung des Kernes erst nach dem Nitrieren hervorzurufen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von gehärteten Gegenständen, dadurch gekennzeichnet, dass aus nitrierfähigen und durch Ausscheidungs härtung im Kern härtungsfähigen Eisen- oder Stahllegierungen hergestellte Gegen stände dem Nitrier-- und Ausscheidungs- härtungsprozess unterworfen werden. UNTERANSPRüCHE: 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass aus durch Ausschei dungshärtung bei Nitriertemperatur im Kern härtungsfähigen Eisen- oder Stahl legierungen hergestellte Gegenstände von einer Temperatur oberhalb der Nitrier- temperatur schnell abgekühlt, darauf fer tig bearbeitet und anschliessend dem Ni trier- und Ausscheidungshärtungsprozess unterworfen werden. 2.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass aus durch Ausschei dungshärtung unterhalb der Nitriertem- peratur im Kern härtungsfähigen Eisen- oder Stahllegierungen hergestellte Gegen stände von einer Temperatur oberhalb der Nitriertemperatur schnell abgekühlt, fer tig bearbeitet, nitriert und von einer Tem- peratur, die nicht höher ist als die Ni- triertemperatur,schnell abgekühlt und bei einer unterhalb der Nitriertemperatur ge legenen Temperatur angelassen werden. D. Verfahren (r nach Patentanspruch, dadurch kennzeichnet,daB aus durch Ausschei dungshärtung unterhalb der Nitriertempe- ratur im gern härtungsfähigen Eisen- oder Stahllegierungen hergestellte Gegen stände von einer Temperatur oberhalb der Nitriertemperatur schnell abgekühlt, fer tig bearbeitet, nitriert und von einer Tem peratur, die nicht höher ist als die Ni- triertemperatur, schnell abgekühlt und einem längeren Lagern bei Zimmertempe ratur ausgesetzt werden.
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