Verfahren zum Lackieren von bedruckten Oberflächen. Es ist bekannt, dass Öllacke und Ölfar ben sich mit Nitro-Zellulose-Überzugslacken sehr schlecht vertragen. Sie werden rissig, es tritt die bekannte Erscheinung des ,>Hoch- gehens" ein usw. Besonders störend werden diese Erscheinungen, wenn man mit Ölfar ben bedruckte Gegenstände zum Schutz der Druckfarbe mit Nitro-Zellulose lackieren will. In diesem Falle reisst die Druckfarbe, wird grau, geht hoch, die Nuancen: ver schwimmen und es machen sieh eine ganze Anzahl sehr lästiger Nebenerscheinungen be merkbar.
Zur Vermeidung dieser Nachteile ver wendet man sogenannte nitrofeste Druckfar ben, die selbst aus Nitro-Zellulose bestehen, die aber sehr teuer sind und daher in der Praxis zumeist nicht benutzt werden können.
Man könnte nun an sich Öldruckfarben mit Nitro-Zelluloselack überziehen, wenn man die Farben vor dem Überziehen bei hohen Temperaturen (80 ) im Ofen ein brennt, so dass sie gegen den Nitro-Zellu- loselack unempfindlich werden. Auch dieses Verfahren ist unwirtschaftlich, erfordert ebenfalls besondere Farben, grossen Zeitauf wand usw. Man hat diese Nachteile zu ver meiden gesucht, indem man auf den Druck eine neutrale, gegen den Überzugslack unempfindliche Zwischenschicht aufbrachte.
Ein derartiges Verfahren ist jedoch teuer und bedingt zusätzlichen Materialverbrauch, be sondere Spritzapparaturen sowie Zeitverlust durch Austausch der Spritzapparaturen usw.
Gemäss der Erfindung können, normale Öldruckfarben mit einer Nitro-Zellulose-Lak- kierung versehen werden, ohne dass all die eingangs beschriebenen störenden Erschei nungen auftreten und ohne dass ein besonders langwieriger Trocknungsprozess erforderlich ist. Um dies zu erreichen, wird der fris-.he noch feuchte Druck zweckmässig mit Nitro- Zellulose- oder Äthyllack, der zu diesem Zweck besonders stark verdünnt ist, unter einem besonders hohen Druck aufgespritzt.
Diesen Vorgang nennt man "Nebeln", wobei zweckmässig mit halbgeöffneter Lackspritz pistole mehr Luft als Lack durch die Düse durehgepresst wird. Hierbei verbinden sich die feinen Lackpartikelchen, die mit sehr grosser Vehemenz auf die frisch gedruckte Öldruckpaste aufgeschleudert werden, innigst mit dieser, wie eben betont, noch feuchten Druckpaste zu einem homogenen.Nitro-Zellu- lose-Ö1-Gemisch, das heisst die einzelnen Teil chen dringen in die Druckpaste ein und trocknen infolge ihrer Kleinheit sehr rasch auf,
so dass die feuchte Oldruckpaste von einem hauchdünnen schützenden Überzug umgeben ist, der, ohne das Muster zu be einträchtigen, dieses gegen weitere Angriffe schützt. Das feuchte Öl ist sozusagen von den einzelnen Lackpartikelchen vollkommen umschlossen. Es entsteht eine hauchdünne Nitro-Zellulose-Schutzschicht um die einzel nen Ölpartikelchen, die infolge ihrer Dünn heit rasch auftrocknet, jedoch in zu geringen Mengen vorhanden ist, um die Druckfarbe anzugreifen.
Nachdem der Ölfarbendruck, wie beschrieben, abgenebelt und .auf diese Weise gewissermassen gehärtet wurde, lässt man den dünnen Lacküberzug trocknen, was naturgemäss sehr rasch vor sich geht, dann kann man darauf ohne weiteres einen Nitro- Zellulose-Schutzlack in beliebiger Stärke auf= bringen, ohne dass dieser imstande ist, die gehärtete Öldruckpaste anzugreifen.
Auf diese Weise ist es möglich, den gan zen Lackiervorgang unmittelbar an den Druckvorgang anzuschliessen. Das Verfah ren lässt sich natürlich auch auf beliebig an- fiere Farben anwenden, die normalerweise in irgendwelchen Lacküberzügen angegriffen werden.
Die Aufbringung der hauchdünnen Lack schicht erfolgt zweckmässig unter starkem Druck von etwa 4 Atm. mittelst viel Luft und wenig Lack, so .dass die einzelnen Lack- partikelchen in die Farbe hineingeschleudert und innigst mit dieser vermischt werden.
Process for painting printed surfaces. It is known that oil varnishes and oil paints do not get along very well with nitro-cellulose topcoats. They become cracked, the well-known phenomenon of "going up" occurs, etc. These phenomena become particularly annoying when one wants to coat objects printed with oil paints with nitrocellulose to protect the printing ink. In this case, the printing ink tears, turns gray, goes up, the nuances: float and make a number of very annoying side effects noticeable.
To avoid these disadvantages ver one uses so-called nitro-resistant printing inks, which themselves consist of nitro-cellulose, but which are very expensive and therefore usually cannot be used in practice.
You could now cover oil printing inks with nitro-cellulose varnish if you bake the inks in the oven at high temperatures (80) before coating, so that they are insensitive to the nitro-cellulose varnish. This process is also uneconomical and also requires special colors, a great deal of time, etc. It has been attempted to avoid these disadvantages by applying a neutral intermediate layer to the print which is insensitive to the coating varnish.
However, such a method is expensive and requires additional material consumption, be special spray equipment and loss of time due to replacement of the spray equipment, etc.
According to the invention, normal oil printing inks can be provided with a nitro-cellulose coating without all of the disruptive phenomena described at the outset occurring and without a particularly lengthy drying process being necessary. In order to achieve this, the fresh, still moist print is expediently sprayed on under a particularly high pressure with nitro, cellulose or ethyl lacquer, which is particularly diluted for this purpose.
This process is called "fogging", whereby more air than paint is expediently pressed through the nozzle with the half-open paint spray gun. Here, the fine paint particles, which are thrown with great vehemence onto the freshly printed oil printing paste, combine very closely with this, as emphasized, still moist printing paste to form a homogeneous nitro-cellulose-oil mixture, i.e. the individual parts Chen penetrate the printing paste and dry very quickly due to their small size,
so that the damp oil print paste is surrounded by a very thin protective coating that protects the pattern against further attacks without affecting the pattern. The moist oil is, so to speak, completely enclosed by the individual paint particles. A wafer-thin nitro-cellulose protective layer is created around the individual oil particles, which due to its thinness dries up quickly, but is present in too small quantities to attack the printing ink.
After the oil color print has been fogged off and hardened in this way, as it were, the thin lacquer coating is allowed to dry, which naturally happens very quickly, and then you can easily apply a nitrocellulose protective lacquer of any thickness to it without this being able to attack the hardened oil pressure paste.
In this way, it is possible to follow the entire painting process immediately after the printing process. The process can of course also be applied to any color that is normally attacked in any paint coating.
The application of the wafer-thin lacquer layer is expediently carried out under strong pressure of about 4 atm. with a lot of air and little paint, so that the individual paint particles are thrown into the paint and mixed with it very closely.