Verfahren zum Verpacken von in Scheiben geschnittenen Fleisch- und Wurstwaren. Bekanntlich drängt sich in Lebensmittel geschäften, und zwar insbesondere den Fleischwaren- und Feinkosthandlungen der Verkauf der Waren an die Verbraucher auf wenige Tagesstunden, hauptsächlich vor der Abendmahlzeit zusammen. Man hat nun bereits versucht, das Verkaufsgeschäft in den Zeiten des Andranges dadurch zu erleichtern und zu beschleunigen, dass man bestimmte Lebensmittel in den erfahrungsgemäss von den Käufern am häufigsten gewünschten Gewichtsmengen in der verkaufsruhigen Zeit vorgewogen und fertig verpackt hat.
Ganz abgesehen davon, dass dieses Verfahren inso fern häufig seinen Zweck verfehlt, da die Käufer die zu kaufenden Lebensmittel vor dem Kauf sehen und sich dadurch von dem guten Zustande derselben überzeugen wollen, ist dieses Verfahren gerade bei in Scheiben geschnittenen Wurst- und Fleischwaren nicht durchführbar, da diese bei längerer Einwir kung des Luftsauerstoffes ein unschönes Aussehen erhalten. Der Verkäufer ist daher gezwungen, in den Zeiten des Andranges in aller Eile die verlangten Wurst- und Fleisch waren aufzuschneiden, in den gewünschten Sorten zusammenzustellen, abzuwiegen, zu verpacken und den Preis derselben zu berech nen. Diese vielseitige Tätigkeit. ist sehr zeit raubend und verursacht mancherlei Versehen im Gewicht oder in der Preisberechnung zum Schaden des Käufers oder Verkäufers.
Ausserdem ist besonders in grossen Geschäften die Beschäftigung einer weitaus grösseren Anzahl von Angestellten erforderlich als bei gleichmässigem Geschäftsbetrieb, wodurch die Kosten der Lebensmittel erhöht, werden.
Gegenstand der Erfindung ist daher ein Verfahren zum Verpacken derartiger in Scheiben geschnittener Wurst- und Fleisch waren in einer die Ware allseitig umhüllen den, mindestens teilweise durchsichtigen Packung, bei welchem es unter Beseitigung aller geschilderten Nachteile ermöglicht. wird, während der ganzen Dauer des Tages Packungen derartiger Lebensmittel in den erfahrungsgemäss, vom Käufer gewünschten Zusammenstellungen und Gewichtsmengen durch eine verhältnismässig geringe Anzahl rationell beschäftigter Arbeitskräfte herzu stellen.
Hierbei wird die Einwirkung des Sauerstoffes der Luft dadurch beseitigt, dass der die Ware allseitig umhüllende Ver packungsbehälter aus luftundurchlässigem Material vor dem Verschliessen desselben in einen evakuierbaren Raum gebracht und in demselben nach erfolgter Evakuierung durch Zukleben mit einem luftundurchlässigen Ma terial verschlossen wird. Der Verpackungs behälter kann nach der Evakuierung noch mit einem sauerstofffreien nicht gesundheits schädlichen Gas, beispielsweise gereinigter Kohlensäure, gefüllt werden.
Damit der Käufer die in dem Verpackungsbehälter be findliche Ware auch ohne Öffnen dieses Be hälters besichtigen kann, besteht der Ver packungsbehälter mindestens teilweise aus durchsichtigem Material, und zwar wird hierzu zweckmässig ein möglichst billiger, den Luftzutritt verhindernder Stoff gewählt, beispielsweise Pappe, Zellophane oder der gleichen. Wird undurchsichtige Pappe ge wählt, dann können an geeigneten Stellen des Behälters aus Zellophane bestehende Fenster angebracht werden, die aber ebenfalls luft dicht mit der Pappe verbunden sind.
Diese Behälter werden mit den betreffenden Lebensmitteln gefüllt und in noch unver- schlossenem Zustande in einen evakuierbaren Raum gebracht. Nach dem Evakuieren die ses Raumes. werden dann die Behälter in demselben durch Zukleben mit einem gleich falls luftundurchlässigen Stoff verschlos sen. Es ist aber auch möglich, nach dem Evakuieren den Raum beispielsweise mit ge reinigter Kohlensäure zu füllen. Dieses Gas dringt dann in die Behälter ein, so dass die selben nach dem Verschliessen mit I%ohlen, säuregas gefüllt sind.
Das letztere Verfahren hat den Vorteil, dass die Behälter aus schwä cherem Material hergestellt werden können, da sie nicht dem Luftdruck zu widerstehen brauchen.
Frischhaltungsverfahren, bei welchem aus den Behältern, in welchen sich die Lebensmittel befinden, der Luftsauerstoff durch Evakuieren entfernt wird, und welche nach dem Evakuieren beispielsweise mit ge reinigter Kohlensäure gefüllt werden, sind bereits bekannt, jedoch handelt es sich hier stets um eine Dauerkonservierung der be treffenden Lebensmittel in grösseren Mengen, wobei verhältnismässig teure Verpackungs behälter, bestehend aus Porzellan, Glas, Blech und dergleichen, verwendet werden.
Diesem bekannten Verfahren gegenüber wer den bei vorliegender Erfindung nicht teure Behälter aus Porzellan, Glas, Blech und der gleichen verwendet, sondern solche aus nur zu einmaligem Gebrauch bestimmtem, billi gem Material, beispielsweise aus Pappe, Zellophane, die nach dem Verbrauchen weg geworfen werden, da sich die bekannten teuren Behälter für den täglichen Verkauf kleiner und kleinster Lebensmittelmengen nicht eignen.
Zweck der Erfindung ist es gerade, für den täglichen Bedarf bestimmte Lebensmittel hygienisch einwandfrei unter Benutzung eines bekannten Frischhaltungs- verfahrens so billig zu verpacken, dass die Kosten dieser Lebensmittel durch das neue Verfahren sich nicht nur nicht verteuern, sondern infolge der rationellen Beschäftigung der die Verpackung herstellenden Personen sogar noch eine Verbilligung erreicht wird. Zum Zwecke der Dauerkonservierung spielt der Preis des häufig wieder benutzbaren Be hälters nur eine untergeordnete Rolle, da hierdurch die Lebensmittel für eine Dauer von Monaten oder gar Jahren frischgehalten werden.
Die erfindungsgemässe Verpackung der Lebensmittel in einfachen, billigen und nach der Öffnung nicht mehr benutzbaren Behältern soll nicht dauernd sein, sondern es nur ermöglichen, die Lebensmittel eine aus reichende Zeit, etwa einige Tage bis zum Verbrauch frisch zu halten.
Die neue Packung eignet sich besonders auch für den Verkauf in Gasstätten, da sie es ermöglicht, dem Gast die gewünschten Lebensmittel in einwandfrei verpacktem Zu stande in Packungen auszuhändigen, welche mit dem Namen der Herstellungsfirma, den Gewichtsangaben und dem Preis versehen sind, so dass er durch die Angaben auf der Verpackung die Gewissheit erhält, nur frische und gute Ware zu erhalten. Es ist zweck mässig, die fertigen Päckchen bis zur Ver kaufszeit in Kühlschränken aufzubewahren.
Die Ausführung des Verpackungsbehäl ters gemäss vorliegender Erfindung ist völlig beliebig, sofern sie nur bei billigen Baustof fen die Möglichkeit eines luftdichten Ver schlusses bietet.
Die beigefügte Zeichnung dient zur Er läuterung eines Ausführungsbeispiels des er findungsgemässen Verfahrens, und zwar zeigt: Abb. 1 eine Packung in geöffnetem Zu stande, Abb. 2 dieselbe Packung nach dem Ver schliessen derselben.
Wie ersichtlich, besteht die dargestellte Packung beispielsweise aus einem oben offe nen Pappkästchen 1a, welches nach Art einer Schiebeschachtel in eine allseitig bis auf die Einschubseite des Kästchens h geschlossene Umhüllung i eingeschoben werden kann. Letztere besitzt an der Oberseite und gegebe nenfalls an der- Unterseite Fenster k aus Zellophane oder einem andern geeigneten durchsichtigen Stoff. Sowohl die verwen dete Pappe, als. auch das Zellophane müssen luftundurchlässig sein. In das Schub kästchen la werden die Waren sorgfältig ein gelegt, so dass sie dem Beschauer einen schönen Anblick bieten.
Sodann wird die Packung in halb offenem Zustande, etwa wie in Abb. 1 dargestellt, in einen evakuierbaren Raum gebracht und in demselben nach der Evakuierung verschlossen oder aber der zu nächst evakuierte Raum wird vor dem Ver schliessen der Packung mit einem geeigneten, gesundheitsunschädlichen sauerstofffreien Gas, beispielsweise gereinigte Kohlensäure, gefüllt, so dass nach dem Verschliessen auch die Packung mit diesem Gas gefüllt ist. Das Verschliessen der Packung im Vakuum oder der Kohlensäureatmosphäre geschieht, wie Abb. 2 zeigt, durch Zukleben mittelst eines geeigneten luftdichten Materials, beispiels weise eines Zellophaneblättchens na.
Zum Öffnen wird in der aus Abb. 1 ersichtlichen Weise einfach das Blättchen m abgerissen, worauf der Inhalt der Packung entnommen werden kann. Die in derartigen Packungen verpackten Lebensmittel sind der Einwir kung des Luftsauerstoffes nicht. ausgesetzt und halten sich mehrere Tage lang frisch.