CH157883A - Verfahren zur Ausnützung der beim Löschen von Koks freiwerdenden Wärme. - Google Patents
Verfahren zur Ausnützung der beim Löschen von Koks freiwerdenden Wärme.Info
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Description
Verfahren zur Ausnützung der beim Löschen von Koks freiwerdenden Wärme. Der aus Destillationsräumen (Kammern, Retorten usw.) für Kohle anfallende heisse Koks kann entweder in einem allseitig ge schlossenen Raum (Turm, Kammer usw.) auf trockenem Wege oder aber mit Wasser ab gelöscht werden. Dabei ergeben sich ver schieden geartete, erhitzte Medien, deren Ab wärme bei den bekannten Verfahren zum Löschen des Kokses mit Hilfe inerter Gase entweder in Forin von gespanntem Arbeits dampf oder in Form von Wassergas ge wonnen und ausgenützt wird.
Wird Dampf aus dieser Abwärme erzeugt, so kann deren Übertragung auf den Dampfkessel entweder direkt mit Hilfe der beim Löschen des Kokses entstehenden inerten Gase erfolgen, oder es wird Luft oder eine Flüssigkeit als Wärme transportmittel für indirekte Wärmeüber tragung verwendet. In vielen Fällen wird heute noch die Abwärme des aus den Destil- lationsräumen anfallenden beissen Kokses durch Ablöschen mit Wasser vernichtet, also überhaupt nicht ausgenützt. Bloss in wenigen Fällen wird bei Nasslöschung der Löscbdampf als solcher verwendet, z.
B. als Unterdampf für Generatorgaserzeuger oder zur Wasser gaserzeugung.
Es ist nun ferner bekannt, das giftige CO des erzeugten Gases gänzlich oder teilweise auszuscheiden, bezw. in andere, ungiftige Gase, z. B. in C02 unter Gewinnung von Wasserstoff und gegebenenfalls von CII4 um zuwandeln, um das erzeugte Gas zu ent giften. Jeder derartige Entgiftungsprozess CO-haltiger Gase erfordert zu seiner Durch führung im erheblichen Grade Wärme, und zwar für die Reaktionen, die Erwärmung von Katalysatoren, Reaktivierung der ver wendeten Katalysatoren bezw. Reaktions massen usw.
Werden diese Wärmemengen nicht aus den Gaserzeugungsprozessen selbst gewonnen, so müssen sie, wenn der Gasent- giftungsprozess wirtschaftlich bleiben soll, anderweitig aus dem Betriebe, wo Gas erzeugungsöfen in Verwendung stehen, dort entnommen werden, wo sie heute noch gänz- lieh oder nahezu zur Gänze unbenützt ver loren gehen. Die Wirtschaftlichkeit der ver schiedenen Gasentgiftungsverfahren spielt neben den Forderungen hygienischer Natur eine grosse Rolle. Wirtschaftlich unerträg liche Methoden zur vollständigen oder teil weisen Entgiftung von Gasen sind selbst bei technischer Vollkommenheit des Verfahrens in der Praxis nicht anwendbar.
Die Wirt schaftlichkeit der Methode hängt aber in allen Gasentgiftungsprozessen in erster Linie und untrennbar mit dem wirtschaftlichen Wärmeaufwand zusammen. Es bedeutet zweifellos einen technischen Fortschritt, wenn für Zwecke von Gasentgiftungsprozessen bis her unausgenützte Wärmemengen für dieses wichtige Problem Ausnützung finden, was auf verhältnismässig einfachem Wege erreicht werden kann.
Das Verfahren gemäss der Erfindung be steht darin, dass die beim Löschen. des Kokses sich ergebenden erhitzten Medien zur Deckung des Wärmebedarfes bei der Umwandlung des giftigen Kohlenoxydes in andere, ungiftige Gase in einer Gasentgiftungsanlage verwendet werden. Die beim Löschen des Kokses an fallende Wärme kann für die Zwecke der Gasentgiftung ausgenützt werden, gleich gültig, ob der Koks auf trockenem Wege gelöscht wird oder einer kombinierten Trocken- oder Nasslöschung unterworfen wird.
In letz terem Falle wird in einer. ersten Stufe trocken, in einer zweiten darauffolgenden Stufe unter Zusatz von Wasser gelöscht.
Die Art oder das System der Trocken kühlung bezw. der kombinierten Trocken- Nasslöschung bei der Anwendung des Ver fahrens, ebenso die Apparatur für die Gas entgiftung, zu welcher die Abwärme geleitet wird, kann beliebig ausgebildet sein. Die Erfindung ist nicht auf ein bestimmtes Gas- entgiftungsverfahren beschränkt, sondern für alle Gasentgiftungsprozesse anwendbar, bei denen das Kohlenoxyd ganz oder teilweise durch Reaktionen mit Wasserdampf in C02, 1122 0114<B>USW.</B> umgewandelt wird.
In dem Entgiftungsprozess kommen dabei die bei der Trockenlöschung, bezw. bei der kombinierten Trocken-Xasslöschunz von glühendem Koks sich ergebenden Medien, wie Luft, inerte Gase, Dämpfe oder Flüssigkeiten oder ein Teil dieser Medien in Verwendung.
Die Verwendung der Abwärme des auf trockenem Wege, bezw. auf trockenem und nassem Wege (in Hintereinanderfolge) ge löschten Kokses zur gänzlichen oder teil weisen Umwandlung des Kohlenmonoxydes in CO-haltigen Gasen soll an einigen An wendungsbeispielen beschrieben werden.
Bei dem Verfahren, das unter Verwen dung von Kalk als Reaktionsmasse und Ein führen von Wasserdampf in den Reaktions raum nach der bekannten Reaktion 0a0 + CO + H20 = CaC0s + Hz bezw. bei den Reaktionen 2 0a0 + C02 -j- CO -f - H20 = 2 CaC0s -(- H2 und 2Ca0+C+C02+2H20=2CaC0s+2112 vor
sich geht, ist ein bestimmter Wärme verbrauch sowohl zur Rerbeiführung der Reaktionen mit Hilfe der Reaktionsmasse, als auch zur Reaktivierung derselben nach der Gleichung CaCOB = CaO + C02 ver bunden. Bei diesem Prozess muss die Reak tionsmasse zur Herbeiführung der Reaktion auf ungefähr 500 C und zu ihrer Reakti vierung auf ungefähr 800 bis 900 C erhitzt werden.
Für Fälle, wo der hiefür notwendige Wärmebedarf aus dem Gaserzeugungsprozess nicht mehr gedeckt werden kann und Wärme aus fremder Quelle dem Prozess zugeführt werden muss, kann die Abwärme, die bei der Trockenlöschung, bezw. kombinierten Trocken-Nasslöschung des Kokses gewonnen wird, dienen.
Der abzulöschende heisse Koks wird in einen nach bekannten Verfahren ausgebilde ten, allseitig geschlossenen Raum (Kammer, Turm usw.) gebracht, in welchen entweder inerte Gase (z. B. Rauchgase) oder Luft, aus der beim Durchstreichen durch die heisse Koksmasse inerte Gase entstehen können, geleitet werden. Diese Gase erhitzen sich beim Erkalten des Kokses und können in diesem Zustande entweder unmittelbar als Fördermittel der Wärme (Wärmeträger) zu der Apparatur geleitet werden, die zu dem als Beispiel angeführten Gasentgiftungspro- zesse dient.
Dort kann der Wärmeträger entweder zwecks direkter Berührung mit der Reaktionsmasse in den Reaktionsraum selbst eingeleitet werden oder durch indirekte Er wärmung der Reaktionsmasse seine Wärme abgeben. Oder die inerten Gase geben ihre Wärme mit Hilfe eines Wärmeaustauschers an einen andern Wärmeträger (wie Luft, Dampf usw.) ab, wodurch ebenfalls eine Nutzung der Abwärme beim Trockenlöschen des Kokses durch Einführung der erhitzten Luft oder des überhitzten Dampfes in den Gasentgiftungsprozess bezw. durch Zufuhr zu der Gasentgiftungsanlage erfolgt.
Gewisse Gasentgiftungsverfahren bedingen eine einmalige oder mehrmalige Erwärmung des zu entgiftenden Gases selbst. Dabei sind oft sehr grosse Wärmemengen erforderlich, da es sich um die Erwärmung der gesamten zu entgiftenden Gasmenge auf hohe Tem peratur (z. B. 700 C und darüber) handelt. Bei gewissen andern Umwandlungsprozessen des CO (Gasentgiftungsprozessen) sind wieder bloss die Katalysatoren oder Flüssigkeiten zum Entfernen (Auswaschen) umgewandelter Gase zu erwärmen. Auch für diese Prozesse kann die Abwärme der Kokslöscbung auf ähnliche Art, wie beschrieben, dienen.
Es kann bei der Trockenlöscheinrichtung der vorerwähnten Beispiele auch eine Vor richtung zur Durchführung der kombinierten Trocken-Nasslöschung vorgesehen sein, wo bei zuerst die beim Trockenlöschen frei werdende Wärmemenge (Temperaturgefälle von etwa 900 bis 500 C). nutzbar gemacht und sodann beim Nasslöschen (Temperatur gefälle von etwa 500 auf 150-2U0 C) der durch Einspritzen von Wasser in den glühenden Koks entstehende Wasserdampf zur Umsetzung mit dem Kohlenoxyd ge bracht werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Ausnützung der beim Lö schen von Koks freiwerdenden Wärme, da durch gekennzeichnet, dass die beim Löschen sich ergebenden erhitzten Medien zur Deckung des Wärmebedarfe. bei der Umwandlung des giftigen Kohlenoxydes in andere, ungiftige Gase in einer Gasentgiftungsanlage verwendet werden, um den Gasentgiftungsprozess wirt schaftlich zu gestalten. UNTERANSPR t?CHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die beim Trocken löschen des Kokses sich ergebenden er hitzten Medien unmittelbar in die Räume, in denen die Reaktionen zur Gasent giftung vor sich gehen, geleitet werden. 2. Verfahren nach Patentanspruch unter An wendung des kombinierten Trocken- und Nasslöschens, wobei der Koks in einer ersten Stufe trocken und in einer zweiten, darauffolgenden Stufe unter Zusatz von Wasser gelöscht wird, dadurch gekenn zeichnet, dass der beim Nasslöschen in der zweiten Stufe entstehende Dampf zur Umsetzung mit dem Kohlenoxyd gebracht wird.
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| CH (1) | CH157883A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN109847540A (zh) * | 2018-12-24 | 2019-06-07 | 山西长林能源科技有限公司 | 干湿法气水协同熄焦蒸汽消白排放方法及装置 |
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1931
- 1931-07-31 CH CH157883D patent/CH157883A/de unknown
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