Spannrollenantr ieb. Der Gegenstand der vorliegenden Erfin dung ist ein Spannrollenantrieb, der be stimmt ist, vertikale, in zwei Reihen ange ordnete Achsen in schnelle *Umdrehung zu versetzen.
Derartige Antriebe kommen bei Spinn-., Zwirn- und ähnlichen Maschinen vor. Es ist bekannt, für diesen Zweck ein oder zwei horizontale Trommeln zu verwenden, die mit- telst Schnüren, Bändern oder Riemen die vertikalen Spindeln entweder einzeln oder in Gruppen zu zwei oder vier antreiben. Be kannt ist auch, das Antriebsmittel über Spannrollen, die durch Gewicht oder Feder belastet sind, zu leiten.
Bei diesen Antrieben müssen die Schnüre oder Bänder offen in die Maschine eingezogen werden; die Enden können erst nach Umschlingung der Trom mel, der Spindelwirtel und der Spannrolle mittelst Knoten oder Übrlappung verbunden werden. Die Verbindungsstelle bildet stets eine Verdickung; infolge der grossen Lauf geschwindigkeit des Antriebsmittels - die Spindeln erhalten 8000 bis 10000 Umdre hungen pro Minute - werden starke Stösse auf die Spindeln ausgeübt.
Ältere Spinn- und Zwirnmaschinen ha ben fast immer Spindelantriebe mit zwei Trommeln ohne Spannrolle. Bei neuen Ma schinen kommen zumeist Spannrollenantriebe. die sich als überlegen erwiesen haben. zur Anwendung. Es besteht deshalb das Be dürfnis, die in grosser Zahl vorhandenen Ma schinen der älteren Bauart auf Spannrollen antrieb abzuändern. Die bekannten Antriebs vorrichtungen haben den Nachteil. class sie für nachträgliche Änderung vorhandener Spinn- und Zwirnmaschinen wenig geeignet sind.
Sie erfordern grössere Ummontagen, wie Entfer nung einer Trommel, ausserdem Einbau von verwickelten Spannrollenträgern. Diese bau lichen Abänderungen sind umständlich und kostspielig.
Der erfindungsgemässe Antrieb gestattet das Auflegen endlos geschlossener Antriebs mittel, die ausserhalb der Maschine betriebs- fertig bereit liegen. Es ist möglich, endlos gewebte Bänder ohne Verbindungsstelle oder auch Schnüre zu verwenden, bei denen die Verbindung der Enden keine oder nur ge ringe Verdickung verursachen. Der erfin dungsgemässe Antrieb gestattet den Umbau, vorhandener Spinn- und Zwirnmaschinen auf Spannrollenantrieb in einfacher Art, ohne Änderung der Zahl und Lage der vor handenen Antriebstrommeln.
Die Zeichnung veranschaulicht drei Aus führungsbeispiele des Erfindungsgegenstan des bei Anwendung an einer Ringspinn maschine mittelst Schnurantrieb.
Fig. 1 zeigt den schematischen Querschnitt durch eine Ringspinnmaschine mit eingebau ter Spannrolle; Fig. 2 veranschaulicht die Seitenansicht der Spannrolle; Fig. 3 zeigt die Ansicht der Spannrolle von oben; Fig. 4 stellt den beispielsweise über vier Spindelwirtel geleiteten Schnurlauf dar, von oben gesehen; Fig. 5 veranschaulicht eine Variante des Antriebes nach Fig.1, bei welcher die Spann rolle in einem Hebel gelagert ist;
Fig. 6 zeigt den Spannrollenhebel gemäss Fig. 5, von oben gesehen, und Fig. 7 zeigt eine weitere Variante.
Die Wirtel der Spindeln s sind mit 1, 2, 3, 4, die beiden Antriebstrommeln mit a, b, die Spannrollen mit c bezeichnet.
Die endlose Schnur f läuft über die Wirtel 1, 2, 3, 4, dann über die Trommel b, die Spannrolle c, die Trommel a und zurück zum Wirtel 1.
Die Spannrolle c ist auf dem Bolzen der nur an einem Ende im Tragstück e (Fig. 1, 2, 3) befestigt ist, drehbar ge lagert.
Die Lagerung der Spindeln s ist bei sämtlichen Spinn- und Zwirnmaschinen der art beschaffen, dass das obere Spindelende frei bleibt. Da weiterhin die Lagerung der Spannrolle fliegend ausgebildet ist, wird das Auflegen einer endlos geschlossenen Schnur ermöglicht.
Die Stelle unterhalb der Trommeln, an der sich die Spannrolle befindet, ist für Ölung unzugänglich. Deshalb wird die Nabe der Rolle c mit einer Büchse aus selbst ölendem Material, wie ölgetränktes Holz oder dergleichen, versehen.
Bei der in Fig. 1, 2, 3 dargestellten Spannrolle ist das Tragstück e in der Füh rung h verschiebbar angebracht. Das Spann gewicht g ist an dem Tragstück e befestigt und wird derart bemessen, dass sich die an der Schnur f hängende Spannrolle im Gleich gewicht befindet, das heisst, dass die Achse der freihängenden Spannrolle wagrecht liegt. Dadurch wird die Führung h von seitlichen Drücken entlastet. Auf der Schiene i, die gleichzeitig als Auflage für das Tragstück e bei fehlender oder gerissener Schnur dient, sind sämtliche in die Maschine eingebauten Führungen h befestigt.
Beim Beispiel nach Fig. 5 und 6 wird der Spannrollbolzen <I>d</I> von dem Hebel<I>k.</I> der am Support in drehbar gelagert ist, ge tragen. Die Schnur f wird durch das Ge wicht des Hebels<I>7e</I> gespannt, die Schiene u dient als Anschlag, wenn das Band fehlt oder gerissen ist.
Beim Beispiel nach Fig. 7 sind zwei Spannrollen c für je -einen Schnurlauf f vorhanden und die Bolzen d dieser Rollen .in einem Joch o mit Gewicht g' gelagert.
Diese Anordnung hat den Vorteil, dass' der vom Antriebsmittel umspannte Umfangs teil der Trommeln a und b grösser ist als bei den Beispielen nach Fig. 1 und 5, wo durch eine zuverlässigere Mitnahme des An- triebsmittels durch die Antriebstrommeln er reicht wird.
Die beiden Antriebstrommeln<I>a</I> und<I>b</I> sind bei älteren Spinn- und Zwirnmaschinen stets vorhanden. Der Umbau derartiger Maschinen erfordert lediglich den Einbau von Spann rollen c mit ihren Tragteilen. Bei manchen Spinnmaschinen befinden sich die zum Aus gleich des Ringbankgewichtes dienenden Gegengewichte unterhalb der Trommeln in der Mitte der Maschine; sie würden an die Spannrollen anschlagen. In solchen Fällen müssen die Ausgleichsgewichte seitlich ver setzt werden. Diese Arbeit ist nicht erheb lich, weil diese Gewichte in geringer Stückzahl vorkommen.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich, müssen die Trommeln in gleichem Sinne gedreht wer den. Es ist ein Vorteil des vorliegenden An triebes, dass durch Änderung der Trommel drehrichtung der Drehsinn der Spindeln ge wechselt werden kann, ohne dass eine Um stellung der Spannrollen erfolgen müsste. Bei den bekannten Spindelantrieben mit zwei Trommeln verlangt die Änderung der Spindel drehrichtung zeitraubendes Umlegen sämt licher Spindelschnüre. Es gibt auch soge nannte "umkehrbare Spindelantriebe", die Umstellen des Schnurlaufes nicht benötigen.
Bei diesen Antrieben werden die Schnüre bezw. Bänder über zwei Leitrollen geführt; sie sind deshalb verwickelter als der be schriebene Antrieb und zum Umbau vorhan dener Maschinen ungünstig, weil eine Ände rung der Trommellager und ein umständ licher Einbau der Leitrollen vorgenommen werden müsste.
PATENTANSPRUCH: Spannrollenantrieb für vertikale, in zwei gegenüberliegenden Reihen angeordnete Spin deln mittelst zweier horizontaler Trommeln, dadurch gekennzeichnet, dass das Antriebs mittel von einer Spindel über die eine Trom mel, dann über mindestens eine unterhalb der Trommeln angeordnete Spannrolle, sodann über die zweite Trommel, weiter zur en'#. gegengesetzten Spindel und schliesslich zur ersten Spindel zurückgeführt wird.