CH158812A - Verfahren zur Herstellung fester, haltbarer Milch- und Rahmpräparate. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung fester, haltbarer Milch- und Rahmpräparate.Info
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Description
Terfahren zur Herstellung fester, haltbarer Milch- und Rahngpräparate. Die Erfindung bezieht sich auf die Her stellung fester, haltbarer Milchprodukte durch Eindampfen von Milch oder Rahm bis zur Bildung einer formbaren Masse und Überführung der letzteren in Blöcke und dergleichen.
Es ist bereits bekannt, derartige, unter dem Namen "Blockmilch" bekannt gewordene Produkte so herzustellen, dass Frischmilch oder Rahm in pasteurisiertem Zustand unter Zugabe von Zucker in Vakuumapparaten mit Rührwerk unter ständiger Durchmischung bis zur Bildung formbarer Massen ein gedampft und das so erhaltene Produkt in Formen gepresst wird.
Hierbei wurde die dem Eindampfprozess vorangehende Pasteurisie- rung bei etwa<B>70'C</B> vorgenommen; der Ein dampfprozess wurde bei 50 C nicht über steigenden Temperaturen durchgeführt und die Entwässerung so weit getrieben, dass das entwässerte Produkt im allgemeinen nicht mehr als 10%, zweckmässig aber weniger Wasser enthielt (vergl. österreichische Pa tentschrift Nr. 118-620).
Nach vorliegender Erfindung wird Milch bezw. im Fettgehalt angereicherte Milch durch Erwärmen einem Pasteurisierungsver- fahren unterworfen und in Gegenwart von in der Milch gelöstem Zucker im Vakuum zweistufig entwässert, derart, dass die Haupt menge des Wassers in grossen Vakuumappa raten unter Verzicht auf Umrühren bei ober halb<B>50'C</B> liegenden Temperaturen, welche aber 65 C nicht überschreiten, entfernt wird, während "die weitere Entwässerung in klei- iieren Vakuumapparaten mit Rührwerk un ier Anwendung niedrigerer Temperaturen, welche<B>50'C</B> nicht überschreiten, bis zu Wassergehalten zwischen 15 und 7 % durch geführt wird,
wobei das entwässerte Produkt in Formkörper übergeführt wird.
Durch diese Unterteilung des Einda.mpf- prozesses in zwei Stufen ist man in der Lage, ,die Hauptmenge des Wassers in gewöhn- ]Liehen grossen Vakuumapparaten, wie solche zur Herstellung von Kondensmilch benutzt werden, bei verhältnismässig hohen Tempe raturen, zum Beispiel 63 C, also sehr rasch, unter erheblicher Ersparnis an Kraft durch Fortfall des Rührwerkes zu entfernen, zum Beispiel derart, dass die Masse in .der ersten Verfahrensstufe bis auf Wassergehalte von zum Beispiel 21 bis<B>25%</B> entwässert wird.
Für die Weiterentwässerung in der zwei ten Stufe, welche bei erheblich niedrigeren Temperaturen, zum Beispiel solchen von etwa 40 bis 45 C, also unter weitestgehender Schonung des wasserarmen und infolgedessen gegen Hitze ausserordentlich empfindlichen Materials, vorgenommen werden kann, wer den mit Vorteil kleine Vakuumapparate mit starken Rührwerken verwendet, die zweck mässig so ausgebildet sind, dass ein Ansetzen der eingedickten Milch an den Wandungen des Apparates verhindert wird, zum Bei spiel derart, dass die Endflächen der Rühr- organe als Schaber wirken.
Es ist zwar bereits mehrfach vorgeschla gen worden, Milch durch mehrstufige Ver fahren in feste Produkte überzuführen. Nach einem bekannten Vorschlag soll zum Beispiel derart verfahren werden, dass urgezuckerte Milch im Vakuumapparat bis zu einer ge wissen Wasserkonzentration eingedampft, hierauf aus dem Vakuum entfernt und ausser halb des Vakuums weitergetrocknet wird. Hiervon unterscheidet sich das vorliegende Verfahren dadurch, dass gezuckerte Milch bis zu dem für die Blockmilch erforderlichen Grad im Vakuum selbst entwässert wird.
Nach einem andern bekannten Verfahren wird Milch bei 60 bis 70 C in Vakuum gefässen unter Rühren eingedampft, bis die selbe eine sirupartige Konsistenz angenom men hat. Hierauf wird fester weisser Zucker periodisch oder kontinuierlich eingetragen. Die Zuckerkristalle oder Körner saugen sich mit Milch voll, bevor der Zucker sich lösen kann. Bei weiterer Eindampfung, welche nunmehr bei Temperaturen von 50 bis 55 C durchgeführt wird, entsteht ein körniges Pro dukt. Beim Eindampfen von urgezuckerter Milch geht diese bereits bei noch relativ, hohen Wassergehalten (zum Beispiel 20 bis <B>25%)</B> in feste Form über, wodurch ,die wei tere Entwässerung ausserordentlich erschwert wird.
Dagegen gestattet die Anwesenheit des in der Milch gelösten Zuckers, den Entwässe- rungsprozess im Vakuum durchzuführen, ohne dass Störungen, wie Klumpenbildung, Ver- krustung, Steckenbleiben oder Abbrechen des Rührwerkes auftreten. Durch die innige Ver mischung von Milch und Zucker, wie sie bei vorliegendem Verfahren stattfindet, erhält inan ein plastisches Produkt, in dem der Zucker auch nachträglich nicht mehr aus kristallisiert, was für die Haltbarkeit und gewisse Anwendungszwecke, zum Beispiel für die Herstellung von Milchschokolade und Milchkaramellen von Vorteil ist.
Es hat sich weiterhin als vorteilhaft er wiesen, Temperaturen, welche 65 über steigen, in allen Stadien des Herstellungs prozesses :der Blockmilch zu vermeiden, also auch den Pasteurisierprozess bei 65 C nicht übersteigende Temperaturen durchzuführen. Zweckmässig erfolgt die Pasteurisierung und das Eindampfen in der ersten Verfahrens stufe bei Temperaturen von etwa 63 C.
Um örtliche Überhitzungen zu vermeiden, emp fiehlt sich die Anwendung flüssiger Heiz- medien, zum Beispiel Wasser, .deren Tempe ratur etwas höher, zum Beispiel bei etwa <B>7,5</B> C, gehalten werden kann.
Es ist zwar bekannt, dass feuchtes Ei weiss zum Teil bereits bei 65 denaturiert wird. Trotzdem hat man aber in der Milch technik, zum Beispiel bei -der Herstellung von Trockenmilch, bisher vielfach erheblich höhere Temperaturen zur Anwendung ge bracht. Bei .der Herstellung von Kondens milch und Blockmilch durch Eindampfen im Vakuum hat man in der Technik bisher für die Beheizung der Vakuumapparate durch wegs Dampf oder gespannten Dampf ver wendet.
In Ausübung der Erfindung kann man zum Beispiel derart verfahren, dass man die Frischmilch nach an sich bekannten Metho den bei Temperaturen von etwa 63 C, zum Beispiel in Dünnschichtapparaten, pasteuri siert. Die pasteurisierte Milch wird zweck mässig sofort in noch warmem Zustand mit Zucker versetzt und der Ein.dampfung in den grossen Vakuumapparaten, zweckmässig eben falls bei Temperaturen von etwa 63 unter worfen. Der zweckmässig vorher sterilisierte Zucker kann fest oder auch in Form einer konzentrierten Lösung zugeführt werden.
Bei Verarbeitung warmer Milch, zum Beispiel solcher, welche mit 63 oder 62 aus dem Pasteuriseur kommt, empfiehlt es sich, die Zuckerlösung vor Zumischung ebenfalls auf etwa 63<B>'</B>einzustellen. Bei Verarbeitung kal ter Milch kann man diese durch Zugabe heisser Zuckerlösung anwärmen. Es empfiehlt sich aber auch hierbei, eine Zuckerlösung an zuwenden, deren Temperatur 65 nicht oder doch nicht sehr erheblich übersteigt. Die Zufügung einer kochenden Zuckerlösung kann., wie gefunden wurde, die Milch im Sinne des Unlöslichwerdens ungünstig beein flussen.
Nachdem die gezuckerte Milch in den grossen Vakuumapparaten von der Haupt menge des Wassers befreit ist, wird die zum Beispiel noch etwa 25% Wasser enthaltende Milch in :die kleinen, zweckmässig ebenfalls mit flüssigen Heizmedien beheizten Vakuum apparate mit Rührwerk übergeführt und dort bei Temperaturen unter 50<B>'C,</B> zum Beispiel solchen von etwa 40'C, weiter entwässert. Die Entwässerung wird derart durchgeführt, dass das fertige Produkt noch 7 bis 15 % Wasser enthält.
Eine Unterschreitung .des untern Grenzwertes wäre nur unter Inkauf nahme unerwünschter Veränderungen der Milch möglich; .eine erhebliche Überschrei tung des obern Grenzwertes würde eine Ver schlechterung der Haltbarkeit der Blockmilch bedingen. Man kann also, wie nunmehr ge funden wurde, haltbare Produkte erzeugen, deren Wassergehalt mehr als 10 % beträgt.
Der Gesamtprozess, wie Pasteurisieren, Hauptentwässerung in grossen Vakuumappa- raten und Weiterentwässerung in kleinen Vakuumapparaten mit Rührwerk wird zweckmässig in einem geschlossenen System vorgenommen, um Infektion der Milch zu vermeiden.
Nach Überführung der entwässerten, zweckmässig noch warmen Milch in Form körper, zum Beispiel Blöcke, können diese in bekannter Weise durch Aufbringen von Schutzschichten, zum Beispiel aus Kakao butter, der Vanillin zugesetzt ist, geschützt werden. Hierbei lässt man zweckmässig vor Aufbringen der Schutzschichten die Blöcke durch ihre ganze Masse hindurch erkalten.
Das Verfahren bietet den Vorteil, dass infolge der Zweiteilung die Hauptmenge des Wassers verhältnismässig rasch und ohne Kraftaufwand entfernt werden kann, wäh rend in der zweiten Stufe bei sehr niedrigen Temperaturen, also unter weitestgehender Schonung der Milch gearbeitet werden kann. Durch Vermeidung von oberhalb 65 C lie genden Temperaturen erhält man feste Milch produkte, welche sich durch praktisch voll kommene Löslichkeit auszeichnen und dabei ausgezeichnete Haltbarkeit besitzen. Hier- dürch ist man in der Lage, die Blockmilch auch Anwendungsgebieten zuzuführen. für welche sie bisher nicht oder weniger geeignet war.
Dies gilt insbesondere auch für solche Zwecke, bei denen es sich um schnelle und möglichst vollkommene Überführung der Milch- und Rahmpräparate, gegebenenfalls; zusammen mit andern Stoffen, in eine wäs serige oder sonstige Lösung handelt, was bei dem Produkt .des vorliegenden Verfahrens zum Beispiel durch einfaches Anrühren mit heissem Wasser erfolgen kann.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung fester, halt barer Milch- und Rahmpräparate, dadurch gekennzeichnet, dass Milch bezw. im Fett gehalt angereicherte Milch durch Erwärmen einem Pasteurisierungsverfahren unterworfen und in Gegenwart von in der Milch gelöstem Zucker in zwei Stufen entwässert wird, der art, dass die Hauptmenge des Wassers in grossen Vakuumapparaten unter Verzicht auf Umrühren bei oberhalb<B>50'</B> C liegenden, aber 65 C nicht überschreitenden Tempera turen entfernt wird und die weitere Ent wässerung in kleineren,mit Rührorganen ausgerüsteten Vakuumapparaten bei 50 C nicht übersteigenden Temperaturen bis zu Wassergehalten zwischen 15 und<B>7%</B> durch geführt wird und das entwässerte Produkt in Formkörper übergeführt wird. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Entwässerung in den grossen Vakuumapparaten bei Tempe raturen zwischen 60 und 63 C vorgenom men wird. 9. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass -die Entwässerung in den kleinen Vakuumapparaten unter Umrühren bei Temperaturen unterhalb 45 C vorgenom men wird. 3.Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 und 2, dadurch gekenn zeichnet, dass auch die Pasteurisierung bei 65 C nicht übersteigenden Temperaturen vorgenommen wird. =l. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 und 2, dadurch gekenn zeichnet, dass die Pa.steurisierung bei etwa. 63 C vorgenommen wird. 5. Verfahren naeh Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 4, dadurch gekenn zeichnet, dass der Zucker in Form heisser Lösungen, deren Temperatur 65 C nicht wesentlich übersteigt, zugefügt wird. 6.Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 5, dadurch gekenn zeichnet, dass der Gesamtprozess in einer geschlossenen Apparatur duroho geführt wird. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Formkörper durch Aufbringen von Schutzschichten geschützt werden. 3. Verfahren nach Patentanspruch und En teranspruch 7, dadurch gekennzeichnet. dass .die entwässerten Massen warm ze- formt, die Fremdkörper durch ihre ganze Hasse hindurch abkühlen gelassen werden und dann erst durch Aufbringen von Schutzschichten geschützt werden.
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