Honingmaschine. Der Gegenstand der Erfindung betrifft eine Honing-, das heisst Ziehschliffmaschine für die nicht serienmässige Neu- und Wieder bearbeitung von Zylinderinnenwandungen, mit Motor- oder Einscheibenantrieb und senk rechter Säulenrundführung des schwenkbaren Honingsupportes, an welchem ein Rohrsupport so angebracht ist, dass unter Verwendung der gleichen Säulenrundführung, Schwenkvor richtung und Höhenverstellung beide Sup porte abwechselnd in und ausser Arbeitsstel lung gebracht werden können, damit unter Verwendung ein und desselben Hauptan triebes und von einander getrennten Neben getrieben.
in jeder Höhen- und Winkelstel lung der Supporte, Innenzylinder in der glei chen Aufspannung und ohne Wegnahme der einzelnen Werkzeuge von ihren Spindeln, mit @erschiedenen zweckmässigsten Spindeldre hungen und Vorschüben gebohrt und fertig gehont werden können.
Die immer in grösserem Umfange verwen deten Verbrennungsmotore bedingen für Ein zelherstellung und besonders für die unter bestimmten Umständen erforderliche Wieder bearbeitung der abgenutzten Zylinderflächen ein grosses Netz von Reparaturwerkstätten in den Verwendungsgebieten, also abseits von den Herstellungsfabriken dieser Verbren nungsmotoren, damit Zeitverlust für Hin- und Rücktransport möglichst vermieden wird. Die zweckmässige Ausrüstung dieser Re paraturwerkstätten mit wirtschaftlich arbei tenden Maschinen für die Wiederbearbeitung der Zylinder ist heute ebenso wichtig wie die Ausrüstung der Herstellungsfabriken mit Hochleistungsmascihne, denn der in der Her stellungsfabrik nur einmal bearbeitete Zylin der mass im Betrieb laufend, also mehrmal 'wieder bearbeitet werden.
Die Bearbeitung und Wiederbearbeitung der Zylinder von Verbrennungsmotoren er folgt, sofern diese nicht mit einer umlaufen den Schleifscheibe geschliffen werden, in der Weise, da.ss sie zunächst möglichst genau aus gebohrt und nachher auf Toleranz aasgehont werden. Bekannterweise benutzt man für die Zy linder-Wiederbearbeitung, mangels der feh lenden Spezial-Wiederbearbeitungsmaschinen, getrennte, für die Serienfabrikation gebaute Hochleistungsmaschinen zum getrennten Aus bohren und Honen.
Diese Fabrikations maschinen sind für die Wiederbearbeitung abgenutzter Zylinder und für Einzelherstel lung von Zylindern unwirtschaftlich, da die Anschaffungskosten zu hoch sind, und die ständig erforderliche Umstellung auf die ein zelnen, beinahe für jeden Zylinderblock un terschiedlichen Masse viel zu umständlich und zeitraubend ist.
Vorbekannt ist auch, an Hochleistungs- Bohrmaschinen für die Wiederbearbeitung der Zylinder nach dem Bohren an Stelle des Bohrwerkzeuges ein Honingwerkzeug auf der Bohrspindel zu befestigten, aber auch diese Anordnung ist unwirtschaftlich, weil die Hochleistungsmaschinen im Anschaffungs preis zu teuer und ein Honingwerkzeug nur wirtschaftlich an einer für diesen Zweck ge bauten Spezial-Honingmaschine ausgenutzt werden kann, da hierfür eine wesentlich grö ssere Senkrechtverstellung und wesentlich an dere Vorschübe und Drehbewegungen wie für das Bohrwerkzeug erforderlich sind.
Weiter sind vorbekannt kombinierte Bohr- und Honingmaschinen, bei welchen ein Rohr und Honingsupport nebeneinander angeord net sind. Diese Maschinen stellen sich im Anschaffungspreis zu teuer, weil entweder der Bohr- und Honingsupport an einem Schlitten horizontal in Arbeitsstellung ver schoben werden muss, wodurch ein sehr brei ter schwerer Ständer erforderlich wird, oder aber der Aufspanntisch muss so gross ausge führt werden, dass der Zylinderblock sowohl unter die Bohrspindel, wie auch unter die Honingspindel verschoben werden kann.
Die verschiedenen bekannten Hilfsappa rate für die Wiederbearbeitung von abge nutzten Zylindern für Verbrennungsmotore haben sich infolge zu geringer Leistung und umständlicher Bedienung besonders als un wirtschaftlich und unzweckmässig erwiesen, da sich die erforderliche Genauigkeit wirt schaftlich nur auf einer vollwertigen Ma schine erzielen lässt.
Beider der Erfindung zu Grunde liegen den Honingmaschine werden die Nachteile der vorbekannten Maschinen und Hilfsappa rate vermieden. Durch den um eine senk rechte Säulenrundführung angeordneten Honingsupport und den an diesem befestigten Bohrsupport ergibt sich erfindungsgemäss eine vollwertige Doppelmaschine mit unab hängig arbeitenden Honing- und Bohrspin deln, auf welcher Einzelzylinder in der glei chen Aufspannung wirtschaftlicher und eben so genau bearbeitet werden können, wie auf getrennten Sondermaschinen oder mittelst vorbekannten Hilfsapparaten.
Infolge der Doppelbenutzung aller Teile bis auf den Honing- und Bohrsupport mit ihren Antrie ben, insbesondere bei zweckmässiger Ausfüh rungsform durch die einer einfachen Radial- Bohrmaschine entsprechende Ausbildung des Ständers und der Grundplatte, ergibt sich ein sehr günstiger Herstellungspreis der Maschine, deren bauliche Anordnung so ein fach ist, dass für die Bedienung keine be sonders ausgebildeten Facharbeiter benötigt werden.
Auf den beiliegenden Zeichnungen ist die Erfindung in verschiedenen Ausführungs beispielen dargestellt.
Fig. 1 zeigt die Ansicht der Honing- maschine mit dem dem Honingwerkzeug gegenüberliegenden rückwärts angebauten Bohrsupport; Fig. 2 zeigt den Grundriss der gleichen Maschine; Fig. 3 zeigt die Ansicht der Honing- maschine mit neben der Honingspindel ange bautem Bohrsupport; Fig. 4 zeigt den Grundriss der gleichen Maschine.
Der Deutlichkeit halber sind in Fig. 1 und 4 die Antriebe der Honing- und Bohrspindeln nicht eingetragen; Fig. 5 zeigt den senkrechten Schnitt durch eine Honingmaschine mit einem auf dem Bohrsupport befestigten Motor als Hauptan trieb; Fig. 6 zeigt eine Honingmaschine mit Einscheiben-Hauptantrieb; Fig. 7 zeigt den Grundriss einer Honing- maschine mit zwei Bohrspindeln in dem an gebauten Bohrsupport;
Fig. 8 zeigt die Ansicht einer Honing- maschine mit automatischer Höhen- und wag rechter Winkeleinstellung der Honing- und Bohrspindel; Fig. 9 zeigt die Ansicht einer Honing- maschine mit in der Anfangsstellung auf gleicher Höhe liegendem Honing- und Bohr werkzeug.
Auf einer runden Säule a wird ähnlich wie bei der Radialbohrmaschine ein um diese Säule schwenkbarer, in der Höhe mit vor bekannten Mitteln verstellbarer Honingsup- port b befestigt, der die Honingspindel c und das Honingwerkzeug d trägt. Am Gehäuse des Honingsupportes b ist ein Bohrsupport e, welcher die Bohrspindel f und das Bohrwerk zeug g trägt, in üblicher Weise befestigt. Die Anordnung des Bohrsupportes kann wie in Fig. 1, 2, 5, 6 und 7 dargestellt, rück wärts gegenüber der Honingspindel c oder aber, wie in Fig. 3 und 4 dargestellt, seitlich neben der Honingspindel c, oder auch in jeder andern Weise erfolgen.
Der Hauptantrieb erfolgt wie im Ausführungsbeispiel, Fig. 5, entweder mittelst eines auf .dem Bohrsupport e oder dem Honingsupport b befestigten Mo tor h, oder wie im Ausführungsbeispiel, Fig. 6, mittelst einer Riemenscheibe i und des Kegelradgetriebes k1-k8, oder eines andern vorbekannten Getriebes in der Weise, dass die gesonderten, von einander unabhängigen Ne benantriebe für die Honingspindel c und die Bohrspindel f in jeder Höhenlage und Win kelstellung ohne weiteres vom Hauptantrieb angetrieben werden können.
Die unterschiedlichen Vorschübe und Drehbewegungen für die Honingspindel c und die Bohrspindel f werden unabhängig voneinander von dem Hauptantrieb durch ge sonderte vorbekannte Riemen-, Zahnrad- und Kurbelgetriebe abgeleitet, und zwar nach Fig. 5, 6 und 7 für die Honingspindel c durch das Getriebe l1, l2, l3, l4, l5, für die Bohr spindeln durch das Getriebe ml, m2, m3, m4, m5.
Wie in Fig. 8 dargestellt, wird der Ho- ningsupport b mitsamt dem Bohrsupport e vermittelst der Kurvenscheibe p automatisch so in der Höhe verstellt, dass beim Ein schwenken in Arbeitsstellung das jeweilige Werkzeug ohne weiteres in die richtige Hö henlage zu stehen kommt. Durch die an die ser Kurvenscheibe angebrachten Anschläge q, q1 und die am Honingsupport angebrach ten Gegenschläge r, r1 kann die gewünschte Höhenlage und wagrechte Winkelstellung in vorbekannter Weise beliebig fixiert wer den.
In Fig. 9 ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, bei welchem am Sup port e eine relativ weit auskragende, nach unten greifende Bohrspindellagerung s an geordnet ist, damit Bohr- und Honingwerk- zeug in ihrer Anfangsstellung die gleiche Höhe aufweisen, um eine Höhenverstellung der Werkzeuge beim Schwenken in Arbeits stellung zu vermeiden. Der Bohrsupport e ist an einer senkrechten Führung u axial durch die Spindel v verstellbar, damit auch bei verschieden langen Honingwerkzeugen d je das Bohr- und das Honingwerkzeug in ihrer Anfangsstellung die gleiche Höhenlage zum Arbeitsstück aufweisen. Statt der aus kragenden Bohrspindellagerung kann durch entsprechende Formung des Bohrsupportes e ohne Auskragung der Bohrspindellagerung das Gleiche erzielt werden.
Um beide Spin deln auf die zu bearbeitenden Zylinderachsen in wagrechter Winkelstellung zu fixieren, kann eine vorbekannte, nicht gezeichnete Index-Vorrichtung angeordnet werden, wie auch zur automatischen Zentrierung eines Zylinders auf dem Aufspanntisch eine vor bekannte, nicht gezeichnete Zentriervorrich- tung verwendet werden kann.
Damit der Innenzylinder o mit zwei ver schiedenen Bohrwerkzeugen vorgeschruppt und geschlichtet werden kann, wird nach dem Ausführungsbeispiel Fig. 7 ein Bohrsupport e mit zwei Bohrspindeln f, f1 und zwei Bohr werkzeugen g, g1 angeordnet. In gleicher Weise kann die Erfindung auch angewendet werden für Maschinen mit zwei Honingspin- deln und einer oder zwei Bohrspindeln.
Die Bearbeitung des auf dem Aufspann tisch n in vorbekannter Weise aufgespannten und automatisch zentrierten Zylinders o er folgt in der Weise, dass die Bohrspindel f mittelst der vorbekannten Index-Vorrichtung genau über die Zylinderachse geschwenkt wird, hierauf wird der Bohrsupport e in der richtigen Höhenlage fixiert und der Zy linder o auf Toleranz gebohrt. Alsdann wird der Honingsupport h mittelst Index-Vorrich tung über die Zylinderachse geschwenkt und in der richtigen Höhenlage fixiert und der Zylinder o ohne jede Verschiebung in der gleichen Aufspannung und Zentrierung auf Toleranz gehont.