CH159655A - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung künstlicher Wursthüllen. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung künstlicher Wursthüllen.

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CH159655A
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Co Becker Schultze
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  Verfahren und     Vorriehtung    zur Herstellung künstlicher     Wursthüllen.            Die    Erfindung betrifft ein Verfahren und  eine zur Ausübung dieses Verfahrens     die-          nende        Vorrichtung    zur Herstellung künst  licher Wursthüllen.  



  Es sind zahlreiche Verfahren bekannt ge  worden, nach denen man versucht hat, künst  liche Wursthüllen herzustellen. Die Aus  gangsstoffe für die bekannten Verfahren  waren entweder tierischer oder pflanzlicher  Natur.  



  Beim Verfahren gemäss vorliegender Er  findung werden als Ausgangsstoffe im  Gegensatz zu bekannten Verfahren nicht  flüssige oder breiartige Massen tierischen  oder pflanzlichen Ursprunges genommen.  sondern eine Masse, deren     Zustand    als knet  bar zu bezeichnen ist. Das Verfahren nach  der Erfindung besteht darin, dass die tie  rischen oder pflanzlichen Stoffe zunächst zu  dieser knetbaren Masse verarbeitet werden       und    dass sie dann durch eine     Ringdüse    unter  Zuhilfenahme von innerhalb der letzteren       austretender    Druckluft in fortlaufendem Be-    trieb ausgepresst werden. Man kann zum.

    Beispiel Haut- oder Fleischteile, nachdem  man sie vorher gewaschen hat, einem be  liebigen chemischen     Aufschlussprozess    unter  werfen, der die Teile zum Quellen bringt. In  diesem Zustand werden dann die Haut-     bezw.     Fleischteile (oder die pflanzlichen Ausgangs  stoffe) zermahlen     bezw.    zerfasert. Aus den  gequollenen und zermahlenen     bezw.    zer  faserten Stoffen lässt sich durch Kneten  ohne Zusatz von Wasser eine plastische  Masse hoher Konsistenz und Zähigkeit her  stellen.

   Beim Auspressen dieser knetbaren  Masse aus der Ringdüse werden die Masse  teilchen zweckmässig in verschiedenen Rich  tungen kreuzweise übereinander gelagert,  was von grossem Vorteil für die Widerstands  fähigkeit der fertigen Wursthülle gegen  mechanische     Beanspruchung    ist.  



  In der Zeichnung ist eine zur Ausfüh  rung des     Verfahrens    nach der Erfindung  geeignete     Vorrichtung    schematisch dar  gestellt.           Pig.    1 zeigt die     Vorrichtung    im Längs  schnitt;       Fig.2    zeigt eine Vorderansicht auf die       Vorrichtung.     



  In einem zylindrischen Gehäuse 1 ist ein       längsdurchbohrter    gern 2 gelagert, der sich  um seine Längsachse drehen kann. Der vor  dere Teil     ä    dieses Kernes besitzt geringeren  Aussendurchmesser als der hintere Teil, so  dass zwischen diesem     vordern    Teil und dem  Gehäuse 1 ein     ringförmiger    Zwischenraum  4 vorhanden ist. Innerhalb des sich drehen  den     Kernes    2, 3 ist ein feststehender gern .5       gelagert,    dessen vorderer Teil 6 über den  vordern Teil 3 des Kernes 2 hinausragt.

   Der       Aussendurchmesser    des vordern Teils 6 des  Kernes 5 ist so bemessen, dass     zwischen    ihm  und dem Gehäuse 1 ebenfalls ein Ringraum  7 entsteht, der die Fortsetzung des Ring  raumes 4     bezw.    der     Ringdüse        bildet.    Mit  8 ist eine den gern 2, $ im Gehäuse 1 hal  tende     Überwurfmutter    und     mit    9 ein den  Kern 5 gegen Längsverschiebung im Kern  2, 3 sichernder Stellring angedeutet.

   Der       innere    feststehende     Kern    5, 6 hat eine Längs  bohrung 10, durch die in     Richtung    der Pfeile  Druckluft     hindurchgeblasen        werden    kann.  



       In.    den Ringraum 4, das heisst in den am       tonlaufenden    Teil des     Aussenkernes    befind  lichen Hohlraum wird die zur Bildung von  künstlichen Wursthüllen     verwendete,        pla-          stische    Masse durch Röhrchen 11, 12, 13     und     14 eingeführt, die, wie     Fig.    2     erkennen        lässt,

            tangential    an den Ringraum 4 angeschlossen       sind.    Die aus diesen Röhrchen in     Richümg     der     Pfeile    austretende Masse     wird    im     Sinne     der Umdrehung des     Aussenkernes    2, 3 dem       Ringraum    4 zugeführt, durch diese Um  drehung sofort mitgenommen und in dem  Ringraum 4 auf dessen Umfang gleichmässig       Z=erteilt.     



  Die plastische Masse wird den Röhrchen  11, 12, 13, 14 durch einen gemeinsamen oder  zweckmässig durch je einen     Presszylinder    zu  geführt. Es hat sich als vorteilhaft     erwiesen,     dass der hintere Teil der Ringdüse, das heisst  der vordere Teil 3 des     Aussenkernes    2, um  läuft, und zwar in     Richtung    der aus den    Röhrchen austretenden     Massestrahlen,    wäh  rend der vordere Teil der Ringdüse, das     heisst     der dieselbe auf der     innern    Seite     begrenzende     vordere Teil 6 des Innenkernes, stillsteht.       Hierdurch    wird folgendes erreicht.  



  Während des Durchganges der plasti  schen Masse durch die dünnen Röhrchen  werden die     Masseteilchen        bezw.    Fasern sämt  lich in axialer Richtung gelagert. Durch die       tangentiale    Einführung in den Ringdüsen  raum 4     werden    sie in bezog auf die Längs  richtung des entstehenden Darmes quer ge  lagert. Hierdurch entsteht eine     Schlauch-          hiille,    die schon in nicht getrocknetem Zu  stand eine erstaunliche Festigkeit (quer zur  Längsrichtung) aufweist.

   Dies ist     umsomehr     erforderlich, als jeder     zylindrische    Körper  mit innerem Überdruck (quer zur Längs  richtung) eine doppelt so grosse     Beauspru-          ehung    auszuhalten hat wie in Richtung der  Achse.  



  Die     Zuführung    der plastischen Masse  durch dünne Röhrchen verhindert ferner jede  Wirbelbildung innerhalb der Masse. Wäre  dies nicht der Fall, dann     würden    die auf  tretenden Wirbel sich als Unregelmässig  keiten in der Stärke der     Schlauchwandung     und     in    Abweichung von der geraden zylin  drischen Form, als unregelmässige Lagerung  der     Masseteilchen        bezw.    Fasern auswirken,

         wodurch    die Haltbarkeit der -Hülle stark  herabgesetzt     würde.    Die     Zuführung    der  Masse zur Ringdüse durch mehrere enge  Röhrchen ermöglicht ferner die     Anwendung     zweier oder mehrerer     Presszylinder,    von  denen stets mindestens der eine arbeiten  kann, so dass das fortlaufende Arbeiten ge  sichert ist.  



  Der umlaufende Kernteil 3 bewirkt die       Erhaltung    der     tangentialen    Lagerung der  Fasern     bezw.        Masseteilchen.    Ferner tritt ein  vollkommener Druckausgleich     innerhalb    der  Ringdüse ein,

   so dass die Schlauchhülle völ  lig gerade aus der Düse     heraustritt.    Weiter  werden durch die Drehung des Kernes und  das Stillstehen der     äussern        Gehäusewandung     die     Masseteilchen        gut    durcheinander ge  knetet     bezw.        gewalzt.         Tritt nun beim Vorwärtsgang durch die  Ringdüse die schon schlauchartig verteilte  und zusammenhängende Masse in den     vor-          dern        R.ingdüsenraum    7, dann wird in die  sem, da.

   hier nicht nur die äussere Gehäuse  wandung, sondern auch der Kernteil wieder  feststeht, eine Umlagerung der     Nasseteilchen          bezw.    Fasern an der Innenfläche der       Schlauchhülle    in dem Sinne bewirkt, dass       die        Fasern    an dieser Fläche aus der     tangen-          tialen        Richtung    in die axiale Richtung ge  richtet werden.

   Ferner wird eine drehende       Fortbewegung    des austretenden Darmes  durch diesen stillstehenden     Ringdüsenraum          verhindert.    Infolge dieser Umlagerung der  Fasern an der Innen- und Aussenfläche der  Schlauchhülle     tritt;    eine     'bereinanderlage-          rung    der Fasern ein, die     man    als     kreuz-          weise    bezeichnen kann.

   Die Festigkeit der  Schlauchhülle in axialer     Richtung        wird    da  durch bedeutend erhöht, so dass die Hülle  nunmehr dem Zerreissen nach jeder Richtung  den     rrössten    Widerstand entgegensetzt. Man  kann also, weil ein     Höchstwert    an Festig  keit aus der Masse herausgeholt wird, Hüllen  von ausserordentlich feiner Wandung her  stellen. Die so hergestellten Hüllen sind  selbst in noch nicht getrocknetem Zustand  in der Lage, einen genau einzuhaltenden,  nicht unbeträchtlichen innern Luftdruck       :2uszuhalten.    Man kann sie daher sofort  einer fortlaufenden Trocknung unterziehen.

    Da, der Wassergehalt der plastischen Masse,  wie erwähnt, sehr gering ist, nimmt der       Trocknungsvorgang    der fertigen Schlauch  hüllen nur kurze Zeit in Anspruch.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung künstlicher Wursthüllen aus tierischen oder pflanzlichen \toffen, dadurch gekennzeichnet, da.ss die tierischen oder pflanzlichen Stoffe zu einer knetbaren Masse verarbeitet werden, die durch eine Ringdüse unter Zuhilfenahme innerhalb der letzteren austretender Druck luft in fortlaufendem Betrieb ausgepresst wird. UNTERANSPRUCH 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass beim Aus pressen aus der Ringdüse die Masseteil- chen in verschiedenen Richtungen kreuz weise übereinander gelagert werden.
    PATENTANSPRUCH II Vorrichtung zur Ausführung des Ver fahrens gemäss Patentanspruch I, gekenn zeichnet durch einen sich in einem rohr- förmigen Gehäuse drehenden zylindrischen gern, dessen vorderer Teil einen Abstand von der Gehäuseinnenwand besitzt, so dass zwischen Gehäuseinnenwand und zylindri schem Kern ein Ringraum gebildet wird, und dass in dem gern ein stillstehender Innen kern angeordnet ist,
    dessen vorderer Teil in achsialer Richtung über den Aussenkern hin ausragt und einen die Fortsetzung des Ring raumes bildenden ringförmigen Hohlraum zwischen sich und der Gehäusewand frei lässt, ferner gekennzeichnet durch Röhrchen, die in den Ringraum zwischen dem um laufenden Teil des Aussenkernes und dem Gehäuse zwecks Einführung der plastischen Masse in diesen Ringraum münden. <B>UNTERANSPRUCH:</B> 2. Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die Röhrchen tangential in den Ringraum münden.
CH159655D 1930-08-07 1931-07-30 Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung künstlicher Wursthüllen. CH159655A (de)

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