Einrichtung zum Löschen des Lichtbogens in Netalldampfventilen durch von Fankenstreeken parallel zum Lichtbogen geschaltete Kondensatoren. Für das Löschen des Lichtbogens. in Metalldampfventilen sind Einrichtungen be kannt, bei welchen zum raschen Einschalten von Kondensatoren, mit oder ohne Vorspan- nung, parallel zum Lichtbogen Funken strecken dienen. Die Zündung der Funken strecken erfolgt dabei durch einen Zündtrans- formator, dessen sekundäre Zündwi:eklung im Entladekreis des Kondensators liegt, und zwar in Reihe mit der Funkenstrecke.
Für die Wirksamkeit einer solchen Einrichtung ist es wichtig, dass der L4ntladestrom des Kon- densators einen möglichst grossen Scheitel wert erreicht. Aus diesem Grunde muss der Entladekreis des Kondensators möglichst geringen Widerstand und verschwindend kleine Induktivität besitzen.
Da sich nun bei den beschriebenen Einrichtungen die Zünd- wicklung des Zündtransformators für die Funkenstrecke im Entladekreis des Konden- sators befindet, muss dieselbe durch eine be sondere Vorrichtung im Moment des Zündens der Funkenstrecke überbrückt werden. Diese Überbrückung der Zündwicklung kann durch eine dritte Elektrode erzielt werden, welche in den Bereich des Funkens der Funken strecke angebracht ist.
Der durch die Zünd- wicklung gezündete Lichtbogen wird dann durch elektromagnetische Blasung mit dieser dritten Elektrode in Berührung gebracht. Die Erfahrung hat nun aber gezeigt, dass, zum Verschieben eines Lichtbogens durch elektro magnetische Blasung bedeutend mehr Zeit be ansprucht wird als zum Zünden einer Fun kenstrecke. Dieser Nachteil wird sich beson ders stark bemerkbar machen, wenn ein Me talldampfventil mit. Kondensator als Über stromschutz für Hochspannungsgleichstrom- anlagen verwendet wird.
Da. infolge der hohen Spannung die Elektroden der Funken strecke weit voneinander entfernt werden müssen, wird für das Verschieben des Licht bogens an die dritte Elelztrode eine grössere Zeit benötigt. Jeder Zeitverlust bedeutet aber ein weiteres Anwachsen des Kurz schlussstromes. Die Vergrösserung der Blas geschwindigkeit durch Verstärken des Blas feldes kann nicht zu weit getrieben werden, da sonst die Gefahr besteht, dass der Licht bogen erlöscht, bevor er die dritte Elektrode erreicht hat.
Die Erfindung betrifft nun eine Einrich tung zum Löschen des Lichtbogens in Metall dampfventilen durch von Funkenstrecken parallel zum Lichtbogen geschaltete Konden satoren, wobei in den Entladekreis der Kon densatoren mindestens zwei Funkenstrecken in Reihe geschaltet sind, und die eine der Funkenstrecken durch eine ausserhalb des Entladestromkreises liegende Zündwicklung eines Zündtransformators zum Zünden ge bracht wird,
bei der erfindungsgemä3 die metallische Verbindung zwischen mindestens zwei Funkenstrecken über die Zündwicklung des Zündtransformators mit dem positiven oder .dem negativen Leiter des zu schützen den Gleichstromnetzes verbunden ist.
Die Einrichtung gemäss, der Erfindung hat den bekannten Einrichtungen gegenüber, wobei zur Löschung des Lichtbogens in Me- talldampfventilen die Zündwicklung des Zündtransformators im Momentdes Zündens überbrückt wird, den Vorteil, dass, die Über brückung dieser Zündwicklung und die Ent ladung des Kondensators fast gleichzeitig er folgen, mindestens aber in einer solchen zeit lichen Aufeinanderfolge, dass der Löschvor gang rascher vor sich geht als bei den be kannten Einrichtungen.
Bei der Einrichtung gemäss der Erfindung wird also für die völ lige Schliessung .des Entladestromkreises für den Kondensator weniger Zeit beansprucht, der Kurzschlussstrom wird daher kleinere Maximalwerte erreichen und früher gelöscht werden, als bei .den bekannten Einrichtungen.
In :der Zeichnung sind in Abb. 1 und 2 Ausführungsbeispiele der Erfindung dar gestellt. In Abb. 1 sind die beiden Gleich stromleitungen einer Hochspannungs-Gleich- stromanlage mit 1 und 2 bezeichnet. 3 ist das als Überstromschutz dienende Ventil, zu wel- chem der Kondensator 5 über die Funken strecken 6 und 12 parallel beschaltet wird. Der Zündtransformator 4 besitzt drei Wick lungen.
Die Primärwicklung 4a ist vom Hauptstrom durchflossen, 4u ist die Zusatz erregerwicklung, durch welche der Transfor mator zusätzlich im Gegensinne zur Wick lung 4a magnetisiert wird, um ein Anspre chen .der Funkenstrecken bei Belastungs stössen innerhalb des Normalstrombereiches zu verhindern. Die Zündwicklung für die Funkenstrecke ist mit 4c bezeichnet. Das Leiterstück zwischen den beiden Funken strecken 12 und 6i und damit je eine Elek trode derselben ist über den Widerstand 13 und die Zündwicklung 4c mit dem Minus leiter des Netzes verbunden.
Bei Normal betrieb herrscht an den Hörnern der Funken strecke 12 die volle Betriebsspannung des Gleichstromnetzes, an der Funkenstrecke 6 dagegen ist keine Spannung vorhanden, weil ihre andere Elektrode ebenfalls über den Widerstand 16 mit der negativen Leitung in Verbindung steht. Beim Auftreten eines Überstromes. wird durch die in :der Wicklung 4c induzierte Spannung das Potential des Leiterstückes zwischen den Funkenstrecken 12 und 6 unter das Potential der Minusleitung des Netzes abgesenkt, wodurch :der Über schlag an der Funkenstrecke 12 eingeleitet wird.
Durch den hierbei entstehenden Licht bogen an der Funkenstrecke 12 wird die eine Elektrode :der Funkenstrecke 6 mit dem Plusleiter des Netzes verbunden, so dass nun mehr auch die Funkenstrecke 6 anspricht und der Kondensator 5 parallel zum Ventil 3 ge legt ist. Um den Lichtbogen an der Funken strecke 12 auszulöschen, welcher nach erfolg ter Entladung des Kondensators 5 durch den Reststrom von der Plusleitung über Funken strecke 12, Widerstand 13, Wicklung 4c nach der Minusleitung eventuell erhalten bleiben kann, wird die Funkenstreeke 12 mit Hör nern und einer Blasspule 11 versehen.
Um auch bei hohen Spannungen das Löschen der Hörner zu sichern, wird in deren Bereich eine Hilfselektrode 14 angebracht, welche über einen Kondensator 15 mit dem einen Horn in Verbindung steht. Sobald der aufsteigende Lichtbogen die Elektrode 14 berührt, wird er zum Teil durch den Kondensator 15 kurz geschlossen, wodurch dieser Teil des Licht bogens erlischt. Zwischen der Elektrode 14 und dem andern Horn bleibt der Liehtbogen nur so lange bestehen, bis der Kondensator 15 aufgeladen ist.
Die Blasspule 11 dient zu gleich auch als Drosselspule und verhindert, dass im Kurzschlussfall ein zu grosser Aus gleichstrom in der Wicklung 4b fliessen kann, wodurch die zum Zünden der Funkenstrecke nötige Spannung vernichtet würde.
Die. Zündwicklung 4e- kann anstatt mit der Minusleitung auch mit der Plusleitung des Netzes verbunden werden (Abb. 2). In diesem Falle herrscht bei Normalbetrieb an der Funkenstrecke 1? die Potentialdifferenz Null, an der Funkenstrecke 6 aber die volle Betriebsspannung. Beim Ansprechen des Überstromschutzes wird infolgedessen die Funkenstrecke 6 vor 12 gezündet.
In der Abb. 2 ist ein Beispiel dargestellt, in welchem die Zündwicklung 4e zugleich auch als Erregerwicklung für die zusätzliche Ma.gnetisierung des Zündtransformators ver wendet wird. In diesem Beispiel ist ferner die Zündwicklung 40 mit der Plusleitung des Netzes verbunden, dementsprechend spricht die Funkenstrecke 6 zuerst an und ist darum mit Hörnern und Blasspule versehen. Im übrigen ist die Arbeitsweise dieser Anord nung dieselbe wie in Abb. 1.