Kunstholzplatte und Verfahren züi ihrer Herstellung. Die vorliegende Erfindung hat, eine Kunstholzplatte und ein Verfahren zu ihrer Herstellung zum Gegenstand.
Es sind bereits Kunstholzplatten bekannt, die aus einer von Holzfurnieren abgedeckten Mittelschicht aus Holzmehl und Sägespänen bestehen. Diese Platten wurden bisher in der Weise hergestellt, dass zunächst die die Mit telschicht bildende Kunstholzschiaht aus Sägespä.nen oder aus Sägespänen und Holz mehl fertig gepresst wurde, worauf dann die Furniere unter Zwisehenlegung einer Binde mittelschicht mit der Kunstholzschicht unter Druek verbunden wurden.
Nach einem an dern bekannten Verfahren können derartio-e Kunstholzplatten auch in der Weise herge stellt werden, dass die die Mittelschicht bil dende, aus KU-espänen, Holzmehl und einem Bindemittel bestehende, noch plastische Masse und die Deckfurniere in einem Arbeitsgang zu einer Platte in der verlangten Dicke ge- presst werden.
Es hat sich nun als vorteilhaft erwiesen, den zu verarbeitenden Sägespänen, denen ge gebenenfalls aueli Holzmehl beigemischt, sein kann, einen grösseren Prozentsatz Holzstoff oder Holzseliliff, wie er bei der Herstellung von Zellstoff in Holzschleifereien anfällt, zu zusetzen. Die Menge dieses Holzschliffes ka,nn <B>je</B> nach dem herzustellenden Fürmkör- per etwa 20 bis<B>M%</B> oder gegebenenfalls auch mehr betragen.
Der Holzschliff kann ,dabei in der Form benutzt werden, wie er in den I-Iolzsc#hleifereien anfällt, oder er kann gegebenenfalls vor seiner Verwendung auch noch einer chemischen Behandlung unter worfen und beispielsweise mit Salzsäure oder einer Lauge behandelt werden, wodurch die inkrustierenden Bestandteile herausgelöst werden und der Holzschliff aufgelockert wird.
Infolge des Zusatzes von Hülzschliff wird, da derselbe langfaserig ist, bei der Durchtränkung der hergestellten Kunstholz- platte mit einem Bindemittel, beispieleweise Tisehlerleim, eine sehr innige Bindung in der n Kunstholzschicht erreicht, so dass die erhal tenen Kunstholzplatten sehr bruchfest sind, im Gegensatz zu den bisher bekannten Kunst- holzplatten, bei welchen die Struktur infolge der alleinigen Verwendung von Sägespänen und Holzmehl körnig und bröcklig ist.
Die aus den Sägespänen, Holzmehl und dem Holz schliff hergestellten Platten können dann, um ihnen einen gut aussehenden Abschluss zu geben, in der üblichen Weise unter Verwendung einer Bindemittelschielit, wie Tischlerleim, durch Furnierplatten abgedeckt werden. Die Platten können aber auch ohne Furniere Verwendung finden, wenn sie bei spielsweise lediglieli als Uolielmittel benutzt werden sollen.
<B>.</B> Es hat sich ferner als vorteilhaft er wiesen, die Platten aus einzelnen Schichten aufzubauen. Diese einzelnen Schichten wer den mit einem Bindemittel durchtränkt und dann miteinander durch Druck verbunden. Auf diese Weise wird erreicht, dass die zu sammengesetzten Platten durchgängig eine innige Verbindung der einzelnen Teilchen, aus denen sie hergestellt- sind, aufweisen.
Weiter hat sich als vorteilhaft erwiesen, die Kunstholzplatten gegebenenfalls a.üch durch eine Einlage aus irgendeinem Metall, wie Stahl, Rotguss oder -dergleichen zu armie ren, wodurch sie widerstandsfähiger werden und ein Verziehen oder Werfen der Platten so gut wie ausgeschlossen ist, was bei den bis her bekannten Kunstholzplatten bei einsei tiger Befeuchtung oder Erhitzung oder bei einseitiger Belegung mit einer stärkeren Furnierholzplatte ständig beobachtet werden konnte.
Auf diese Weise können orössere Platten, beispielsweise für Türen, hergestellt werden, welche die erforderliche Standfestig keit aufweisen und sich unter dem Einfluss von Wäxme oder Feuchtigkeit nicht ver ziehen. Statt die genannte Armierung in der Kunstholzplatte anzuordnen, kann die Platte auch verstärkt werden, indem sie durch eine Metallplatte abgedeckt wird. Die Verwendung der genannten Armierung hat auch den weiteren Vorteil, dass nicht nur ebene Platten, sondern auch Winkel, Ecken und alle möglichen andern Formkörper her gestellt werden können.
Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung näher beschrieben.
Fig. <B>1</B> zeigt im Schnitt eine aus einzelnen Schichten aufgebaute Kunstholzplatte gemäss der Erfindung; Fig. 2 zeigt in Draufsicht eine furnierte Kunstholzplatte mit einer Einlage gemäss der Erfindung; Fig. <B>3</B> zeigt die Platte nach der Fig. 2- im Schnitt nach der Linie a-a; Fig. 4 zeigt eine Einlage in Ansicht; Fig. <B>5</B> zeigt einem andere, Einlage;
Fig. <B>6</B> zeigt im Schnitt einen Winkel aus einer furnierten Kunstholzplatte unter Mit- verwendung einer im Winkel gebogenen Ein lage gemäss der Erfindung.
Zur Herstellung einer KunstholzplaIte wird das zu verarbeitende Holz- und Säge- Mehl, wie es anfällt, mit etwa 20 bis '35/wo langfaseiigem Holzschliff gemischt und mit Wasser aufgeschlemmt, worauf dann die Masse in einem Rührwerk guttdurchgearbei- tet wird.
Die auf diese Weise hergestellte plastische Masse wird dann auf einer Platte ausgebreitet und durch Auspressen entwä-s- sert; gegebenenfalls können für diesen Zweck auch Entwässerungsmaschinen benutzt wer den, wie sie in Holzstoffabriken Anwendung finden.
Die so vorgetrocknete Kunstholz- platte hat die Dicke von etwa 4 bis<B>6</B> -mTn; auf jeden Fall muss die Dicke der Rohplatte so, gehalten werden, dass sie, wie später ange geben wird, durchgängig mit einem Binde mittel, wieTisühlerleim oderKaltleim, durch tränkt worden kann.
Die, wie verstehend an gegeben, durch Pressen vorgetrochnete Platte wird dann an der Luft oder durch An-,ven- ,dun#g von Wärme vollkommen getrocknet und dann durch Auftragen eines Bindemit tel.-, wie Leim oder dergleichen, durchgängig durclitränkt, so dass eine, innige Verbindung und Verklebung der einzelnen Holzteilchen erreicht wird. Infolge der Mitverwendung von Hülzschliff weisen die, wie vorstehend angegeben, hergestellten Platten eine hohe Bruehfestigkeit auf.
Von den so hergestell ten Platten werden dann mehrere miteinander unter Verwendung eines Bindemittels als Zwischenschicht durch Druek verbunden, so dass <B>je</B> nach dem Ver-,vendungszweck eine Platte voll<B>15</B> bis<B>25</B> mm Dicke erzielt wird. Eine derartige Platte ist in der Fig. <B>1</B> dar gestellt, und zwar besteht diese aus den drei D Schichten a.<B>b</B> und C, die jede für sieh mit einem Bindemittel durchgängig durchtränkt tind dann miteinander durch Druck verklebt worden sind.
Derartige Platten können bei spielsweise als sssha.Ildiehte Zwischenwände oder als Isolationswände oder zur Verklei dung oder auch, da sie nagelbar sind, zur Herstellung von Kisten und dergleichen ver wendet werden. Gegebenenfalls können die Platten in bekannter Weise auch noch beider seitig oder nur auf einer Seite mit Furnier- platten belegt werden, wie es in Fig. <B>1</B> durch d angedeutet ist.
Es sind zwar auch schon Platten bekannt geworden, die nur aus Holzschliff hergestellt worden sind. Diese Platten haben jedoch ge- ,o,enüber den erfindungsgemä.ss hergestellten n Platten den Nachteil, dass sie viel teurer sind, und sie haben weiter den 'Nachteil, dass sie, da sie nicht mit einem Bindenlittel durch tränkt sind, nicht wasserfest sind.
Handelt es sich um die Herstellung voll ,--rösseren Platten, wie für Türen und Tische, <B>D</B> so kann die Kunstholzschicht mit -einer Me talleinlage beliebiger Ausführung versttarkt werden. In diesem Falle -wird zunächst aus der oben angegebenen Grundmasse eine Platte<B>1</B> hergestellt (Fig. 2 und<B>3).</B> Diese Platte, die durch das Pressen vorgetrocknet worden ist, wird dann vollständig getrocknet und schliess lich mit einem Bindemittel, wie Tisehlerleim, durchtränkt.
Auf diese Platte wird dann eine Einlage 2 aus Stahl, Rotg-uss oder der gleichen aufgelegt, deren leere Felder<B>3</B> vor her mit der plastischen Grundmasse unter Druck ausgefüllt worden sind und wobei die Füllmas.s,e in Aeicher Weise getrocknet, und mit einem Leim durchtränkt worden ist. Auf diese Einlage -wird schliesslich eine weitere Platte 4 aus der Kunstholzmasse aufgelegt, welche in ihrer Herstellung der Platte<B>1</B> ent spricht. Die Verklebung der getrockneten und durchteänkten Platten<B>1</B> und 4 mit der die Einlage enthaltenden Mittelschicht erfolgt durch Druck unter Verwendung eines Binde mittels.
An Stelle der in den Fi--. 2 bis 4 ver- ansehaulichten Einlage<B>2,</B> kann auch irgend eine ander e geeignete Einlage zur Verstär kung der Platten benutzt werden, und bei- spielswei,se eine solche, wie sie in Fig. <B>5</B> dar gestellt ist. Auf die so hergestellte rohe Platte können dann, um ihr einen geeigneten Abschluss zu geben, Furnierholzplatten <B>5</B> un ter Druck und unter Mitverwendung eines Bindemittels aufgebracht werden.
Gegebenenfalls kann eine derartige Kunstholzplatte, vorausgesetzt, dass sie nicht zu dick ist, auch in der Weise hergestellt werden, dass zwischen die durch Pressen nur vorgetrockneten Platten<B>1</B> und 4 die eben falls nur vorgetrocknete Mittelschicht mit der Einlage 2 eingelegt wird. Die Einzelteile der Platte werden dann durch Pressen miteinan der zur Rühplatte verbunden, die dann erst vollkommen getrocknet und schliesslich mit einem Leim durchtränkt wird. Das Belegen mit der Furnierplatte <B>5</B> erfolgt dann in be kannter Weise.
An Stelle der Verwendung von Holzfurnierplatten kann die rohe Kunst- holzplatte auch beispielsweise durch Metall platten oder Metallbleche abgedeckt werden.
Um der rollen Kunstholzplatte seitlich einen besseren Abschluss zu geben, kann auch um die Platte ein schmaler Rahmen<B>8</B> herum gelegt werden, auf welchem sich die Furnier- holzplatten <B>5</B> mit auflegen.
Handelt es sich um die Herstellung von Türen oder dergleichen, so können an den Metalleinlagen auch gleich das Schloss <B>6</B> oder die Türbeschlä.ge mit, angebracht werden, die dann in die Kunstholzmasse mit eingebettet werden, so dass ein nachträgliches Einbauen derartiger Vorrichtungen in die Türen und dergleichen überflüssig wird. Ein Vorteil der Verwendung von Metall einlagen besteht auch darin, dass ausser ebenen Platten auch Winkel, Ecken und be liebige andere Formkörper aus Kunstholz- masse hergestellt werden können.
Ein derar tiger Winkel ist beispielsweise in Fig. <B>6</B> dar gestellt. Die Herstellung,dieses Formkörpers erfolgt in der gleichen Weise, wie es oben an gegeben worden ist, nur mitdem Unterschied, dass an Stelle des beschriebenen Gitters, oder Metallrostes 2 ein dem herzustellenden Form körper angepasstes Gitter oder Metallskelett, im veranschaulichten Beispiel also ein recht winklig gebogenes Gitter<B>7,</B> benutzt wird. Die Stärke des Metallgitters wird natürlich der Dicke des herzustellenden Formkörpers -und seinem Verwendungszweck entsprechend angepasst.