Wiegevorrichtung mit elektrischer Einstellung. Die Erfindung betrifft eine Wiegevor richtung, bei der das Gewicht der Last auf elektrischem Wege gemessen und angezeigt wird. .
Es sind bereits eine Reihe von Versuchen unternommen worden, um eine solche Vor richtung zu schaffen. Alle Versuche schei terten aber bisher daran, dass zum Betrieb der Wiegevorrichtungen eine Stromquelle von konstanter Spannung benötigt wurde. Solche Stromquellen sind aber kompliziert in ihrem Aufbau und in ihrer Bedienung, vor allem aber sind sie sehr kostspielig.
Die Bauart der erfindungsgemässen Vor richtung bedingt keine Stromquelle konstan ter Spannung.
Gemäss der Erfindung besteht die neue Wiegevorrichtung aus einem Lastaufnehmer, einer mit diesem verbundenen elektromagne tischen Vorrichtung, deren Erregerstrom durch Änderung der die Grösse des Stromes bestimmenden Mittel mittelst einer von der elektromagnetischen Vorrichtung gesteuerten motorischen Hilfseinrichtung veränderbar ist, und einem von der elektromagnetischen Vor richtung beeinflussten Anzeigegerät.
Mit der Erfindung ist eine Vorrichtung geschaffen worden, die mittelst neuzeitlicher Methoden wirtschaftlich hergestellt werden kann.
Zwei besonders zweckmässige Ausfüh rungsformen der erfindungsgemässen Wiege vorrichtung sind in der Beschreibung dar gelegt.
Es zeigen: Fig. 1 eine Ansicht einer Vorrichtung zum Wiegen kleiner Lasten, wobei einzelne Teile geschnitten und andere Teile weggelas sen sind, Fig. 2 eine Ansicht einer Vorrichtung zum Wiegen schwerer Lasten, Fig. 3 eine Seitenansicht nach Fig. 2, wobei einzelne Teile weggelassen und andere geschnitten sind, Fig. 4 das Leitungs- und Schaltschema der gezeichneten Vorrichtungen.
Wie aus Fig. 1 hervorgeht, besteht die -V1Tiegevorrichtung aus einem kastenförmigen Sockel 1 mit Deckel 2, auf dem eine Säule 3 angeordnet ist. An einem Ansatz 4 der Säule 3 ist ein Arm 5 befestigt, der vorzugsweise aus einem nichtmagnetisierbaren Material hergestellt ist und die Solenoidspule 6 trägt. Ein beweglicher Anker 7, auf den die mag netische Kraft der .Solenoidspule 6 wirkt, ist drehbar an,dem Hebel 8 bei 9 befestigt.
Der Hebel 8 ist bei 10 an einem herun terhängenden Arm 11, der an dem seitlichen Arm 12 der Säule 3 befestigt ist, gelagert.
Das Hebelende 13 ist von dem andern Hebelende durch ein .dielektrisches (isolieren des) Zwischenstück 14 isoliert. Dieses Hebel ende 13 dient mit den Kontaktschrauben 15 und 16, die in Öffnungen der Winkelstücke 17 und 18 geschraubt sind, zum Schliessen und Öffnen von zwei Stromkreisen. Diese Winkelstücke sind an der Säule 3 befestigt und durch das Zwischenstücke 19 gegen die Säule isoliert.
Der kastenförmige Sockel 1 dient zur Aufnahme von zwei Motoren 20 und 21 mit entgegengesetztem Drehsinn; die Rotorwel- len der Motoren sind unmittelbar gekuppelt.
Durch die Verwendung zweier Wech.sel- strommotoren mit verschiedenem Drehsinn zur Widerstandsregelung des durch die So lenoidspule geleiteten Stromes ergibt sich gegenüber der Verwendung eines umsteuer baren Gleichstrommotors der Vorteil wesent licher Einfachheit, weil bei einem umsteuer baren Gleichstrommotor eine umfangreiclie Schaltanlage und zusätzliche Teile benötigt werden, die bei Wagen immer eine Fehler quelle sind. Die Anordnung von Wechsel- stromm.otoren trägt zur Erhöhung der Wiege geschwindigkeit bei.
Auf der Verlängerung .der Welle 22 be findet sich ein Zahnrad 23, das mit einem Zahnrad 24, das auf der kurzen Welle 25 angeordnet ist, kämmt. Die Welle 2'5 trägt eine Schnecke 26, die mit einem Schnecken rad 27 in Eingriff steht. Dieses Schnecken- rad ist an einem drehbaren Widerstand 28 befestigt. Der Widerstand besteht aus einer ZVicklung aus Widerstandsdraht, die an dem Umfang einer Kreisscheihe befestigt ist. Ein Schleifkontakt 29 steht mit der Widerstands wicklung in Berührung.
Die Arbeitsweise der in den Fig. 1 und l bezeichneten Vorrichtung ist folgende: Ein Gleichstrom fliesst von der Strom quelle 37 dauernd durch die Solenoidspule 6 und erzeugt hier eine genügend grosse mag netische Kraft, um den Lastaufnehmer in seiner unbelasteten Anfangsstellung zu hal ten.
Wenn nun eine Last in den Lastaufneh mer 30 gelegt wird, genügt die magnetische Kraft nicht mehr, um die Last auszuglei chen, so dass der Anker 7 heruntergeht und dabei den Hebel 8, an .dem er drehbar be festigt ist, mitnimmt. Hierbei kommt das isolierte Ende 13 des Hebels 8 mit der Kon taktschraube 15 in. Berührung, so dass der Stromkreis geschlossen wirrt, in dem sich der Motor 20 und die Stromquelle 38 hinterein- Ünder geschaltet befinden.
Der Motor 20 setzt sich daher in Bewegung, wobei mittelst des aus den Teilen 23, 24, 25, 26 und 27 be stehenden Übersetzungsgetriebes auch der Widerstand 2.8 gedreht wird, und zwar der art, dass die Entfernung zwischen dem Schleifkontakt 29 und dem Wicklungsanfang und dadurch der eingeschaltete Widerstand verringert werden.
Hierdurch wird der Strom in dem Solenoid vergrössert, und zwar so lange, bis der magnetische Zug des Solenoids auf den Anker etwas grösser als der in ent gegengesetzter Richtung wirkende Zug durch die Last ist. Hierauf hebt sich der Anker; so dass der Kontakt zwischen dem Teil 13 des Hebels 8 und der Spitze der Kontakt schraube 15 unterbrochen wird. Der Motor 20 steht .dann so lange still, bis der Kontakt wieder -geschlossen wird.
Wenn die Last verringert wird, ist die magnetische Zugkraft grösser als die von der verringerten Last herrührende, nun auch kleiner gewordene Gegenzugkraft. Der An ker 7 wird dann nach aufwärts gezogen, bis der Hebel 8 mittelst des isolierten Hebelteils 13 den Stromkreis des Motors 21 schliesst.
Der Motor 21 dreht in entgege@igesetzter Richtung als der Motor 20, so dass mittelst des Übersetzungsgetriebes auch der Wider stand in anderer Richtung gedreht und damit der Strom im Solenoid verkleinert wird, und zwar so lange, bis die magnetische Kraft und der Zug der Last auf den Anker aus geglichen sind. In diesem Zeitpunkt wird der Kontakt zwischen dem Teil 13 des He bels 8 und der Kontaktschraube 16 unter brochen und der Motor 21 stillgelegt. Dann fliesst wieder nur so viel Strom durch das Solenoid, als erforderlich ist, um den Last aufnehmer in seiner Anfangslage zu halten.
Aus der beschriebenen Arbeitsweise der Wiegevorrichtung ist zu ersehen, dass in dem Erregerstromkreis 37, 6, 29, 218, 40, 37 selb ständig ein Strom solcher Grösse eingestellt wird, dass die durch ihn erzeugte magnetische Kraft im Solenoid 6 dem Zuge der Last am Lastarm 30 das Gleichgewicht hält. Span nungsänderungen der Stromquelle 37 sind also ohne Einfluss auf die Gleichgewichts lage, da bei Spannungsänderungen eine Än derung des Widerstandes 28 so lange erfolgt, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt ist. Lässt zum Beispiel die Spannung an der Stromquelle 37 nach, ohne dass sich die Grösse der Last ändert, so wird der Strom und somit der magnetische Zug im Solenoid 6 geringer.
Durch die Ungleichheit zwischen magnetischem Zug und .dem Zug der Last wird die Kontaktvorrichtung 13/15 betätigt und die Stromstärke hierdurch so lange ge ändert, bis wieder Gleichgewicht zwischen dem magnetischen Zug und dem Zug der Last eintritt.
Die Fig. 2 und 3 beziehen sich auf eine Vorrichtung, die zum Wiegen schwerer La sten dient. Bei dieser Bauart werden zum Ausgleich der Last dieselben Mittel benutzt, die dementsprechend auch dieselben Bezugs zeichen wie in den andern Figuren tragen.
Die Änderung besteht darin, dass die Last nicht in eine am Anker 7 hängende Schale 30 gelegt, sondern auf eine Plattform 31 ge bracht wird, die in geeigneter Weise an dem Hebelgestänge 32 befestigt ist, das sich in dem Sockel 33 befindet und von diesem ge tragen wird. Die durch die Last auf die Plattform ausgeübte Kraft wird durch das Hebelsystem 32 und eine Verbindungsstange 34 übertragen, die am Anker 7 befestigt ist und einen Bügel 35 zur Aufnahme des Zap fens 36 des Hebels trägt.
Da bei beiden Ausführungsbeispielen die Stromstärke im Solenoidstromkreis ein Mass für den von :der Solenoidspule auf den An ker äusgeübten Zug ist, ist zur Anzeige die ses Zuges ein Strommesser 40 vorgesehen. Die Skala -dieses Strommessers ist so gewählt, dass Kilogramme und Bruchteile davon ab gelesen werden können.