Schleudergussvorrichtung zur Herstellung dünner, ringförmiger illetallplatten. Bei den heute meist gebräuchlichen 5chleudergussvorrichtungen für das Giessen von ringförmigen Metallplatten als Vormerk <B>en</B> für die Herstellung von Draht werden ir den sich drehenden Kokillen Ringplatten von zum Beispiel 500 Millimeter Durchmesser und 30 Millimeter Stärke gegossen. Diese Gussstücke werden sodann nach und nach zu Blechen von etwa fünf Millimeter Stärke ausgewalzt, mittelst einer Schere zu .Strei fen geschnitten und diese zu Draht weiter verarbeitet.
Durch die Erfindung soll erreicht werden, cla.ss mit Kokillen ringförmige Gussstücke bezw. Platten von bedeutend geringerer Stärke gegossen werden können, die nach nur wenigen Durchgängen durch die Walzen (die an und für sieh schon zur Verdichtung des Materials nötig sind) weiter verarbeitet wer den können.
Bisher stiess man beim Giessen solcher dünner Platten auf die Schwierigkeit, das flüssige Metall einwandfrei in den Hohlraum der Form zu bringen.. Nach Eintritt in den Hohlraum glitt das heisse Metall an den sich rasch drehenden Wandungen des Hohlraumes entlang und wurde von diesen erst nach eini- ;er Zeit infolge der Reibung mitgenommen und in radialer Richtung umgelenkt. Dies alles hatte zur Folge, dass sich das Metall in dem schmalen Formspalt staute, erkaltete und nicht den ganzen Hohlraum der Form ausfüllte.
Bei der Vorrichtung gemäss vorliegender Erfindung gelangt nun das Metall nicht un mittelbar von einem festen Giesstrichter in den Formhohlraum, wie es bisher beim Giessen der eingangs erwähnten dickeren Ringstücke ge schah und einwandfrei erfolgen konnte bei dem dort vorhandenen, verhältnismässig brei ten Formspalt, in den der Strahl des flüs sigen Metalles (an sich dünner als die Breite des Spaltes) ungehindert einfiel. Statt .des sen ist hier die Vorrichtung mit einem, das Metall in den Giesshohlraum der Form über führenden Einlauf versehen, dem das Metall zum Beispiel von einem Giesstrichter zuge leitet wird.
Der sich mit der Form in glei- eher Achse drehende Einlauf veranlasst in folge seiner Ausbildung bezw. Anordnung das Metall, schon vor Eintritt in den Form hohlraum an der Drehbewegung teilzuneh inen, so dass das Metall mit Beschleunigung und nicht in einem Strahl runden Querschnit tes, sondern breitgezogen in den schmalen Giesshohlraum der Form eintritt und kein Stauen mehr erfolgt, vielmehr die Form schnell gefüllt wird.
Damit letzteres einwandfrei geschehen kann, müssen aber auch die beim Giessen auf tretenden Gase sowie die infolge der hoch gradigen Erhitzung sich stark ausdehnende Raumluft rasch und restlos neben dem ein schiessenden Metall her durch den engen Formspalt entweichen können nach aussen, was Bedingung ist für die Erzielung reiner, blasenfreier Gussstücke.
Die Zeichnung veranschaulicht mehrere Ausführungsformen der neuen Vorrichtung im senkrechten Mittelschnitt, und zwar zeigt: Fig. 1 eine in wagrechter Ebene um laufende Schleudergussvorrichtung (mit senk rechter Drehachse), Fig. 2 eine in senkrechter Ebene um laufende Vorrichtung (mit wagrechter Dreh achse), wozu Fig. 3 in grösserem Massstabe eine Einzel heit darstellt; Fig. 4 zeigt das Wesentliche einer wei teren Ausführungsform.
Die Gussformen werden in an sich be kannter Weise zweckmässig aus zwei zusam- menschraubbaren bezw. zusammengeschraub ten Teilen a und b gebildet, deren Hohlraum das Gussstück c aufzunehmen hat. Diese, eine Kokille bildende Form sitzt nach Fig. 1 auf einer senkrechten Welle d und wird mit die ser, die entsprechend gelagert ist, in Umdre hung versetzt mittelst des Zahnkranzes o.
Dieser Schleudervorrichtung nach Fig. 1 wird das Metall durch einen zentral ange- ordneten, also die gleiche Drehachse wie die Form besitzenden Einlauf h zugeleitet, der zur Erreichung des angestrebten Zweckes eigenartig ausgebildet ist. Die in den Hohl raum der Form überführende Öffnung des Einlaufes, die innenseits von einem in eine Spitze auslaufenden Kern begrenzt ist, wird allmählich enger, dafür aber von grösserem Durchmesser und ist mit Rippen i durch setzt.
Diese zwingen das eingegossene Me tall, sofort an der Drehbewegung des Ein laufes lz teilzunehmen, so dass es, wie be zweckt, mit entsprechender Beschleunigung in die Form geleitet wird.
Das Austreten von Luft und Gasen aus der Form neben dem einschiessenden Metall her wird bei dem in Fig. 1 vorgeführten Beispiel infolge der wagrechten Anordnung des Giesshohlraumes sehr begünstigt. Das den Einlauf h verlassende, schon in Dreh bewegung befindliche Metall ergiesst sich in dünner, sich ausbreitender Schicht über die untere wagrechte Hohlraumwandung (des Formteils a) nach aussen, um sich schliesslich am äussern Rande des Hohlraumes zu stauen und, von dort aus beginnend, den Formhohl raum von aussen nach innen fortschreitend ganz zu füllen.
Luft und Gase können dabei an der Decke des Hohlraumes (der Innen wandung im Formteil b) entlang nach dem Ringspalt zwischen dem Einlauf h und der Öffnung im Formteil b hin entweichen.
Ein weiteres besonderes Merkmal der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform be steht darin, dass der den Eing ass bildende Ein lauf h einen Teil für sich bildet und für sich gelagert ist, hier beispielsweise mit einem zylindrischen Fortsatz in der hohlen Welle d. Er kann daher mit anderer Winkelge schwindigkeit angetrieben werden (durch Zahnrad<I>p),</I> als sie der Kokille a, b erteilt wird.
Mit der durch Fig. 2 und 3 veranschau lichten Ausgestaltung der Schleudergussvor- richtung mit in senkrechter Ebene kreisender Form ist der angestrebte Zweck besonders vorteilhaft zu- erreichen. Die auch hier zweckmässig aus den zusammenschraubbaren bezw. zusammengeschraubten Teilen a und b mit dem Hohlraum für das Gussstück c be stehende Form ist gleicherweise wie bei Fig. 1 auf einer Welle<I>d</I> mit Zahnrad<I>r</I> befestigt.
Dagegen wirkt der auch hier gp sondert gelagerte und durch das Zahnrad q angetriebene Einlauf h. etwas anders als in Füg. 1.
Infolge der senkrechten Anordnung der Kokille kann das aus dem Behälter k aus tretende Metall (Fig. 3), auf die Innenwan dung des nach innen sich erweiternden Ein laufes h, aufgeleitet werden und bekommt dabei die Neigung zum Rutschen. Es wird so allmählich vom engeren Durchmesser der Iniienwandurig des Einlaufes h auf grössere Durchmesser gelangen und dabei nach und nach auf höhere Drehgeschwindigkeiten ge bracht, entsprechend den zunehmenden Durchmessern der Teile der Innenwandung des Einlaufes lr., mit denen das Metall beim Rutschen nach innen in Berührung kommt.
Hierdurch wird es ermöglicht, etwaige Rip pen im Einlauf niedrig zu halten, sie unter Umständen, bei höherer Drehgeschwindigkeit des Einlaufes als der der Form, wie darge stellt fehlen zu lassen bezw. sie durch eine Riffelung oder andere Reihung der Ober fläche der Einlaufinnenwandung zu ersetzen.
Ein weiteres Kennzeichen des Einlaufes h, besteht darin, dass sein innerer Rand<I>l</I> über die an ihn anschliessende radiale Innen wandung des Hohlraumes etwas vorsteht (Fig. 3). Dadurch wird angestrebt und er reicht, dass die aus der Form entweichenden Gase und Luft immer freien Durchgang nach aussen haben, was, wie bereits angedeutet, für das Zustandekommen reiner, blasenfreier Gussstücke von grösster Bedeutung ist.
Bei vorstehend beschriebener Ausführung der Form wird nämlich das Metall so wie in Fig. 3 angedeutet in die Form einschiessen, das heisst infolge des vorstehenden Randes 1 des Einlaufes h. nicht gleich den ganzen Eintrittsspalt in den Hohlraum ausfüllen. sondern einen Spalt freilassen, der der Luft den Zugang zu dem ringförmigen Spalt m zwischen Einlauf h und Formteil b sichert und ihr so den Weg nach aussen ermöglicht.
Auch bei dem Beispiel nach Fig. 1 könnte der Einlauf h mit einem analogen vorstehen den Rand versehen sein mit gleicher Wir- kung wie vorgeschrieben, das heisst er wird dort auch verhindern, dass der Austrittsspalt für Luft und Gase verstopft und ihnen der Durchtritt nach aussen versperrt wird.
Der Unterschied in den Umlaufsgeschwin- digkeiten der Form a, b und ihres als Vor schleuder wirkenden Einlaufes h muss sich den vorliegenden Verhältnissen, zum Beispiel dem spezifischen Gewicht einer zu giessen den Metallegierung, anpassen. Für den Grenzfall, das heisst wenn beide Teile mit gleicher Winkelgeschwindigkeit laufen kön nen, ist es möglich, den Einlauf h mit dem Formteil b fest zu verbinden, wie es Fig. 4 veranschaulicht.
Dabei weist der Einlauf h die zur Erreichung des angestrebten Zweckes erforderlichen übrigen Merkmale: den engen Formspalt und den vorstehenden Rand l auch auf. An .Stelle des Spaltes m sind ausserhalb des Randes l aber zweckmässigerweise in un mittelbarem Anschluss an ihn, runde oder Schlitzlöcher n vorgesehen für die Abteilung von Luft und Gasen während des Giessvor ganges.