Einrichtung zum selektiven Abschalten von Netzteilen. Es ist bekannt, an beiden Enden eines zu überwachenden Netzteils Energierich- tungsrelais anzuordnen und diese so mitein ander zu verbinden, dass nur bei ihrem gleich zeitigen Ansprechen infolge eines zu beiden Seiten in den Netzbeil hineingerichteten Energieflusses beide Netzschalter ausgelöst werden. Die Kontaktbewegung der Energie- riehtungsrelais hat man dabei in der Weise von einem Überstrom oder von einer Span nungsverminderung abhängig gemacht, dass man diese zum Überbrücken der Stromspulen der Energierichtungsrelais benutzt hat.
Der artige Einrichtungen besitzen aber den Nach teil, dass beim Abschalten der einen Energie quelle ein innerhalb des zu schützenden An lageteils entstehender Kurzschluss das Ver schwinden der ,Spannung an dem einen Ende zur Folge hat, so dass das Energierichtungs- relais an diesem Ende seine Kontakte nicht betätigen kann. In einem solchen Falle stellt daher die Einrichtung keinen wirksamen Schutz mehr dar.
Diese Nachteile sind bei der erfindungs gemässen Einrichtung dadurch vermieden, dass die im Sinne,der Schliessbewegung unter dem Einfluss einer Richtkraft stehenden Kon takte der Energierichtungsrelais durch ein bei Kurzschluss ansprechendes Relais, das min destens an einem Ende des Leitungsabschnit tes als ein auf Spannungsrückgang anspre chendes Relais ausgebildet ist, -mechanisch gesperrt sind.
In Abb. 1 ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Der zu schützende Netzteil 1 wird von den beiden Stationen A und B eingegrenzt. Die Überwachungsein richtung in beiden Stationen stimmen genau miteinander überein.
In jeder Station ist ein Energierichtungsrülais 2 angeordnet, dessen Stromspule ä an einen Stromwandler 4 ange schlossen ist, während die Spannungsspule 5 über die Kontakte 6 eines Spannungsrück- gangsrelais 7 an einen Spannungswandler 8, der gleichzeitig zur Speisung der Spannungs spule 9 des Relais 7 dient, geführt ist. Das Relais 7 kann dabei als einfaches Spannungs abfall- oder als Unterimpedanzrelais ausge bildet sein.
Die Kontakte 10 des Energie richtungsrelais 2 erhalten eine Richtkraft im Sinne ihrer Schliessbewegung durch eine Feder 22. Im normalen Betrieb ist aber der Kontakthebel 10 durch eine Klinke 11 an seiner Bewegung verhindert. Erst beim Schliessen der Kontakte 6 wird ,die Klinke 11 bewegt und damit der Kontakthebel 10 freigegeben. Die Kontakte des Energierich- tungsrelais 2 sind einmal über eine Batterie 12 an Erde gelegt und über die Auslösespule 13 des Netzschalters durch eine Hilfsleitung 14 mit der entsprechenden Auslösespule der nächsten Station verbunden.
Parallel zur Auslösespule 13 und den Kontakten 10 ist eine Anzeigevorrichtung 15 gelegt, die so wohl bei Spannungsrückgang durch Schlie ssen der Kontakte 10 des Relais 2 (derselben Station A, als auch bei einer Erhöhung des Spannungsabfalles infolge Schliessen der Kontakte 10 des Energierichtungsrelais 2 der nächsten Station B ansprechen.
Zunächst sei angenommen, @dass der Lei tungsteil 1 sowohl bei <I>A,</I> als auch bei<I>B</I> an energieliefernde Speiseleitungen angeschlos sen sei. Wenn dann ein Kurzschluss inner halb des Leitungsteils 1 auftritt, dann spre chen zunächst die Spannungsrückgangsrelais 7 an und geben,die Klinke 11 frei. Die Kon takte 10 beider Energierichtungsrelais wer den dann betätigt und ,damit der Stromkreis über beide Auslösespulen 13 geschlossen.
Wenn dagegen der Kurzschluss ausserhalb des zu überwachenden Netzteils 1 auftritt, dann kann selbst wenn die Spannungsrückgangs relais ansprechen, nur ein Energierichtungs- relais 2 betätigt werden, so dass ein zur Aus lösung genügender Strom über die Spulen 13 nicht fliessen kann, @da die Anzeigevorrich tungen 15 einen so hohen Widerstand haben, dass der bei der Betätigung der Kontakte 10 in einer Station über die Auslösespule 13 der selben Station fliessende Strom die zur Betä tigung der Netzschalter erforderliche Höhe nicht erreicht.
Die Überwachungsvorrich tung 15 wird aber in beiden Stationen zur Anzeige gebracht. In der einen Station in folge der ;Spannungsverminderung beim Kurzschliessen,der Kontakte 10, in der andern infolge Erhöhung des Spannungsunterschie des. Dasselbe tritt ein, wenn eine Spannungs- w andlersicherung durchbrennt und dadurch die Relais 7 und 2 in der einen Station ihre Kontakte betätigen.
Auch bei einem Erd- schluss der Hilfsleitung 14 wird das auf den Rückgang der Spannung ansprechende Glied ,der Anzeigevorrichtung 15 zum Ansprechen gebracht, ohne dass eine -Auslösung erfolgt. Bei einem Drahtbruch der Hilfsleitung 14 ohne<B>Ei</B> rdschluss tritt ebenfalls keine Aus lösung -ein.
Die Einrichtung arbeitet auch dann rich tig, wenn,d-er Netzteil 1 nur von, einer Seite, etwa von A her, gespeist wird. Bei einem Kurzschluss innerhalb des Leitungsteils 1 sinkt .dann die Spannung bei B so weit ab, dass Relais 7 die Sperrung der Kontakte 10 aufhebt. Wenn nun auch das Relais 2, des sen Spannungsspule 5 nicht erregt ist, keine Richtkraft besitzt, so werden die Kontakte 10 dennoch durch die Fender 11 geschlossen.
Da .die Schutzeinrichtung in A in derselben Weise wie bei doppelseitiger .Speisung an spricht, werden demnach beide Auslösespulen 13 erregt und die Netzschalter in A sowohl, als auch in B ausgelöst. Ist nun der Kurz schluss ausserhalb :des Leitungsteils 1, aber so nahe benachbart bei B, dass dennoch die Federkraft 11 grösser ist als das von dem Energierichtungsrelais 2 in entgegengesetz tem Sinne ausgeübte Drehmoment, dann wird dieser Kurzschluss ebenso wie ein Kurzschluss innerhalb -des Leitungsteils 1 behandelt.
Es ist daher möglich, auch noch einen Teil der angeschlossenen Anlage, zum Beispiel die Sammelschienen, in den Schutzbereich der Einrichtung mit einzubeziehen.
Ist von vornherein nur das Aussetzen einer bestimmten Energiequelle zu befürch- ten, dann kann auch das Unterspannungs- relais 7 in der einen Station, und zwar in der jenigen, von der aus immer die Speisung er folgt, durch ein Überstromrelais 16 (Abb. 2) ersetzt werden.
Die Stromspule 17 des Re lais 16 liegt dann in Serie zu der Strom spule 3 des Energierichtungsrelais 2, wäh rend die Spannungsspule 5 des Energierich- tungsrelais 2 über die Kontakte 6 des Relais 16 allein an den Spannungswandler 8 ange- #zchlossen ist.
Die Einrichtung stimmt im übrigen mit der der Abb. 1 vollkommen über ein, namentlich ist in der Station B d.er Er satz des auf Spannungsrückgang anspre- cheri.den Relais 7 durch ein Überstromrelais nicht möglich, da sonst die Arretierung der Kontakte 10 beim Verschwinden der Span nung, die ja bei einem Kurzschluss innerhalb des Leitungsteils 1 keinen Überstrom zur Folge hat, nicht aufgehoben werden könnte. Es kann also nur in einer einzigen Station das an sich einfachere Überstromrelais 16 an Stelle eines Spannungsabfalls- oder Unter impedanz-Relais angeordnet werden.
Die Arbeitsweise der Einrichtung stimmt im übrigen mit der -der Abb. 1 völlig überein.
In Abb. 3 ist noch gezeigt, wie zur Er sparung der Hilfsleitung 14 eine drahtlose Übermittlung der Relaisstellungen erfolgen kann. Dazu ist die Batterie 12 parallel zu den Kontakten 10 in Reihe zu einem Anwu.if- relais 18 geschaltet. Das Anwurfrelais 18 setzt einen Sender 19 in Tätigkeit, der auf einen Empfänger in der nächsten Station ein wirkt. Der Empfänger 20 bestätigt dann seine. Kontakte 21, die in Serie zur Auslöse spule 13 und den Kontakten 10 und der Stromquelle 12 liegen.
Damit der Empfän ger nur dann betriebsbereit wird, wenn seine Kontaktbewegungen eine Betätigung der Auslösespule 13 auch herbeiführen kann, ist es zweckmässig, ihn auch mit dem Anwurf glied 18 zu kuppeln. Nur wenn demnach die Kontakte 10 der eigenen Station geschlossen sind und wenn gleichzeitig, durch den Sen der der benachbarten Station veranlasst, der Empfänger 21 seine Kontakte schliesst, wird die Spule<B>1.3</B> betätigt. Da aber gleichzeitig in der benachbarten Station dieselben Vor gänge erfolgt sein müssen, wird auch in die ser der IVTetzschalter ausgelöst. Eine der artige drahtlose Schutzeinrichtung wird namentlich für ausgedehnte Netzteile vor teilhaft sein.