CH161179A - Verfahren zur Gewinnung des Östrushormons. - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung des Östrushormons.

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CH161179A
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F Hoffmann- Aktiengesellschaft
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Hoffmann La Roche
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  Verfahren zur Gewinnung des     Östrashormons.       Die     Adsorptionsfähigkeit    des     Ostrushor-          mons    wurde zur Gewinnung dieses Hormons  aus dem     Gravidenurin    mittelst Tierkohle be  nützt (vgl. z. B. Klinische Wochenschrift,  6. Jahrgang,<B>1927,</B> Seite 1319 ff.). Es gelang  aber nicht mit organischen Lösungsmitteln,  wie Alkohol, Äther oder Chloroform, in denen  das Hormon gut löslich ist, dieses wieder  aus den erhaltenen     Kohleadsorbaten    heraus  zulösen.

   Durch Extraktion mit     Amylalkohol          konnten        ungefähr        30-40        %        und        durch        nach-          folgende        Extraktion    mit Chloroform noch etwa  20-400,/o des vorhandenen Hormons, im       Ganzen        etwa        65%,        aus        dem        Kohleadsorbat     zurückerhalten werden (vgl. z. B. Klinische  Wochenschrift, 9.

   Jahrgang, 1930, Seite  1436     ff.).     



  Es wurde nun gefunden, dass das an der  Tierkohle haftende     Ostrushormon    durch ein  Gemisch von Methylalkohol und Chloroform  in sehr weitgehendem Masse     herausgelöst     werden kann. Die Verwendung dieses Lösungs-         mittelgemisches    liefert weit bessere Ausbeu  ten als der Auszug mit einem Lösungsmittel  allein oder die aufeinanderfolgende Extraktion  mit zwei verschiedenen Lösungsmitteln.  



  An der Tierkohle haftet     anscheinend    nur  ein geringer Teil des     Östrushormons    als sol  ches, die Hauptmenge ist an. andere Urin  bestandteile gebunden und lässt sich in Form  solcher Additionsverbindungen mit den Übli  chen     Extraktionsmitteln    nicht ohne weiteres  von der Kohle lösen.

   Da in den Harnen auch       Sterine    vorkommen und das     Ostrushormon     selbst wahrscheinlich eine dieser Körperklasse  ähnliche Struktur hat, lässt sich das Verhal  ten des     Kohleadsorbates    durch die Bildung       schwerlöslieher        Komplexverbindungen    zwi  schen Hormon und     Sterinen    erklären, die sich,  analog den     Digitoniden,    durch ihre schwere  Löslichkeit einerseits und ihre     Spaltbarkeit     durch gewisse organische Flüssigkeiten ander  seits auszeichnen.

   Als solche ist für die Auf  spaltung des     Cholesterindigiitonides    das     gylol         seit langem bekannt. Es galt nun für die an  der Kohle     adsorbierten    Additionsverbindungen  diejenige organische Flüssigkeit zu finden,  die gleichzeitig spaltend und lösend wirkt.  Diese Aufgabe wird durch das Gemisch von  Methylalkohol und Chloroform erfüllt. Durch  die Verwendung dieses     Lösungsmittelgemi-          sches    wird eine vollständigere Gewinnung  des     Östrushormons    ermöglicht.  



  Das     Östrushormon    soll als Arzneimittel  Verwendung finden.  



  <I>Beispiel 1:</I>  7 Liter Harn von graviden Frauen werden  mit 80     gr    Tierkohle, die in kleinen Mengen  nach und nach zugegeben wird, einige Stunden  gerührt. Nach dem     Abnutschen,    Nachwaschen  und Trocknen der Kohle wird die eine Hälfte  mit Chloroform, die andere mit einem Ge  misch von 3 Teilen Chloroform und 4 Teilen    Methylalkohol im     Soxhletapparat    ausgezogen.

    Man erhält nach dem     Abdunsten    der Lösungs  mittel 1,4     gr        Ohloroformextrakt    mit einem  Wirkungswert von 1 Ratteneinheit = 3,6     mgr     und 4,8     gr        Chloroform-Methylalkohol-Extrakt     mit einem Wirkungswert von 1 Rattenein  heit = 2,2     mgr.    Dies entspricht einer Aus  beute von 110 Ratteneinheiten im ersten und  einer solchen von 620 Ratteneinheiten pro  Liter im zweiten Falle.    <I>Beispiel 2:</I>    7 Liter Harn einer trächtigen Stute wer  den, wie im Beispiel 1 erläutert, mit Tier  kohle aasgerührt.

   Die getrocknete     Johle    wird  in drei gleiche Teile     a,   <I>b</I> und c geteilt, Teil a  mit Methylalkohol, Teil b mit Chloroform  und Teil c mit dem     Chloroform-Methylalkohol-          Gemisch    ausgezogen.

   Man erhält  
EMI0002.0020     
  
    2,46 <SEP> gr <SEP> Extrakt <SEP> a <SEP> mit <SEP> einem <SEP> Wirkungswert: <SEP> 1 <SEP> R.-E. <SEP> = <SEP> mehr <SEP> als <SEP> 0,5 <SEP> mgr
<tb>  1 <SEP> R.-E. <SEP> = <SEP> " <SEP> 0,2 <SEP> mgr
<tb>  <B>1,09</B> <SEP> gr <SEP> ,., <SEP> b <SEP> "
<tb>  7,54 <SEP> gr <SEP> <B>93</B> <SEP> c <SEP> " <SEP> 1 <SEP> R.-E. <SEP> = <SEP> 0,8 <SEP> mgr       Es wurde somit mit dem aus Chloroform  und Methylalkohol bestehenden Lösungsmittel  mehr als doppelt so viel Hormon ausgezogen,  wie mit den einzelnen Bestandteilen.    <I>Beispiel 3:</I>    Ein Liter Ochsengalle, die beim direkten       Ausäthern    einen Gehalt von etwa 70 Ratten  einheiten im Liter ergeben hatte, wurde mit  1 Liter Wasser verdünnt und mit Salzsäure    angesäuert.

   Dann wurden 50     gr    Tierkohle  unter gutem Umrühren langsam und in kleinen  Portionen zugefügt, worauf man das Umrühren  noch einige Stunden fortsetzte. Das     Kohle-          adsorbat    wurde abgetrennt, es wog nach  gutem Trocknen etwa 60     gr.    Davon wurden  20     gr    mit Methylalkohol, weitere 20     gr    mit  Chloroform und der Rest mit dem     Chloroform-          Methylalkohol-Gemisch    extrahiert.

    
EMI0002.0030     
  
    Der <SEP> Methylalkoholextrakt <SEP> wog <SEP> 1,9 <SEP> gr <SEP> 1 <SEP> Ratteneinheit <SEP> in <SEP> 380 <SEP> mgr
<tb>  " <SEP> Chloroformextrakt <SEP> " <SEP> 0,9 <SEP> gr <SEP> 1 <SEP> 110 <SEP> "
<tb>  " <SEP> Methylalkohol-Chloroform-Gemisch-Extrakt <SEP> " <SEP> 2,4 <SEP> gr <SEP> 1 <SEP> " <SEP> 75-80 <SEP> "       Demnach wurden mit dem Methylalkohol  Chloroformgemisch etwa 6mal mehr als mit  Methylalkohol und etwa 4mal mehr Hormon  einheiten als mit dem Chloroform aus dem       Kohleadsorbat        eluiert,

      und ferner durch die       Kohleadsorption    und die     Methylalkohol-Chloro-          form-Gemisch-Elution        etwa        30        %        mehr        Hor-          mon    erhalten als durch Ausschütteln der  Galle mit Äther.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Gewinnung des Ostrus- hormons aus den durch Ausrühren hormon haltiger Körperflüssigkeiten mit Tierkohle erhaltenen Adsorbaten, dadurch gekennzeich net, dass diese Adsorbate mit einem Gemisch von Methylalkohol und Chloroform ausge zogen werden.
CH161179D 1931-07-25 1932-05-25 Verfahren zur Gewinnung des Östrushormons. CH161179A (de)

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